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Olsi Rama (C), the brother of Albanian Prime Minister Edi Rama, leaves Tirana’s Airport on his way to Belgrade, on October 13, 2014, one day before the match between Serbia and Albania in Belgrade. Serbia's interior ministry said the brother of Albania's Prime Minister Edi Rama was accused of controlling the drone from his seat in the stadium's executive box. Rama who returned to Tirana with the Albanian team to a hero's welcome, said he had

Olsi Rama am Flughafen von Tirana, einen Tag vor dem Skandalspiel Serbien - Albanien in Belgrad. Bild: AFP

Eklat beim EM-Quali-Spiel

Dieses Bild soll den albanischen Drohnenpiloten überführen

Die Staatsspitzen von Serbien und Albanien machen widersprüchliche Angaben über den Drohnen-Einsatz am Fussballspiel zwischen Serbien und Albanien.



Noch immer herrscht Unklarheit darüber, wer gestern Abend beim Spiel Serbien-Albanein einen Quadrocopter mit angehängter grossalbanischer Fahne über das Stadion Partizana in Belgrad hat fliegen lassen. CNN bezieht sich auf eine anonyme Quelle, die behauptet, Olsi Rama, der Bruder des albanischen Premierministers, habe die Drohne gesteuert. Die serbische Polizei habe den Sachverhalt und die zwischenzeitliche Verhaftung Ramas ebenfalls offiziell bestätigt. 

Auf albanischer Seite hingegen tönt es anders. Rama sei überhaupt nie verhaftet worden, sondern vier Amerikaner, teilt das albanische Präsidialamt mit. Olsi Rama selbst dementierte Berichte über seine Verhaftung ebenfalls. Er sagt, er sei lediglich von der serbischen Polizei kontrolliert worden und habe dabei seinen amerikanischen Pass gezeigt, worauf die Beamten ihn laufen gelassen hätten.  

Bild

Ein Foto, das Olsi Rama angeblich auf seinem Facebook-Profil gepostet haben soll.  kurir

Echt oder Propaganda?

Nun kursiert in serbischen Medien ein Foto, das Olsi Rama überführen soll. Es zeigt eine Fernsteuerung, auf deren Display die Umrisse einer Drohne zu erkennen sind, eine Flagge an zwei Seilen und einen Zettel mit der Aufschrift «Fuck Serbia / Bac u Kry». Gemäss der Online-Ausgabe der serbischen Tageszeitung «Kurir» stammt das Foto von Olsis Facebook-Account. Der zweite Teil des Slogans auf dem Zettel heisst soviel wie «Onkel, es ist vollbracht» und war populär in der Zeit um 2008, als der Kosovo die Unabhängigkeit von Serbien erreicht hatte. 

Die Informationen über Ramas Facebook-Account zu verifizieren, ist unmöglich geworden, nachdem über Nacht Dutzende von Rama-Profilen erstellt worden sind, oder bisherige Nutzer ihre Profile in Olsi Rama umbenannt haben. 

So unklar die Quellenlage rund um die Geschehnisse während des und nach dem abgebrochenen Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien für die EM ist, so dünn ist auch die Quellenlage zur Biographie von Olsi Rama. 

Basketball-Spieler, Projektleiter, Krebsforscher

Nach seinen eigenen Lebenslauf-Angaben auf LinkedIn hat der Bruder des albanischen Premierministers zwischen 1987 und 1996 in Tirana professionell Basketball gespielt und während dieser Zeit auch als Funktionär der Soros-Stiftung in Albanien fungiert, die Pressefreiheit und Menschenrechte in Staaten mit ehemals totalitären Regimes fördert. Dies und seine anschliessende Emigration in die USA hatte ihm von serbischer Seite den Vorwurf eingetragen, er habe mit ausländischen Geheimdiensten zusammengearbeitet, um die serbischen Interessen in der Region zu unterlaufen und Unruhen im eigenen Land mit angestiftet zu haben. 

In den USA arbeitete Rama in einer Krebsklinik, die mit der staatlichen Wayne State University in Michigan assoziiert ist. In mehreren wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Brustkrebs ist Rama als Zweitautor genannt. Seine akademischen Leistungen sind jedoch so bescheiden, dass Wikipedia entschied, den Eintrag «Olsi Rama» zu löschen. Alleine die familiäre Verbindung mit dem Premier von Albanien reiche nicht aus, um seine Person für die Wissenschaft relevant zu machen. 

Nach seiner Tätigkeit in der Krebsklinik hat er nach eigenen Angaben bei kleinen Medizinaltechnik oder Telekommunikationsfirmen in Michigan gearbeitet. (thi)

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