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epa07619986 Swiss Moto2 rider Thomas Luethi of Dynavolt Impact GP celebrates on the podium after taking the third place in the Motorcycling Grand Prix of Italy at the Mugello circuit in Scarperia, central Italy, 2 June 2019  EPA/CLAUDIO GIOVANNINI

Tom Lüthi kann sich über einen weiteren Podestplatz freuen. Bild: EPA/ANSA

Eine WM, die der Koch entscheiden kann

Tom Lüthi musste sich beim GP von Italien in Mugello mit dem 3. Platz begnügen. Aber er kann diese verrückte Moto2-WM 2019 gewinnen.

klaus zaugg, mugello



Tom Lüthi ist erschöpft. Munter plaudert Valentino Rossis Halbbruder Luca Marini nach dem ersten Podestplatz der Saison über das «Wunder» seiner Rückkehr an die Spitze. Man habe die technischen Probleme endlich lösen können.

Alex Marquez ist nach seinem zweiten Sieg hintereinander überglücklich. Erstmals seit fünf Jahren hat er wieder zwei Siege in Serie herausgefahren.

epa07619964 (L-R) Second placed Italian Moto2 rider Luca Marini of SKY Racing Team VR46, winner Spanish Moto2 rider Alex Marquez of EG 0,0 Marc VDS and third placed Swiss Moto2 rider Thomas Luethi of of Dynavolt Impact GP celebrate on the podium after the Motorcycling Grand Prix of Italy at the Mugello circuit in Scarperia, central Italy, 2 June 2019  EPA/CLAUDIO GIOVANNINI

Marini, Marquez und Lüthi. Bild: EPA/ANSA

Tom Lüthi hingegen wischt sich mit dem Frottiertuch immer wieder übers Gesicht. Es ist förmlich zu spüren, dass er einfach froh ist, alles überstanden zu haben. Er hatte das Rennen acht (von 21 Runden) angeführt. Aber er habe früh gespürt, dass es nicht reichen würde. «Ich konnte mit Alex Marquez nicht mithalten.»

«Nach dem Frühstück spürte ich, dass etwas nicht stimmt und ich musste mich fast übergeben»

Tom Lüthi

Nach einem Rennen ist bei der offiziellen Medienkonferenz der ersten Drei keiner der «Asphalt-Cowboys» frisch. Aber so «unfrisch» wie Tom Lüthi ist selten einer.

Er erklärt hinterher, warum das so war. «Es geht mir nicht gut. Nach dem Frühstück spürte ich, dass etwas nicht stimmt und ich musste mich fast übergeben. Vielleicht war da etwas mit dem Essen. Einer unserer Mechaniker hat die gleichen Symptome.»

Als Ausrede will er sein Unwohlsein nicht verstanden wissen. Auf die Frage, ob es für den Sieg oder Platz zwei gereicht hätte, wenn er fit gewesen wäre, erklärt er kategorisch: «Kein Hätte und Könnte. Ich bin glücklich, dass es fürs Podest gereicht hat, bloss kann ich die Freude nicht so gut zeigen…»

Es weiss zu gut, dass es nicht nur an seinem Unwohlsein lag. Es gibt auch technische Schwierigkeiten, die noch gelöst werden müssen. Zweimal hintereinander ist es nun nicht gelungen die starken Trainingsleistungen im Rennen ganz umzusetzen: 2. im Training in Le Mans und 6. Platz im Rennen. Und nun 2. im Training in Mugello und 3. im Rennen. Trotzdem: wäre Tom Lüthi fit gewesen, hätte er den zweiten Platz gerettet.

epa07617859 Swiss Moto2 rider Thomas Luethi of Dynavolt Impact GP action during the qualifying session of the Motorcycling Grand Prix of Italy at the Mugello circuit in Scarperia, central Italy, 01 June 2019.  EPA/CLAUDIO GIOVANNINI

Ein fitter Tom Lüthi hätte den 2. Platz gerettet. Bild: EPA/ANSA

Nun zeichnet sich ab: diese WM wird durch Details entschieden. Einen Dominator, der sich Fehler leisten kann, gibt es nicht. Und das Beispiel von Tom Lüthi zeigt, dass es nicht ein technisches Detail, nicht ein Konzentrationsfehler sein muss. Es kann auch der Koch sein, der die WM entscheidet.

Das Gesamtklassement lässt erahnen, zu welchem Drama sich diese Moto2-WM in den verbleibenden 13 Rennen entwickeln wird.

Dieses «Trio Grande» wird mit ziemlicher Sicherheit den Titel unter sich ausmachen. Auch wenn Jorge Navarro (73 Punkte), Marcel Schrötter (64) und Luca Marini (58) durchaus noch theoretisch-statistische Titelchancen haben. Tom Lüthi sagt, entscheidend sei die Konstanz auf hohem Niveau. «Auf dem Niveau, um bei jedem Rennen ums Podest zu fahren.» Und natürlich darf sich keiner mehr einen «Nuller» leisten. Also kein Rennen mehr ohne Punkte.

Die beiden Lateiner sind die «heisseren» Siegfahrer. Sie personifizieren eine neuen Genration. Aber Erfahrung hilft beim Vermeiden von Fehlern und «Nullern».

epa07613123 Italian Moto2 rider Lorenzo Baldassarri, of Flexbox HP 40 team attends a press conference of the Motorcycling Grand Prix of Italy at the Mugello circuit in Scarperia, central Italy, 30 May 2019.  EPA/Claudio Giovannini

WM-Leader Lorenzo Baldassarri. Bild: EPA/ANSA

Lorenzo Baldassarri ist 22. Alex Marquez, der jüngere Bruder von MotoGP-Titan Marc Marquez 23 und Tom Lüthi 32. Entsprechend des Altersunterschiedes ist die Rennerfahrung. Baldassarri hat in Mugello seinen 107., Marquez den 122. und Tom Lüthi den 273. GP bestritten.

Und wie wir in Mugello soeben gesehen haben, hilft auch ein gutes Frühstück am Renntag.

Alle Schweizer Töff-GP-Sieger

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    Alle Leser-Kommentare
  • The Returner 03.06.2019 09:59
    Highlight Highlight Dieses Interview hat wieder einmal bekräftigt, wieso Tom Lüthi nicht mehr Weltmeister wird. Er ist ein talentierter und begnadeter Fahrer. Trotzdem verliert er sich immer wieder in Details oder Ausreden. Wenn interessierts, ob es ihm vor dem Rennen schlecht war?! James Hunt übergab sich vor den Rennen oft. Kris Kristoffersen ebenfalls. Diese vor Nervosität. Schon klar.
    Dennoch. Sie wuerden das nie thematisieren.....

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