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Sport
Interview

SFV-Sprecher Marco von Ah verteidigt im Interview den WM-Song von DJ Antoine

Interview

Alkohol, Party und Sex in DJ-Antoines Fan-Song: «Wir haben die Leitplanken breit gesetzt»

Der offizielle Song der Schweizer Nationalmannschaft im Hinblick auf die WM von DJ Antoine heisst «Ole Ole». Er hat nichts mit Fussball oder der Schweiz zu tun, dafür umso mehr mit Partys, Alkohol und Sex. Marco von Ah, Leiter Kommunikation beim Schweizerischen Fussballverband nimmt Stellung.
07.05.2018, 10:4008.05.2018, 00:01

Herr von Ah, am Freitag ist der neue, offizielle Fan-Song zur Schweizer Nati von DJ Antoine erschienen. Wie ist diese Zusammenarbeit zustande gekommen?
Marco von Ah: Er ist im Februar auf uns zugekommen und hat gesagt, er hätte da einen guten, passenden Song. Da wir sowieso etwas machen wollten, waren wir natürlich erfreut über die Möglichkeit, mit einem der international erfolgreichsten Schweizer Musiker zusammenarbeiten zu können.

Wie lief das genau ab?
Er hat uns den Song geschickt und wir haben gedacht, dass es passt. «Ole Ole» wird ja auch im Stadion bei Nati-Spielen gesungen.

Vladimir Petkovic, coach of the Swiss soccer team, centre, speaks to Marco von Ah, head of communication, left, during a press conference on Thursday, July 31 2014, in Lucerne, Switzerland. (KEYSTONE/ ...
Verbandssprecher Marco von Ah (links) mit Nationaltrainer Vladimir Petkovic.Bild: KEYSTONE

Wer hat schlussendlich entschieden, den Song von DJ Antoine abzusegnen?
Das war eine Arbeitsgruppe, hauptsächlich mit Leuten aus der Marketing-Abteilung. 

Kannten Sie den ganzen Text bevor Sie zugesagt haben?
Ja, natürlich. Ich weiss, worauf Sie anspielen. Ich sag mal so: Hätte jemand vom Schweizerischen Fussballverband (SFV) den Text geschrieben, hätte die eine oder andere Textstelle wohl noch etwas mehr Bezug zum Fussball.

Der Text hat einige heikle Stellen. Es geht um Partys, Alkohol und Sex.
Wir haben den Text über iTunes und Google auf Anstössigkeiten überprüfen lassen. Er hat keinen «Explicit-Stempel» bekommen, der Songs mit anstössigen Inhalten kennzeichnet. Es ist ein Song aus der heutigen Zeit, der Lebensfreude kommunizieren soll, und dazu gehört auch Fussball. Zudem ist DJ Antoine ein Profi. Er weiss, was zu tun und was zu lassen ist.

Also stehen Sie hinter Textstellen wie «Es macht mich verrückt, wie du dich bewegst, ich werde dich mit Freuden füllen»?
In einzelne, isolierte Textstellen kann man auch zu viel reininterpretieren. Man sollte das auch etwas im übertragenen Sinn sehen. Sex ist ein Teil unseres Lebens. Ich sehe da kein grundsätzliches Problem.

epa04436059 Swiss DJ Antoine poses during the introduction of the jury members for the new season of the talent show 'Deutschland sucht den Superstar' (German searches the Superstar) by German TV broa ...
Musikprofi DJ Antoine war 2014 in der Jury von Deutschland sucht den Superstar. Bild: EPA/DPA

«Ich betrinke mich auf der Erde und erwache auf dem Mond», ist das auch Teil unseres Lebens?
Das ist selbstverständlich kein Aufruf, Alkohol zu konsumieren. Das ist eher symbolisch gemeint, mit den Glücksgefühlen, die dann während der WM aufkommen können. «Trunken vor Glück» ist eine alte Redewendung, übrigens unlängst mal von den Prinzen intoniert im Lied «Besoffen vor Glück».

Haben Sie keine Angst vor einem Shitstorm?
Nein, wir verlassen uns da voll auf den Musikprofi. Der Markt wird dann entscheiden, wie der Song ankommt. Bisher haben wir noch kein negatives Feedback erhalten. Und der Song ist immerhin seit Freitag auf dem Markt.

War es kein Kriterium, den Song in einer Landessprache zu verfassen?
Nein, wir haben DJ Antoine alle Freiheiten gelassen – die Leitplanken also ziemlich breit gesetzt und er hat den Song nach seinen Vorstellungen und mit seinem Team produziert. Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis.

Hauptsache, wir sehen die Schweiz wieder jubeln:

Video: Angelina Graf

Die Rekordspieler der Schweizer Nati

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Die Rekordspieler der Schweizer Nati
quelle: epa/keystone / walter bieri
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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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blabarber
07.05.2018 11:03registriert Mai 2014
"Wir haben noch kein negatives Feedback bekommen".
Das nennt dann wohl die Filterblase.
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Robson-Rey
07.05.2018 11:00registriert Februar 2014
Selten so gelacht beim lesen eines Interviews! Es wird übrigens auch "Hu, hu, hu, Hu...sohn" im Stadion gesungen. So als Vorschlag für den nächsten WM oder EM Song ;-)
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Andreas Vetsch
07.05.2018 11:11registriert Mai 2015
"Er ist im Februar auf uns zugekommen und hat gesagt, er hätte da einen guten, passenden Song."

Das war eine dreiste Lüge.

"Er hat uns den Song geschickt und wir haben gedacht, dass es passt. «Ole Ole» wird ja auch im Stadion bei Nati-Spielen gesungen.

Da hat der SFV aber gut aufgepasst! Wow.

"Hätte jemand vom Schweizerischen Fussballverband (SFV) den Text geschrieben, hätte die eine oder andere Textstelle wohl noch etwas mehr Bezug zum Fussball."

Noch mehr als "Ole, Ole"? Geht das überhaupt?
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