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Myla und Charlene Federer lesen lieber Comics, als Tennis zu schauen.
Myla und Charlene Federer lesen lieber Comics, als Tennis zu schauen.Bild: Valeriano Di Domenico/freshfocus
Kein Familientag für die Federers

Zwillinge lesen während dem Spiel «Der kleine Maulwurf» und der Papi schaut nach getaner Arbeit lieber Stan zu, als mit ihnen zu spielen

Für Roger Federer war der Auftaktsieg im Davis-Cup-Halbfinal gegen Simone Bolelli ein doppeltes Heimspiel. Er spielte nicht nur vor rund 18'400 begeisterten Landsleuten, sondern auch vor dem gesamten Familienclan.
12.09.2014, 17:37

Fast alle waren gekommen: Mutter Lynette, Vater Robert, die Zwillingsmädchen Myla und Charlene – nur auf den ersten öffentlichen Auftritt von Leo und Lenny Federer warteten die 18'400 Zuschauer in der restlos ausverkauften Palexpo-Halle von Genf vergebens. Aber dafür waren sie auch nicht gekommen.

Lynette und Robert Federer haben etwas erspäht.
Lynette und Robert Federer haben etwas erspäht.Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Sie wollten vor allem Roger Federer siegen sehen. Und der Maestro liess sich nicht lumpen. In 2:19 Stunden setzte er sich souverän, aber ohne Vollgas geben zu müssen, mit 7:6, 6:4, 6:4 durch.

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Mit den Erwartungen hatte die Weltnummer 2 keine Probleme. «Am Anfang meiner Karriere hatte ich Mühe, vor meinen Eltern, Freunden und der Familie zu spielen. Ich wollte es dann immer besonders gut machen. Mittlerweile ist es eine Freude für mich, dass wir das gemeinsam erleben dürfen.»

Ob Federer von ihnen weiss?
Ob Federer von ihnen weiss?Bild: Valeriano Di Domenico/freshfocus

Auch die 18'400 Zuschauer versteht Federer als Freunde. «Ich kenne sie zwar nicht, aber ich weiss, dass sie in der Nacht aufstehen, um meine Spiele zu sehen und sich auf diesen Event hier freuen.» So war es denn auch: Die Halle war von Anfang an ein Tollhaus. Nicht nur beim Matchball, fast jeder Punkt des Publikumslieblings wurde von tosendem Applaus begleitet.

Nicht viel Zeit für die Familie

Bloss die Zwillingsmädchen Myla und Charlene schienen nicht sonderlich interessiert am Geschehen auf dem Platz. Sie steckten ihre Nase lieber in ein Bilderbuch vom «kleinen Maulwurf» – auf slowakisch notabene. Wer will es den Kleinen auch verübeln, schliesslich haben sie ihren Papi schon so oft spielen sehen.

Nein, immer vergruben die Zwillinge ihre Gesichter nicht in den Bilderbüchern.
Nein, immer vergruben die Zwillinge ihre Gesichter nicht in den Bilderbüchern.Bild: Valeriano Di Domenico/freshfocus

Allzu oft werden sie ihren Papa an diesem Wochenende aber wohl nicht zu Gesicht bekommen. Denn auf Federer warten unzählige Termine. Nach seiner Partie musste er umgehend zur Pressekonferenz, was ihn ein wenig verärgerte. «Ich würde eigentlich lieber Stan zuschauen», gestand er vor versammelter Medienschar. «Aber ich werde da immer in die Pressekonferenzen reingepeitscht, weil es sonst Bussen gibt.»

Taktikbesprechung steht noch an

Gesagt, getan: «Jetzt gehe ich Stan schauen, die Massage kann noch etwas warten. Ob die Familie noch da ist, weiss ich nicht. Sie sollen machen, was sie müssen. Aber ich habe mich sehr gefreut, dass sie da waren. Denn es ist ein spezieller Tag heute.»

Doch auch nach Wawrinkas Match ist noch längst nicht Feierabend. «Wir werden auf jeden Fall noch übers Doppel sprechen», verrät Federer. «Nach den beiden Einzeln gibt es immer eine Standortbestimmung: Wie fühlt sich Stan? Wie fühle ich mich? Wie ist die Ausgangslage? Ist das Doppel das wichtigste oder konzentriert man sich besser auf die Einzel? Das werden wir jetzt noch sehen.»

Treten Wawrinka und Federer trotz der komfortablen 2:0-Führung im Doppel gemeinsam an?
Treten Wawrinka und Federer trotz der komfortablen 2:0-Führung im Doppel gemeinsam an?Bild: PIERRE ALBOUY/REUTERS
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