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US Open, Halbfinals

Djokovic – Monfils 6:3 6:2 3:6 6:2
Wawrinka – Nishikori 4:6 7:5 6:4 6:2

Stan Wawrinka, of Switzerland, reacts after winning the third set against Kei Nishikori, of Japan, during the semifinals of the U.S. Open tennis tournament, Friday, Sept. 9, 2016, in New York. (AP Photo/Julio Cortez)

Da müssen die Emotionen raus: Stan Wawrinka steht erstmals im US-Open-Final. Bild: Julio Cortez/AP/KEYSTONE

«Ich musste leiden und das akzeptieren» – Stan the man verdient sich den Final gegen Djokovic

Stan Wawrinka steht zum ersten Mal im Endspiel beim US Open. Der Romand bezwingt Kei Nishikori dank starker Leistung trotz Rückstand in vier Sätzen. Dort trifft er auf Novak Djokovic. Dieser setzt sich in einem bizarren Halbfinal in vier Durchgängen gegen die Psycho-Tricks und Chaos-Taktik von Gael Monfils durch.



Stan Wawrinka steht in seinem dritten Grand-Slam-Final. Erstmals gelingt der Weltnummer 3 die Endspiel-Teilnahme beim US Open. Der Schweizer hat damit am Sonntag ab 22 Uhr gegen Novak Djokovic die Möglichkeit, seinen dritten Major-Titel zu feiern. Die Bilanz gegen den Serben sieht mit 4:19 zwar düster aus. Aber im Halbfinal wackelte Djokovic, während Wawrinka nach Startproblemen zu Hochform auflief.

Kei Nishikori startet unglaublich stark. Bei eigenen Services ist er unantastbar, Wawrinka nimmt er den Service zum 3:2 ab und bringt den Vorsprung zum 6:4 im ersten Satz über die Runden.

Stan Wawrinka, of Switzerland, returns a shot to Kei Nishikori, of Japan, during the semifinals of the U.S. Open tennis tournament, Friday, Sept. 9, 2016, in New York. (AP Photo/Julio Cortez)

Stan Wawrinka: Im ersten Satz chancenlos, danach ist er aber im Spiel. Bild: Julio Cortez/AP/KEYSTONE

Im zweiten Durchgang kommt Wawrinka mit dem sofortigen Rebreak zum 2:2 auch im Match an. In der Folge wehrt der Schweizer beim Stand von 3:3 vier Breakbälle ab, drei davon in Serie. Nachdem der Romand auch beim 4:4 Breakbälle abwehrte, kam er besser auf. Den ersten Satzball bei 5:4 verpasste er noch, doch den zweiten zum 7:5 holte er sich mit dem Servicedurchbruch.

Stan «on fire»

Satz 3 scheint eine klare Angelegenheit zu sein. Wawrinka schafft das Break zum 3:1, spielt stark und hat zwei Breakbälle in Serie zum 5:1. Doch Nishikori wehrt beide ab und schafft seinerseits den Servicedurchbruch zum 3:4. Danach wird die Partie kurz unterbrochen, weil das Dach geschlossen wird.

epa05532699 Stan Wawrinka of Switzerland loses his grip on his racquet as he hits a return to Kei Nishikori of Japan during their semifinal round match on the twelfth day of the US Open Tennis Championships at the USTA National Tennis Center in Flushing Meadows, New York, USA, 09 September 2016.  The US Open runs through September 11.  EPA/BRIAN HIRSCHFELD

Hoppla! Wawrinka verliert bei einem Return das Racket. Der Punkt ist weg, aber sonst alles auf der Reihe. Bild: BRIAN HIRSCHFELD/EPA/KEYSTONE

Nach der Pause erlebt Nishikori ein Zwischenhoch und schnuppert am Break zum 5:4. Doch Wawrinka zieht den Kopf aus der Schlinge, sichert sich das Game und nutzt wenig später seinen zweiten Satzball bei Aufschlag des Japaners zum 6:4. Und was kommt dann? Genau: Die Finger-an-die-Stirn-Geste.

Stan Wawrinka, of Switzerland, reacts after winning the second set against Kei Nishikori, of Japan, during the semifinals of the U.S. Open tennis tournament, Friday, Sept. 9, 2016, in New York. (AP Photo/Julio Cortez)

Bild: Julio Cortez/AP/KEYSTONE

Jetzt war Wawrinka «on fire». Die ersten zwölf Punkte im vierten Durchgang liess er sich notieren und zog mit einem Break auf 3:0 davon. Stehaufmännchen Nishikori kam zwar nochmals auf 2:3 heran, aber Wawrinka gelingt nach genau drei Stunden Spielzeit das erneute Break zum 4:2. Danach ist der Widerstand gebrochen. Wawrinka nutzt seinen zweiten Matchball zum Sieg.

«Ich bin immer bereit, wenn ich happy bin auf dem Platz.»

Stan Wawrinka

«Es waren schwierige Bedingungen», sagt der Romand nach dem Spiel, heiss und feucht sei es gewesen. «Kei war von Anfang an gut und diktierte das Spiel», darum sei für ihn der Schlüssel gewesen, noch aggressiver, noch härter zu spielen, um es dem Japaner ebenfalls «unangenehm zu machen».

«Ich musste leiden und das akzeptieren», sagt Wawrinka, dem das gelang und der darum berechtigterweise stolz auf sich sein kann. Den bevorstehenden Final kann er trotz seiner negativen Direktbilanz mit Djokovic positiv angehen: Seine letzten zehn (!) Finals hat der Waadtländer nämlich gewonnen. «Ich bin immer bereit, wenn ich auf dem Platz happy bin», schliesst er das Platzinterview verheissungsvoll.

Djokovic siegt trotz Monfils' Chaostaktik

So einfach wie in diesem Jahr in New York schaffte es Djokovic noch nie in einen Grand-Slam-Final. Für die sechs Siege stand er gerade mal 8 Stunden und 58 Minuten auf dem Platz. Dreimal profitierte die Weltnummer 1 von Verletzungen seiner Gegner, im Halbfinal davon, dass Gaël Monfils in seinem erst zweiten Grand-Slam-Halbfinal überfordert war. Und doch musste der Serbe im Halbfinal gegen Monfils leiden, ehe er seinen 13. Sieg im 13. Duell mit «La Monf» im Trockenen hatte.

Sept 9, 2016; New York, NY, USA;  
Novak Djokovic of Serbia playing Gael Monfils of France on day twelve of the 2016 U.S. Open tennis tournament at USTA Billie Jean King National Tennis Center. Mandatory Credit: Robert Deutsch-USA TODAY Sports

Gesiegt hat er, überzeugt nicht. Bild: X02835

Monfils' Psychospielchen

Die ersten zwei Sätze waren eine überraschend klare Sache für Djokovic. Speziell dabei: Als Monfils im ersten Satz 1:5 zurück lag und Djokovic bei eigenem Aufschlag 40:0 führte, stand der Franzose demonstrativ schon beim 1. Aufschlag ins Feld hinein und wartete anteilslos, als käme bald ein Bus.

Djokovic gesteht nach der Partie, dass er angesäuert war von Monfils' Taktik.

Doch Djokovic liess sich durch die grenzwärtige Aktion verwirren, kassierte das Break und wehrte einen Breakball zum 4:5 ab, bevor er den Satz holen konnte. Monfils erklärte nach der Partie, es sei eine taktische Variante gewesen. Djokovic ärgerte sich an der Pressekonferenz, dass er sich davon beeinflussen liess.

epa05532491 Novak Djokovic of Serbia receives treatment for his shoulder as he plays Gael Monfils of France during their semifinal round match on the twelfth day of the US Open Tennis Championships at the USTA National Tennis Center in Flushing Meadows, New York, USA, 09 September 2016.  The US Open runs through September 11.  EPA/JOHN G. MABANGLO

Wie fit ist Novak Djokovic? Im Halbfinal musste er sich zweimal an den Schultern pflegen lassen. Bild: JOHN G. MABANGLO/EPA/KEYSTONE

Als er auch im dritten Durchgang sogleich 2:0 in Führung ging, schien er zu einem weiteren lockeren Sieg zu spazieren. Monfils, der den Halbfinal ohne Satzverlust erreicht hatte, leistete aber doch noch ein wenig Widerstand. Der Franzose gewann praktisch aus heiterem Himmel fünf Games in Folge und später den Satz.

Djokovic zerreisst kurz vor Ende des dritten Satzes aus Frust sein Shirt.

Extrem bizarre Situationen

In einem der bizarrsten Halbfinals der jüngeren Geschichte schienen beide Spieler zu leiden. Djokovic liess sich an der linken Schulter behandeln, im vierten dann auch noch an der rechten. Und Monfils hinkte zwischen den Ballwechseln und fasste sich immer wieder ans Knie. So konnte keiner konstant gut spielen und sich entscheidend absetzen.

Gael Monfils, of France, wipes sweat from his face between serves from Novak Djokovic, of Serbia, during the semifinals of the U.S. Open tennis tournament, Friday, Sept. 9, 2016, in New York. (AP Photo/Darron Cummings)

Was für ein Auftritt von Gael Monfils! Im ersten Satz wirkte er völlig lustlos, danach liess er sich oft ewig Zeit und ab dem 3. Satz hatte er scheinbar ein Problem mit seinem linken Knie. Bild: Darron Cummings/AP/KEYSTONE

Grosses Fragezeichen zu Djokovics Fitnessstand

Am Ende hatte Djokovic den grösseren Siegeswillen und rettete sich nach einem Break zum 4:2 im vierten Satz über die Ziellinie. Er steht im Final, über seinen Form- und Fitnessstand herrscht jedoch absolute Ungewissheit. Nicht zum ersten Mal zeigte er sich verwundbar bei grosser Hitze und Luftfeuchtigkeit. Und vor allem plagt er sich offensichtlich mit allerlei kleinen Blessuren herum.

epa05532287 Gael Monfils of France hits a return to Novak Djokovic of Serbia during their  semifinal round match on the twelfth day of the US Open Tennis Championships at the USTA National Tennis Center in Flushing Meadows, New York, USA, 09 September 2016.  The US Open runs through September 11.  EPA/JOHN G. MABANGLO

Es grenzte an Majestätsbeleidigung: Ab dem 1:5 im ersten Satz stand Monfils beim Return da, als würde er auf den Bus warten und nahm den Ball auch beim ersten Service im Feld drin. Bild: JOHN G. MABANGLO/EPA/KEYSTONE

Dass er es dennoch in seinen 21. Grand-Slam-Final schaffte – und am Sonntag seinen dritten US-Open-Titel anvisieren kann –, spricht ebenso für seine Entschlossenheit wie für die Schwäche seiner Gegner am diesjährigen Turnier. Im Final trifft er auf den Schweizer Stan Wawrinka oder den Japaner Kei Nishikori.

Das Leiden der Tennisnation Frankreich geht weiter. Seit 1983 stand nun 26 Mal ein Franzose im Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers, Yannick Noahs Triumph am French Open ist aber noch immer das letzte Mal, dass einer den Titel holte. (fox/drd/sda)

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