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epa07510947 Juventus Cristiano Ronaldo reacts during the UEFA Champions League quarter final, second leg, soccer match between Juventus FC and Ajax Amsterdam in Turin, Italy, 16 April 2019.  EPA/ALESSANDRO DI MARCO

Cristiano Ronaldo trauert einer vergebenen Chance nach. Bild: EPA/ANSA

200 Millionen Euro für einen Rückschritt – hat sich Juve mit Ronaldo verrechnet?

Im Sommer 2018 holte Juventus Turin neue Spieler für über 200 Millionen Euro. Damit der erste Champions-League-Titel seit 1996 Tatsache würde. Die Rechnung ging nicht auf.



Wer die Moralkeule schwingen wollte, konnte mit dem Finger auf Cristiano Ronaldo zeigen. Mit seinem späten Frustfoul am Ajax-Gegenspieler habe er sich als schlechter Verlierer präsentiert, so die Meinung. Auch Abwehrchef Leonardo Bonucci stieg in der Nachspielzeit unnötig hart und mit hohem Bein in einen Zweikampf. Später in der Mixed Zone hatte Ronaldo keine Zeit und vor allem keine Lust, mit den Journalisten zu reden.

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Das späte Frustfoul von Ronaldo. Video: streamable

Doch insgesamt waren sie bei Juventus an diesem Abend gute Verlierer. Das Publikum applaudierte am Schluss dem eigenen Team ebenso wie dem Gegner. Auch die Klubführung suchte in der Stunde der bittersten Niederlage seit dem Zwangsabstieg von 2006 keine Ausreden und machte keine Anschuldigungen. «Wir anerkennen die grossartige Leistung von Ajax. Sie waren besser als wir. Der Klub hat es geschafft, eine tolle Generation von Spielern zu einer spektakulären Mannschaft zu formen», sagte Juventus Turins Präsident Andrea Agnelli.

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Die Highlights der Partie Juve vs. Ajax. Video: YouTube/SRF Sport

Selbst auf der Redaktion der Turiner Tageszeitung «Tuttosport», die Juventus sehr nahe steht, und wo sie nach Niederlagen auch schon die Tastatur mit einer Hellebarde verwechselten, zollten sie dem Gegner Respekt: «Grande Ajax», titelte die Zeitung und schrieb weiter unten: «So ist es absolut richtig.»

Alle sind sich einig: Juventus ist zwar als einer der Top-Favoriten in die Champions League gestartet, doch gegen dieses Ajax auszuscheiden ist keine Blamage. Das stimmt aufgrund dessen, was die Niederländer in dieser Saison zeigten. Sie boten in der Vorrunde Bayern München die Stirn und schlugen in den Achtelfinals den Titelverteidiger Real Madrid auswärts 4:1.

Und doch müssen sie in Turin über die Bücher gehen. Zwar wird am Samstag im Heimspiel gegen die Fiorentina der 35. Titelgewinn (der achte in Folge) mit grösster Wahrscheinlichkeit frühzeitig Tatsache, aber die Saison 2018/19 ist sportlich ein Rückschritt. Der Rekordmeister holt dieses Mal nur einen Titel, nachdem er im Cup bereits in den Viertelfinals ausgeschieden ist. Und in der Champions League scheiterte man eben auch schon in den Viertelfinals – so wie letztes Jahr.

Allegris Rechnung: 1+1=0

Zu dieser Ausbeute stehen die Ausgaben auf dem Transfermarkt in einem krassen Missverhältnis. Über 200 Millionen Euro gab Juventus im letzten Sommer für neue Spieler aus, allein 117 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo. Aber nicht nur: Leonardo Bonucci etwa wurde für 38 Millionen Euro von Milan zurückgeholt. João Cancelo für 40 Milionen von Valencia übernommen. Sie sollten mit dem teuren bisherigen Stamm um Giorgio Chiellini, Miralem Pjanic, Blaise Matuidi oder Mario Mandzukic nach 23 Jahren endlich mal wieder die Champions-League-Trophäe holen.

epa07511630 Dejected players of Juventus at the end of the UEFA Champions League quarter final, second leg, soccer match between Juventus FC and Ajax Amsterdam in Turin, Italy, 16 April 2019.  EPA/ALESSANDRO DI MARCO

Auch mit Scudetto – die Saison 2018/19 ist für Juve eine Enttäuschung. Bild: EPA/ANSA

«Wir haben diesem Ziel alles untergeordnet. Aber wenn man neue Spieler holt, ergibt 1+1 nicht immer zwei, manchmal gibt es 3 oder 4, manchmal auch 0», erklärte Trainer Massimiliano Allegri nach dem Ausscheiden gegen Ajax. Er wollte damit wohl weniger andeuten, dass seine Spieler nicht zusammenpassten, als darlegen, dass Titel nicht zu kaufen sind. Schon gar nicht in der Champions League, wo vor allem entscheidend ist, dass man im April und Mai ohne Absenzen und mit Leistungsträgern in Topform antreten kann.

Bei Juventus passte es diesbezüglich nicht. Captain Giorgio Chiellini beispielsweise war gegen Ajax ebenso verletzt wie Douglas Costa und Mario Mandzukic. Andere wie Emre Can oder Sami Khedira sind angeschlagen, und wieder andere wie Paulo Dybala oder Bonucci sind nicht in Form. Unter dem Strich reichte es so trotz fünf Toren von Cristiano Ronaldo in vier K.o.-Spielen nicht einmal für die Halbfinals.

«Es gibt viel zu tun»

Zu verantworten hat dies wie immer der Trainer. Allegri gilt als hervorragender Taktiker, aber ist er auch ein guter Stratege? Es fällt auf, dass sein Team immer dann gut ausgesehen hat, wenn es in die Enge getrieben war, mit dem Rücken zur Wand stand. Etwa im Rückspiel gegen Atlético Madrid nach dem 0:2 im Hinspiel. Oder vor einem Jahr gegen Real Madrid, als Juventus auswärts zunächst ein 0:3 aufholte und dann nur aufgrund eines zweifelhaften Penaltys ausschied.

Juventus head coach Massimiliano Allegri arrives prior to the Italian Serie A soccer match between Juventus and AC Milan at the Allianz Stadium in Turin, Italy, Saturday, April 6, 2019.  (Alessandro Di Marco/ANSA via AP)

Trainer Max Allegri würde gerne bei Juve bleiben – darf er auch? Bild: AP/ANSA

Doch wenn es darum ging, aus dem Gleichgewicht heraus proaktiv die Entscheidung zu suchen, versagte Juventus. Gegen Atlético und Ajax strebte Juventus auswärts minimalistisch bloss ein Unentschieden an und spielte auf Schadensbegrenzung. Im Heimspiel gegen Ajax wusste Juventus mit der guten Ausgangslage aus dem Hinspiel ebenfalls nichts anzufangen. Gleichwohl dürfte Allegri auch über den Sommer hinaus bei Juventus bleiben. «Ich werde hier weitermachen», sagte er selber. Und Agnelli meinte: «Der Trainer ist unantastbar. Er bliebt!»

Gefordert sind Vereinsführung und Trainer im Hinblick auf die nächste Saison darin, einen sanften Umbruch einzuleiten. Spieler wie Ronaldo, Chiellini, Matuidi, Mandzukic und Khedira sind über 30 Jahre alt. Jüngere wie Daniele Rugani, Federico Bernardeschi, Dybala oder Rodrigo Bentancur haben in den letzten Wochen offenbart, dass sie auf hohem Niveau noch nicht die nötige Konstanz haben. Deshalb sagte Allegri auch noch dies: «Es gibt viel zu tun.» (pre/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sir Konterbier 17.04.2019 23:51
    Highlight Highlight Ich muss sagen, die Champions League hat in meiner Gunst ein bisschen gelitten die letzten Jahre. Insbesondere deshalb, weil die Top 4 Ligen und PSG (evtl. noch ein Team aus Portugal) stets unter sich waren und es an Arroganz und Geld nicht mangelte.

    Aber eigentlich ist dieser Wettbewerb sehr gut. Ich habe einfach das Gefühl, dass wenn es darauf an kommt, die zusammengekauften Teams versagen und ihnen das gewisse Etwas fehlt. Mit Geld gewinnt man Meisterschaften aber nicht die CL. Und Ja, Real ist für mich auch ein Club mit grosser Identität, auch wenn diese teilweise aus Dekadenz besteht.

  • Signor_Rossi 17.04.2019 23:26
    Highlight Highlight Der einzige Rückschritt für Juve, ist meiner Meinung nach Allegri.
  • markusg 17.04.2019 23:11
    Highlight Highlight Juve beweist immer wieder, dass man Titel kaufen kann. Siehe Serie A.
    • losloco 18.04.2019 08:12
      Highlight Highlight Und welcher Titel wurde in der Serie A in den letzten Jahren gekauft?
  • Fab_@ 17.04.2019 22:17
    Highlight Highlight Mit geld kann man sich zum glück eben doch nicht alles kaufen auf dieser welt 🙌
  • Sandro La Rosa 17.04.2019 21:59
    Highlight Highlight Verfolge seit knapp 20 Jahren meinen Verein, Juventus und konnte bis heute keinen Rückschritt erleben bzw feststellen.
    Finden den Artikel einwenig überspitzt formuliert. Ajax war zwei mal die bessere Mannschaft und ist verdient weitergekommen und Punkt.
    Die Jungen verpasst zu fördern, ja kann sein, waren aber auch schon früher nicht dafür bekannt.
    Des weiteren investieren beide Manchester, PSG, Liverpool etc deutlich mehr in Spieler und gewinnen International auch nicht alle Jahre Pokale...
  • GenerationY 17.04.2019 18:13
    Highlight Highlight Ronaldo ist eben nicht Messi. Während Messi (seit Jahren) Topwerte in Sachen Tore, Assists, kreierten Chancen, erfolgreichen Dribblings abliefert, bleibt Ronaldo von seinen Zulieferen abhängig. Läuft da mal nichts wie zuletzt bei Real oder grösstenteils bei Juve, bleibt der Gockel blass.

    Messi hingegen muss seit dem Abgang von Xavi und Iniesta auch noch die Spielmacherposition übernehmen.
    • bokl 17.04.2019 19:26
      Highlight Highlight Ich bin ja wahrlich kein Rolando-Fan. Aber der Vergleich ist ein Witz.

      Barcelona: Die ganze Mannschaft weiss, dass sie ohne Xavi und Iniesta mehr arbeiten muss. Das hilft Messi.

      Turin: Alle freuen sich über die Ankunft des Messias, machen sich es Liegestuhl gemütlich und warten auf Titel ...

      Ronaldo muss sich lediglich vorwerfen lassen, dass er den Hype genossen und mitbefeurt hat.
  • mrgoku 17.04.2019 16:20
    Highlight Highlight Jooo nun soll Ronaldo schuld sein... Es wäre schon gegen Atletico Endstation ohne seine Tore...

    Er kann ja auch nicht den Ball selber erobern, mit sich alleine nach vorne spielen und sich den Ball noch selber zuspielen um dann selber das Tor zu schiessen... Es reicht nicht wenn nur CR7 und Emre Can konstante Leistung erbringen...Dybala ist nicht zu gebrauchen, Pjanic ist zu langsam und gestern hat man definitiv gemerkt dass Chiellini fehlt...die Defence war ja total grottig.... und de Sciglio… der hätte nicht einmal bei Chievo in der Starelf ein Platz...
    • Willy Tanner 17.04.2019 16:34
      Highlight Highlight Genau, das kann er nicht. Messi kann das! ;-)
    • DerMeiner 17.04.2019 17:05
      Highlight Highlight Man hats letztes Jahr gegen die Roma gesehen Willy, oder in der Nati.
    • Staedy 17.04.2019 17:40
      Highlight Highlight Wenn der Ausfall eines 34 jähriger IV als Grund für das Ausscheiden herhalten muss, dann gute Nacht alte Dame! Einfach mal festhalte, dass der Gegner technisch, taktisch und vom läuferischen eine, wenn nicht zwei Klassen besser war. Das Spiel hatte System und eine Mannschaft spielte. Grossartig.
  • spaccatutto 17.04.2019 15:33
    Highlight Highlight So komisch es kling, aber Juve hat seit Ronaldos Ankommen aufgehört, primär Fussball zu spielen. Viel zu oft geht es nur um diese eine Person und nicht um das Team, das gemeinsam gewinnen will.

    Seit dieser Saison einen langjährigen Juve-Sympathisanten verloren...und wird ihn nicht wiederfinden, solange Marketing und Prestige gleich wichtig oder wichtiger sind als fussballerische Erfolge.
  • Joe Frangelico 17.04.2019 15:32
    Highlight Highlight Ein Star allein genügt nicht.Es ist die Mannschaft.Siehe Ajax.
  • bored 17.04.2019 15:19
    Highlight Highlight Bezugnehmend auf die Schlagzeile, 200 Mio für Ronaldo, hat sich Juve verrechnet? Das hört sich für mich zu sehr danach an als ob alles an Cristiano hängen würde. Man kann ihn nicht mögen, oder ihn bewundern, aber Cristiano hat in der K.O. Phase alle Juve Tore selbst erzielt, mehr abliefern kann man kaum? Auch ein Ronaldo braucht ein Team um sich, und selbst bei Manchester City oder Liverpool (ich gehe davon aus, dass sich diese heute durchsetzen werden) würde ich nicht automatisch davon ausgehen dass diese gegen dieses Ajax einfach so durchspazieren.
  • Donald 17.04.2019 14:54
    Highlight Highlight Rückschritt - Ich habe den Artikel gelesen und wurde nicht fündig, wann der Rücktritt stattfindet.
  • Switch_on 17.04.2019 14:44
    Highlight Highlight In erster Linie ist doch Ronaldo vor allem ein Prestige und Marketing "Objekt" für Juve. Dank ihm kommt so viel mehr an Aufmerksamkeit und Geld. Da sind Titel denk ich zweitrangig. Das Geld zählt
    • Dominik Treier (1) 17.04.2019 15:23
      Highlight Highlight Das stimmt... Ich glaube was er gekostet hat, hatte man nach ein paar Wochen an Trikotverkäufen wieder drinn... Das man sich sportlich mit einem 34-Jährigen keine Zukunft kauft, und sei er nich so fit für sein Alter, muss auch Juve klar gewesen sein... Es ging vor allem ums Prestige und den Ruf des Klubs für Sponsoren und Fanartikel und wenn man dann noch 1-2 brauchbare Jährchen aus Ronaldo rausholt wäre das eher ein Bonus...
  • Temeraire 17.04.2019 14:23
    Highlight Highlight Generell finde ich dass solche Summen für Sportler sowieso komplett lächerlich und überrissen sind.

    Das Ausscheiden jetzt aber Ronaldo anzuhängen ist auch komplett übertrieben.
    Ich finde eher, dass man es bei Juve ähnlich wie bei Real verpasst hat die jungen Spieler rechtzeitig zu fördern - und das ist die Quittung dafür: ein müder, lustloser und arroganter Auftritt. Und ein paar junge Spieler die noch nicht bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, weil sie normalerweise und Teileinsätze bekommen.
    • sottosopra 17.04.2019 14:43
      Highlight Highlight Es ist einfach jetzt auf einer Ajax-Jugendeuphorie-Welle zu surfen und das Problem ausschliesslich bei der Jugend zu suchen. Die Mischung aus Jung und Alt macht es aus. Juve kam in den verganenen 5 Jahren mit einem im durchschnitt ähnlich alten Team zweimal ins CL-Finale. Aktuell sehe ich die Probleme eher in der Tatsache, dass der Coaching Staff es nicht geschafft hat, aus den (durchaus starken) Einzelspielern, eine Einheit zu formen (wie dies in anderen Jahren der Fall war). Eine Spielidee war auch nicht zu erkennen (erschwert durch die vielen Verletzungen und ständige Rotation).
    • Temeraire 17.04.2019 14:53
      Highlight Highlight @sottosopra: ich gebe dir recht, dass das Kader von Juve nicht das Problem ist. Mir ging es darum, dass die vielversprechenden jungen Spieler nicht genug eingesetzt und gefördert werden. Wenn es darauf ankommt, werden seit einugen Jahren vor allem die Routiniers eingesetzt. Und jetzt, wo man einen Dybala usw bräuchte, sind sie dem Druck und der Erwartungshaltung noch nicht gewachsen.
    • sottosopra 17.04.2019 15:04
      Highlight Highlight Ja du hast schon recht, der Punkt den du aufzählst ist ein (wichtiger) Faktor von mehreren, die zum Scheitern von Juve geführt haben: Dybala wurde von Allegri regelrecht "zerstört" (mal spielt er als defensiver MF, mal als Spielmacher, mal als Flügel). Ähnlich ergeht es Alex Sandro, Rugani und bald auch Cancelo sowie Spinazzola.
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