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2016 Rio Olympics - Golf - Preliminary - Training session - Olympic Golf Course - Rio de Janeiro, Brazil - 06/08/2016. A general view of the Olympic rings from the golf course. REUTERS/Andrew Boyers FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS.

In Rio geht die olympische Sonne unter – und was geschieht mit den teuren Sportstätten? Bild: ANDREW BOYERS/REUTERS

Sportzentren, Schulen, Grillplätze – so soll verhindert werden, dass Rio ein zweites Athen wird

Die Sportanlagen der Olympischen Spiele in Rio sollen nicht verlottern und ungenutzt Geld verschlingen. Entstehen sollen unter anderem Leistungs- und Schulzentren, aber auch Grillplätze. Für das Schweizer IOC-Mitglied René Fasel «eine grosse Herausforderung».



Die Kritik im Vorfeld der Spiele war unüberhörbar. Brasilien steckt wirtschaftlich in einer tiefen Rezession und politisch im Chaos. Die Spiele in Rio de Janeiro kosten über elf Milliarden Franken, 58 Prozent davon sind privat finanziert. Allein die Sportstätten haben rund zwei Milliarden gekostet.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes hat ein Konzept für den Weiterbetrieb der Anlagen entwickelt, damit es – anders als nach der Fussball-WM – möglichst keine Sportstätten gibt, die verlottern und ungebraucht Geld verschlingen. So sollen in den 37 Wettkampfstätten in vier Zentren unter anderem Leistungs- und Schulzentren, Grillplätze oder Konzertorte entstehen. Auch eine Familienklinik ist geplant.

2016 Rio Olympics - Olympic Park - Rio de Janeiro, Brazil - 31/07/2016.  General view of the Olympic Park venues.          REUTERS/Kevin Coombs

Der Olympia-Park von Rio: 60 Prozent sollen öffentlich genutzt werden, 40 Prozent für Wohnungen und kommerzielle Zwecke. Bild: KEVIN COOMBS/REUTERS

Zukunft für temporäre Bauten

Das Schweizer IOC-Mitglied René Fasel ist skeptisch. «Das wird eine grosse Herausforderung», sagte er am Sonntag in Rio zur Nachrichtenagentur SDA. «Ob solche Pläne gelingen, ist immer eine Frage der Finanzen.» Brasilien stecke wirtschaftlich in grossen Schwierigkeiten und habe zudem politische Probleme. «Aber ich hoffe sehr, dass die Pläne eingehalten werden.»

Das IOC habe schon vor den Spielen viel investiert. Die Hände seien den Verantwortlichen aber gebunden – obwohl es immer das Ziel sei, bei den aktuellen Spielen alles besser zu machen als bei früheren, und die Organisatoren auch vor Fallstricken gewarnt würden.

Als Negativbeispiel dienen dem 66-jährigen Freiburger die Sommerspiele 2004 in Athen. Seit Griechenland pleite ist, wird nichts mehr in den Erhalt des Olympia-Geländes investiert. Die Stadien verlottern. «Sehr traurig», sagt Fasel. «Ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte.» Positiv sieht er hingegen Sotschi. Im Vorfeld der Winterspiele 2014 waren grosse Fragezeichen im Umgang Russlands mit den Sportstätten aufgetaucht. Er sei mehrmals dort gewesen, sagt Fasel, die Anlagen würden nach wie vor genutzt.

Einfach aufgebeben: Die olympischen Stadionruinen von Athen

Das wirksamste Mittel, um marode Stadien wie in Athen zu verhindern, besteht laut Fasel darin, internationale Sportverbände zu überzeugen, Wettkämpfe weiterhin in Rio auszutragen. Zudem sieht er Potenzial in temporären Anlagen wie der Beachvolleyball-Arena an der Copacabana. Das koste zwar am Anfang mehr, aber immer noch weniger, als wenn fest gebaute Anlagen verlottern.

Apartments für wenige, Metro für alle

Für die Wettkampfstätten hat Bürgermeister Paes einiges vorgesehen. So soll im Olympia-Park ein grosses Leistungssport- und Schulzentrum entstehen. Bisher fehlen in Brasilien professionelle Trainingsbedingungen für olympischen Spitzensport. 60 Prozent des Parks sollen öffentlich genutzt werden, 40 Prozent für Wohnungen und kommerzielle Zwecke. Carioca 1, wo Basketball gespielt wurde, wird zurückgebaut und soll unter anderem für Konzerte und Messen genutzt werden.

Carioca 3, wo Fechten und Taekwondo ausgetragen wurden, soll in eine Schule für 850 Schüler umgebaut werden, in der es neben dem Unterricht Trainingsmöglichkeiten in zehn Disziplinen geben soll.

Zudem sollen mehrere Anlagen in professionelle Sportstätten umgebaut werden, da es für gewisse Sportarten wie etwa den Bahnradsport keine Stadien auf hohem Niveau gibt. In der Handball-Arena hingegen sollen in vier öffentlichen Schulen Schüler unterrichtet werden.

General view of athletes' accommodation can be seen during a guided tour for journalists to the 2016 Rio Olympics Village in Rio de Janeiro, Brazil, July 23, 2016. REUTERS/Ricardo Moraes

Schade! Aus dem olympischen Dorf werden Luxusapartments. Bild: RICARDO MORAES/REUTERS

Wo bis am Sonntag in den Anlagen von Deodoro Reiter, Mountainbiker oder Kanuten gegeneinander antraten, soll auch die Bevölkerung künftig profitieren: mit einem See, der als Schwimmbad genutzt werden kann, und einem Park mit Sportmöglichkeiten und Grillplätzen. Ferner ist auf dem Gelände eine grosse Familienklinik geplant.

Zumindest ein Teil der brasilianischen Oberschicht hat künftig auch vom olympischen Dorf etwas: In den 31 Hochhäusern sollen die Zimmer der Athleten zu Luxusapartments ausgebaut und teuer verkauft werden. Eine breitere Schicht kommt in den Genuss eines besseren öffentlichen Verkehrs. Denn trotz grosser Bedenken ist die Metro noch in letzter Sekunde vor der Eröffnung der Spiele fertig geworden. Waren bis vor sieben Jahren erst 16 Prozent der Bewohner Rios an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen, sind es nun rund zwei Drittel. (pre/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ketchum 23.08.2016 09:11
    Highlight Highlight Der Wahnsinn ist doch, dass für jedes Softball-Turnier ein Stadion hingestellt wird. Auch in Rio wird's in 10 Jahren nicht anders aussehen. Ein Hohn ist, dass an der Eröffnungsfeier Nachhaltigkeit propagiert wird. Es wäre wohl besser, Olympia auf ein paar fixe Standorte zu beschränken. Im Winter z.B. wäre Innsbruck dafür prädestiniert.
  • Jsgkl 23.08.2016 08:25
    Highlight Highlight Finde ich super, was in Athen mit den Gebäuden passierte ist eine Schande.

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