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Betretene Gesichter in der Federer-Box – auch bei seinen vier Kindern. bild; keystone

Die Familie hat ihren Papa und Ehemann wieder – wie Federer sich von Wimbledon erholt

Erstmals in seiner Karriere verliert Roger Federer einen Grand-Slam-Final, in dem er einen Matchball nicht nutzen kann. Er unterliegt Titelverteidiger Novak Djokovic mit 6:7, 6:1, 6:7, 6:4, 12:13. Geknickt ist nicht nur er, sondern seine ganze Familie.

simon Häring, Wimbledon / ch media



Fast fünf Stunden hatte sich Roger Federer mit Novak Djokovic duelliert, am Ende deutlich mehr Punkte gewonnen, zwei Matchbälle gehabt – doch zum dritten Mal nach 2014 und 2015 verlor er gegen den Serben einen Wimbledon-Final. Es ist auch der erste seiner 31 Grand-Slam-Finals, den Federer nach Matchball verliert.

In der Geschichte des Tennis gab es das erst zehn Mal – letztmals 2004 in Roland Garros, als der Argentinier Guillermo Coria seinem Landsmann Gaston Gaudio unterlag. In Wimbledon gab es das erst ein Mal – 1948 und damit weit bevor Roger Federer damit begann, die Geschichtsbücher des Tennis neu zu schreiben. Doch auch in der Niederlage verlor Federer den Humor nicht.

«Meine Kinder werden ab diesem Teller nicht begeistert sein. Sie würden wohl eher das goldene Ding wollen», sagt Federer noch auf dem Platz. Vor seinen Eltern Robert und Lynette. Vor seiner Ehefrau Mirka. Und auch vor den Augen seiner Kinder – den Zwillingsmädchen Charlene und Myla, die im August ihren 10. Geburtstag feiern, und den Zwillingsbuben Leo und Lenny, die im Mai 5 Jahre alt wurden.

ie Enttäuschung – sie steht auch ihnen ins Gesicht geschrieben. Auch ihnen scheint klar zu sein, welch emotionalen Moment ihr Vater auf dem Platz erlebt. «Wir hatten eine tolle Zeit hier und ich liebe sie so sehr», sagt Federer. «Für mich heisst es nun: Zurück in die Rolle als Vater und Ehemann.»

epa07716693 Mirka Federer wife of Roger Federer (C) shows her support in the Men's Singles final between Roger Federer of Switzerland and Novak Djokovic of Serbia at the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 14 July 2019. EPA/Laurence Griffiths / POOL EDITORIAL USE ONLY/NO COMMERCIAL SALES *** Local Caption *** LONDON, ENGLAND - JULY 13: Serena Williams of The United States and Simona Halep of Romania embrace after their Ladies' Singles final during Day twelve of The Championships - Wimbledon 2019 at All England Lawn Tennis and Croquet Club on July 13, 2019 in Lo

Ehefrau Mirka leidet sichtlich mit. Bild: EPA

Fünf Grand-Slam-Titel hat Roger Federer gewonnen, seit er Vater geworden ist: 2010, 2017 und 2018 in Melbourne, 2012 und 2017 in Wimbledon. Doch nur einmal durfte er den Pokal im Beisein der ganzen Familie in Empfang nehmen. In Australien lagen die Kinder schon im Bett, als Vater Federer um Grand-Slam-Ehren spielte. «Das ist für uns als Familie», sagte Federer vor zwei Jahren nach seinem bislang letzten Wimbledon-Sieg, wohlwissend, dass die adrett gekleideten Buben die Bedeutung des Moments nicht verstehen.

«Ich glaube, die Jungs haben keine Ahnung, was hier abgeht. Die denken wohl: schöne Aussicht, schöner Rasen. Die denken, das ist wohl ein Spielplatz!»

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Die besten Punkte des Finals zwischen Federer und Djokovic. Video: YouTube/Wimbledon

Tatsächlich machten die beiden Blondschöpfe Grimassen, bohrten in der Nase und sorgten damit für heitere Stimmung in der Federer-Box.

Inzwischen verstehen die Buben, was auf einem Tennisplatz geschieht, spielen auch selber und zeigen Interesse, dabei zu sein, wenn der Papa spielt. «Sie sind gerne hier in Wimbledon», sagt Federer.

«Weil wir ein Haus haben, ist das ganz anders als in einem Hotelzimmer. Sie haben das Gefühl des Daheimseins. Sie betteln zwar nicht die ganze Zeit, dass sie meine Matches schauen dürfen. Aber sie kommen lieber als früher die Mädchen.»

Roger Federer?s children sit in the box during Federer?s first round match against Lloyd Harris of South Africa, at the All England Lawn Tennis Championships in Wimbledon, London, on Tuesday, July 2, 2019.(KEYSTONE/Peter Klaunzer) .

Der Match gegen Djokovic hat den Federer-Kids ganz schön die Stimmung verdorben. Bild: KEYSTONE

Bei Myla und Charlene erlösche das Interesse am Tennis jeweils schneller. «Zehn Minuten ist für sie okay, dann können sie wieder gehen. Sie fragten mich auch schon, ob sie Bücher mitnehmen dürfen, falls ihnen während des Spiels langweilig werde. Deshalb kommen sie auch nicht so oft. Sie sollen selber entscheiden, ob sie Lust haben.»

Federers Lust auf Knuddeln

Bei den Buben sei das Interesse am Tennis grösser. Bei der Achtelfinal-Gala gegen Matteo Berrettini sassen sie im Publikum, machten die Welle. «Daran hatten sie mega Freude.» Danach fehlten sie indes, weil Federer und Mirka den Kindern die Anspannung nicht zumuten wollten.

Danach hätten sie indes telefoniert. «Sie haben gedacht, ich hätte Geburtstag und Happy Birthday gesungen. Wahrscheinlich, weil alle so glücklich waren und es das einzige Lied war, das sie konnten. Es ist schön, dass Mirka noch gerne an die Spiele kommt. Es ist ja bei uns so viel los. Ohne sie wäre das alles gar nicht möglich.» Über Tennis würde er aber auch mit ihr selten. «Wir haben ja andere Dinge zu erledigen.»

Nach der Niederlage in Wimbledon sagt Federer, er habe das Gefühl, eine unglaubliche Möglichkeit verpasst zu haben. «Ich bin eher wütend als enttäuscht oder traurig.» Federer gönnt sich nun eine Pause, lässt das Turnier in Montreal aus und kehrt erst Mitte August in Cincinnati in zurück. Er sei stark darin, wieder nach vorne zu schauen.

«Irgendwann vergesse ich auch diese Niederlage. Es bringt ja nichts, dauernd daran zu denken. Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen. Und Ablenkung habe ich genug.» Zum Beispiel durch seine Kinder. Als er vor zwei Jahren gefragt wird, was er von ihnen gelernt habe, sagt Federer: «Geduld und wie schön es ist, zu knuddeln. Ich kann sie gar nicht genug knuddeln.» Auch das wird helfen, die Niederlage gegen Djokovic schnell zu vergessen.

Das sind die wichtigsten Rekorde von Roger Federer

Hier will sich Federer niederlassen

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Nach dem Wimbledon-Drama: Novak Djokovic ist der Beste, doch Federer bleibt der Grösste

Er ist nahbar und charmant, aufrichtig und humorvoll. Bescheiden und doch selbstbewusst. Weltbürger und doch durch und durch Schweizer. Roger Federer spielt nicht nur Tennis – er ist zum Inbegriff dessen geworden. Daran ändert auch die dritte Final-Niederlage in Wimbledon gegen Novak Djokovic nichts. Die Analyse aus Wimbledon.

Alles sei gut. Er könne noch immer stehen. «Es wird zwar Zeit brauchen, das zu verdauen, aber ich habe den Beweis erbracht, dass es auch mit 37 noch nicht vorbei ist», sagt Roger Federer um 19.15 Uhr Londoner Zeit. Soeben hat er zum dritten Mal in seiner Karriere nach 2014 und 2015 einen Wimbledon-Final gegen Novak Djokovic verloren.

Doch noch nie war es so dramatisch wie in diesem Jahr. Federer verliert ein Spiel, das er nie hätte verlieren dürfen. Im Tiebreak des ersten Satzes verspielt er …

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