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Murat Yakin, nouvel entraineur du FC Sion, lors de son premier entrainement de l'equipe ce mardi 18 septembre 2018 a Fully. Le FC Sion annonce la nomination de l’entraineur Murat Yakin (44 ans) a la tete de sa premiere equipe. Le technicien suisse s’est engage pour une annee en Valais. (KEYSTONE/Olivier Maire)

Murat Yakin in der malerischen Sittener Bergwelt. Bild: KEYSTONE

Interview

Murat Yakin über das Engagement bei Sion: «Angst habe ich sicher nicht»

Murat Yakin ist im Kosmos FC Sion angekommen. Er sagt: «Constantin hat als Geldgeber und Präsident das Recht, Resultate einzufordern. Aber hier gibt es kein Phantom, das im Hintergrund aktiv ist.»

sven schoch / sda



Skeptische Betrachter warfen die Frage auf, weshalb sich Murat Yakin (44) auf den heissesten Trainerstuhl der Schweiz gesetzt hat. Der zweifache Meistercoach versteht diese Haltung nicht und spricht im Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA stattdessen über freundschaftliche und respektvolle Begegnungen im Wallis.

Wie ist Ihr Eindruck der ersten Tage im Wallis?
Murat Yakin:
Das Zusammenspiel mit dem Präsidenten und seinem Sohn funktioniert. Die Entscheidungswege sind extrem kurz, das ist gut. Der Stab arbeitet enthusiastisch, die Leute leben für den Klub, für den Fussball, die Infrastruktur ist hervorragend. Ich bin beeindruckt davon, was CC hier alles zur Verfügung stellt. Ganz nach italienischem Stil! Alles unter einem Dach, in einem familiären Rahmen – das gefällt mir.

Le president du FC Sion Christian Constantin, droite, et son fils et team manager Barthelemy Constantin, gauche, observent depuis le bord du terrain lors de la rencontre de football du 2eme tour 1/16 de finale de la Coupe Suisse entre FC Lausanne-Sport et FC Sion ce dimanche 16 septembre 2018 au stade olympique de la Pontaise a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Präsident Christian Constantin mit Sohn und Sportchef Barthelemy.  Bild: KEYSTONE

Der Patron gilt als ungeduldiger Mensch.
Mir ist auch klar, dass am Ende einzig und allein die Resultate entscheidend sind. Alles andere zählt nicht. Da unterscheidet sich der FC Sion nicht von anderen Profiklubs. Constantin hat als Geldgeber und Präsident das Recht, Resultate einzufordern. Aber hier gibt es kein Phantom, das im Hintergrund aktiv ist.

Es gab Kommentatoren, die sofort die Frage aufwarfen: «Warum tut sich Yakin das an?» Was entgegnen Sie?
Wenn ich mir immer alle Ratschläge anhören würde, könnte ich vermutlich aufhören. Ich habe es im Leben immer so gehalten, selber zu entscheiden. Ich weiss genau, was ich zu tun habe. Damit bin ich am besten gefahren. Ich stelle mir nie die Frage, ob ich am falschen Ort sein könnte.

«Ich habe die Begegnungen mit Constantin als überaus respektvoll und herzlich in Erinnerung.»

Murat Yakin

Warum Sion?
In der Schweiz gibt es zehn Super-League-Klubs und zehn Challenge-League-Vereine; Sion gehört zu den attraktivsten Vereinen. Für mich ist es eine Chance, wieder aktiv dabei zu sein, Sions Talente weiterzubringen, mit einer guten Mannschaft etwas bewirken zu können.

Welches Bild haben Sie von Christian Constantin? Viele nehmen ihn als höchst umstrittene Persönlichkeit wahr.
Wir sind uns auf verschiedenen Ebenen immer wieder begegnet. Einmal war ich noch Spieler, dann als Trainer. Ich habe diese Begegnungen als überaus respektvoll und herzlich in Erinnerung. Mit Barth (Constantins Sohn) tauschte ich mich immer wieder mal aus.

Betrachten Sie den neuen Job primär als grosse Challenge?
Angst habe ich sicher nicht, sonst hätte ich diesen Vertrag nicht unterschrieben. Ich weiss, was verlangt wird. Und eben: Ich habe CC als professionellen Schaffer und Macher kennen gelernt.

Haben Sie nach der Freistellung bei GC ein rasches Comeback angestrebt?
Distanz benötigte ich nicht. Die Lust und Freude, wieder auf dem Platz zu stehen, war sehr gross. Eine Pause tut zwischendurch gut, aufgrund meiner familiären Situation mit den kleinen Kindern bin ich natürlich auch mal gerne zu Hause. Aber wenn ein spannender Anruf kommt, bin ich sofort bereit. Eine Aufwärmphase brauche ich nicht.

Der neue GC-Trainer Murat Yakin fotografiert beim Training auf dem GC Campus in Niederhasli am Montag, 28. August 2017. (KEYSTONE/Siggi Bucher)

Bei den Grasshoppers war Murat Yakins Engagement schneller als gewünscht vorbei. Bild: KEYSTONE

Empfanden Sie das frühzeitige Ende in Niederhasli als persönliche Niederlage? Haben Sie sich über die Kritik an Ihre Adresse geärgert?
Es begann ja gut und mit einem ziemlichen Medienhype um meine Person, den ich ganz bestimmt nicht gesucht habe. Mir wurden einige Schilder umgehängt, ich war plötzlich der Mann mit dem Zauberstab, Winnetou – die Journalisten waren erfinderisch. Und im Umfeld gab es rasch einmal unangenehme Entwicklungen. Am Ende stand ich ziemlich alleine da, der Support blieb aus. Aber wir haben alle unseren Teil zu diesem Missverständnis beigetragen, da klammere ich mich nicht aus.

«Den Präsidenten muss man nirgends vorstellen.»

Murat Yakin.

Fiel der Empfang beim FC Sion moderater aus?
Hier spricht man mich nicht mit dem Vornamen an, hier sagt jeder Coach oder Mister. Vieles ergibt sich hier einfach. Den Präsidenten muss man nirgends vorstellen, die Hierarchie ist bekannt.

Sion hat viel Tradition zu bieten und gehört im Cup zu den erfolgreichsten Equipen der Schweiz. Aber in der Liga kommt der momentan letztplatzierte Verein zu selten auf Touren.
Wir haben ein grosses Kader und einige wichtige Spieler, die derzeit verletzt fehlen, wie beispielsweise Keeper Mitrjuschkin. Cunha ging zu Leipzig, andere Leistungsträger wurden ebenfalls verkauft. Einige der Neuen waren in grossen Ligen beschäftigt und erhalten hier eine zweite Chance.» (abu/sda)

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