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Judo-Medaillengewinner wird in Rio verprügelt – ähm, wieso macht man denn eigentlich Judo?



Wer an Judo denkt, denkt an Kampf und an Selbstverteidigung. Momentan duellieren sich die Besten der Branche an den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro und einer der Besten dieser Besten ist Dirk van Tichelt. Der Belgier feierte soeben den grössten Erfolg seiner Karriere, er holte Bronze in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm. 

epa05466187 Dirk Van Tichelt of Belgium reacts after winning his bout against Miklos Ungvari of Hungary for the bronze medal round in the men's -73kg bout of the Rio 2016 Olympic Games Judo events at the Carioca Arena 2 in the Olympic Park in Rio de Janeiro, Brazil, 08 August 2016.  EPA/ORLANDO BARRIA

Van Tichelts Freudenschrei nach dem Sieg über den Ungarn Miklos Ungvari und dem Gewinn der Bronzemedaille.  Bild: EPA/EFE

Nach dem Höhenflug in der Halle festete der 32-Jährige am Montag mit seinem Trainingspartner Matthias Casse an der Copacabana. Dabei klaute ein «leichtes Mädchen» Casses iPhone, wie die Zeitung «Extra» meldet. Details dazu gibt es keine. Zur Geschichte danach hingegen schon. Weil van Tichelt und Casse vermuteten, die Diebin sei in ein Hotel in Strandnähe geflüchtet, wollten sie gemeinsam in dieses eindringen. 

«Nein, van Tichelt ist nicht von einem Callgirl geschlagen worden.»

Luc Rampaer, olympisches Komitee Belgien

Die beiden Judokas machten die Rechnung allerdings ohne den Rezeptionisten. Dieser liess die beiden nicht einfach ins Hotel und verpasste van Tichelt ein blaues Auge. Die Verletzung war so gravierend, dass der frisch gebackene Medaillengewinner ins Spital gebracht werden musste. Das olympische Komitee Belgiens bestätigte dies. 

Beim Pressetermin konnte van Tichelt wieder lachen. quelle: twitter

Am Dienstag kehrte van Tichelt zurück in die Judo-Arena und präsentierte sein blaues Auge. Es herrschte leichte Verwirrung: Gemäss belgischen Medien sagte er zuerst, das Veilchen habe er sich während eines Kampfes geholt. Luc Rampaer, der Sprecher des belgischen olympischen Komitees gab danach aber zu, dass van Tichelt «von jemand anderem ins Gesicht geschlagen worden sei». Und noch etwas stellte Rampaer klar: «Es war kein Callgirl; es war definitiv ein Mann, der ihn schlug.»

Ob der Rezeptionist auch ein Judo-Kämpfer ist oder sich nun überlegt, einer zu werden, ist unklar. So oder so ist die Geschichte aber ein guter Aufhänger, um aufzuzeigen, dass Judo übersetzt «Der sanfte Weg heisst» und, wie eingangs erwähnt, eine Selbstverteidigungs- und keine Angriffssportart ist. Auch wenn die Wettkämpfe heute körperlich äusserst hart geführt werden, ist die Sportart auf der Strasse wenig hilfreich. Wer sich auf handgreifliche Auseinandersetzungen vorbereiten will, geht besser ins Boxen. Van Tichelt ist der Vorfall offenbar trotzdem peinlich. Vielleicht wird er nach seiner Sportkarriere ja Rezeptionist. (feb)

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In Peking wurde van Tichelt auf der Matte von diesem Mann überlegen besiegt.  YouTube/Judovision

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 10.08.2016 22:09
    Highlight Highlight Bei TKKG hat das mit Judo im Strassenkampf immer wunderbar funktioniert.
    • dommen 10.08.2016 23:55
      Highlight Highlight Ja. Tarzan konnte kaum mehr gehen vor lauter Kraft und hat jeden umgehauen, der ihm schel kam oder seine Tussi angeglotzt hat.
    • Pana 11.08.2016 00:43
      Highlight Highlight Die Zeiten haben sich geändert. Heutzutage wäre er täglich in den Blick Schlagzeilen: "Prügel-Depp hat wieder zugeschlagen!"
  • Jonas Schärer 10.08.2016 19:19
    Highlight Highlight PS:ein Wettkampfsportler sollte sich soweit unter kontrolle haben, dass er eben in solchen Situationen nicht sein volles können abruft... das könnte dann schnell lebensgefährlich werden...
    • Mia_san_mia 11.08.2016 04:22
      Highlight Highlight Jaaaaa klar, so ein Judotyp ist unglaublich gefährlich 😂😂😂
    • Jonas Schärer 11.08.2016 14:07
      Highlight Highlight Wennn dich ein Judoka richtig wirft und keine Ahnung hast wie reagieren dann gut Nacht... wie sieht das dann bei einem Karate, Kickbox oder Muay Thai Kämpfer aus??? Think before you write... das blaue Auge zäugt von Selbstbeherrschung...
    • Mia_san_mia 11.08.2016 18:09
      Highlight Highlight Nein das zeugt davon, dass er ein Weichei ist.
  • dommen 10.08.2016 19:12
    Highlight Highlight Ja gut. Der hat ihn unerwartet und aus dem Nichts eine reingedonnert. Bei sowas hilft wohl auch kein Judo...
  • Phrosch 10.08.2016 18:59
    Highlight Highlight Liebe Watsons, wäre es für euch denkbar, den Akkusativ wieder einzuführen und "die Rechnung ohne den Rezeptionisten" zu machen? Wenn ihr "Rezeptionist" schöner findet, klönt allenfalls der Satz so umgestellt werden, dass der Herr im Nominativ vorkommt.
    • Tomlate 10.08.2016 22:44
      Highlight Highlight Klönen ist auch ein schönes Wort 😊
  • Henzo 10.08.2016 17:59
    Highlight Highlight Judo, der sanfte weg... das ich nicht lache. Jeder der schon mal Judo oder Ringen trainiert hat, weiss dass das mit Sanftheit nur sehr wenig zu tun hat. Ich denke auch, dass Judo bei der Selbstverteidigung durchaus helfen kann ...ich möchte auf der Strasse nicht auf den Boden geworfen werden ...auch nicht sanft. Aber primär ist es ein Wettkampfsport und wenn man Selbstverteidigung lernen will, sollte man z.B. Krav Maga trainieren.
    • manhunt 10.08.2016 19:57
      Highlight Highlight ich habe in meiner jugend ca. judo praktiziert. um es in einer extremsituation anwenden zu können, müssen einige kriterien gegeben sein. so muss man etwa sein gegenüber richtig greifen können, auserdem sollte man auch in der richtigrn standposition sein. ansonsten ist es nutzlos. wirklich effiziente selbstverteidigung betreibt man mit dem von dir erwähnten krav maga, mit systema oder jiu jitsu.
    • Henzo 11.08.2016 04:55
      Highlight Highlight Ich hab Judo nur nebenbei als Unisport trainiert um mein Stand-Up im Brazilian Jiu Jitsu zu trainieren. Dort haben fast ausschluesslich Bodenkampf. Es ist auch ein Wettkampfsport, bei dem man auf esthetik pfeifft so lange es funktioniert. In meinen ersten Jahren im Sport traf ich gelegentlich auf Leute aus dem "normalen" Jiu Jitsu die an den selben Turnieren teilnahmen. Mein Eindruck war, dass man beim Jiu Jitsu mitspielen müsste damit es (am Boden) wirklich funktioniert ...ist sicher ein guter Sport ...aber für Selbstverteidigung gibts sicher besseres.
    • Henzo 11.08.2016 05:00
      Highlight Highlight DEN besten Kampfsport oder das beste Vertridigungssystem gibts wohl eh nicht
      ...was man wählen soll kommt immer drauf an was man für körperliche Attribute hat, was einem liegt und noch viel wichtiger: was Freude macht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cerberus 10.08.2016 17:07
    Highlight Highlight Trudi Gerster lässt grüssen.

    Das man auch als Judoka nicht davor gefeit ist, ist normal. Das eine Diebin in ein Hotel flüchter wo sie eben ganau nicht mehr flüchten kann.....völliger Quatsch. Wer schon mal an der Copacabana war, weiss wie "heiss" es dort zu und her geht.
  • sapperlot 10.08.2016 16:25
    Highlight Highlight Judo ist auch keine Selbstverteidigungssportart wie oben geschrieben, sondern ganz klar ein Wettkampfsport!
    Viele wissen das leider nicht. Wer also japanische Selbstverteidigung lernen will, sollte sich nach einem Ju-Jitsu Verein umsehen.
    • Felix Burch 10.08.2016 16:30
      Highlight Highlight Ich würde jetzt einmal behaupten, es ist Wettkampfsport und wird immer wieder als Selbstverteidigungssport angepriesen.
    • sapperlot 10.08.2016 16:45
      Highlight Highlight Da haben Sie wohl recht Herr Burch.

      Für alle die es interessiert, hier ein spannender Artikel zum Thema Selbstverteidigung:
      https://sjv.ch/Service/Berichte/2016/2016.05.21-Jiu-Jitsu-So-verteidigen-Sie-sich-am-besten-Gesundheitstipp
    • jion 10.08.2016 21:10
      Highlight Highlight naja ich geb' dir teilweise recht, sapperlot.
      Konzipiert als Selbstverteidigungssportart, wird Judo heute vielfach als Wettkampfsport betrieben und schon junge Judokas werden zu Turnieren geschickt..
      Empfehlen würde ich neben Ju-Jitsu auch Shotokan Karate. Es gibt zum Glück noch gute Dojos in der CH, in denen nicht der Wettkampf sondern die Schulung von Körper und Geist im Zentrum steht :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • MikoGee 10.08.2016 16:03
    Highlight Highlight Nur weil man Kampfsportler auf Olympianiveau ist, feit einen das nicht vor einem überraschenden/unerwarteten Angriff, vorallem wenn man gerade in einer "Verfolgungsjagd" eingespannt ist...mit einem Satz vor den Latz durch einen aussenstehenden Angestellten würde wohl niemand in so einer Situation rechnen...ausser der Rezeptionist steckt mit der jungen Dame unter einer Decke und kriegt eine Beteiligung am Verkauf des Gerätes! xD
    • Madison Pierce 10.08.2016 18:18
      Highlight Highlight Absolut. Der Geübte unterscheidet sich vom Laien nicht dadurch, dass er nie einen Schlag einsteckt. Sondern dass er den Schlag wegsteckt und den Kampf gewinnt.
  • Dingsda 10.08.2016 15:43
    Highlight Highlight Vielleicht hat er sich so sehr selbst verteidigt, dass er sich schlussendlich selbst geschlagen hat.
    User Image
  • baBIELon 10.08.2016 15:30
    Highlight Highlight Hab ichs doch gewusst! Judo ist ein Sport für weiche.. ehm ja, sag ich denen noch Männer? harrharr

Seit über 8 Jahren ohne Medaille – warum ich mit den Österreichern dennoch bald wilde Partys feiern werde

Österreich wartet immer noch auf seine erste Medaille an Sommerspielen seit Peking 2008. Na und? Das olympische Leben besteht gerade in Rio nicht nur aus Medaillen und ich muss mich deshalb wohl bald auf den Weg ins «Österreicher Haus» machen – da soll es hoch zu und hergehen.

Beim Frühstück treffe ich hin und wieder einen österreichischen Kollegen. Er hat andere journalistische Sorgen als ich. Sein Land leidet wieder einmal an der olympischen Depression. Seit 2008 (Peking) hat Österreich bei Sommerspielen keine Medaille mehr geholt. In keiner seiner Storys darf daher der Hinweis fehlen, wie lange man jetzt schon warte. Die Tage werden gezählt. Es sind inzwischen etwas mehr als 2900. Ob es noch für eine Medaille reiche, sei ungewiss. Er sehe eine …

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