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Ein Piratenschiff für den «Maestro»: Roger Federer holt in Dubai seinen 84. ATP-Titel.
Ein Piratenschiff für den «Maestro»: Roger Federer holt in Dubai seinen 84. ATP-Titel.Bild: X90013
Pro und Kontra

Die Streitfragen auf der watson-Redaktion: Wie viele Titel holt Roger Federer noch? Müssen Lendl und Connors zittern?

84 Turniersiege weist Roger Federer aktuell aus. Zehn fehlen noch bis zur Marke von Ivan Lendl, Jimmy Connors hält den Rekord mit 109 Turniertiteln. Was ist bei Federer noch möglich? Wir sind uns nicht einig.
02.03.2015, 16:31
Reto Fehr
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Kann Roger Federer noch viele Titel gewinnen ....
Kann Roger Federer noch viele Titel gewinnen ....Bild: X90013
... oder sehen wir ihn meist nur noch Scheitern?
... oder sehen wir ihn meist nur noch Scheitern?Bild: CARLOS BARRIA/REUTERS

Schafft Federer noch die 94 Titel von Ivan Lendl?

Zehn Titel fehlen noch. Ja, das sind verdammt viele. Roger Federer braucht dafür noch mindestens zwei gute Jahre. Wenn er tatsächlich 2016 aufhört, wird es sehr knapp mit der Marke von Ivan Lendl. Fünf Titel pro Kalenderjahr traue ich Federer mit seinem Spielplan der letzten Jahre aber durchaus zu und kürzlich sagte er ja selbst: «Ich fühle mich an jedem Turnier sehr willkommen. Wenn du etwas machst, das dir so viel Freude bereitet, warum sollst du dann aufhören?»

So willkommen wie Roger Federer an einem Tennisturnier dürfte auf der ganzen Welt in den nächsten Jahren – auch wenn er sein Top-Niveau nicht ganz halten kann – niemand sein. Wer weiss, vielleicht spielt der Maestro in Zukunft doch das eine oder andere 250er-Turnier mehr. In diesem Jahr hat er seinen Turnierplan um Istanbul erweitert, wo er schon lange mal spielen wollte. Womöglich wird er gegen Ende seiner Karriere noch etwas sentimental und will noch weitere Turniere besuchen, an denen er noch nie oder schon lange nicht mehr war – und nebenbei seine Titelsammlung erweitern.

Ob Federer Ivan Lendl noch einholt, hängt sehr mit den nächsten Turnieren zusammen. Spürt er bald, dass er sich der 90er Marke nähert, könnte dies noch seinen Ehrgeiz wecken, zumindest Rang 2 in dieser Statistik zu erreichen. Dann streut er das eine oder andere weniger wichtige, dafür einfachere 250er-Turnier ein. Die 109 Titel von Jimmy Connors bleiben aber unerreichbar.

Reto Fehr, Sportchef
33½-jährig ist Roger Federer und noch immer gehört der Baselbieter zur absoluten Weltspitze. Mit dem Sieg gegen Novak Djokovic und Titel Nummer 84 hat er dies wieder einmal eindrücklich unter Beweis gestellt. Dank seiner eleganten und offensiven Spielweise wirkt er noch immer leichtfüssig und grazil wie in seinen besten Jahren. Kein Wunder witzelte Patrick McEnroe am Sonntag via Twitter: «Ich glaube dieser Junge namens Federer hat eine Zukunft.»

Auf schneller Unterlage bleibt es besonders schwierig, Federer zu besiegen. Wenn sich der «Maestro» in einen Rausch spielt, ist er kaum zu bremsen. Dann kann er jedes Turnier gewinnen. Doch noch zehn weitere? Das ist schon eine ganze Menge. 

In den letzten Jahren häuften sich die unerwarteten Niederlagen und die frühen Outs, auch wegen den öfter auftretenden körperlichen Beschwerden. Federer verlor nicht mehr nur gegen Topcracks wie Djokovic, Rafael Nadal oder Andy Murray, sondern auch gegen Spieler wie Andreas Seppi (Australian Open 2015), Jérémy Chardy (Rom 2014) oder Tommy Robredo (US Open 2013).

Ausserdem wird Federer – im Gegensatz zu Jimmy Connors – wohl nicht bis ins hohe Alter durch den Tennis-Zirkus tingeln, um den einen oder anderen Titel mehr einzuheimsen. Noch zwei Jahre, dann ist wohl Schluss. Ob der Schweizer dann 90, 93 oder 97 Titel auf seinem Konto hat, dürfte ihm so ziemlich egal sein. Lieber noch ein grosses, statt zehn kleine Turniere gewinnen.

Philipp Reich, Sportredaktor

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Wo Federer schon überall Tennis gespielt hat

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quelle: epa / pool
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