Sport
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Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel

1. Dominik Paris (ITA)

2. Valentin Giraud Moine (FRA) +0,21

3. Johan Clarey (FRA) +0,33

5. Carlo Janka +0,44

28. Ralph Weber +1,93

35. Patrick Küng +2,11

37. Niels Hintermann +2,32

52. Gian Luca Barandun +6,83

Out: u.a. Beat Feuz, Nils Mani, Urs Kryenbühl

Unterwegs zum Triumph wird Feuz von der Streif abgeschüttelt. Bild: Giovanni Auletta/AP/KEYSTONE

Hier wirft Beat Feuz den Sieg weg: «I bi eifach u huerä schnäu gsi»

Bis zur Hausbergkante fährt Beat Feuz überragend. Er ist drauf und dran, Hahnenkamm-Sieger zu werden. Doch dann wirft ihn die Piste ab. So triumphiert wie schon 2013 der Italiener Dominik Paris.

21.01.17, 13:25 21.01.17, 15:19


» Der Liveticker zum Nachlesen

1 Minute, 33 Sekunden, 21 Hundertstel – bei der Hausbergkante stellt Beat Feuz eine Bestzeit auf, die von keinem Gegner auch nicht annähernd erreicht wird. Der am Ende zweitplatzierte Franzose Valentin Giraud Moine kommt Feuz mit 56 Hundertstel Rückstand am nächsten.

Doch als der Schangnauer in Richtung Traverse einbiegt, geschieht es: Genau auf der Kuppe erhält Feuz einen Schlag, die Ski gehen in die Höhe, der 29-Jährige kann seine Arbeitsgeräte nicht mehr kontrollieren und landet im Fangnetz.

Video: streamable

Kontrollierter Aufprall, keine Schmerzen

«Ich bi eifach uh huere schnell gsi», beschreibt Feuz im SRF-Interview, weshalb es zum Sturz gekommen sei. Als es ihm die Ski gelupft habe, habe er gemerkt, dass es ins Netz gehe.

Der Sturz in Zeitlupe. Video: streamable

Weil er auf den Aufprall gefasst ist und sich darauf vorbereiten kann, hat der gestrige Dritte des Super-G Glück im Unglück. «Es tut mir nichts weh. Ich konnte es so steuern, dass ich mit dem Rücken ins Netz flog, deshalb hat es mir auch die Ski nicht verdreht.»

Entwarnung im Ziel: Feuz fährt auf den Ski nach unten. Bild: LEONHARD FOEGER/REUTERS

Paris' zweiter Erfolg auf der Streif

Weil Feuz es nicht bis ins Ziel schafft, darf sich Dominik Paris als Sieger der Hahnenkamm-Abfahrt feiern lassen. Es ist nach 2013 bereits der zweite Triumph des Südtirolers in Kitzbühel. «Es sind schon brutal grosse Emotionen, die man in so einem Moment hat», strahlt Paris im SRF über seinen Erfolg an einem perfekten Wintertag mit Sonnenschein, blauem Himmel und pickelharter Piste.

Paris gewinnt vor zwei überraschenden Franzosen. Valentin Giraud Moine büsst auf den Sieger 0,21 Sekunden ein, Johan Clarey 0,33 Sekunden.

Daumen hoch: Sunnyboy Paris lässt sich feiern. Bild: LEONHARD FOEGER/REUTERS

Als bester Schweizer wird Carlo Janka Fünfter. Ihm fehlen für den Sieg 44 Hundertstel, für einen Podestplatz hätte der Bündner 11 Hundertstel schneller fahren müssen. «Fünfter ist schon gut, aber das Ziel war der Sieg oder das Podest», meint Janka. Das Warten auf einen Schweizer Sieg in der Abfahrt von Kitzbühel dauert damit an. Zuletzt triumphierte Didier Cuche im Jahr 2012.

Alle Weltcupsiege von Beat Feuz

06.03.1994: Heidi Zeller-Bähler stürzt sich aus dem Starthaus, wie vor und nach ihr nie mehr eine Skifahrerin

25.02.1994: Am Ende strahlt die Schöne Nancy Kerrigan und das Biest Tonya Harding vergiesst bittere Tränen

27.02.2010: Alles scheint nach dem Sturz verloren – da schwimmt sie einfach übers Eis und rettet Deutschland in den Final

29.01.2011: Im allerletzten Wettkampf setzt Sarah Meier ihrer Karriere die Krone auf

17.01.2010: Füdligate in St.Moritz – Bob-Weltmeisterin Gillian Cooke platzt am Start die Hose

02.02.2008: In ihrer ersten Abfahrt stürzt Lara Gut mit dem Sieg vor Augen – und wird Dritte

01.02.1997 Nur Schweizer auf dem WM-Podest – aber diese Party endet im Fiasko

18.11.2006: Biathlet Björndalen, der Kannibale der Loipe, lässt das Gewehr daheim und triumphiert auch im Langlauf-Weltcup

20.03.2005: Nach einer Kiste Bier und mit ganz viel Alkohol im Blut fliegt Janne Ahonen weiter als jemals ein Mensch vor ihm

17.02.2006: Tanja Frieden freut sich schon über den silbernen «Plämpu», als Lindsey Jacobellis ihr Gold schenkt

16.02.2002: Der krasse Aussenseiter Steven Bradbury schreibt das schönste Olympia-Märchen überhaupt 

20.02.2014: Ein Sturz produziert das beste Fotofinish aller Zeiten – zumindest für Profiteur Armin Niederer

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

31.01.1987: So wie in Crans-Montana haben wir die Österreicher nie mehr paniert

Der Horrorsturz in Kitzbühel verändert das Leben von Dani Albrecht für immer

23.01.1994: Vreni Schneider steht noch nicht für den Kafi am Pistenrand, sondern ist der Evergreen im Stangenwald

06.01.2002: Sven Hannawald knackt in Bischofshofen seinen eigenen Schanzenrekord und holt sich als bisher einziger Springer den Tournee-Grand-Slam

18.01.1987: Pirmin Zurbriggen kommt zum billigsten Weltcupsieg – er ist der einzige Starter

09.03.2012: Ambrosi Hoffmann verkündet seinen Abschied und wir erinnern daran mit dem witzigsten Ski-Video der Welt

18.12.2004: Abfahrer Kristian Ghedina kollidiert auf den letzten Metern beinahe mit einem Reh

29.12.2005: «Grüni» fehlen 100 Meter zur Sensation – nach einem Sturz beim Zielsprung rutscht er knapp an seinem ersten Weltcupsieg vorbei

03.02.2005: Bode Miller fährt die Kombi-Abfahrt auf einem Ski und wird Weltmeister der Herzen

17.12.1993: Liechtensteiner gewinnt mit der 66 die verrückteste Abfahrt der Weltcup-Geschichte

10.02.2002: Simon Ammann, der voll geile Harry Potter der Lüfte, wird Olympiasieger

04.03.2011: Northug vernascht die Schweden mit dem frechsten Zieleinlauf aller Zeiten

10.01.2007: Rainer Schönfelder rast am Lauberhorn die längste Abfahrt der Welt nackt hinunter

07.01.2007: Marc Berthod beendet beim Slalom von Adelboden mit Startnummer 60 und mit dem Lauf seines Lebens die grosse Schweizer Ski-Misere

06.02.1989: Eine deutsche Eintagsfliege vereitelt in Vail einen Schweizer Vierfach-Triumph und wird Abfahrts-Weltmeister

13.02.1998: Trotz seinem Jahrhundert-Sturz wird Hermann Maier noch Doppel-Olympiasieger

17.03.2012: Schiebermütze auf den Kopf, Holzlatten an die Füsse – Didier Cuche verabschiedet sich mit Stil

12.03.2010: Carlo Janka schafft den Hattrick und holt sich nach WM-Gold und dem Olympiasieg auch den Gesamtweltcup

15.01.2012: Biathlon-Göttin Magdalena Neuner verliert komplett den Überblick und ballert vier Schüsse auf die falsche Scheibe

14.12.1997: Weil Hermann Maier falsch jubelt, erbt Mike von Grünigen den Sieg des Österreichers

14.02.1988: «Eddie The Eagle» begeistert die Welt: Mithüpfen ist wichtiger als gewinnen

21.12.1998: Nie passt der Fan-Song «Immer wieder Österreich» besser als beim Ösi-Neunfachsieg

09.01.1954: Wie die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen zu ihrem Österreicherloch kam

12.02.2006: Die Ösi-Reporter reiben schon gierig die Hände – da klaut ein Franzose doch tatsächlich noch «ihr» Abfahrts-Gold

15.03.2012: Die grosse Kristallkugel liegt für Beat Feuz bereit – doch er stürzt und Marcel Hirscher ist da, um zu erben

13.03.2008: Défago ist zwei Hundertstel zu langsam, Albrecht fährt zu schnell – und Cuche verliert die Super-G-Kugel um einen einzigen Punkt

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • MeineMeinung 21.01.2017 18:51
    Highlight Einfach nur Schade! Das war eine Top fahrt die er da abgeliefert hat und er hätte es sicher auf den ersten Platz geschafft! Aber ändern lässt es sich ja bekanntlich nichts. Ich wünsche ihm mehr Glück beim nächsten mal
    10 0 Melden
  • Mia_san_mia 21.01.2017 14:21
    Highlight Einfach schade, das war so eine geile Fahrt...
    65 0 Melden
  • Weisnidman 21.01.2017 13:51
    Highlight Beat ist und bleibt ein echter Champion und cooler Typ!!! Ich liebe den Kerl!
    61 0 Melden
    • Calvin WatsOff 21.01.2017 14:38
      Highlight Die Minuten nach dem Sturz kamen mir wie Stunden vor. Dann steht der auf und fährt als ob nix geschehen wäre ins Ziel. Zum Glück alles Heil 🍀 😂👍🏻
      50 0 Melden
    • Mia_san_mia 21.01.2017 15:03
      Highlight @Calvin: Ging mir auch so...
      22 0 Melden
    • Alnothur 21.01.2017 19:00
      Highlight Musste sich vor dem Aufstehen wohl berechtigterweise zuerst eine Weile aufregen.
      4 0 Melden

Auf der letzten Abfahrt des Winters geben die Ragettlis nochmals alles

Während wir draussen schon längst den Frühsommer geniessen und Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna bereits wieder auf Schnee für den nächsten Winter trainiert, haben die Freestyler Andri und Gian Ragettli ihre Saison nun auch abgeschlossen. Blöd, dass es auf ihrer letzten Talfahrt nicht mehr überragend viel Schnee hatte. Doch das ist kein Problem für die Bündner, die zeigen, dass sie mit Ski auch Velofahren und «Strassen-Wasserski» fahren können. (ram)

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