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In this Feb. 3, 2017 photo, a man walks by the Olympic rings with a sign of 2018 Pyeongchang Olympic and Paralympic Winter Games in Pyeongchang, South Korea. With five months to go before the opening ceremony of the Pyeongchang Winter Olympics, organizers are desperate to sell more tickets in a country where the Games have failed to dominate national conversation amid an upheaval in domestic politics and a torrent of North Korean missile launches. (AP Photo/Lee Jin-man)

In 140 Tagen beginnen in Pyeongchang die Olympischen Winterspiele. Bild: AP/AP

Olympia-Verzicht wegen Kims Kanonenrohren? Die Nervosität ist gross

Der Verzicht auf die Olympischen Spiele in Südkorea, vor Kims Kanonenrohren, ist für die Schweiz (noch) kein Thema. Aber die Nervosität ist gross.



Nordkorea ist angeblich eine Gefahr für die Welt und seine Waffen eine Bedrohung bis hinüber nach Amerika. Aber die Welt will sich im Februar sozusagen in Schussweite der Grenze zu Nordkorea zu den Olympischen Spielen treffen. Eigentlich völlig verrückt. Was, wenn erst einmal alle angereist sind?

Für einen vernichtenden Feuerschlag auf den nur 80 Kilometer von der Grenze entfernten Olympiaort Pyeongchang genügt Kim ganz normale Artillerie. Dafür braucht er nicht einmal Raketen. Nun hat mit Frankreich erstmals eine wichtige Sportnation von Verzicht gesprochen.

Könnte ein Verzicht auch für die Schweiz zum Thema werden? Die Frage geht an Olympiageneral Ralph Stöckli, Chef de Mission von Swiss Olympic. Er sagt: «Wir verfolgen die Situation in Korea genau. Wir stehen in Kontakt mit dem Departement für auswärtige Angelegenheiten, der Bundespolizei Fedpol, mit der Schweizer Botschaft in Seoul und auch mit dem Internationalen Olympischen Komitee.» Bisher gebe es keine Verzichtsabsichten von Athletinnen oder Athleten.

Gibt es Szenarien, was passieren könnte, wenn die Situation weiter eskaliert? Ralph Stöckli: «Für Swiss Olympic steht die Sicherheit der Athletinnen und Athleten über allem, und natürlich machen wir uns unsere Gedanken über mögliche Szenarien. Doch zum Glück dauert es noch ein paar Monate bis zum Beginn der Spiele, und wir hoffen, dass sich die Situation bald beruhigt. Ein Teilnahmeverzicht der Schweizer Delegation steht daher aktuell nicht zur Diskussion.»

Eine Verschiebung der Spiele oder das Ausweichen an einen anderen Ort (z.B. Sotschi oder Vancouver) hält er für unwahrscheinlich. «Dieser Entscheid liegt beim IOC, Swiss Olympic hat darauf kaum Einfluss. Eine Verschiebung oder eine Verlegung der Spiele wäre jedoch für alle Beteiligten mit einem unglaublich grossen Aufwand verbunden. Daher sind diese Optionen – zumindest aus Sicht von Swiss Olympic – «wenig realistisch».

Ralph Stoeckli, Chef de Mission Swiss Olympic, spricht ueber das Selektionsprinzip von Swiss Olympic und Swiss Paralympic fuer die Olympischen Winterspiele 2018 in PyeongChang (Suedkorea), am Donnerstag, 9. Februar 2017, in St. Moritz. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Ralph Stöckli bleibt gelassen – zumindest vorerst. Bild: KEYSTONE

Offiziell ist jeder Gedanke an eine Verlegung der Spiele tabu. Als René Fasel, mächtiges IOC-Mitglied und Präsident des internationalen Eishockey-Verbandes IIHF, gegenüber watson sagte, intern gebe es bei seinem Verband für den Fall eines Falles Gedankenspiele um einen Plan B – eine Verschiebung –, brach Hektik aus.

Die Organisatoren aus Südkorea reagierten umgehend und IIHF-Kommunikationsgeneral Adam Steiss präzisierte, die Äusserungen seines Präsidenten seien rein persönlicher und privater Natur und nicht eine offizielle IIHF-Stellungnahme. Dabei hatte René Fasel nur vor allen anderen das Prinzip jeder grossen Führungspersönlichkeit beherzigt: «Gouverner c’est prevoir». Die Nervosität ist jedenfalls gross.

Für die Nordkoreaner sind die Olympischen Spiele im südlichen Bruderland übrigens kein Thema. Mit einer Drohung gegen das globale Sportspektakel würde sich Kim im eigenen Land nicht unbeliebt machen. Der Durchschnittsnordkoreaner weiss nämlich nicht einmal, wann und ob diese Spiele in Südkorea überhaupt stattfinden.

Auf eine entsprechende Frage bei meinem Besuch im Juli in Kims Reich reagierte mein nordkoreanischer Reiseleiter – ein gebildeter Mann – mit Gegenfragen: Ob es denn überhaupt stimme, dass Südkorea die Olympischen Spiele durchführen wolle? Ob denn Südkorea überhaupt über entsprechende international taugliche Sportanlagen verfüge? Die Welt ist schon ein wenig aus den Fugen geraten.

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    Alle Leser-Kommentare
  • D(r)ummer 22.09.2017 13:55
    Highlight Highlight Ich denke nicht, dass Kim die Spiele attackieren wird.
    Es ist gut, wenn Sicherheitsbedenken besprochen werden.

    Falls Kim doch Gewalt anwendet, dann sind die Tage von Nordkorea gezählt, sofern Chinesen oder Amerikaner unter den Opfer sein werden. Somit könnte er seine eigene A-Bombe im voraus direkt über Pjöngjang zünden.

    Die Weltpolitik in den nächsten Monaten wird's zeigen...
  • neutrino 22.09.2017 12:35
    Highlight Highlight Ist doch ganz einfach: wollen die Franzosen nicht hingehen, gehen sie nicht hin.

    Seoul ist zB. massiv näher an Nordkorea als Olympia - dort geht das Leben auch weiter. Und zwar für Millionen von Menschen, und ein Leben lang, und nicht nur 4 Wochen lang.

    Wären alle auf dieser Welt so verängstigte Hosen********* wie diese Franzosen, dann gäbs die Welt schon lange nicht mehr, bzw. irgendein Diktator könnte schalten und walten wie er will.
  • Fulehung1950 22.09.2017 12:09
    Highlight Highlight Bitte Watson: instrumentalisiert nicht auch noch den Sport zur Stimmungsmache!

    Was hat man vor Sotchi alles geschrieben. Und so getan, als habe in Vancouver kein Sicherheitsrisiko bestanden! Die Kontrollen in CAN u RUS waren genau die gleichen. Und allen Unkenrufen zum trotz: Sotschi führte die Spiele gut durch!

    Und lasst Euch eines gesagt sein: die Spiele finden in Pyeongchang statt.......oder gar nicht! Es gibt keinen Ort, der in der Lage ist, einen solchen Anlass innert etwas mehr als Monaten zu organisieren! Von heute an gerechnet! Die Spiele beginnen in Pyeongchang am 3.2.2018! Rechne!
  • HAL9000 22.09.2017 11:37
    Highlight Highlight Wieso sollte Kim die Olymp. Winterspiele angreifen?
    • SwissMafia 22.09.2017 12:51
      Highlight Highlight Ja das hab ich mich auch gefragt. Das wäre so zu sagen eine Kriegserklärung an die ganze Welt. Würde keinen Sinn machen.

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