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Apr 2, 2016; Los Angeles, CA, USA; Los Angeles Kings center Tyler Toffoli (73) celebrates after an assist on a goal by Los Angeles Kings center Jeff Carter (77) past Dallas Stars goalie Kari Lehtonen (32) in the second period of the game at Staples Center. Mandatory Credit: Jayne Kamin-Oncea-USA TODAY Sports

Dürfen wir vorstellen: Tyler Toffoli, LA-Kings-Spieler und letztjähriger Sieger des Emery Edge Award (+35). Bild: keystone

Kommentar

Sie ist kompletter Schwachsinn: Weg mit der Plus/Minus-Statistik im Eishockey!

Im Eishockey gibt es unzählige Statistiken. Viele machen Sinn. Die Plus/Minus-Bilanz gehört aber definitiv nicht dazu und gehört abgeschafft.



Laut Wikipedia dient eine Statistik in erster Linie dazu, die Leistungen von Spielern und Mannschaften auf Basis mathematischer Fakten genauer beurteilen zu können. Als Hockey-Experte ist man da gesegnet. In Nordamerika entwickelte man schon früh etliche Statistiken, um die Leistung eines Spielers zu quantifizieren. So findet man im Nu heraus, wie viele Vorlagen zu einem Shorthander geführt haben und an welchem Wochentag ein Spieler am liebsten ins gegnerische Tor trifft. Bei Nino Niederreiter beispielsweise ist es der Donnerstag.

Nebst diesen netten Spielereien kommt in den meisten gängigen Statistiken nach Toren und Vorlagen gleich die Plus/Minus-Statistik. Diese wird in der NHL seit den frühen 60er-Jahren erhoben. Seit der Saison 1982/83 gibt es sogar eine Plus/Minus-Auszeichnung, die «Emery Edge Plus/Minus Award» heisst und derzeit von einer Biermarke gesponsert wird («Bud Light Plus/Minus Award»). Doch diese Statistik ist (zurecht) höchst umstritten.

So funktioniert die Plus/Minus-Statistik:

Ein Spieler bekommt ein Plus, wenn er auf dem Eis steht und sein Team skort (bei nummerischer Gleichheit oder Unterzahl).

Er bekommt ein Minus, wenn er auf dem Eis ist bei einem Gegentreffer (bei nummerischer Gleichheit oder Überzahl).

«Nur ein Marketing-Experte kann mit der Idee zu so einer Auszeichnung kommen. Wer aus dem Hockeysport kommt, kann sie richtig einschätzen: Es ist ein individueller Award, der von einer Teamleistung herrührt.»

Kolumnist Neil Campbell, sportsnet

Die Argumente gegen eine Plus/Minus-Bilanz

«Es ist einfach: Wenn deine Mannschaft mies ist, ist es auch deine Plus/Minus-Bilanz. Und sie wird beeinflusst, wenn du gegen die Topspieler des Gegners auf dem Eis bist.»

Brian Burke, ehemaliger General Manager Calgary Flames

Bild

Plus/Minus-Bilanz als Kaffeesatz lesen. bild: canucksarmy

Fazit: Die Plus/Minus-Bilanz gibt nicht viel her. So ist der beste NHL-Schweizer in dieser Statistik Dean Kukan (8 Spiele/+9), während Mark Streit den schlechtesten Wert aufweist (719 Spiele/-62). Was diese Erkenntnis einem Eishockey-Experten bringen soll, ist mehr als schleierhaft.

Die Statistik kann Geld kosten

Trotz diesen einleuchtenden Fakten haben immer noch viele NHL-Spieler eine Klausel in ihren Verträgen, welche neben Skorerpunkten auch für eine hohe Plus-Rate einen Bonus vorsieht.

Als Edmonton-Spieler Patrick O'Sullivan 2009/10 mit -35 die schlechteste Bilanz in der ganzen Liga aufwies, schenkten ihm seine Trauzeugen bei der Hochzeit eine grüne Jacke. Weil er mit -35 über ein fantastisches Golf-Handicap verfüge. 

Bild

So sah Patrick O'Sullivan ungefähr an seiner Hochzeit aus. bild: scottywazz.blogspot

O'Sullivan konnte über den Scherz zwar lachen. Doch er hielt fest, dass die die negative Rekordmarke ihm geschadet habe: «Das war etwas, das mir bis zum Ende meiner Karriere geschmerzt hat.»

Höchste Zeit, die Scherzstatistik Plus/Minus-Bilanz auf den Mülleimer der Geschichte zu kippen.

NHL-Legenden: Der Blick ins Quartett.

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thomas Roost 24.10.2016 16:46
    Highlight Highlight Zeit, dass man sich mit dieser Statistik kritisch auseinandersetzt. Sie ist nicht total unsinnig aber defnitiv massiv überschätzt. Danke für den guten Artikel :-)
  • Pana 24.10.2016 04:15
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel! Die +/- Statistik ist, neben dem zweiten Assist, einfach überflüssig. Und es nervt besonders wenn man in den Medien dann liest "Roman Josi zog einen rabenschwarzen Abend ein" etc, weil er eine -3 hatte. Dabei hatte er vielleicht ein starkes Spiel gezeigt, und war absolut unschuldig an den Gegentreffern.
  • Bruno Wüthrich 23.10.2016 23:53
    Highlight Highlight Ein Spieler erhält ein Minus in der Statistik, wenn er in dem Moment, in dem ein Gegentor fällt, gerade auf dem Biz steht. Ob er mit dem weiblichen Goali flirtet oder ob er sich aktiv um die Verhinderung kümmert, spielt keine Rolle. Seine Mannschaft hat einfach in diesem Moment gerade kein Wettkampfglück (oft auch Pech genannt).

    In der (erwähnten) Flirtphase hätte aber auch ein Teamkollege ins gegnerische Tor treffen können. Das wäre dann Glück und ein Pluspunkt wert.

    Wenn die Minus bei einem Spieler klar überwiegen, heisst das, dass dies einer ist, der seinem Team mehrheitlich Pech bringt.
  • HabbyHab 23.10.2016 21:57
    Highlight Highlight Gutes Video zu Advanced Stats:
    Play Icon
  • JJ17 23.10.2016 21:39
    Highlight Highlight Solch doofe Statistiken hat man in fast jeder Sportart. Das QB Rating im American Football zum Beispiel, oder auch die Passquote im Fussball.
    • zettie94 23.10.2016 22:10
      Highlight Highlight Wieso ist die Passquote doof?
    • Doeme 23.10.2016 22:54
      Highlight Highlight Weil sie nicht darüber aussagt wie schwierig die gespielten Pässe waren bzw. wieviel sie brachten.
    • zettie94 23.10.2016 23:09
      Highlight Highlight Wenn jemand in einem Spiel 100 Pässe schlägt, dann sind da in aller Regel schwierigere und weniger schwierige darunter, das gleicht sich ziemlich aus.
      Da ist es doch sehr interessant zu sehen, wie viele Pässe angekommen sind!
    Weitere Antworten anzeigen
  • chleber 23.10.2016 21:35
    Highlight Highlight als coach eines teams, schätze ich die +\--statistik. sie kann helfen, subjektive eindrücke zu bestätigen oder zu widerlegen.
    um über das eigene team hinaus vergleiche zu ziehen ist diese statistik imho nur bedingt zu gebrauchen.
    • SylBattistuzzi 24.10.2016 08:30
      Highlight Highlight Genau so entstand die +/-Statistik. Als interner Massstab, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht war(als Trainer weisst du ja (hoffentlich😜) wie viel/wann du deine Spieler einsetzt etc., nicht jedoch der neutrale Zuschauer. Ausserdem ist eine derart hohe Fehlerquote bei der Zurechnung höchst unfair gegenüber den Spielern.
  • sven_meye 23.10.2016 20:27
    Highlight Highlight Die +/- Statistik kann durchaus etwas aussagen. Wenn ein Spieler im Team +17 aufweist der andere -14, aber 8 Skorerpunkte mehr. Sieht man schlichtweg, das sich das Offensivspiel nicht auszahlt ... Auch bei der "Fehlerquote" bei +/-
    • Hayek1902 23.10.2016 21:21
      Highlight Highlight Sie sagt Dinge aus über Linien und Teams, aber kaum etwas über Einzelspieler. Allerhöchstens noch wenn ich sie mit dem Durchschnitt des Teams vergleiche, die Stärke der Gegenspieler in die Regression nehme, die Eiszeit beachte und irgend einen Weg finde, auch Power- und Boxplay sinnvoll zu beachten.
    • sven_meye 24.10.2016 02:05
      Highlight Highlight Ja, das ist klar. Aber 31 Differenz sagt doch schon einiges aus. Das ist eine riesige Differenz.
  • glass9876 23.10.2016 20:21
    Highlight Highlight Welche Statistiken könnten denn die +/- Statistik ersetzen?
    Bei einem Stürmer und Offensivverteidiger könnte man auf die Scorerpunkte schauen. Bei einem Verteidiger vielleicht auf die Eiszeit (welche aber wieder vom Coach bestimmt wird). Eine andere ganzheitliche Stitistik gibt es aber nicht.
    Man könnte versuchen, die +/- Statistik besser zu machen, indem man Gewichte einführt, z.B. für die Stärke der Mitspieler und der Gegner, die beim Tor auf dem Feld standen. Dann würde die Statistik aber subjektiv und kompliziert.
    • LaBestia 23.10.2016 21:18
      Highlight Highlight Für einen Verteidiger wäre eine "Gegentore pro Minute"-Statistik wohl das Aussagekräftigste, meiner Meinung nach sicherlich mehr wert als die +/- Bilanz.
    • HabbyHab 23.10.2016 21:46
      Highlight Highlight Es gibt genug. Corsi, Fenwick, Relative Corsi.. sogar Zone-Starts sind im Vergleich zu +/- nützlicher
    • HabbyHab 23.10.2016 21:50
      Highlight Highlight Oh und zB Dinge wie PDO sind auch nützlicher ;)
  • fan-crack2 23.10.2016 19:44
    Highlight Highlight Ich komme eh nicht bei diesem +\- draus!
    • miguelito71 23.10.2016 20:05
      Highlight Highlight Das erwartet nun wirklich auch keiner von einem Anhänger des HCD :-)
    • Lueg 23.10.2016 20:11
      Highlight Highlight Ich versuche es Dir zu erklären.
      Die +\- von Forster zeigt, dass er ein guter Spieler ist.
      Der Artikel von Syl sagt, dass das Quatsch ist.
    • The Kurt 23.10.2016 20:31
      Highlight Highlight Bist Du eigentlich wirklich ein HCD-Fan, oder schreibst Du Deine unsäglichen Kommentare in der Absicht, die HCD-Anhänger ganz allgemein dumm aussehen zu lassen?

      PS: Im Moment steht die plus/minus Bilanz Deines Kommentars bei -4.

      (Bitte beim Thema bleiben. Danke, Die Redaktion.)
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