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epa06817136 Switzerland's head coach Vladimir Petkovic (C) and players Stephan Lichtsteiner (L) and Valon Behrami (R) react after the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Brazil and Switzerland in Rostov-On-Don, Russia, 17 June 2018. The match ended 1-1.

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Captain Lichtsteiner bedankt sich bei den Fans, Trainer Petkovic bei Behrami. Bild: EPA/KEYSTONE

Kommentar

Grosse Worte, grosses Resultat: Die Schweiz lässt Taten folgen

Vor dem Spiel sprach Nati-Coach Vladimir Petkovic grosse Worte. Nur mit dem WM-Achtelfinal sei die Schweiz nicht zufrieden. Im Spiel gegen Brasilien folgten beim 1:1 auch die Taten.

François Schmid-bechtel



Für Vladimir Petkovic ist ein Unentschieden nur ein halbes Resultat. Das sagte der Trainer der Schweizer Nationalmannschaft vor dem WM-Auftaktspiel gegen Brasilien. Aber dieses 1:1 gegen den Rekord-Weltmeister ist mehr als ein halbes Resultat. Die Schweiz hat quasi 1:1 gewonnen. Mit Glück, mit Leidenschaft und grosser Solidarität.

Fussball funktioniert nicht nach Schema X. 2010 startete die Schweiz gegen den amtierenden Europameister Spanien in die WM und siegte 1:0. Also, dachten viele, gibt es keinen besseren Moment gegen Brasilien zu spielen als zum Auftakt. Aber das Brasilien von heute ist nicht das Spanien von damals.

Spanien nahm die Schweiz auf die leichte Schulter. Ganz anders die Brasilianer. Ihr letzter WM-Auftritt endete mit einem 1:7-Debakel gegen Deutschland. Heisst: Sie haben keine Anlaufzeit. Sie stehen an dieser WM von Beginn an in der Bringschuld. Entsprechend ernsthaft sind sie die «Aufgabe Schweiz» angegangen.

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Steven Zuber köpft in der 50. Minute den Ball zum 1:1 ins brasilianische Tor. Video: streamable

Petkovic sagte vor dem Spiel auch: «Nur mit dem Achtelfinal sind wir nicht zufrieden.» Grosse Worte. Nun folgten – mit wenigen Abstrichen – grosse Taten. Sicher: Brasilien hatte mehr Torchancen und die Schweiz etwas Glück, dass der Schiedsrichter Zubers Schubser vor dem Ausgleich zum 1:1 nicht ahndete.

Uns kann es recht sein. Ausserdem ist der Punkt nicht gestohlen. Denn die Schweiz hat einmal mehr Zeugnis ihrer Reife und ihres Selbstbewusstseins abgelegt. Es gehört mittlerweile zur DNA dieses Teams, den grössten Teams der Welt auf Augenhöhe zu begegnen. Mehr noch: Sie sogar so richtig zu ärgern. Das macht Freude.

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    Alle Leser-Kommentare
  • fandustic 18.06.2018 11:21
    Highlight Highlight Die Schweiz hat solidarisch und kämpferisch gespielt. Das Spiel hat wirklich Freude gemacht. Nur ist es ähnlich wie ein Break im Tennis. Wenn du es nicht bestätigst, dann bringt es dir nichts. Soll heissen, gegen Serbien muss sicher ein Punkt her, oder natürlich gleich deren 3. Bei einer Niederlage wäre die Herrlichkeit sogleich vorbei....leider.
  • mascot_mash 18.06.2018 08:06
    Highlight Highlight Nüchtern betrachtet konnte sich die Schweizer Mannschaft über 90 Minuten keine Torchance erspielen. Die Kreativität, das Tempo und die Passgenauigkeit im letzten Drittel fehlen leider meistens. Das ist kein neues Phänomen, sondern war bereits 2010 der Fall. Im schweizer Nachwuchsbereich wird sicher gut gearbeitet, aber es ist augenscheinlich, dass seit Hakan Yakin kein Spielgestalter mehr aus dem Nachwuchsbereich hervorgegangen ist... Ausgezeichnete defensive Mittelfeldspieler sind hingegen im Überfluss vorhanden. Ohne spielerische Lösungen wird es schwer werden, den Viertelfinal zu erreichen.
  • Staatsgebeutelter 18.06.2018 07:53
    Highlight Highlight 1:1 sind aber nicht so grosse Taten, meines Erachtens wäre solches ein Sieg.
  • Peedy 18.06.2018 07:50
    Highlight Highlight Der letzte WM-Auftritt von Brasilien war nicht das 1:7 Debakel sondern das Spiel um Platz 3 (was sie allerdings auch verloren haben)...
  • dirtyharry 18.06.2018 07:08
    Highlight Highlight Serbien wird das Spiel der Spiele an dieser WM. Und von wegen Viertelfinal. Einfach mal die Auslosung anschauen. Der Gegner dann vermutlich Deutschland. Wäre ja zu schön, aber wir wissen ja wie dies zu 95% ausgeht... Trotzdem: Hopp Schwiz!
    • dirtyharry 18.06.2018 13:08
      Highlight Highlight Wäre sehr schön, da gebe ich dir recht. Aber Schweden? Und erst mal gegen Serbien nicht verlieren.
  • swisskiss 18.06.2018 06:43
    Highlight Highlight Lassen wir mal das Spiel gegen Serbien folgen, um beurteilen zu können, wie reif die Schweiz ist, ein Spiel dominieren zu müssen und dementsprechend zu gewinnen.

    Waren es nicht immer die Gegner "auf Augenhöhe" die die Schweiz scheitern liessen?

    Es war nie die "Kür" gegen vermeinlich übermächtige Gegner, die die Nati schlecht ausehen liess, sondern die Pflicht gegen gleichstarke und schwächere Gegner, in der geliefert werden musste.

    Ich hoffe, dass Petkovic und Spieler genau diesen Aspekt meinten, als sie von "der Reife der Mannschaft" sprachen.



    • pun 18.06.2018 07:39
      Highlight Highlight Hauptsache Nörgeln! Hast du die Qualifikationsspiele gesehen? Die Schweiz hat ausser gegen Portugal zu Beginn nie so richtig geglänzt, aber immer ihre Pflicht erfüllt auch gegen schwächere oder gleich Starke Gegner.
    • Ketchum 18.06.2018 10:50
      Highlight Highlight Serbien ist schon eine Nummer grösser als Ungarn oder Lettland ... Es ist ja wirklich so: im Serbien-Spiel werden die Weichen gestellt
    • swisskiss 18.06.2018 12:24
      Highlight Highlight pun: Ich nörgle nicht ich konstatiere. Fakt WM 2010: Sieg gegen Spanien, Niederlage gegen Chile. Unentschieden gegen Honduras. EM 2012: nicht qualifiziert wegen Niederlage gegen Wales. WM 2014: Lichtblick! Epischer Match gegen ARG mit Pech, out im Achtelfinal, EM 2016: Unentschieden gegen Frankreich, um dann gegen Polen ins Penaltyschiessen zu müssen, wo man auscheidet. DAS sind diese Schlüsselspiele, die eine gute Mannschaft von einem grossen Team unterscheidet.

Lichtsteiner will nichts von Nati-Rücktritt hören: «Mein Ziel bleibt die EM 2020»

Auf dem Papier ist Stephan Lichtsteiner der Captain der Schweizer Fussballnationalmannschaft. Doch zuletzt stand er im März im Aufgebot. Auch heute im EM-Quali-Spiel in Irland darf der 35-Jährige nicht dabei sein.

Als Nationaltrainer Vladimir Petkovic vergangene Woche sein Aufgebot für die EM-Qualifikationsspiele der Schweiz gegen Irland und Gibraltar bekannt gab, sorgte eine Personalie für grossen Wirbel. Nicht jene des etatmässigen Captains, Stephan Lichtsteiner. Obwohl sein Name im Aufgebot fehlte. Vielmehr Anlass zu Diskussionen gab die Tatsache, dass Spielmacher Xherdan Shaqiri freiwillig auf die Spiele mit der Schweiz verzichtet. Da rückte der «Fall Lichtsteiner» in den Hintergrund.

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