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Der Finne Matti Nykaenen gewinnt bei den Olympischen Winterspielen im kanadischen Calgary am 14. Februar1988 das Skispringen von der Normalschanze. Am Ende der Winterspiele avanciert der 25jaehrige mit drei Goldmedaillen zum erfolgreichsten Sportler der Winterspiele. Er gewinnt auch noch auf der Grossschanze und im Mannschaftsspringen. (KEYSTONE/EPA/DPA/Wolfgang Kluge)

Nykänen in Calgary: 1988 gewinnt er Gold auf der Normal-, auf der Grossschanze und mit dem Team. Bild: EPA

Er hob nicht nur vom Schanzentisch ab – Matti Nykänen ist tot

Matti Nykänen ist einer der grössten Skispringer der Geschichte. Der Finne gewann alles, was es zu gewinnen gibt – doch nach der Karriere war er mehrheitlich ein Verlierer. Nun starb Nykänen, er wurde 55 Jahre alt.



Man muss sich dieses Palmarès mal durch den Kopf gehen lassen. Olympiasieger 1984 in Sarajevo, dreifacher Olympiasieger 1988 in Calgary. Sechsfacher Weltmeister, Weltmeister auch im Skifliegen, Inhaber des Skiflug-Weltrekords. Vier Mal Gewinner des Gesamtweltcups. Zweifacher Sieger der Vierschanzentournee.

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Der Goldsprung von der Grossschanze 1988. Video: YouTube/PeKa Fun

Es ist fast unglaublich, was Matti Nykänen als Skispringer alles erreicht hat. Während eines Jahrzehnts dominierten der Finne und sein Rivale Jens Weissflog aus der DDR die Sportart schier nach Belieben.

«Das ist schockierend, eine schlimme Nachricht. Matti und ich waren so viele Jahre gemeinsam unterwegs. Uns verbinden so viele Geschichten.»

Jens Weissflog SID

Mehrmals im Gefängnis

Auch nach dem Rücktritt 1991 blieb Nykänen in den Schlagzeilen – aber nur noch selten aus erfreulichen Gründen. Höhepunkt war vielleicht das Erlangen einer Goldenen Schallplatte für sein Debütalbum «Yllätysten yö», Tiefpunkt wohl der Moment, als er wegen grosser Geldsorgen als Stripper arbeitete.

Während er auf den Schanzen kaum Gegner hatte, so fand Nykänen diese in Läden, Bars und Restaurants immer wieder in Form von Flaschen. 2004 wurde er zu 26 Monaten Gefängnis verurteilt, Nykänen und seine Frau hatten im Rausch einen Freund niedergestochen. Als er nach der Entlassung auf Bewährung auf freien Fuss kam, blieb er das keine fünf Tage, dann wurde er bereits wieder verhaftet. Sturzbetrunken soll Nykänen seiner Frau mit einem schweren Gegenstand eine Kopfwunde zugefügt haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte er einen Herzinfarkt hinter sich.

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Nykänen, der Sänger: «Yllätysten yö». Video: YouTube/MasanMusat

Berühmtheit bis zuletzt

Es blieb dabei: Als Skispringer war Nykänen top, neben der Schanze hatte er sein Leben nicht im Griff. Nachdem er Anfang 2008 Veteranen-Weltmeister auf der kleinen Schanze wurde, wurde er ein Jahr später ein weiteres Mal festgenommen. Dieses Mal hatte er seine Frau – insgesamt war er mit fünf Gattinnen verheiratet – mit einem Messer attackiert. Erneut kassierte der 46-fache Weltcupsieger eine Haftstrafe, diesmal 16 Monate lang.

Seine Landsleute interessierten sich stets für das Schicksal Nykänens, der in der Öffentlichkeit präsent blieb. Als 2006 ein Film über sein Leben ins Kino kam, war «Matti: Die Hölle ist für Helden» der meistbesuchte Film des Jahres in Finnland. Schon seine wenige Jahre vorher erschienene Autobiografie hatte nichts mit dem Himmel zu tun, dem die Skispringer so nahe sind: «Grüsse aus der Hölle» hiess sie.

Der Finne Matti Nykaenen gewinnt bei den Olympischen Winterspielen im kanadischen Calgary am 14. Februar1988 das Skispringen von der Normalschanze. Am Ende der Winterspiele avanciert der 25jaehrige mit drei Goldmedaillen zum erfolgreichsten Sportler der Winterspiele. Er gewinnt auch noch auf der Grossschanze und im Mannschaftsspringen. (KEYSTONE/EPA/DPA/Wolfgang Kluge)

Im Skisprung-Olymp: Nykänen gewann vier Mal Gold. Bild: EPA

Ende 2018 wurde bei Nykänen Diabetes diagnostiziert, auf Alkohol wollte er dennoch nicht verzichten, heisst es. Am Freitag hatte Matti Nykänen in Helsinki seinen letzten Auftritt als Musiker, in der Nacht auf Montag ist er gestorben. Er wurde 55 Jahre alt. Angaben zur Todesursache gibt es noch nicht.

Sieger der Vierschanzentournee seit 2000/01

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Video: watson/Emily Engkent

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