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epa05923531 Winner Pablo Braegger of Switzerland performs on the high bar during 2017 Artistic Gymnastics European Championships, at  the Polivalenta Sports Hall in Cluj-Napoca, Romania, 23 April 2017.  EPA/ROBERT GHEMENT

Hoch über dem Gerät: Brägger bei seiner Gold-Übung. Bild: ROBERT GHEMENT/EPA/KEYSTONE

Interview

Turn-Europameister Pablo Brägger: «Es fühlte sich an wie in einem Traum»

An den Europameisterschaften in Rumänien feiern die Schweizer Turner für einen historischen Triumph. Pablo Brägger und Oliver Hegi gewinnen am Reck Gold und Silber. Noch nie zuvor gelang Schweizer Turnern an einem Grossanlass ein Doppelsieg.

Christian Finkbeiner (sda), Cluj-Napoca



Pablo Brägger, Sie haben EM-Gold am Reck gewonnen. Können Sie Ihre Emotionen beschreiben?
Pablo Brägger: Es passiert gerade sehr viel in mir drin. Ich kann es noch nicht ganz realisieren und muss meine Gedanken zu erst etwas bündeln und einordnen. Es freut mich natürlich riesig, dass es geklappt hat. Und dass ich mit Oli zusammen einen Doppelsieg feiern durfte, ist unbeschreiblich.

Sie haben eine fantastische Übung gezeigt und überlegen Gold gewonnen. Haben Sie schon jemals besser geturnt?
Ich glaube nicht. Es fühlte sich an wie in einem Traum. Es ist alles perfekt aufgegangen, ich hatte bei den Flugelementen eine gute Distanz und konnte alle Elemente sauber durchturnen. Vom Gefühl her war es die bestmögliche Übung, die ich zeigen konnte.

epa05923627 Pablo Braegger of Switzerland (C) poses with his gold medal on the podium after winning the men's high bar final during the 2017 Artistic Gymnastics European Championships at the Polivalenta Sports Hall in Cluj-Napoca, Romania, 23 April 2017. Braegger won ahead of second placed Oliver Hegi of Switzerland (L) and third placed David Belyavskiy (R) of Russia.  EPA/ROBERT GHEMENT

Hegi (links) und Brägger zeigen stolz ihre Medaillen. Bild: ROBERT GHEMENT/EPA/KEYSTONE

Sie hatten einige Tage Zeit, sich auf diesen Final vorzubereiten. Was für Gedanken sind Ihnen in den letzten Tagen durch den Kopf gegangen?
Es ging mir vieles durch den Kopf. Einerseits, dass viel schiefgehen kann, andererseits aber auch, dass eine Medaille zum Greifen nahe ist. Ich versuchte, diese Gedanken auf die Seite zu schieben. Ich hatte eine gute Ausgangslage, da ich nach Platz 5 in der Qualifikation nicht unbedingt der Favorit war. Deswegen machte ich mir nicht zuviel Druck und sagte, alles was noch kommt, ist ein Bonus.

Sie hatten in der Vergangenheit gute Ausgangslagen am Reck auch schon verspielt und gelegentlich Pech bekundet. Wie sehr haben diese Enttäuschungen Sie beschäftigt?
Nicht allzu sehr. In einem Final muss sehr viel zusammenstimmen. Und das Quäntchen Glück braucht es auch immer. Mein erster Gedanke nach der Landung war aber schon: ‹Ja, endlich hat es geklappt.› Um Medaillen zu gewinnen, muss man kämpfen und dranbleiben. Alles braucht seine Zeit. Manchmal ist es als Favorit nicht einfach, mit dem Druck umzugehen. Diese Erfahrungen muss man zuerst einmal machen.

Seltenes Edelmetall

Der 24-jährige Ostschweizer Pablo Brägger geht als fünfter Schweizer Europameister im Kunstturnen nach Jack Günthard, Ernst Fivian, Daniel Giubellini und Donghua Li in die Geschichte ein. 2015 hatte er seine erste Einzel-Medaille mit Bronze am Boden geholt. Die vor Brägger einzige Gold-Medaille am Reck hatte Günthard geholt – vor 60 Jahren.

Erstmals standen Sie an internationalen Titelkämpfen auf dem obersten Podest. Was erlebten Sie den Moment, als die Nationalhymne gespielt wurde?
Ich probierte, mir diesen Moment so fest wie möglich einzuprägen, ihn zu geniessen und abzuspeichern. Davon werde ich auch in den nächsten Jahren zehren können.

epa05923535 Pablo Braegger of Switzerland performs on the high bar during 2017 Artistic Gymnastics European Championships, at  the Polivalenta Sports Hall in Cluj-Napoca, Romania, 23 April 2017.  EPA/ROBERT GHEMENT

Brägger erhielt für seine Übung 14,933 Punkte. Bild: ROBERT GHEMENT/EPA/KEYSTONE

Was auffällt, ist die Stärke der Schweizer Kunstturner am Reck. Taha Serhani verpasste den Final nur wegen der starken internen Konkurrenz. Gibt es einen Grund dafür?
Wir haben grundsätzlich ein sehr starkes Team zusammen. Wir machen an allen Geräten Fortschritte und verbessern uns ständig. Es läuft gut, wir sind auf dem richtigen Weg. Und solche Erfolge helfen natürlich dem ganzen Team. Sie tragen zur sonst schon sehr guten Stimmung bei und machen Lust, weiter Fortschritte zu erzielen und jeweils alles zu geben.

Aber ein spezielles Geheimnis im Training am Reck gibt es nicht?
Nein. Und sonst würde ich es nicht verraten (lacht).

Die Erfolge machen Appetit auf mehr … der nächste Grossanlass sind die Weltmeisterschaften im Herbst in Kanada.
Momentan will ich noch nicht so weit denken. Aber der Plan stimmt, so können wir weitermachen. Die Erfolge geben Motivation und stimmen positiv für die nächsten Grossanlässe. Wenn es so weitergeht und wir gesund bleiben, wird man auch in Zukunft noch ein paar Mal mit uns rechnen müssen.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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«Der Satz ‹Ich bringe dich um› fällt täglich fast in jedem Schweizer Schulhaus»

Eine 13-jährige Schülerin aus Spreitenbach beging Suizid – mutmasslich, weil sie in den sozialen Medien gemobbt wurde. «Eine neue Dimension in der Schweiz», sagt Social-Media- Experte Philippe Wampfler. Und er erklärt, welche Rolle die Schule übernehmen müsste.

Seit Jahren befasst sich Philippe Wampfler mit dem Spannungsfeld Schule und soziale Medien. Er hat zwei Bücher zum Thema verfasst, lehrt und forscht an der Universität Zürich, zuvor an der Kantonsschule Wettingen. Den Fall in Spreitenbach kennt er aus der Berichterstattung. Im Interview mit der AZ zeigt er sich bestürzt, nimmt aber die Jugend auch in Schutz: Erwachsene dürften nicht alles wörtlich nehmen und müssten offen sein fürs Gespräch.

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