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Britain Football Soccer - West Ham United v Manchester United - Premier League - London Stadium - 2/1/17 West Ham United's Dimitri Payet shakes the hand of West Ham United manager Slaven Bilic after he is substituted off  Action Images via Reuters / John Sibley Livepic EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or

West-Ham-Trainer Slaven Bilic und Dimitri Payet werden sich wohl nicht mehr so oft in die Augen schauen.  Bild: John Sibley/REUTERS

Der raffgierige Dimitri Payet: Alles haben und noch mehr wollen

Fussballer und Geld – das ist eine leidige Geschichte. Das nächste unrühmliche Kapitel schreibt gerade West-Ham-Star Dimitri Payet.

Donat Roduner
Donat Roduner



Der Fussball an sich ist nicht das Problem. Es ist das viele Geld. Es macht die Spieler blind und teilweise dumm. Auf jeden Fall nicht klüger, als sie es von Haus aus sind. Darum ist es höchste Zeit, dass Bescheidenheit ihr Comeback feiert in der Sportart, in der das Runde ins Eckige muss. Womit nicht das Münz und der Geldschlitz am Sparschwein gemeint sind.

Die Hoffnung ist, dass an Dimitri Payet mal ein Exempel statuiert wird. Dass endlich mal ein raffgieriger Spieler den Kürzeren zieht und nicht schon wieder die Geldgeilheit gewinnt. Der 29-Jährige probt bei West Ham aktuell den Aufstand, weil er mehr Geld will. Mehr Geld, bei einem Gehalt von 125'000 Pfund in der Woche. Unfassbar.

Britain Football Soccer - Manchester United v West Ham United - Premier League - Old Trafford - 27/11/16 West Ham United's Dimitri Payet looks dejected after a penalty appeal is not given Action Images via Reuters / Carl Recine Livepic EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or

Payet kann es selbst kaum glauben. Oder doch? Bild: Carl Recine/REUTERS

Payet spielt seit 2015 bei den «Hammers» und hat im letzten Jahr seinen Vertrag vorzeitig bis 2021 verlängert. Offensichtlich hat das die Planungsspannweite des französischen Technikers bei Weitem überschritten. Denn nun, nach einem unbestritten starken halben Jahr, scheint ihm plötzlich nichts mehr an einer gesicherten Zukunft beim Klub aus London zu liegen. 

Er wolle weg, heisst es plötzlich. Das an sich ist wenig überraschend. Bei einem Spieler solchen Kalibers ist es ja auch durchaus üblich, dass die ganz grossen Klubs ihre Fühler nach ihnen ausstrecken. Wer ist es denn dieses Mal? Real, Barça, PSG oder gar Stadtrivale Chelsea?

Er kann es: Perle an der EM

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Video: YouTube/Short Football Clips

Eine Perle aus der Meisterschaft

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Video: YouTube/All Goals - HQ

Nichts dergleichen. Marseille heisst die Traumdestination von Payet. Er will zurück zum Ligue-1-Sechsten, den er vor zwei Jahren für 10 Millionen Pfund verlassen hat. Sentimentalität als Beweggrund? Es ist zu bezweifeln.

Olympique Marseille's Dimitri Payet celebrates after scoring a goal against Bastia during their French Ligue 1 soccer match at the Velodrome Stadium in Marseille, France, May 23, 2015. REUTERS/Philippe Laurenson

Payet 2015 im Marseille-Dress. Bild: PHILIPPE LAURENSON/REUTERS

Jedenfalls will der beschlagene Linksfuss diesen Transfer jetzt «durchstieren», wie es im Schweizerdeutschen so schön heisst. Er werde nicht mehr für West Ham spielen, bis der Wechsel abgeschlossen ist, liess er verlauten. Oder bis er von den Londonern mehr Geld erhält, was er aber logischerweise nicht so laut sagen darf.

West Ham bleibt aber zum Glück hart. Der bestverdienende Spieler im Kader ist nicht mehr im Training anzutreffen und fehlte am Samstag im Derby gegen Crystal Palace auch auf dem Matchblatt. Geschadet hat das dem Team offensichtlich nicht. Die «Irons» gewannen 3:0 und Andy Carroll verzückte dabei mit diesem Traumtor:

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Video: streamable

«Das ist ein gutes Beispiel, dass es nur um das Team geht, nicht um das Individuum», sagte Trainer Slaven Bilic nach dem Spiel und Carroll doppelte nach: «Kein Spieler ist grösser als der Klub.» Die beiden bringen es auf den Punkt. Aus der ganzen Posse müssen das Team und der Verein als Sieger hervorgehen und nicht das Individuum.

Das ist dann der Fall, wenn der Spieler mehr Schaden nimmt als der Verein. Nur ist das schwierig, auch wenn die Beliebtheit des zuvor angehimmelten Payet bei den Fans drastisch eingebrochen ist. Fangesänge auf seinen Namen wurden mit Schimpfwörtern garniert und sein Trikot wurde als Fussabtreter verwendet.

Oder das Shirt wird umgestaltet.

Das Problem: Ähnlich schnell wie der Ruf sinkt auch der Marktwert eines Spielers und West Ham bringt Payet nichts, wenn er zwar auf der Lohnliste, nicht aber auf dem Platz steht. Die hochrangige Marseille-Delegation, die heute in London weilt, hat am Verhandlungstisch also auch ihre Argumente. Und wenn sie tatsächlich 30 Millionen Pfund auf den Tisch legt, kommt es, wie es kommen muss: zum Transfer.

Die Prognose ist nicht gewagt: Payet wird erhalten, was er will. Und nichts zeigt so sehr, wie sich die Machtverhältnisse von den Klubbesitzern hin zu den Spielern und ihren geldgierigen Agenten verschoben haben, wie dieser Fall.

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Du bist für diese Instanz ausnahmsweise das Schicksal, was wirst du tun?

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  • 4%Ich lasse Payet und West Ham diese ganze Sache vergessen und wieder Freunde sein.
  • 51%Ich mag Geldgier nicht und lasse Payet dick werden.
  • 21%Ich fädle für Payet einen Deal in China ein, damit er noch viel mehr Geld verdient.
  • 24%Ich lasse Payet zu Marseille ziehen und ihn dort mittelmässigen Fussball spielen.

Der Upton Park ist nicht mehr: West Ham spielte 112 Jahre in diesem wunderbaren Fussballstadion

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • goncman 17.01.2017 09:25
    Highlight Highlight Dimitri Payet tut wirklich alles für den eigenen Erfolg. Hat man schon im EM-Finale beim Foul gegen Ronaldo gesehen. Und jetzt die Arbeitsverweigerung.
  • Boogie Lakeland 16.01.2017 23:14
    Highlight Highlight Was für ein ******o** ist der? Bilic hat richtig reagiert. Dieses divenhafte Zeug. Die Haare hat er schön. Die Skills auch. Aber den Charakter nicht
  • Phipsli 16.01.2017 20:53
    Highlight Highlight Leider erfährt man nie was die wahren Beweggründe sind, jedenfalls nicht von offizieller Seite. Die Clubs versuchen ja meistens auch die Spieler vor Vertragsende loszuwerden damit sie noch eine Ablösesumme kassieren... wenn aber ein Spieler den Vertrag nicht erfüllt wird er als Verräter abgestempelt..
  • fabain 16.01.2017 20:25
    Highlight Highlight Money grabbing c*nt
  • WyclefJean 16.01.2017 19:34
    Highlight Highlight Marseille...hmm...ein solches Verlustgeschäft, welches wahrscheinlich kurzfristig hilft, das aber OM auf die Dauer auch nicht hilft. Der Klub braucht Konstanz und langfristige Planung.

    Weder der Bielsa-"Coup" damals noch ein Payet-Transfer helfen nachhaltig bei den grösseren Problemen die dieser Club hat.

    Warum will Payet auch dahin...bei einem Grossklub stimmt das Geld sicher auch, und der Fussball wäre erst noch schöner!

  • Timiböög 16.01.2017 18:54
    Highlight Highlight "... der beschlagene Linksfuss"
    Payet ist rechtsfüssig, entweder ist das ein Fehler oder ich verstehe die Redewendung nicht :]

    Ich freue mich über eine Aufklärung.
    • Holy Crèpe 17.01.2017 21:46
      Highlight Highlight Den Topf gegen Rumänien hat er mit seinem schwachen linken Fuss reingejasst. Vielleicht liess sich der Autor dadurch fehlleiten ;)
  • Fly Boy Tschoko 16.01.2017 17:35
    Highlight Highlight Kann man einem spieler nicht den Lohn streichen wenn er nicht mehr arbeiten will und dies öffentlich auch gleich so verlauten lässt?
    • Darkside 16.01.2017 21:42
      Highlight Highlight Würde mich nicht wundern wenn sich die hochbezahlten Spieler auch für einen solchen Fall eine Klausel zu ihren Gunsten in den Vertrag schreiben lassen... Die Vereine sind aber auch selber schuld wenn sie sich so auf der Nase rumtanzen lassen. Aber eben, da es unter den Clubs keine Einigkeit gibt heisst es dann halt, wenn wir es nicht machen, tut es ein Anderer...
  • Erbinho 16.01.2017 17:30
    Highlight Highlight So wie ich das im Kopf habe, wollte payet damals ja gar nicht weg... Er wurde verkauft weil sie das Geld brauchten. Dass er also zurück will, ist für mich nachvollziehbar. Die Vertragsverlängerung hingegen weniger und dass er den Vertrag nicht erfüllen will, zwar verständlich, aber trotzdem verwerflich. Manchmal scheint es so, dass die Verträge im Fussball alles andere als zwingend sind - schon tragisch, wenn darauf kein Verlass ist... Gehört aber wohl mittlerweile (leider) zum Fussball :-(
    • Hayek1902 16.01.2017 18:33
      Highlight Highlight naja, sie sind einseitig zwingend: spielt der Spieler gut, will er mehr Lohn oder weg (und mehr Lohn). Spielt er schlecht, hast du ihn ewig auf der Gehaltsliste und auf der Tribüne.
  • DinoW 16.01.2017 17:00
    Highlight Highlight Okay, wahnsinnig reif ist das Verhalten von Payet nicht. Aber wenn einer ein Angebot erhält, ist es dann verwerflich, es annehmen zu wollen? Und dann ist da noch die Vorfreude darauf, Payet wieder im OM-Trikot zu sehen... ;)
    • forest hill 16.01.2017 17:26
      Highlight Highlight Ja es ist zutiefst verwerflich, er hat seinen Vertrag bis 2021 verlängert und bekommt 125'000 Pfund die Woche !!! Aber Verträge sind ja eh nichts wert

      Vollpfosten
    • Ratchet 16.01.2017 19:33
      Highlight Highlight Es spielt keine Rolle, aus welchen Grund er auch immer den Club verlassen will, der Skandal besteht darin, dass er seinen Wechseln mit Arbeitsverweigerung erzwingen will. Solange sein Vertrag mit WestHam gültig ist, hat er sich daran zu halten und 100% für das Team zu geben. Man kann doch nicht die egoistische Wünsche des Spielers über einen Vertrag stellen. Mit seinem Streik ist er vollkommen im Unrecht. Verwerflich ist, dass der Club, der sich an Regel hält, am Ende trotzdem den Kürzeren zieht.
  • Amboss 16.01.2017 16:41
    Highlight Highlight Man kann davon halten was man will, aber das ist halt der Markt.
    Die Vereine (gerade in der PL) haben quasi unbeschränkte Mittel, gleichzeitig gibt es nur eine kleine Anzahl "Superspitzen-Spieler". Und jeder will, nein muss, solche Spieler haben, sonst fällt man in die Bedeutungslosigkeit und kann nicht europäisch spielen...

    Dass sich ein Gurkenclub wie WestHam sich einen Payet leisten kann, sagt eigentlich alles, wie der Markt verrückt spielt.

    Ich denke, wir müssen uns an solche Storys gewöhnen, denn eine Trendwende ist nirgends in Sicht, im Gegenteil
    • exeswiss 16.01.2017 17:08
      Highlight Highlight "Dass sich ein Gurkenclub wie WestHam sich einen Payet leisten kann, sagt eigentlich alles, wie der Markt verrückt spielt."

      sieh haben payet für 10 milionen pfund geholt, ergo als er noch ein "nichts" war.
  • Gabbo 16.01.2017 16:36
    Highlight Highlight Naja. Teile die Meinung nicht ganz. Wieso sollte man jetzt an einem 29 Jährigen ein Exempel statuieren? Wo doch alle bzw die meisten so ticken?

    Wo sind die kritischen Berichte über die Stars um Real Madrid, Barcalona und etlichen anderen aus der Premiere League? Stars, welche jedes Jahr Ihren Vertrag verlängern, nur um wieder etwas mehr als die Konkurrenz zu verdienen.
    Das steht in keiner Berichterstattung. Da müsste man weitläufiger denken und recherchieren, als es hier gemacht wurde.

    Generell ist es so, 95 % des Fussballs hat nichts mehr mit Loyalität und Dankbarkeit zu tun....
    • Hoppla! 16.01.2017 20:30
      Highlight Highlight Hatte Fussball in den letzten Jahrzehnten im grossen Stil etwas mit Loyalität und Dankbarkeit zu tun? Ich glaube in den seltensten Ausnahmen. Sonst will jeder Spieler, oder Sportler allgemein, weiterkommen/mehr verdienen, koste es was es wolle.
  • Pisti 16.01.2017 16:22
    Highlight Highlight Hat Marseille einen neuen Investor? Oder woher haben die plötzlich so viel Kohle um 30-Mio Transfers zu tätigen?
    • Erarehumanumest 16.01.2017 16:34
      Highlight Highlight Schon mal was von Volker Eckel gehört?! :)
    • wololowarlord 16.01.2017 16:45
      Highlight Highlight http://www.transfermarkt.ch/marseille-investor-stellt-200-mio-bereit-bdquo-vor-allem-fur-neuzugange-ldquo-/view/news/252979
    • Ratchet 16.01.2017 17:45
      Highlight Highlight Jop, da es sich aber um ein Amerikaner handelt und nicht ein Russe oder Scheich, bekam dies auffallend wenig Beachtung.
      Ganz nach dem Projekt PSG wird jetzt in dem Verein Geld hineingepumpt.

Shaqiri dank 2 Jokertoren gegen ManUnited Matchwinner ++ Messi mit Hattrick und 2 Assists

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