Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Novak Djokovic gewinnt Roland Garros 2016. Sein bisher letzter Grand-Slam-Titel. Bild: EPA/EPA

Djokovic leckt in Belgrad Wunden: «Ich habe Fehler gemacht und zahlte einen hohen Preis»

Nach Marian Vajda kehrt auch Fitnesstrainer Gebhard Phil Gritsch für die Sandsaison in den Betreuerstab von Novak Djokovic zurück. Offen bleibt, wie nachhaltig diese Lösung ist.

04.05.18, 15:38 04.05.18, 16:34

simon häring / az



Mit dem Griff seines Schlägers zeichnet er ein Herz in den Sand des Court Philippe Chatrier und legt sich in den Mittelpunkt. Nur wenige Wolken trüben den Himmel über Paris an diesem 17 Grad warmen Frühlingstag. Novak Djokovic hatte das erreicht, wovon er immer geträumt hatte: Er gewann erstmals in Roland Garros und war damit gleichzeitig Titelhalter bei allen vier Grand-Slam-Turnieren, als erst zweiter Spieler seit Rod Laver 1969. Das waren selbst jene nicht, in deren Schatten er stets gestanden hatte: Roger Federer und Rafael Nadal.

So feiert Novak Djokovic seinen Karriere-Slam

Der Frühlingstag teilte seine Karriere in ein Davor und ein Danach. Davor war Novak Djokovic der Getriebene. Verbissen. Unnachgiebig, bisweilen stur, vor allem aber auch: äusserst loyal. Ein Jahrzehnt lang hielt er an seinem Team fest: Trainer Marjan Vajda, Fitnesstrainer Gebhard Gritsch, Physiotherapeut Miljan Amanovic. Gemeinsam erreichten sie durch Beharrlichkeit jedes Ziel – mal früher, mal später. Sie überwanden Widerstände, Rückschläge, Zweifel und Kritik. Das verbindet. Doch es führt auch zu Abnutzung. Und im letzten Jahr zur Trennung.

Fitnesstrainer: «Die Luft war draussen»

Nun ist Novak Djokovic im Danach. Er sagt, er sei ein besserer, ein glücklicherer Mensch. Das Problem: Er ist ein schlechterer Tennisspieler. Das ist schwer zu akzeptieren, für einen, der alles gewonnen hat. Es hat ihn zu drastischen Schritten greifen lassen. Von Andre Agassi und Radek Stepanek trennte er sich schon nach wenigen Monaten wieder. Boris Becker ging von sich aus. Er wurde noch drahtiger. Er liess sich in der Muttenzer Rennbahnklinik an der Hand operieren. Er stellte seine Aufschlagtechnik um. Und zuletzt wechselte er sein Racket.

Die Liebe zwischen Boris Becker und Novak Djokovic ist schon länger erloschen. Bild: EPA/EPA FILE

Geholfen hat es nicht, Djokovic hat seine inneren Kompass verloren und auf der Suche danach dreht er sich im Kreis. So gesehen ist es kein Zufall, was sich in den letzten Tagen abspielt: Djokovic dreht die Zeit zurück und schart in seiner alten Heimat Belgrad, die er als 13-Jähriger in Richtung München verlassen hat, wieder jene Menschen um sich, mit denen er den Grundstein für seine Erfolge gelegt hat: erst Marian Vajda, nun auch Fitnesstrainer Gebhard Gritsch, der vor einem Jahr zur «Aargauer Zeitung» gesagt hatte: «Die Luft war draussen.»

Stan Wawrinka lobt Djokovic

Die Zusammenarbeit sei vorerst auf die Sandsaison beschränkt, richtet Djokovic (30) aus. Stan Wawrinka sagte im «Le Matin»: «Ich hatte meine Zweifel, aber dass Novak jetzt wieder mit Vajda arbeitet, ist die beste Entscheidung.» Der 12-fache Grand-Slam-Sieger selber sagt, er sei endlich wieder schmerzfrei. «Ich habe Fehler gemacht. Ich kam zu früh zurück, ich war nicht bereit und zahlte einen hohen Preis dafür. Aber das Verlangen war grösser», sagt er am Mittwoch der serbischen Zeitung «Večernje novosti».

A post shared by Novak Djokovic (@djokernole) on

Djokovic hat in diesem Jahr fünf Spiele gewonnen, fünf verloren. Darunter zwei Mal gegen Spieler, die ausserhalb der Top 100 der Weltrangliste klassiert sind. Selber ist er inzwischen auf den 12. Platz abgerutscht. Kommende Woche kehrt er in Madrid, wo er 2011 und 2016 gewonnen hat, in den Turnierzirkus zurück. Djokovic sagt: «Mir war bewusst, dass Geduld die einzige Medizin ist.» Und das Feuer brenne noch immer in ihm. Über die Rückkehr zu seinen Wurzeln, zu Vajda und Gritsch, sagte er: «Ich bin dankbar, dass sie wieder bei mir sind.»

Alle Weltnummern 1 im Männertennis

«Chum jetz, Roger, tritt ändlich zrugg!»

Video: watson

Tennis-Quiz

Wie viel Stan Wawrinka steckt in dir?

Sie glauben, Sie wissen schon alles über Roger Federer? Dann ist es für Sie ja ein Leichtes, bei diesem Quiz zu brillieren!

Roger oder Stan – du weisst immer noch nicht, welchem Schweizer Tennis-Star du die Daumen drücken sollst? Wir helfen dir!

Der STAN-ley-Cup – wie gut kennst du Wawrinka wirklich?

Hast du das Hawk-Eye? Erkenne die Tennis-Stars an ihrer Jubelfaust!

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AJACIED 04.05.2018 17:58
    Highlight Easy Nole mach dein ding weiter. Du must keinem noch was beweisen.
    Tu dein bestes und sei so wie du bist.
    17 2 Melden

Wie Novak Djokovic mit seinem Ernährungswahn in eine Sackgasse geriet

Novak Djokovic wirkt in Roland Garros dünner denn je. Was dahinter steckt.

Als er nach dem ersten Satz beim 6:3, 6:4, 6:4-Erfolg gegen den Brasilianer Rogerio Dutra Silva (ATP 134) beim Shirt-Wechsel den Oberkörper entblösst, ist jeder Wirbel zu erkennen, auch die Rippen zeichnen sich deutlich ab. Über zwei Jahrzehnte hat Novak Djokovic seinen Körper geformt. Mit innovativen Trainingsformen.

Mit eiserner Disziplin. Mit Yoga. Mit Meditation. Auch einmal im Graubereich des Erlaubten, oft an der Grenze zu dem, was noch als gesund bezeichnet werden kann. Novak Djokovic, …

Artikel lesen