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Choi Suk-Hyeon wurde jahrelang von ihren Trainern verbal und körperlich misshandelt. bild: screenshot ytn

Nach jahrelangen Übergriffen: Südkoreanische Triathletin begeht Suizid



Eine 22-jährige Kader-Triathletin aus Südkorea beging Suizid, nachdem sie jahrelange körperliche und verbale Übergriffe durch Trainer erlebt hatte und ihre Beschwerden von den Sportbehörden laut Medienberichten ignoriert wurden.

Choi Suk-Hyeon, Bronzemedaillengewinnerin in der Juniorenkategorie der Asien-Meisterschaften 2015, soll in Busan verstorben sein. Laut Screenshots der letzten Nachricht, die sie an ihre Mutter gesendet hat, bat sie ihre Mutter die Verfehlungen ihrer Peiniger zu «enthüllen».

Südkoreanischen Medien zufolge machte die Triathletin Aufzeichnungen über die erlittenen körperlichen Übergriffe. Eines Tages schrieb die junge Athletin in ihr Tagebuch: «Ich wurde so heftig geschlagen, dass ich jeden Tag weine». In einem von einem TV-Sender ausgestrahlten Dokument erfährt man, wie sich ihr Trainer aufregt, weil sie an Gewicht zugenommen hat: «Du darfst nun drei Tage lang nichts essen.» Schliesslich ertönt das Geräusch einer Ohrfeige.

Choi beschwerte sich im April offenbar vergeblich beim südkoreanischen Olympischen Komitee in der Hoffnung, eine Untersuchung zu erwirken. Eine Bekannte erzählte der Nachrichtenagentur Yonhap, dass die Triathletin «Hilfe von vielen Institutionen suchte, aber diese sämtliche Beschwerden ignorierten». (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • N. Y. P. 02.07.2020 09:15
    Highlight Highlight Eine Bekannte erzählte der Nachrichtenagentur Yonhap, dass die Triathletin «Hilfe von vielen Institutionen suchte, aber diese sämtliche Beschwerden ignorierten».

    Das ist krass. Sie konnte es glaubhaft darlegen und alle Institutionen wiesen sie zur Tür hinaus. Und Südkorea ist ja nicht ein 3. Welt - Land. Wie krank muss dieses System sein.
    • Wunderplunder 02.07.2020 09:53
      Highlight Highlight Leider werden in Südkoreas Kultur besonders junge Frauen immer noch sehr stark benachteiligt. Gestern wurde z.B. in einer eindrücklichen Dokumentation auf Arte gezeigt, wie in diesem Land mit jungen, ledigen Schwangeren umgegangen wird. Es ist traurig.

      https://programm.ard.de/TV/Tipps/Tagestipps/?sendung=287243144634391
    • fools garden 02.07.2020 11:55
      Highlight Highlight ...nur noch Bitter😢
    • Steibocktschingg 02.07.2020 19:42
      Highlight Highlight Und ich dachte, Japaner seien erzkonservativ... Einfach nur traurig, wie weit zurück Südkorea in diesen Belangen noch ist, trotz aller anderen Fortschritten die letzten zwei, drei Generationen.

      Ich hoffe sehr, das ändert sich nun endlich mal!

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