Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Leichtathletik-EM in Zürich

Diniz pulverisiert Weltrekord über 50 km Gehen

15.08.14, 14:00 15.08.14, 18:53
French Yohann Diniz celebrates with a French and a Portugal flag after he crossed the finish line and won the Men's 50km walk at the European Athletics Championships in Zurich on August 15, 2014. Diniz smashed the world record in a time of 3hr 32min 33sec.     AFP PHOTO / MICHAEL BUHOLZER

Diniz freut sich über seinen Weltrekord. Bild: AFP

Der Franzose Yohann Diniz hat in Zürich über 50 km Gehen den dritten EM-Titel in Folge geholt. Dabei pulverisierte er den sechsjährigen Weltrekord.

Dass am Freitag erstmals seit 1990 an Europameisterschaften in der Leichtathletik ein Weltrekord fallen würde, darauf hatten die Zuschauer hoffen können. Dass dieser aber über 50 km Gehen erzielt werden würde, war nicht erwartet worden. Wegen der engen Wendungen auf dem Rundkurs in der Zürcher Innenstadt wird der Rhythmus immer wieder gestört, und auch die äusseren Bedingungen, zeitweise regnete es, waren sicherlich nicht ideal.

Dies kümmerte Diniz wenig. Mit 3:32:33 Stunden verbesserte er den am 11. Mai 2008 aufgestellten Weltrekord von Denis Nischegorodow um sagenhafte 1:41 Minuten. Die Marke des Russen war schon unglaublich gewesen, denn der nun Drittplatzierte in der ewigen Bestenliste, der Australier Nathan Deakes, kommt auf eine Zeit von 3:35:47. Die eigene Bestleistung aus dem Jahr 2009 unterbot Diniz um mehr als sechs Minuten.

Der 36-jährige Franzose, der neben den drei EM-Goldmedaillen «nur» noch eine WM-Silbermedaille (2007) in seinem Palmarès hat, wäre gar noch schneller gewesen, wenn er nicht kurz vor dem Ziel angehalten hätte, um eine portugiesische Fahne in Empfang zu nehmen. Dabei ging er einige Schritte nicht reglementskonform, weshalb er eine Disqualifikation riskierte. Dieses Intermezzo erinnerte an den Vortag, als Diniz' Landsmann Mahiedine Mekhissi-Benabbad der EM-Titel über 3000 m Steeple aberkannt worden war, weil er vor dem letzten Hindernis das T-Shirt ausgezogen hatte.

Aber warum nahm Diniz eigentlich eine portugiesische Flagge in die Hand? «Ich widme diesen Sieg meiner Grossmutter, die in diesem Jahr gestorben ist. Sie war Portugiesin.» Diniz weiter: «Das ist der beste Tag in meinem Leben. Drei EM-Titel, es ist wie in einem Traum.» Er habe gewusst, dass er in guter Form sei, aber es habe ihm sehr geholfen, dass der Russe Ryschow sehr schnell gestartet sei.

Nach 30 km lag Michail Ryschow noch sechs Sekunden vor Diniz, am Ende zollte er dem hohen Anfangstempo aber Tribut und musste sich mit Platz 4 begnügen. Silber sicherte sich überraschend der Slowake Matej Toth, der 3:48 Minuten auf den Sieger verlor und mit seiner Zeit in der ewigen Bestenliste auf Rang 10 nach vorne rückte. Bronze gewann der Russe Iwan Noskow. Der irische Weltmeister Robert Heffernan gab das Rennen auf. (si)



Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Leichtathletik-EM in Zürich

Sprinterin Kambundji sorgt mit Rang 4 für das Schweizer Highlight – Briten räumen ab

Mujinga Kambundji sorgte am zweiten Tag der Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich für das Glanzlicht aus Schweizer Sicht. Schnellster Mann Europas ist der Brite James Dasaolu, sein weibliches Pendant kommt aus Holland und heisst Dafne Schippers.

Die 22-jährige Mujinga Kambundji klassierte sich über 100 m im hervorragenden 4. Rang und ist die erste Schweizerin, die in der Königsdisziplin in einem EM-Final stand. Im Halbfinal verbesserte Kambundji ihren Schweizer Rekord gleich um zwölf Hundertstel auf 11,20 Sekunden.

Mit Kariem Hussein erreichte über 400 m Hürden ein zweiter Schweizer den Final, der am Freitag stattfindet. Der 25-jährige Thurgauer siegte in seinem Halbfinal trotz eines schwachen Starts in soliden 49,16 Sekunden.

Im …

Artikel lesen