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Serbia's Novak Djokovic gestures to the chair umpire during his men's singles final against Austria's Dominic Thiem at the Australian Open tennis championship in Melbourne, Australia, Sunday, Feb. 2, 2020. (AP Photo/Dita Alangkara)
Novak Djokovic

Novak Djokovic macht sich Sorgen, dass es im Tennis eine Impfpflicht geben wird. Bild: AP

Impfgegner und wirre Theorien – diese Sportler sorgen mit ihren Corona-Aussagen für Wirbel

Seit mehreren Wochen ist das Coronavirus im Spitzensport das grosse Thema, auch die Stars äussern sich immer wieder dazu. Zuletzt sorgten mit Novak Djokovic, Jens Lehmann und Marat Safin gleich drei grosse Namen für Schlagzeilen.



Aufgrund des Coronavirus steht die Sportwelt in den meisten Teilen der Welt komplett stillt. Auch unter den Profis ist das Virus deshalb zu einem viel diskutierten Thema geworden. In den sozialen Netzwerken äussern sich immer wieder Sportler zum Thema – an diesem Wochenende haben gleich drei (ehemalige) Stars mit ihren Meinungen und Spekulationen für Wirbel gesorgt.

Novak Djokovic

Die serbische Weltnummer 1 war am Wochenende äusserst aktiv auf den sozialen Medien. Der «Djoker» streamte drei Live-Gespräche, eines mit Andy Murray, eines mit Stan Wawrinka und zum Schluss eines mit mehreren serbischen Tenniskollegen.

Djokovic im Gespräch mit seinen serbsichen Tennis-Kollegen. video: Facebook

Im dritten Stream wurde auch über die Wiederaufnahme des Tenniszirkus diskutiert, welche nicht vor Ende Juli stattfinden wird. Djokovic spekuliert, dass erst dann wieder Tennis gespielt werden kann, wenn es einen Impfstoff gegen das Virus gibt. Und sollte es diesen eines Tages geben, nimmt Djokovic an, dass er für alle Tennisprofis obligatorisch sein wird.

Diese Vorstellung gefällt dem Impfgegner jedoch nicht, wie er erklärt: «Ich bin persönlich gegen Impfungen und ich will nicht von jemanden dazu gezwungen werden, damit ich reisen kann.» Sollte die Impfung also obligatorisch werden, könnte es also sein, dass Djokovic vorerst darauf verzichten wird, auf der ATP-Tour zu spielen. So sagt der Serbe: «Ich werde eine Entscheidung treffen müssen. Ich habe meine Meinung zu dem Thema und ob sich diese irgendwann ändern wird, weiss ich nicht.»

Serbia's Novak Djokovic reacts during his men's singles final against Austria's Dominic Thiem at the Australian Open tennis championship in Melbourne, Australia, Sunday, Feb. 2, 2020. (AP Photo/Lee Jin-man)
Novak Djokovic

Novak Djokovic will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Bild: AP

Ob Djokovic die Entscheidung zwischen Impfung und Tennis irgendwann mal treffen muss, ist derzeit allerdings noch pure Spekulation. Die ATP hat sich noch in keiner Weise zu einer möglichen Impfpflicht geäussert.

Jens Lehmann

Auch der Fussball steht derzeit aufgrund des Coronavirus still – und eine Wiederaufnahme ist vorerst wohl auch nur mit Geisterspielen möglich, um die Ansteckungsgefahr so weit wie möglich zu verringern. Bei Spielen mit Zuschauern ist es im und vor dem Stadion kaum möglich, für den nötigen Mindestabstand zu sorgen.

Der ehemalige deutsche Nationalkeeper Jens Lehmann versteht dies allerdings nicht, wie er in der «Sport1»-Sendung «Doppelpass» erklärt: «Mir hat noch keiner erklären können, warum man in ein Stadion wie die Allianz Arena, das 70'000 Zuschauer fasst, nicht 20'000 Fans reinstecken kann.»

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Lehmanns Aussagen im Doppelpass. Video: YouTube/SPORT1

Zudem äussert Lehmann den Vorwurf, die Bevölkerung werde nicht ausreichend über das Virus informiert: «Ich glaube, dass wir sowohl von Politikern als auch von Virologen nicht genau Bescheid bekommen, wie es sich um das Virus verhält – um die Zahlen. Auch die Medien spielen natürlich ihren Teil.»

epa07329169 Augsburg's new assistant coach Jens Lehmann arrives for his team's training session in Augsburg, Germany, 29 January 2019. Former Arsenal FC goalkeeper Jens Lehmann was appointed assistant coach of the German Bundesliga soccer club FC Augsburg.  EPA/MARC MUELLER

Jens Lehmann arbeitete zuletzt als Co-Trainer beim FC Augsburg. Bild: EPA/EPA

Der ehemalige deutsche Nationaltorhüter spricht sich für eine sofortige Lockerung der Massnahmen aus: «Das ist ein extremer Eingriff in unsere Freiheitsrechte und es wundert mich, dass sich keiner auflehnt. Auf den Fussball und auf andere Wirtschaftszweige bezogen glaube ich, dass man vielleicht den Fehler macht, zu lange zu sagen: ‹Wir halten es geschlossen›. Weil dadurch geht extrem viel kaputt - jeder Tag kostet uns Milliarden.»

Marat Safin

Noch einen Schritt weiter als Djokovic und Lehmann geht mit Marat Safin eine ehemalige Weltnummer 1 im Tennis. Der 2009 zurückgetretene Russe äusserte in einem Instagram-Interview mit sports.ru seine wilden Verschwörungstheorien zum Coronavirus: «Schon 2015 hat Bill Gates erklärt, dass die nächste Bedrohung kein Krieg, sondern ein Virus ist. Ich denke nicht, dass er das angenommen hat, er hat das gewusst.»

MELBOURNE, AUSTRALIA - JANUARY 30:  Marat Safin of Russia holds the trophy aloft after winning the Men's Final against Lleyton Hewitt of Australia during day fourteen of the Australian Open Grand Slam at Melbourne Park January 30, 2005 in Melbourne, Australia. (Photo by Clive Brunskill/Getty Images)

Marat Safin nach seinem Sieg bei den Australian Open 2005. Bild: Getty Images AsiaPac

Safin sieht sich und den Rest der Welt als Opfer einer akribisch geplanten Aktion: «Ich denke, die Leute sollen alle einen Chip erhalten. Die ganze Welt ist im Lockdown, damit alles klappt. Am WEF in Davos wurde die Situation simuliert, zwei Wochen nachdem das Virus bekannt wurde.»

Hinter der Aktion sieht Safin eine Art verborgene Weltherrschaft: «Ich denke, es gibt Leute, die noch mächtiger sind als die Weltpolitiker, sie sind die wahren Herrscher des Geldes und können Dinge einfach beeinflussen. Nennt sie die Schatten-Regierung, nennt sie, wie ihr wollt. Ich denke, wir wissen nicht mal, dass sie existiert.»

Die Argumentation von Safin ist allerdings nicht nur fragwürdig sondern teilweise auch falsch. Das WEF etwa fand nicht zwei Wochen vor dem Bekanntwerden des Virus statt, sondern gleichzeitig mit dem Lockdown im chinesischen Wuhan.

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