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2016 Rio Olympics - Artistic Gymnastics - Final - Women's Vault Final - Rio Olympic Arena - Rio de Janeiro, Brazil - 14/08/2016. Giulia Steingruber (SUI) of Switzerland competes.  REUTERS/Marko Djurica FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS.

Perfekt gestanden: Guilia Steingruber überzeugte im Final bei beiden Sprüngen. Bild: MARKO DJURICA/REUTERS

Fünfte Medaille für die Schweiz! Steingruber holt Olympia-Bronze am Sprung

Giulia Steingruber holt die erste Olympia-Medaille einer Schweizer Kunstturnerin in der Geschichte. Sie gewinnt am Sprung in der Rio Olympic Arena hinter Simone Biles und Maria Paseka Bronze.

14.08.16, 20:46 15.08.16, 06:27


Als die Note der Inderin Dipa Karmakar auf dem Videoscreen der Rio Olympic Arena erschien und klar war, dass Steingruber mindestens Bronze gewinnen würden, fielen sich die Ostschweizerin und ihr Trainer Zoltan Jordanov um den Hals und umarmten sich lange. Nach Jahren des Trainings, der Entbehrungen, des Schweisses, der Schmerzen, aber auch des Erfolgs hatten die beiden ihr grosses Ziel erreicht: den Gewinn einer Olympia-Medaille. «Es ist wunderschön, diese Medaille um den Hals zu tragen», sagte Steingruber. «Sie ist die Belohnung für die harte Arbeit.»

epa05484267 Giulia Steingruber of Switzerland reacts after an attempt during the women's Pole Vault Final competition of the Rio 2016 Olympic Games Artistic Gymnastics events at the Rio Olympic Arena in Barra da Tijuca, Rio de Janeiro, Brazil, 14 August 2016.  EPA/TATYANA ZENKOVICH

Giulia Steingruber freut sich mit ihrem Trainer Zoltan. Jordanov. Bild: TATYANA ZENKOVICH/EPA/KEYSTONE

Fünf EM-Titel und insgesamt neun EM-Medaillen hatte Steingruber seit 2012 gewonnen, Edelmetall auf der Weltbühne, an Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, war der erfolgreichsten Schweizer Kunstturnerin der Geschichte aber bislang verwehrt geblieben.

Am Sonntag füllte die dreifache Sprung-Europameisterin diese Lücke in ihrem Palmarès. Hinter der einmal mehr überragenden Simone Biles und nur 0,037 Punkte hinter der russischen Weltmeisterin Maria Paseka sicherte sie sich Olympia-Bronze. Es war die 49. Olympia-Medaille in der Geschichte des STV, die erste aber für eine Frau, nachdem Romi Kessler an den Spielen 1984 in Los Angeles und Ariella Kaeslin 2008 in Peking in einem Gerätefinal Platz 5 belegt hatten.

Qualität anstatt Risiko

Dass Steingruber gleich bei der ersten sich ihr bietenden Gelegenheit – sie tritt am Dienstag auch noch im Boden-Final an – die Chance am Schopf packen würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Zum einen trat sie aufgrund des geringeren Schwierigkeitsgrades ihrer beiden Sprünge im Vergleich zur Konkurrenz als Aussenseiterin an, zum anderen war ihr das Abschlusstraining am Samstag komplett missglückt. Und auch im Mehrkampf-Final am Donnerstag (10.) hatte sie nicht den besten Eindruck hinterlassen.

Am Tag X war die Ostschweizerin aber bereit. Sie verzichtete wie angekündigt auf ihren neuen Sprung, den Tschussowitina mit einer zusätzlichen halben Schraube, zeigte dafür den Tschussowitina, den sie aus dem Effeff beherrscht, wie auch den Jurtschenko mit der Doppelschraube nahezu in Perfektion. Die dreifache Sprung-Europameisterin erhielt dafür 15,216 Punkte, womit sie beinahe auch noch die russische Weltmeisterin Paseka abfing. Die neue Olympiasiegerin Simone Biles turnte einmal mehr in einer eigenen Liga und holte ihr drittes Gold in Rio.

2016 Rio Olympics - Artistic Gymnastics - Final - Women's Vault Final - Rio Olympic Arena - Rio de Janeiro, Brazil - 14/08/2016. Simone Biles (USA) of USA celebrates winning the gold in the women's vault final. REUTERS/Mike Blake TPX IMAGES OF THE DAY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS.

Auch am Sprung unschlagbar: Simone Biles. Bild: MIKE BLAKE/REUTERS

Die Taktik, anstatt auf Risiko auf Qualität zu setzen, zahlte sich nicht zum ersten Mal für Steingruber und Jordanov aus. Die Nordkoreanerin Hong Un-jong, die den Wettkampf eröffnet hatte, stürzte bei ihrem neuen Sprung und vergab damit nicht nur ihre Chance auf den zweiten Olympiasieg nach 2008, sondern auch die zuvor sicher geglaubte Medaille. (sda)

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Micha Moser 14.08.2016 23:32
    Highlight Was habe ich mit ihr mitgezittert! Gratulation Giulia ❤️
    14 1 Melden
  • AJACIED 14.08.2016 22:02
    Highlight Ganz geil Giulia.
    Ich gönne es ihr Mega 🙌🙌.
    31 2 Melden
  • E-Lisa 14.08.2016 21:17
    Highlight "Steingruber hatte wie angekündigt auf ihren neuen Sprung, den Tschussowitina mit einer zusätzlichen halben Schraube, verzichtet und zeigte dafür den Tschussowitina wie auch den Jurtschenko mit der Doppelschraube nahezu in Perfektion."

    Ihr neuer Sprung heisst doch "Steingruber", was den Satz auch sinnvoller machen würde 😁

    War super spannend zum zuschauen, besonders weil die ersten gepatzt haben und man die Medaille für Giuila dann förmlich riechen konnte. Weltklasse Giulia 💚
    38 1 Melden
    • Merida 14.08.2016 22:16
      Highlight Der neue Sprung wird erst Steingruber heissen, wenn sie ihn an einem Wettkampf gestanden hat...
      Wäre super, wenn ihr das mal gelingen würde. Die Entscheidung heute war aber "bronzerichtig"😉.
      Herzliche Gratulation Julia! Alles richtig gemacht!
      28 1 Melden

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