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Damien Brunner will mit Lugano zu Höhenflügen ansetzen. Bild: KEYSTONE

«Niemand will gehasst werden»: Damien Brunner über Wut, NHL und Traumpartner

Damien Brunner polarisiert im Schweizer Eishockey wie kein Zweiter. Während die Nati in Südkorea die Olympischen Spiele bestritt, mühte sich der Lugano-Spieler im Training ab. Ein Gespräch über Verletzungspech, gescheiterte Träume und ein ramponiertes Image.

28.02.18, 16:52
Adrian Bürgler
Adrian Bürgler



An einem sonnigen Wintertag in Lugano trainieren auf dem öffentlichen Eisfeld vor der Resega einige Eiskunstläuferinnen. Zum Takt der Musik drehen sie ihre Runden und kombinieren Sprünge und Pirouetten zu kunstvollen Routinen.

Ganz anders sieht es im Stadion aus. Die Trainingseinheit des HC Lugano ist in vollem Gange. Rund 20 Zuschauer haben sich in die Arena verirrt. Sie sehen, wie Trainer Greg Ireland seine Jungs übers Eis hetzt. Er scheint nicht zufrieden zu sein mit der Leistung seiner Mannschaft. Immer zuvorderst dabei ist auch Damien Brunner. Der 31-Jährige treibt die Mitspieler an und freut sich diebisch, wenn Aktionen gelingen. 15 Minuten später sitzen wir uns im Stadionrestaurant gegenüber.

Damien Brunner im Stadionrestaurant der Resega. Bild: watson

Damien Brunner, Sie waren lange einer der wichtigsten Leistungsträger in der Nationalmannschaft. Wie war es, während den Olympischen Spielen zuhause sein zu müssen?
Damien Brunner:
Das Thema war für mich kurze Zeit nach dem Erscheinen des Aufgebots bereits abgehakt. Es war nicht mal mehr im Hinterkopf.

Verstanden Sie den Entscheid?
Ja. Ich war einmal mehr länger verletzt und wusste, dass es eng würde für mich. Es war absehbar, dass es nicht reichen würde.

Gab es kein böses Blut zwischen Ihnen und dem Trainerstaff, insbesondere Patrick Fischer?
Nein, überhaupt nicht.

Wenn Sie ein Aufgebot für die WM dieses Jahr erhalten, werden Sie gehen?
Ja, ich habe noch nie abgesagt und auch nicht vor, mit etwas Neuem zu beginnen. Es macht mich stolz, für die Schweiz zu spielen. Die Turniere machen Spass und verlängern die Saison.

Damien Brunner läuft regelmässig im Trikot der Schweizer Nati auf. Bild: KEYSTONE

Kommen wir zu Ihrer aktuellen Saison: Sie waren zu Beginn der Saison zum wiederholten Mal lange verletzt. Haben Sie einfach Pech oder woran liegt das?
In den letzten Jahren ging es meinem Körper nicht so gut. Dieses Jahr war es aber zum ersten Mal eine Verletzung, bei der ich keine Schuld trage. Es war ein Fehlverhalten eines Gegners in einem unnötigen Moment. In einem Testspiel eine Woche vor dem Saisonstart einen solchen Check anzusetzen, ist dumm. Eigentlich war ich voll bereit und habe eine super Vorbereitung gespielt.

Steckbrief Damien Brunner

Geburtsdatum: 9. März 1986
Geburtsort: Kloten
Position: Flügel
Karriere:
2006 - 2009: EHC Kloten
2009 - 2012: EV Zug
2012 - 2013: EV Zug (Lockout)
2013 - 2013: Detroit Red Wings
2013 - 2014: New Jersey Devils
2014 - heute: HC Lugano
Erfolge:
NLA-Topskorer (2011/12)
NLA-MVP (2011/12)

«Ich bin nach einer Verletzung meistens zu früh ins Spiel zurückgekehrt.»

Was meinen Sie damit, dass es Ihrem Körper nicht so gut ging? Haben Sie zu viel gespielt oder trainiert?
Nein, gar nicht. Aber ich bin nach einer Verletzung meistens zu früh ins Spiel zurückgekehrt und war nicht zu 100 Prozent fit. Dann war ich zwar eher wieder zurück auf meinem normalen Leistungsniveau, setzte mich aber auch dem Risiko aus, schnell mit einer dummen Verletzung wieder auszuscheiden. Verletzungen wie Zerrungen oder Schäden am Innenband, die nicht passieren wenn du voll gesund bist.

Und welche Lehren haben Sie daraus gezogen?
Ich musste lernen, meine Comebacks besser zu timen. Klar braucht man dabei auch Unterstützung von anderen Leuten, aber am Ende muss ich selbst hinstehen und sagen können: Ich bin gesund und kann wieder spielen.

Inwiefern wurden Sie von diesen Verletzungen zurückgeworfen?
Eine einzelne Verletzung wäre kein Problem. Du weisst, wie du vorher gespielt hast und kommst danach wieder zurück auf dasselbe Level. Aber wenn du immer wieder verletzt bist, weiss dein Körper irgendwann nicht mehr, wo das Leistungsmaximum ist. Und das macht es dann schwierig.

«Wenn ich nicht meine übliche Menge an Schüssen abgebe, kann ich keine Chancen kreieren.»

Jetzt spielen Sie wieder. Wie beurteilen Sie Ihre persönliche Saison bislang?
Die ersten zehn Spiele waren eigentlich gut. Wir haben hart gearbeitet und ich hatte grosse Unterstützung von meinem Fitnesstrainer. Ich hatte allerdings Mühe, weil ich eine Zeit lang nicht richtig ins Spiel gekommen bin. 

Damien Brunner kann endlich wieder für Lugano auflaufen. Bild: KEYSTONE

Dennoch haben Sie in den ersten Spielen regelmässig gepunktet.
Das stimmt. Aber damit ich als Offensivspieler produktiv bin, muss ich natürlich viele Torchancen kreieren – für mich selbst und meine Mitspieler. Zu Beginn hatte ich allerdings, wie es üblich ist nach einer Verletzung, nicht ganz so viel Eiszeit. Und wenn ich nicht meine übliche Menge an Schüssen abgeben kann, gelingt mir dieses Kreieren nicht. Das kannst du irgendwann mit Toren nicht mehr kompensieren. Deshalb hatte ich zwischenzeitlich etwas Mühe. Aber seit einigen Spielen kriege ich wieder mehr Auslauf. Eiszeit und Torchancen – die der Linie, aber auch meine persönlichen – steigen an.

Mit Spielern wie Grégory Hofmann, Luca Fazzini, Luca Cunti und Dario Bürgler haben Sie starke Konkurrenz aus dem eigenen Land erhalten. Macht das Ihre Situation im Team schwieriger?
Nein. Es braucht den Konkurrenzkampf in einer Mannschaft. Ich muss mich an einem eigenen Leistungsmaximum orientieren. Dass wir hier in Lugano gute Spieler haben, ist wichtig.

Lugano gilt als Wohlfühl-Oase für die Spieler. Wie lebt es sich hier?
Es ist schön hier. Mir gefällt, wie die Leute hier zum Hockey stehen und auch das Stadion hat seinen Charme. Aber ich bin froh, dass beispielsweise ein Dario Bürgler da ist, dass Philippe Furrer die letzten Jahre hier war. Durch sie habe ich Ansprechspersonen und gute Kollegen. Nicht, dass man mich falsch versteht: Wir haben eine tolle Mannschaft und eine super Chemie. Aber die Tessiner sind hier aufgewachsen. Wir anderen nicht.

«Das Olympiaturnier wird keinen grossen Einfluss auf die Meisterschaft haben.»

Verstehen Sie, dass man Lugano eine mangelnde Leistungskultur vorwirft?
Nein. Seit ich hier bin, wird alles mögliche für den Erfolg getan. Ich glaube, nach dem letzten Meistertitel Luganos verliessen einfach zu viele gute Schweizer Spieler den Verein. Man hatte zwar immer ziemlich tolle ausländische Spieler, aber die guten Schweizer fehlten. Jetzt ist es anders und entsprechend kam in den letzten Jahren eine Leistungssteigerung. Wir waren vor zwei Jahren im Final und haben letztes Jahr die ZSC Lions – einen grossen Brocken – rausgeworfen. Und die Serien gegen Bern war ausgeglichener, als das auf den ersten Blick den Anschein macht.

Wohlfühloase Resega? Nicht, wenn es nach Damien Brunner geht. Bild: watson

Ihr Team musste im Gegensatz zu Bern deutlich weniger Spieler für Olympia abgeben. Werdet ihr dieses Jahr deshalb Meister?
Ich glaube nicht, dass dies einen grossen Einfluss hat. Bern ist eine sehr eingespielte Mannschaft. Zudem sind es bei Olympia nur drei Gruppenspiele und maximal vier K.o.-Spiele. Ausserdem hat Bern dann noch drei Quali-Spiele, in denen es für sie um nichts mehr geht. Ich sehe da keinen Vor- oder Nachteil.

«Ich hatte noch nie eine negative, persönliche Begegnung mit gegnerischen Fans.»

Dann frage ich anders: Weshalb wird Lugano dieses Jahr Meister?
So weit will ich noch gar nicht schauen. Wir wollen zuerst die letzten drei Spiele der Qualifikation noch gut spielen. Dann kommt es darauf an, wie wir in die Playoffs starten und gegen wen wir spielen. Bei uns wird auch Goalie Elvis Merzlikins wieder ein wichtiger Faktor sein.

Sie sind ein Spieler der polarisiert, gelten in einigen Kreisen als arrogant oder werden von vielen Fangemeinden sogar gehasst. Stört Sie das?
Natürlich will niemand gehasst werden. Aber man muss das schon differenzieren. Ich hatte noch nie eine negative, persönliche Begegnung mit gegnerischen Fans. Ich glaube auch, wenn man mit mir spricht und mich ein wenig besser kennen lernt, werden viele Vorurteile schnell widerlegt. Und alles, was in Foren oder auf Social Media geschrieben wird, lese ich nicht. Hier in Lugano bin ich zudem etwas mehr «abgeschirmt», da die Deutschschweizer Medien den HCL mehr oder weniger ignorieren.

Entweder oder mit Damien Brunner

Migros oder Coop?
Coop.
Bier oder Wein?
Wein.
Steak oder Burger?
Beides.
Curling oder Skifahren?
Skifahren.
Kondition oder Eistraining?
Eistraining.
Rock oder Hip Hop?
Rock.
Pro Billag oder No Billag?
Pro Billag.

Was denken Sie, woher kommt dieses Image?
Das Medieninteresse war aufgrund meiner Leistungen natürlich riesig. Es ist auch kein Zufall, dass es in den letzten Jahren eher wieder ruhiger wurde. Zudem sage ich immer, was ich denke. Das kommt nicht überall gut an.

Das berühmteste Interview mit Damien Brunner. Video: streamable

Vielleicht hat es auch mit Situationen wie in diesem Video zu tun. Bereuen sie dieses Interview?
Nein, ich bereue das überhaupt nicht. Eine ehrlichere Antwort kann ich in dieser Situation nicht geben. Dass es ein Foul ist, sieht ja wohl jeder. Aber ich betone sogar, dass ich gar nicht in dieser Situation sein dürfte, weil ein Foul von meinem Mitspieler vorausgeht. In den Emotionen – das Interview folgte wenige Augenblicke nach der Aktion – ist es manchmal schwierig, ruhig zu bleiben. Das hängt dann auch von den Fragen des Journalisten ab. Aber Sport ist immer auch Unterhaltung und die Zuschauer wollen das sehen. 

«In die AHL zu gehen, war für mich keine Option.»

Es gibt einige Leute, die behaupten, mit etwas mehr Biss hätten Sie ihre NHL-Karriere verlängern können. Was sagen Sie diesen Leuten?
Ich habe damals nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Am Ende war es wohl eine Verkettung von Fehlern, die zum bekannten Ausgang führte.

Trauern Sie der Zeit in Nordamerika nach?
Nein. Ich habe mit 26 Jahren den Sprung in die NHL geschafft. In einem Alter, in dem du das normalerweise nicht mehr erreichst. Deshalb war drei Jahre später mit 29 Jahren der Gang in die AHL für mich keine Option. Diesen Prozess habe ich zur Genüge erlebt, als ich von den Junioren via 1. Liga und NLB in die Nati A gekommen bin und dort dann vierte Linie gespielt habe. Ausserdem konnte ich in anderen Teams in Europa zu viel bewirken, um in der AHL herumzudümpeln. 

Viele Fans in Nordamerika waren überrascht, als der Vertrag in New Jersey aufgelöst wurde. Die Mehrheit erwartete, dass sie von einem anderen Team übernommen werden. Bestand diese Option nie?
Doch, es gab Gespräche mit anderen Teams und sogar Vertrags-Angebote.

Damien Brunner im Trikot der New Jersey Devils. Bild: AP

Weshalb klappte es dann nicht?
Das Spiel auf dem Eis war nicht das Problem. Ich bin in Kloten aufgewachsen, in Zug spielte ich 30 Minuten von zuhause weg. Ich habe mich wohlgefühlt und hatte meine Kollegen immer um mich herum. In Nordamerika bist du allein. Die meisten Teamkollegen wohnen rund eine Autostunde von dir entfernt. Die Roadtrips haben mir jeweils am meisten Spass gemacht, wenn du tagelang mit den Jungs aus dem Team unterwegs warst.

«Wenn ich zurück denke an die Playoffs mit Detroit, dann kriege ich Gänsehaut.»

Also haben Sie sich einsam gefühlt?
Ich glaube nicht, dass es Einsamkeit war. Dafür geht in der NHL zu sehr immer alles Schlag auf Schlag. Aber irgendetwas hat dort schon gefehlt, das ich mir sonst gewohnt war. Die jungen Schweizer Spieler, die heute in der NHL Fuss fassen wollen, sind sich das gewohnt. Sie lernen diese Lebenssituation schon im Juniorenalter kennen. Das war bei mir anders.

Mittlerweile haben sich auch mehrere Schweizer Stürmer in der NHL durchgesetzt. Waren Sie in diese Beziehung auch ein wenig ein Vorreiter?
Nein, der Schweizer Vorreiter in der NHL war ganz klar Mark Streit. Als er damals in die NHL ging, habe ich jeden Morgen geschaut, ob und wie er gespielt hat. Ich habe mit ihm mitgefiebert und mitgelitten. Mark Streit hat für uns Schweizer die Tür zur NHL geöffnet. Mich kann man vielleicht eher mit Spielern wie Andres Ambühl, Simon Moser oder jetzt Vincent Praplan vergleichen, die in höherem Alter den Sprung nach Nordamerika wagten oder wagen wollen.

Was vermissen sie aus der NHL am meisten?
Das Gefühl, wenn man in ein Stadion mit 20’000 Leuten einläuft. Wenn ich zurück denke an die Playoffs mit Detroit, kriege ich heute noch Gänsehaut. Dass ich das erleben durfte, ist unglaublich schön.

Was vermissen Sie am wenigsten?
Die Reiserei, die Zeitverschiebung oder auch das weg sein von Zuhause. Zudem war ich es mir nicht gewohnt, derart viele Spiele zu bestreiten. 

Der Wechsel in die NHL schien für Sie damals ziemlich einfach zu klappen. Wie war das möglich?
Ich habe mir damals gar keine Gedanken gemacht. Ich war in einem Hoch, habe während des Lockouts die beste Saison meines Lebens gespielt. Ich sagte mir einfach: Alles was ich kann, funktioniert auch in der NHL. Das war genau das richtige Rezept. Es war nicht einfach, doch ich konnte unbekümmert aufspielen.

Brunners Penalty für Detroit. Video: YouTube/mcstapehockey

Eines der Highlights war dieser Penalty. Erinnern sie sich an die Situation?
Da in der NHL jeweils nur drei Schützen antreten, wusste ich, dass ich wohl eher nicht zum Zug kommen werde. Als unser dritter Schütze anlief, hoffte ich sogar, dass er verschiesst. Ich wollte unbedingt noch antreten, denn ich wusste, ich werde treffen. Damals machte ich ungefähr jeden zweiten Penalty rein und mein Selbstvertrauen war riesig. Ich schaute nicht mal mehr auf den Torhüter. Ich hatte meinen Move im Kopf und zog den durch.

«Patrick Fischer hat sich am meisten um mich bemüht.»

Das Penaltyschiessen liegt Ihnen.
Bei mir ist das jeweils eine Art «Flow». Den hatte ich damals in der NHL und den habe ich in den letzten Jahren auch hier wieder gefunden. Wenn ich aufs Eis gehe, dann sind meine Schultern locker. Das sieht dann jeweils etwas leger aus, aber anrennen und am Tor vorbei zu schiessen, bringt auch nichts.

Wieso sind sie nach der NHL eigentlich nicht zum EV Zug zurückgekehrt?
Zu diesem Zeitpunkt hat «Fischi» (Patrick Fischer) sich am meisten um mich bemüht. Und das ist als Spieler ein gutes Gefühl, wenn jemand dich um jeden Preis will und auf dich setzt.

Das Zuger Dream-Team: Josh Holden, Damien Brunner und Fabian Schnyder. Bild: KEYSTONE

Apropos EVZ: Josh Holden sagte im Interview mit watson, Sie seien der beste Schweizer Spieler gewesen, mit dem er je gespielt hat. Was bedeutet Ihnen das?
Wenn es von Josh kommt, bedeutet mir das alles. Ich verdanke ihm extrem viel. Er ist ein Spieler, der mich geprägt hat, zu dem ich auch heute noch regelmässig Kontakt habe. Auch auf dem Eis haben wir gut harmoniert.

Wer waren die besten Mitspieler, die Sie je hatten? Wählen Sie Ihre Traum-Sturmpartner!
In der Schweiz: Linker Flügel Linus Omark, Center Josh Holden. In der NHL: Pavel Datsyuk, Henrik Zetterberg. Aber wenn ich irgendwo einen Center wählen könnte, wäre das immer Josh Holden. Er hat dieses Flair, die Mitte des Eises zu kontrollieren. Das hat mir immer viel Raum gegeben. 

Und der unangenehmste und beste Gegner?
Severin Blindenbacher. Mit Abstand. Er kann hart spielen und wenn es nötig ist, auch böse sein. Weil er ein so guter Schlittschuhläufer ist, und sein Schwerpunkt auf dem Eis so tief ist, ist er im 1 gegen 1 kaum zu schlagen gewesen.

«Ich hoffe, Kloten steigt nicht ab.»

Angefangen hat ihre Karriere in Kloten. Wie ist Ihnen diese Zeit in Erinnerung geblieben?
Das war eine sehr schöne Zeit. Einerseits weil ich dort aufgewachsen bin und Roman Wäger mein grosses Idol war. Andererseits, weil Kloten auch der Grund ist, weshalb unsere Generation so technisch versiert ist. Wir haben das bei den Junioren gelernt und in der Mannschaft von Kimmo Rintanen jeden Tag gezeigt gekriegt. Kimmo war in dieser Zeit wohl der beste Spieler ausserhalb der NHL. Wir hatten dort eine wirklich coole Truppe beisammen.

Damien Brunner in seiner ersten NLA-Saison in Kloten. Bild: PHOTOPRESS

Was bedeutet Ihnen Kloten heute?
Wie gesagt, ich bin dort aufgewachsen. Da leidet man natürlich mit, wenn man dem aktuellen Zustand des Vereins sieht.

Wie beurteilen Sie die Situation als Aussenstehender?
Das ist natürlich schwierig, als Spieler eines gegnerischen Teams hier etwas zu beurteilen. Kloten ist der dienstälteste Klub in der National League und das sollte etwas bedeuten. Ich hoffe die Leute unterschätzen die Bedeutung des Vereins – für die Region, aber auch die Liga – nicht. Ich hoffe, dass Kloten nicht absteigt.

Sie sind mittlerweile 31 Jahre alt. Wie lange spielt Damien Brunner noch?
Kürzlich hat mir ein Journalist gesagt: «Für jede Verletzung die du hast, kannst du ein halbes Jahr anhängen» (lacht). Ich will das gar nicht in Jahre fassen. Lieber würde ich in den nächsten Jahren nochmals mein absolutes Leistungsmaximum erreichen und wieder mal eine oder mehrere Saisons gesund bleiben und durchspielen.

Fehlt in Ihrer Karriere noch etwas, damit sie nach Ihrem Rücktritt zu 100 Prozent damit zufrieden sind?
Am glücklichsten bin ich, wenn wir gewinnen, wenn ich gut spiele und Spass am Training habe. Es geht darum, dass ich meiner Mannschaft helfen kann. Am besten mit einem Lachen im Gesicht. Wenn ich mich zu fest auf irgendetwas versteife, dann kommt es nicht gut. Das habe ich in den letzten Jahre gelernt.

Brunner beim Verkaufsstart der «DB Kollektion». Bild: damien-brunner.com

Sie haben Mal eine Kleiderlinie angefangen. Ist das etwas, was Sie sich nach der Karriere wieder vorstellen können?
Ich weiss es nicht. Zuletzt hat mich das Gastro-Business noch interessiert. Aber ich habe durch meinen Vater und die anderen Trainer in meiner Laufbahn gemerkt, wie wichtig gute Trainer sind. Und mit Kindern zu arbeiten, das könnte ich mir gut vorstellen.

Also sehen Sie sich als Nachwuchstrainer?
Ich glaube, wir haben in der Schweiz in der Ausbildung noch sehr viel Potential bezüglich der Qualität der Trainings und der Trainer. Als Jugendtrainer hast du auch die Verantwortung, den Jungen etwas beizubringen und nicht einfach das Training nur abzuspulen. Auch hier: Ich will mich nicht festlegen. Aber es macht mir Spass, wenn wir hier in Lugano mal mit den Jungen aufs Eis gehen, wenn ich mit ihnen spreche.

Video: Angelina Graf

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Avalanche89 28.02.2018 22:36
    Highlight In der Tat bietet Lugano sehr viel Stoff für Polemik. Die Deutschschweizer Medien lassen Lugano doch mehrheitlich in Ruhe bzw. berichten nicht wahnsinnig viel darüber.
    11 0 Melden
  • no-way 28.02.2018 22:34
    Highlight Sicher ist es, dass er für unsere Nati immer zur Verfügung ist, wEMB man hin will. Da können andere Spieler noch lernen ...
    25 1 Melden
  • Beat Galli 28.02.2018 20:23
    Highlight Wie andere schon bemerkt haben: Sehr gut geführtes Interview.
    SRG hätte irgendetwas von Mental oder Gefühl oder was hätten sie anders gemacht vor der Verletzung gelabert...

    19 9 Melden
  • Couleur 28.02.2018 18:41
    Highlight Auch wenn er wohl durch Fehler und Rückschläge an Selbstreflexion gewonnen hat: Der Vertrag, den Lugano mit ihm abgeschossen hat, ist im Bezug auf Preis-/Leistung der schlechteste der NLA Historie. Verletzungen hin oder her.
    18 39 Melden
    • Sloping 28.02.2018 19:52
      Highlight Wer kostete denn gegen 1 mio/jahr und bringt nicht mal 1PPS über die Jahre?
      16 10 Melden
    • no-way 28.02.2018 20:51
      Highlight Seit seinen Rückkehr hat Brunner das beste PPS aller schweizer Stürmer. Daher hat s verdient, der bestbezahlten Stürmer zu sein.
      22 8 Melden
    • Sloping 28.02.2018 21:19
      Highlight Seit seiner Rückkehr hat Lugano praktisch nur noch verloren. Er hat 22 Spiele und 12 Punkte bei -7. Das ist für den Lohn erbärmlich. Er ist teurer als jeder Ausländer. Kein Leader. Völlig überbezahlt.
      9 27 Melden
    • Hayek1902 28.02.2018 23:25
      Highlight Ist Brunners Vertrag zu hoch? wahrscheinlich. aber er ist absolut fern von dem schlechtesten deal aller zeiten. man sehe nur seine Playoff Punkte pro Spiel vor 2 jahren. mir fallen da einen haufen spieler ein, die deutlich weniger gebracht haben und sicher auch nicht günstig waren.
      16 1 Melden
  • Goldjunge Krater, Team Selbstbestimmungsinitiative 28.02.2018 18:38
    Highlight Endlich wieder gute Hockeybeiträge! 👍

    Brunners grösster Fehler war wohl von Detroit (wo er mit Zetterberg einen Götti hatte) zu den damals ultradefensiven Devils zu wechseln, wo er mit seiner Spielweise einfach nicht hinpasste.

    Ansonsten mag ich Brunner gerne zuschauen, einfach chli einen komischen Club hat er sich da in der Schweiz ausgesucht...
    49 16 Melden
  • zellweger_fussballgott 28.02.2018 18:18
    Highlight Ich mag ihn eigentlich nicht besonders. Aber ich wünsche ihm seit längerem einfach nochmals eine geile Saison zum es den Kritikern zu zeigen...
    42 3 Melden
  • AlpenMaradona 28.02.2018 18:02
    Highlight Das Video-Interview aus dem Final gg. Bern ist einfach der Hammer. "Das isch Penalty!" und der Berner im Hintergrund furztrocken "Nä-ä" LOL! Ich kann nicht mehr...
    33 7 Melden
    • Roelli 28.02.2018 18:34
      Highlight Das war nicht der berner im hintergrund sondern der schiedsrichter. Wenn ich mich recht erinnern kann.
      46 2 Melden
    • AlpenMaradona 28.02.2018 19:48
      Highlight Stefan Eichmann welcher im Final arbitriert hat, ist Berner...
      18 2 Melden
    • Adrian Buergler 28.02.2018 22:03
      Highlight Laut Brunner war es Danny Kurmann, der sich dort eingeschaltet hat.
      18 0 Melden
    • Herren 01.03.2018 00:58
      Highlight Das war der Schiri ...
      8 0 Melden
  • HCL | LAK 28.02.2018 17:37
    Highlight Gutes Interview Danke! Mir persönlich fehlt in einigen Aussagen der absolute Ehrgeiz und Siegeswille mal etwas richtig Wichtiges gewinnen zu wollen. Für einen Hockeyaner, der in seiner Karriere noch nie einen Titel gewonnen hat, strahlt er mir einfach zu viel sportliche (und vermutlich auch finanzielle) Zufriedenheit aus. Daher auch die bescheidenen Leistungen nachdem er seinen NHL Traum erfüllen konnte.
    20 45 Melden
  • Yotanke 28.02.2018 17:32
    Highlight Naja. Wenn er nicht gehasst werden will, dann sollte er sich halt anders verhalten? Interviews gibt er unterdessen ganz passable. Aber er ist arrogant. War es schon in Kloten. Wo sein Vater angeblich auch eine entsprechende Rolle gespielt haben soll. Der Apfel fällt nicht weit vom Baum?
    12 88 Melden
    • mukeleven 28.02.2018 19:36
      Highlight gossip! 🙈
      23 1 Melden
    • ujay 01.03.2018 03:37
      Highlight @Yo. Blabla.....
      11 0 Melden
  • redeye70 28.02.2018 17:28
    Highlight Wie kann man bei Damien auf die Idee kommen er sei arrogant? Ich habe hier ein Interview mit einem dankbaren, bescheidenen Mann gelesen, der weiss wem er seinen Erfolg mitverdanken darf. Ein geerdeter Mann, wie ich mir eben Hockeyspieler vorstelle.
    131 11 Melden
  • Bruno Wüthrich 28.02.2018 17:22
    Highlight Gute Fragen, gute Antworten, gutes Interview.

    Jeder hat mehrere Seiten. Auch ein Provokateur auf dem Eis ist nicht überall nur Provokateur. Dieses Interview bringt uns den Menschen Damian Brunner etwas näher.

    Bisher wusste ich über ihn eigentlich nur, dass er jede Menge Talent hat und dass es an guten Tagen Spass macht, ihm zuzuschauen.
    166 3 Melden
    • Beobachter 28.02.2018 17:28
      Highlight Ja, tolles Interview, das einen Damien Brunner wieder in einem etwas anderen Licht sehen lässt.
      43 0 Melden
  • Gretzky 28.02.2018 17:19
    Highlight Ein sehr efrischendes Interview von Brunner, den auch ich immer gerne kritisiere. Aber schlussendlich ist es nur Eishockey und es sind seine Entscheidungen und sein Leben. Und wie man sieht, kann er zu seinen Fehlern stehen. Respekt.
    244 2 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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