Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Formel-E-Prix in Zürich

1. Lucas Di Grassi (BRA) 39 Laps

2. Sam Bird (GBR) +7.542

3. Jérôme D'Ambrosio (BEL) +16.822

5. Sebastien Buemi (SUI) +26.692

Swiss driver Sebastien Buemi of the Renault e.dams team competes during the Zurich E-Prix, the tenth stage of the ABB FIA Formula E championship, in Zurich, Switzerland, Sunday, June 10, 2018. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

So schauten die Zuschauer das erste Rundstreckenrennen in der Schweiz seit 63 Jahren. Bild: KEYSTONE

Buemi verpasst beim E-Prix von Zürich das Podest – die Fans sind trotzdem begeistert



Das erste Formel-E-Rennen in der Stadt Zürich ist Geschichte. Himmlisch sei es gewesen, meinen die einen, höllisch die andern. Historisch war es auf jeden Fall. Ob der Formel-E-Zirkus nächstes Jahr erneut in Zürich seine Zelte aufschlagen wird, ist noch offen.

Der amtierende Formel-E-Meister Lucas Di Grassi gewann das Rennen, das um 19 Uhr geendet hatte. Der Brasilianer siegte im ersten Autorennen in der Schweiz seit 1954 vor dem Briten Sam Bird und dem Belgier Jérôme d'Ambrosio. Der aus 6. Position gestartete Schweizer Sébastien Buemi verpasste als Fünfter das Podest um rund fünf Sekunden.

Die Entscheidung um den Titel fällt damit erst in den letzten zwei Rennen Mitte Juli in New York. Bird konnte den Rückstand um 17 auf 23 Punkte verkürzten, da der französische Leader Jean-Eric Vergné nur Zehnter wurde.

Gut und Behrami auch da

Den weit über 100'000 Besucherinnen und Besuchern, darunter das Sportler-Paar Lara Gut und Valon Behrami, war jedoch schon tagsüber einiges geboten worden: Training, Qualifying sowie ein sogenannt nachhaltiges Rahmenprogramm im E-Village mit Ideen zur Zukunft der umweltschonenden E-Mobilität.

Der Eintritt ins E-Dorf war kostenlos. Gratis gab es auch Stehplätze entlang der Rennstrecke, für Tribünenplätze musste man hingegen sehr tief in die Tasche greifen. Das drückte jedoch bei niemandem auf die gute Stimmung. Fast alle waren begeistert von der Formel-E-Show.

Unter die zahlreichen Zuschauern gesellte sich auch viel Prominenz: Neben Super-Model Naomi Campell und vielen Polit-Grössen waren auch der sechsfache Motorrad-Weltmeister Max Biaggi und Ski-Star Didier Cuche anwesend. Die Formel 1 vertraten Emerson Fittipaldi, Felipe Massa und Mark Webber. Auch der ehemalige Formel-1-Teamchef Peter Sauber gab sich die Ehre: «Fantastisch, was hier gemacht worden ist. Die Formel E hat seine Berechtigung, es kommt ja der Tag, an dem nur noch Elektroautos auf der Strasse fahren werden.»

Die besten Bilder des Formel-E-Prix von Zürich

Die Organisatoren budgetierten für den Event rund 15-Millionen Franken. Darin waren auch Abgeltungen an die Stadt Zürich enthalten. Denn die Stadtregierung knüpfte die Bewilligung für die erste Austragung des Rennens unter anderem an die Bedingung, dass der Stadt keine Kosten entstehen dürfen.

Ob es eine weitere Austragung im nicht gerade eventarmen Zürich geben wird, wird die Auswertung des Anlasses zeigen. Diese dürfte voraussichtlich im Herbst vorliegen. Berücksichtigt werden dabei laut Stadtregierung auch die Quartierbelastung und die Rückmeldungen aus der direkt betroffenen Bevölkerung.

Und diese äusserte sich bereits sehr kritisch, denn die Quartierbewohner waren nicht nur am Renntag besonders stark betroffen. Die Aufbauarbeiten dauerten nämlich mehrere Wochen – unter anderem wurden Strassen neu geteert und Strassenzüge abgesperrt.

Leben hinter Gittern

Das sei die Hölle, war zu vernehmen. Durch die Absperrgitter lebe man wie in einem Käfig und komme kaum mehr zum eigenen Haus. Auch die Abbauarbeiten werden einige Zeit beanspruchen.

Kritische Stimmen gab und gibt es auch von Politikern des linken Spektrums. Rund ums Zürcher Seebecken gebe es zu viele Veranstaltungen. Dies sei Standortförderung der falschen Art, argumentieren sie.

Spectators during the Zurich E-Prix, the tenth stage of the ABB FIA Formula E championship, in Zurich, Switzerland, Sunday, June 10, 201for the Zurich E-Prix, the tenth stage of the ABB FIA Formula E championship, in Zurich, Switzerland, Sunday, June 10, 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Alle wollen einen Blick auf die Boliden erhaschen. Bild: KEYSTONE

Auch trügen Elektroboliden, die mit 220 km/h durch die Innenstadt rasen, nichts zur Lösung der Umwelt- und Verkehrsprobleme bei. Autos, egal ob benzin- oder batteriebetrieben, seien ineffizient und brauchten zu viel Platz in der Stadt.

FDP-Politiker und Elektromonteur Roger Tognella hingegen trug wesentlich dazu bei, dass das Formel-E-Rennen nach Zürich kam. Der ganze Anlass sei einfach himmlisch, ein Traum sei wahr geworden, sagten die Befürworter. Man habe die Vorzüge der Elektromobilität gesehen und gehört. Diese sei die Mobilität der Zukunft.

Brazilian driver Lucas Di Grassi, Audi sport ABT Schaeffler, celebrates after winning the Zurich E-Prix, the tenth stage of the ABB FIA Formula E championship, in Zurich, Switzerland, Sunday, June 10, 2018.(KEYSTONE/Ennio Leanza)

Lucas Di Grassi lässt nach seinem Sieg die Pneus qualmen. Bild: KEYSTONE

Ausnahmebewilligung vom Bundesrat

In der Vergangenheit hingegen liegt der Grund, weshalb seit über sechs Jahrzehnten in der Schweiz kein Rundstreckenrennen mehr stattgefunden hat. Denn nach einem schweren Unglück am 24-Stunden-Rennen im französischen Le Mans mit über 80 Toten und 100 Verletzten Mitte der 1950er-Jahre wurden sie in der Schweiz verboten

Für den Formel-E-Rundkurs hat der Bundesrat nun eine Ausnahme gemacht. Ursprünglich war ein Rennen in Lugano geplant. Nachdem sich die Organisatoren zurückgezogen hatten, sprang Zürich in die Bresche. Für Rundstrecken-Fans war es ein sporthistorischer Tag.

Der Brasilianer Nelson Piquet jr vom Team Panasonic Jaguar Racing auf der Strecke fotografiert am Formel E-Prix Zuerich, am 10. Juni 2018 in Zuerich Enge. Das Rennen findet am 10. Juni 2018 zum ersten Mal in der Schweiz statt. Die elektrischen Rennautos fahren mitten durch das Stadtzentrum von Zuerich. Auf dem Programm stehen 12 Rennen in 10 Staedten, die in Grossstaedten wie Hong Kong, Mexiko City, Rom, Paris und New York stattfinden. (PPR/Manuel Lopez)

So sieht das aus, wenn Formel-E-Boliden durch Zürich rasen. Bild: PPR

Die Organisatoren haben vom Internationalen Automobilverband (FIA) eine Lizenz für die Schweiz bis 2027. Sie müssen die nächsten Rennen also nicht zwingend in Zürich durchführen. «Aber wir würden gerne, zumal wir nun Erfahrungen gesammelt haben», sagte der Medienverantwortliche gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA

Erfahrungen machte auch Schutz & Rettung Zürich: Die vorläufige Bilanz sehe nicht schlecht aus, hiess es auf Anfrage. Ein Zuschauer hat sich leicht verletzt, als er auf das Dach eines Parkhauses kletterte und dieses nachgab. Ansonsten verzeichnete man bis kurz nach dem Rennen keine nennenswerten Zwischenfälle. (pre/sda)

Elektroautos in Kleinserie: Meiner ist kleiner

Das könnte dich auch interessieren:

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
23
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Focke 11.06.2018 01:34
    Highlight Highlight schade gibt es immer nörgelis die alles schlechtreden müssen... zu viele leute, zu viel lärm. nun liebe freunde eine stadt soll leben und nicht nur eine geisterstadt sein.
    • Beggride 11.06.2018 07:03
      Highlight Highlight Klingt lustig, zumal Trams und Autos lauter sind wie Formel E Wagen....
    • René Obi 11.06.2018 08:40
      Highlight Highlight Grundsätzlich einverstanden. Nur... in der Stadt gibt es schon dermassen viele Anlässe. Ich glaube nicht, dass die Stadt ohne Autorennen aussterben würde.

      Schlimmer aber als die Beeinträchtigung der Anwohner (1 Monat vor und 1 Monat nach dem Rennen Baustelle ums Haus) ist das Zeichen, das die Stadt setzt: "Schnelle Autos sind in der Stadt willkommen".

      Wenn dieser Anlass wiederholt wird, hat Zürich als möchtegern grüne Stadt ausgespielt.
    • Beggride 11.06.2018 09:54
      Highlight Highlight @rene obi
      Die Formel E ist auch (möchtegern-) grün... Passt also Xd

      Jedoch denke ich nicht, dass ausser an den Renntagen viele mit schnellen Autos durch Zürich donnern nur weil es ein "Zeichen" ist. Die Blitzer sind Zeichen genug, dass man das nicht will.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Italian Stallion 11.06.2018 00:55
    Highlight Highlight Also hier in Montreal gabs heute ein tolles F1 Rennen. Wer live dabei ist, sieht und hört viel mehr als am TV....Racing halt. Nur wer so einen Event miterlebt, sollte seine Meinung zum Rennsport äussern. Deshalb sage ich: Formel E ist ein einziger Joke.
    • c_meier 11.06.2018 05:00
      Highlight Highlight naja ich habe beim FormelE-Rennen soviele Überholmanöver und Führungswechsel gesehen wie in 5 Formel1-Rennen.
      liegt wohl auch an den gleichen Autos für alle Teams
    • Beggride 11.06.2018 07:06
      Highlight Highlight @italian stallion
      Falls du noch jie an einem Formel E Rennen warst, ist dein Kommentar höchst paradox...
  • René Obi 10.06.2018 22:31
    Highlight Highlight Also ich hab genug Lärm gehabt. Die ganzen Helikopter... nix mit lärmarmen Anlass. Auch die ganzen Autobubis mit ihren Auspuffklappen, die ganz aus dem Häuschen waren und auf dem Heimweg einen auf Buemi gemacht haben. Eine katastrophale Message!
    • Midnight 11.06.2018 10:24
      Highlight Highlight Die Klappenbubis gibt's nicht nur an einem Rennsonntag.
      Und ja, die nerven!

      Was das jetzt aber mit einem Rennanlass für Fahrzeuge ganz ohne Auspuff zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht ganz...
  • Maschinist460 10.06.2018 20:57
    Highlight Highlight Ein schöner Anlass für Jung und Alt bei bestem Wetter. Man hat miteinander applaudiert, diskutiert, gestikuliert und die Stimmung genossen. Sehe da nicht viel negatives.
    • w'ever 10.06.2018 21:22
      Highlight Highlight aber lasst bitte das nächste mal die kinderwagen zuhause
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 10.06.2018 19:25
    Highlight Highlight Lasst die Formel E doch nochmsls kommen 😊
    Ansonsten den Park in Interlaken demontieren (Hässliche Bauten) und Rennpiste bauen
    • matcha 10.06.2018 20:01
      Highlight Highlight Ja gerne, machts doch dort, vielen dank.
    • Mia_san_mia 10.06.2018 22:10
      Highlight Highlight @match: Ist es nicht gut, dass es in Zürich war?
  • bullygoal45 10.06.2018 19:25
    Highlight Highlight In Zürich läuft das E-Rennen und keine 30km weiter in Dürnten schiessen am Tractor Pulling die schwarzen Wolken in den Himmel. Das ist 2018! 😉🔥
    Benutzer Bild
    • Mia_san_mia 10.06.2018 20:03
      Highlight Highlight Typisch Bauern.
    • stamm 10.06.2018 22:02
      Highlight Highlight Und was hat echt mehr Belastung für Umwelt und Bewohner verursacht?
    • stamm 10.06.2018 22:04
      Highlight Highlight Mia; das sind keine Bauern, das nennt man Motorsportfans! Dann würd es ja in Zürich heissen; typisch Grüne....
    Weitere Antworten anzeigen

Wie Tom Lüthi alles richtig machte und doch eine weitere bittere Niederlage erlitt

Der Tag der Wahrheit endete beim GP von Österreich für Tom Lüthi mit einer weiteren bitteren Niederlage, mit Frustration und Ratlosigkeit. Und der Frage: was war zuerst: das Huhn oder das Ei?

So schnell wie möglich nach einer Niederlage wieder aufstehen. Das ist im Dauerwettbewerb Töff-WM eine wichtige Qualität.

In den zwei letzten Rennen hatte sich Tom Lüthis Vorsprung von 8 Punkten in einen Rückstand von 33 Punkten auf WM-Leader Alex Marquez (23) verwandelt. Durch den Sturz von Brünn vor einer Woche wurde nun der GP von Österreich der Moment der Wahrheit. Würde Tom Lüthi (32) dazu in der Lage sein, wieder auf die Beine bzw. die Räder zu kommen?

Sitzungen wurden abgehalten, Pläne …

Artikel lesen
Link zum Artikel