Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06683917 Kiefer Racing Moto2 Team rider Dominique Aegerter of Switzerland during free practice number three at the Motorcycling Grand Prix of the Americas at Circuit of the Americas in Austin, Texas, USA 21 April 2018.  EPA/PAUL BUCK

Dominique Aegerter muss aufpassen, dass er sich nicht überschätzt. Bild: EPA/EPA

Eine Chance für Töffstar Dominique Aegerter – packt er sie oder überschätzt er sich?

Ein solides Team möchte Dominique Aegerter (27) für die Saison 2019 verpflichten. Aber noch zögert er. Sein Freund und ehemaliger Manager Robert Siegrist ist besorgt und verärgert.

20.06.18, 10:01


Er steckt in der tiefsten Krise seiner Karriere. Dominique Aegerter, noch im letzten Herbst Sieger in Misano (der Triumph ist ihm wegen angeblich nicht korrektem Motorenöl wieder aberkannt worden) fährt nur noch hinterher. Drei Trainings-Stürze und 20. Platz beim GP von Barcelona und diese Saison noch nie besser als auf Rang 8.

Moto2 rider Dominique Aegerter of Switzerland rides his KTM during the Catalunya Motorcycle Grand Prix at the Barcelona Catalunya racetrack in Montmelo, near Barcelona, Spain, on Sunday, June 17, 2018. (AP Photo/Eric Alonso)

Aegerter steckt in der tiefsten Krise seiner Karriere. Bild: AP/AP

Der charismatische Rock’n’Roller klagt wiedereinmal, er «spüre» seinen Töff – das österreichische Kraftrad KTM – nicht. So jammerte er schon, als er mit der Suter nicht mehr zurechtkam. Und mit der Kalex. Und dann wieder mit der Suter.

Begleitet wird dieses Ächzen mit dem Lamentieren, er verdiene überhaupt nichts und müsse für den Rennbetrieb Geld aus dem eigenen Sack zuschiessen. Eigentlich maunzen auf sehr hohem Niveau. Im Frühjahr hat er bei seinen treuen Fans die absolute helvetische Rekordsumme von 253'327 Franken mit einer Crowdfunding-Aktion eingesammelt.

Manager platzt der Kragen

Nun ist seinem Manager Dr. Robert Siegrist der Kragen geplatzt. Der Zürcher Rechtsanwalt hat für Dominique Aegerter die aktuelle Saison noch aufgegleist und dann nach mehr als sieben Jahren wegen starker beruflicher Belastung die Zusammenarbeit, aber nicht die freundschaftliche Verbindung und Beratung nach Rohrbach beendet. Nach wie vor pflegt er das Beziehungsnetz zu den Sponsoren.

Robert Siegrist, Manager von Dominique Aegerter, Bild: www.siegrist-advokatur.ch/

Robert Siegrist, Manager von Dominique Aegerter. bild: www.siegrist-advokatur.ch/

Robert Siegrist stellt jetzt klar: «Dominiques persönliche Sponsoren haben noch einmal 540'000 Euro investiert und mit dieser Summe beim Kiefer-Team die Saison 2018 gesichert. Mit diesem Geld ist die Saison komplett finanziert. Dominique muss kein Geld aus eigener Tasche zuschiessen – sein Gerede ist Unsinn.»

Es werde aber nicht möglich sein, für nächste Saison von diesen Sponsoren noch einmal eine so grosse Summe aufzutreiben. Realistisch seien für 2019 vielleicht noch etwas mehr als 100'000 Franken. Das wird bei weitem nicht mehr reichen um das aktuelle Team von Jochen Kiefer zu alimentieren. Also gibt es im Deutschen Team nach zwei Jahren keine Zukunft mehr.

Rettet ihn das holländische Team?

Das drohende Karriereende könne aber abgewendet werden. Das Team von Jarno Janssen mit dem sperrigen Namen «NTS RW Racing GP» ist stark an einem Engagement von Dominique Aegerter interessiert. Kein Wunder: die aktuellen Piloten sind Hinterherfahrer: Joe Roberts hat noch gar keinen WM-Punkt geholt und Steven Odendaal steht in der WM-Gesamtwertung auf dem kläglichen Rang 23 – noch weit hinter Dominique Aegerter (15.). Das holländische Team ist aber gut strukturiert und finanziert und beschäftigt mit dem ehemaligen GP-Piloten Hans Spaan einen exzellenten Cheftechniker.

epa06223986 Swiss Moto2 rider Jesko Raffin (front), Garaje plus Interwetten, and South African Steven Odendaal, NTS, compete in Aragon Grand Prix at Motorland circuit in Alcaniz, Teruel, Spain, 24 September 2017.  EPA/Javier Cebollada

Steven Ovendaal (hinten) fährt keine gute Saison. Dies könnte die Chance für Dominique Aegerter sein.  Bild: EPA/EFE

Robert Siegrist sagt, in diesem Team wäre Dominique Aegerter nächste Saison bestens aufgehoben. «Aber er muss jetzt zügig zusagen, damit seine Zulassung zur WM 2019 früh beantragt werden kann.» Er werde ihm in diesen Tagen noch einmal gut zureden und ihm ans Herz legen, diese letzte Chance zu nützen. Die Zeit drängt. Das Problem: wenn Tom Lüthi (31) aus der MotoGP-Klasse in die Moto2-WM zurückkehren sollte und Jesko Raffin (22) auch einen Platz in der WM 2019 beantragt, dann könnte die Nomination von Dominique Aegerter abgelehnt werden. Weil drei Schweizer an der Moto2-WM 2019 zu viel sind.

Warum also noch zögern? Robert Siegrist weiss, warum: Bei Jarno Janssen müsste Dominique Aegerter zwar kein Geld als Mitgift mitbringen wie jetzt bei Jochen Kiefer. Er würde aber nur ein geringes Basissalär plus Rangprämien kassieren und ein zweites Crowdfunding ist nicht mehr möglich. Dominique hoffe deshalb immer noch auf ein besseres Angebot. «Aber er überschätzt sich. Er wird kein besseres Angebot erhalten.» Als bezahlter Manager vor Ort ist jetzt Dominiques Bruder Kevin tätig. «Ich habe ihm dringend geraten, endlich konkret mit Jarno Janssen zu verhandeln und das Angebot anzunehmen.»

Wie sagte doch der grosse Dichterfürst Goethe:«Höret den Rat beständiger Freunde, das hilft euch am besten.»

18 fantastisch knappe Fotofinishs

Das könnte dich auch interessieren:

Norilsk no fun? «Im Gegenteil», sagt Fotografin Elena Chernyshova

Wir haben Schweizer Eishockey-Stars verunstaltet – erkennst du sie trotzdem?

Jetzt kommt das Gratis-Internet in den Zügen – es sei denn, du bist Swisscom-Kunde

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Diese Frauen haben etwas zu sagen – und der SVP wird dies nicht gefallen

Wieso, verdammt, find ich mich ein Leben lang hässlich?

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

In der Schweiz leben 2 Millionen Ausländer – aber aus diesen 3 Ländern ist kein einziger

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

Wenn Instagram-Posts ehrlich wären – in 7 Grafiken

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

«Dünne Menschen sind Arschlöcher»

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

Themen
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schlingel 20.06.2018 14:44
    Highlight Domi ist selbst schuld. Für jedes schlechte Resultat machte er das Motorrad verantwortlich. Daher wechselte er auch jährlich den Hersteller. Resultat: Mit keiner Maschine wurde er so richtig warm. So kann das ja kaum gut gehen...
    8 1 Melden
  • sherpa 20.06.2018 12:09
    Highlight Es wird auch so nicht einfach für Domi, bin mir aber sicher, dass er schlussendlich den Rat von Herrn Siegrist beherzigen und ins neue Team wechseln wird. Ich wünsche im jedenfalls weise Voraussicht und dass er bald wieder dort anknüpfen wird, wo er auch hingehört, Go Domi go!!!!!!
    5 1 Melden
  • Hinkypunk 20.06.2018 11:36
    Highlight Wieso sind drei Schweizer in der Moto2 zu viel, währendessen da zahlreiche Italiener und Spanier herumkurven?
    12 2 Melden
    • B. Bakker 20.06.2018 12:47
      Highlight Da gehts, wie bei so Vielem, um Geld. Mit Schweizern lässt sich im Motorsporbusiness relativ wenig Geld verdienen. 🤷🏼‍♂️
      13 2 Melden

Alain Prost schiesst im Hassduell Ayrton Senna ab und wird Formel-1-Weltmeister

22. Oktober 1989: Ayrton Senna muss das zweitletzte Rennen der Saison gewinnen, um seinen WM-Titel noch verteidigen zu können. In der 47. Runde setzt er gegen Teamkollege und WM-Leader Alain Prost zum Überholmanöver an, doch sein Intimfeind lässt ihn nicht vorbei.

Wir schreiben das Formel-1-Jahr 1989. Zwischen Ayrton Senna und Alain Prost herrscht Krieg. Erbitterter Krieg. Die beiden McLaren-Piloten beherrschen wie schon in der Saison zuvor die Königsklasse nach Belieben. Doch der zweifache Weltmeister Prost fühlt sich von seinem Team plötzlich benachteiligt. Senna, der 1988 nur dank der damals gültigen Streichresultat-Regel den Titel holt, halte sich nicht an die internen Absprachen und habe schnelleres Material zur Verfügung.

Vor dem zweitletzten …

Artikel lesen