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Benjamin Steffen ist nach der verpassten Bronze-Medaille untröstlich.
Benjamin Steffen ist nach der verpassten Bronze-Medaille untröstlich.Bild: EPA/EFE

Degenfechter Steffen verpasst Bronze und ist untröstlich: «Ich verspüre eine grosse Leere»

Als letzter Verbliebener der drei Schweizer Degenfechter hat Benjamin Steffen die Chance auf eine Olympia-Medaille im Einzel. Der Basler geht im Kampf um Bronze leer aus.
09.08.2016, 23:1410.08.2016, 06:48

Der bislang so wertvolle Schweizer Team-Fechter Benjamin Steffen wird Olympia-Vierter. Der Basler verpasst als bester Schweizer seine erste Einzel-Medaille an grossen internationalen Titelkämpfen so knapp wie nie zuvor.

Steffen verliert im Gefecht um Rang 3 ein Duell zweier Linkshänder gegen den Weltranglisten-Ersten Gauthier Grumier mit 11:15. Steffen kann im letzten Drittel noch um zwei Treffer auf 11:14 verkürzen, ehe Grumier das Gefecht mit 15:11 zu seinen Gunsten entscheidet. Während der Franzose seinen Erfolg feiert, weint Steffen bittere Tränen und muss sich von seinem Trainer trösten lassen.

Die Enttäuschung bei Steffen war riesig und auch beim Interview mit dem SRF noch nicht verflogen:«Ich verspüre eine grosse Leere. Ich hätte den Halbfinal gewinnen müssen. Gegen die Weltnummer 1 wusste ich, dass es enorm schwierig werden würde.»

Benjamin Steffen ist zum Heulen zu Mute.srf
Der entscheidende Treffer von Grumier.
srf

Im Gegensatz zu EM oder WM wird bei Olympia im Einzel der dritte Rang ausgefochten, andernfalls hätte Steffen Bronze geholt. In den Halbfinals war Steffen gegen Max Heinzers Bezwinger Park Sangyeong (20) ohne grosse Chance geblieben und war mit 9:15 unterlegen.

Davor hatte die bisherige Schweizer Nummer 3 mit zwei 15:14-Siegen zum Auftakt seine Nervenstärke bewiesen. Er bezwang den Amerikaner Jason Pryor sowie den ukrainischen Weltranglisten-Vierten und Team-Weltmeister Bogdan Nikischin jeweils mit 15:14 (nach Verlängerung).

Steffen wollte kein Geheimfavorit sein

Vor seinem Olympia-Debüt hatte Steffen trotz seinem 2. Rang beim diesjährigen Testevent in Rio nicht als Geheimfavorit gelten wollen. Als Nummer 13 der Welt war er indes auch im Einzel wieder in der Weltspitze angelangt. Der Basler war vor einer schweren Knieverletzung (2006) im Einzel bereits einmal in den Top 10 der Welt klassiert gewesen.

Lange Zeit war Steffen bei der FG Basel ein Hauptsparringpartner von Marcel Fischer, der 2004 Olympia-Gold in Athen geholt hatte. Steffen, der mit dem Wohnmobil nach Griechenland gereist war, um seinen Kollegen vor Ort anzufeuern, war einer der ersten Gratulanten von Fischer. «Beni hat seinen Anteil an dieser Medaille», betonte der damalige Nationaltrainer Rolf Kalich.

Die Luft ist raus: Benjamin Steffen verliert den wichtigsten Kampf
Die Luft ist raus: Benjamin Steffen verliert den wichtigsten KampfBild: KEYSTONE

Steffens erster Gross-Erfolg mit dem Team war der Team-EM-Titel mit Fischer im Jahre 2004 in Kopenhagen. Zahlreiche Team-Erfolge (u.a. drei EM-Titel und zweimal WM-Bronze) kamen hinzu. Doch eine EM- oder WM-Medaille im Einzel blieb Steffen versagt. 2013 scheiterte er an den EM in Zagreb nur knapp, als er in den Viertelfinals ausschied und den geteilten dritten Rang verpasste. Auf Einzel-Ebene feierte er bislang acht Weltcup-Podestplätze, aber noch keinen Triumph.

Steffens Zwillingsschwester Tabea zählte früher bei den Frauen ebenfalls zum Nationalteam. In diesem Olympia-Zyklus war Beni Steffen im Gegensatz zu Fabian Kauter und Max Heinzer nicht Zeitsoldat und damit stets Vollprofi, sondern arbeitete als Sport- und Englischlehrer im Teilzeitpensum. (pre/sda)

Die Schweizer Fahnenträger bei Olympia

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quelle: keystone / laurent gillieron
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