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2016 Rio Olympics - Boxing - Quarterfinal - Men's Bantam (56kg) Quarterfinals Bout 223 - Riocentro - Pavilion 6 - Rio de Janeiro, Brazil - 16/08/2016. Vladimir Nikitin (RUS) of Russia reacts next to Michael Conlan (IRL) of Ireland. REUTERS/Peter Cziborra FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS.

Der blutende Nikitin ist der Sieger, Verlierer Conlan kann es nicht fassen. Bild: PETER CZIBORRA/REUTERS

Das unsägliche Box-Drama geht weiter, und es wird für «Betrugsopfer» Conlan immer bitterer

Der russische Boxer Wladimir Nikitin wurde im Viertelfinal gegen den Iren Michael Conlan zum Sieger ernannt. Dieser witterte Betrug und tobte fürchterlich. Vielleicht zu recht: Denn nun ist Nikitin zu angeschlagen, um in Rio nochmals boxen zu können.



Michael Conlan kam nach Rio, um Gold zu gewinnen. Doch für den Bantamboxer (bis 56 kg) war im Viertelfinal Schluss, der Weltmeister aus Irland kassierte eine höchst umstrittene Niederlage. Die Kampfrichter riefen Wladimir Nikitin zum Sieger aus, obwohl der Russe in den Augen vieler Beobachter der unterlegene Boxer war.

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Conlan teilt im Interview aus: Der Verband sei nichts als «eine Bande verdammter Betrüger». streamable

Der Ausgang des Fights hatte erste Konsequenzen für mehrere Funktionäre des ausrichtenden Boxverbands AIBA: Sie wurden nach Hause geschickt. Es habe «eine Handvoll Entscheide» gegeben, welche «nicht auf dem erwarteten Niveau» gewesen seien, so der Verband.

An den Fehlurteilen wird indes im Nachhinein nichts geändert. «Sie schicken Richter heim, die Träume zerstört haben», twitterte Michael Conlan daraufhin und fragte: «Was ist mit den Leuten, deren Träume zerstört wurden?»

Kleines Game

Der irische Sender RTE hat ein kleines, aber witziges Game produziert. Man muss versuchen, Nikitin zu schlagen. Natürlich ist dies unmöglich.  »Zum Game

Gesicht «völlig kaputt»

Für den Verlierer Conlan extrem bitter ist eine andere Meldung. Nämlich die, dass sein Bezwinger Nikitin zu viele Blessuren habe, um weiterkämpfen zu können. Er müsse für den Halbfinal-Kampf gegen den Amerikaner Shakur Stevenson Forfait geben, sagte US-Trainer Billy Walsh zur Plattform «Stiff Jab».

Stevenson zieht deshalb kampflos in den Final ein – und der verhinderte Gegner Nikitin erhält die Bronzemedaille, weil es keinen Kampf um Platz 3 gibt und deshalb im Boxen beide Halbfinal-Verlierer Edelmetall erhalten. Nikitins Gesicht sei nach dem Sieg gegen Conlan «völlig kaputt» gewesen, werden russische Betreuer zitiert.

Russia's Vladimir Nikitin reacts as he won a men's bantamweight 56-kg quarterfinals boxing match against Ireland's Michael John Conlan at the 2016 Summer Olympics in Rio de Janeiro, Brazil, Tuesday, Aug. 16, 2016. (AP Photo/Jae C. Hong)

Nikitin sah gegen Conlan tatsächlich nicht wie ein Sieger aus. Bild: Jae C. Hong/AP/KEYSTONE

Trost für den Verlierer

Conlan hat sich nach dem ersten grossen Frust mit dem Ausscheiden abgefunden. Er teilte ein Foto, das ihn mit der Familie am Strand zeigt.

Trost erhielt Conlan auch von einem Fünfjährigen. Dieser schickte ihm einen handgeschriebenen Brief und legte eine Medaille bei, die er bei einem Schul-Wettkampf gewonnen habe. «Ich habe deinen Kampf gesehen und du hättest gewinnen müssen, denn du bist der beste Boxer der Welt», schrieb der kleine Fan dazu.

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zappeli 18.08.2016 11:48
    Highlight Highlight Immer diese Anti-Russland-Propaganda! Der Mann hat sich sein Gesicht ruinieren lassen. Dafür hat er ja wohl eine Medaille verdient! Oder ... Moment ... worum gings im Boxen nochmal?
    • H1o 18.08.2016 14:56
      Highlight Highlight es ^geht im Boxen doch darum sich nicht vermöbeln zu lassen, und dafür den anderen zu vermöbeln.. dachte ich zumindest..
      Die Logik das es darum geht, wer am meisten sein Gesicht ruiniert, war mir bisher unbekannt.. wieder mal was dazu gelernt^^
    • Citation Needed 19.08.2016 11:46
      Highlight Highlight zappeli: man muss schon einstecken können. Punkte kriegst Du aber insbesondere für (sauber) gelandete Treffer. Verteidigung wird auch bewertet. So gut kann die aber nicht gewesen sein, wenn der so viel Haue kassierte. Weitere Kriterien sind der kämpferische Auftritt und die Ringbeherrschung. Aber auch hier kann ich mir nicht vorstellen, dass man dominiert und trotzdem vermöblet wird. Der Reglementewirrwarr im Boxen ist krass, in diesem Fall sind sich aber ziemlich alle Experts einig: der Entscheid ist aus rein sportlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Das ist schlecht, ob Russe oder nicht.
  • Hayek1902 18.08.2016 10:13
    Highlight Highlight Wenigstens wird dem russischen Betrüger der Kopf noch lange schmerzen und mit ein bisschen Glück wird er noch Jahre lang die Spuren seines Betrugs im Spiegel sehen.
    • usehername 18.08.2016 12:20
      Highlight Highlight woher weisst du, dass es "sein betrug" war?
    • Against all odds 18.08.2016 12:23
      Highlight Highlight Die Betrüger waren wohl eher die Ringrichter.
    • Hayek1902 18.08.2016 14:23
      Highlight Highlight @ Radiochopf: Beweise kann ich keine Vorweisen, aber ich freue mich schon sehr, auf die Verleumdungsklage. Dann treffe ich die Hälfte aller Watson Kommentatoren im Knast.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Calvin Whatison 18.08.2016 10:12
    Highlight Highlight Hammer die Geste des Fünfjährigen der schon zur Schule geht und eine solche Handschrift hat, Wunderkind! Aber sehr sympathisch. Für den Russen freuts mich auch 👍☺️
    • Fumo 18.08.2016 10:29
      Highlight Highlight Du glaubst die Geschichte? Süss ;)
      Ein fünf jährigen kann ja auch schon gut beurteilen was ein guter Boxkampf ist und so... klar.
    • Citation Needed 18.08.2016 11:27
      Highlight Highlight Sugarbaby. Ironie ist ein hochstehendes Stilmittel, das Du nicht einfach so undeklariert verwenden solltest! (<--haha, das war jetz imfall AUCH ironisch! :-))
    • elmono 18.08.2016 21:24
      Highlight Highlight @ Edward Grey: Am besten gleich die Babys an die ,,Lernmaschine,, anschliessen, sodass wir ja nicht den Anschluss verlieren. Aber ernsthaft, als wirtschaftsinformatik Masterabgänger einer staatlichen Fachhochschule, welcher bei einer grösseren Consultingbude gearbeitet hat, kam ich in London und Frankfurt in Kontakt mit studierten Mitarbeitern aus UK, Holland, Belgien und Deutschland. Das Niveau dieser Mitarbeiter war jetzt nicht wirklich berauschend. Sprich schulische Leistungen sind gut und recht, ob jemand dann auch arbeiten/liefern kann, ist wiederum eine ganz anderes Thema.
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  • Gren-D 18.08.2016 09:54
    Highlight Highlight Life's a Beach... Genial, der Typ hat Klasse und Humor!

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