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Marc Andrea Huesler of Switzerland celebrates his victory against Nicolas Almagro of Spain during a first round game at the Swiss Open tennis tournament in Gstaad, Switzerland, Tuesday, July 24, 2018. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Bisher erst Insidern ein Begriff: Marc-Andrea Hüsler, die Nummer 402 der Welt. Bild: KEYSTONE

Hüslers Exploit in Gstaad lenkt vom Armutszeugnis für das Schweizer Tennis ab

Tolles Debüt: Der 22-jährige Marc-Andrea Hüsler gewinnt am Swiss Open in Gstaad sein erstes Spiel auf der ATP-Tour gegen einen ehemaligen Top-Ten-Spieler. Davon abgesehen ist es aus Schweizer Sicht aber ein tristes Turnier.



Nach zwei Stunden und 15 Minuten war es geschafft. Marc-Andrea Hüsler rang Nicolas Almagro, einst die Nummer 9 der Welt, 6:7, 6:3, 7:6 nieder. «Es fühlt sich toll an», freute sich der Zürcher. «Schon in den letzten Wochen gelang es mir, in den entscheidenden Momenten gut zu servieren. Mein Aufschlag hat auch dieses Spiel entschieden.»

Hüsler überzeugte gegen den übergewichtig wirkenden Almagro. Er trumpfte gross auf und dominierte die Partie mit seinem Aufschlag. Die Favoritenrolle half Nicolas Almagro nichts. Der mittlerweile 32-jährige Spanier triumphierte vor acht Jahren in Gstaad und schaffte es im Ranking bis auf Platz 9. Eine Knieverletzung warf ihn im letzten Jahr weit zurück.

epa06908313 Nicolas Amagro of Spain returns a ball to Marc Andrea Huesler of Switzerland during a first round game at the Swiss Open tennis tournament in Gstaad, Switzerland, Tuesday, July 24, 2018.  EPA/PETER SCHNEIDER

Der 32-jährige Almagro gewann seit seinem Comeback noch kein Einzel. Bild: EPA/KEYSTONE

Der Sieg bringt Hüsler (ATP 402) in der Weltrangliste rund 40 Plätze nach vorne. Gewinnt er am Donnerstag auch den Achtelfinal gegen den Argentinier Facundo Bagnis (ATP 177), einen anderen Aussenseiter, springt er sogar rund 80 Plätze nach vorne. Hüsler ist zuversichtlich, auch gegen den ihm noch unbekannten Gegner bestehen zu können: «Vor zwei Wochen habe ich erstmals in meiner Karriere einen Top-200-Spieler schlagen können. Ich weiss jetzt, dass ich auch gegen Bagnis gewinnen kann.»

Swiss Open mit nur einem Schweizer

Dass Hüsler für einen Exploit sorgen konnte, zeigt aber auch, wie schade es ist, dass es an der 103. Austragung des Turniers zu einer traurigen Premiere kam: Erstmals kann und darf in Gstaad nur ein Schweizer mitspielen – eine unhaltbare Situation für die Organisatoren.

Bild

Die Schweiz, ein Tennis-Land? Nicht, wenn Roger Federer fehlt. bild: srf

Vieles lief vor dem Turnier schief. Klar sind die Gründe, warum Roger Federer in Gstaad nicht mehr aufschlägt. Weniger gut nachvollziehbar ist, dass Stan Wawrinka, der dringendst ATP-Punkte benötigte, nur für einen PR-Auftritt ins Saanenland reiste. Das Verhältnis zwischen Wawrinka und den Gstaader Organisatoren soll nicht mehr das beste sein.

Spätestens als Wawrinka Mitte Juni seinen Start absagte, hätten die Organisatoren oder der Tennisverband als Mitbesitzer des Turniers (und Inhaber zweier Wildcards) mit Henri Laaksonen das Gespräch suchen müssen. Das geschah nicht. Laaksonen wurde auf die Folter gespannt und rächte sich mit dem kurzfristigen Absprung nach Hamburg.

A general view of the Roy Emerson Arena during the final game between Alize Cornet of France and Mandy Minella of Luxembourg, right, at the WTA Ladies Championship tennis tournament in Gstaad, Switzerland, this Sunday, July 22, 2018. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Auch das Frauen-Turnier zog die Fans nicht in Strömen an: So sah's beim Final (!) aus. Bild: KEYSTONE

Der «Fall Marti»

Der Tennisverband «verschenkte» daraufhin seine zweite Wildcard einem jungen Kanadier. Das wiederum erboste den Walliser Yann Marti. Der 30-jährige Marti kämpft nach einer Ellbogenoperation um den Anschluss und verfügt wie Hüsler über das Potenzial, an einem Turnier wie Gstaad eine Rolle spielen zu können (Achtelfinalist 2014). Dass Marti vom Verband übergangen wurde, führte schliesslich zum Vorfall, bei dem Marti dem Davis-Cup-Captain Severin Lüthi mit ungeschickter Wortwahl die Leviten las, was später zu Martis Ausschluss führte.

Yann Marti meldete sich am Dienstag bei Radio «Rhône FM» zu Wort. An ihm sei wieder einmal ein Exempel statuiert worden. Er ist überzeugt, dass das, was er getan hat, jedem anderen Spieler durchgelassen worden wäre. Marti beschuldigte Severin Lüthi, aus einer Bagatelle, einer Mücke, einen Elefanten gemacht zu haben. Lüthi habe ihn denunziert – und ein derartiges Verhalten sei eines Davis-Cup-Captains unwürdig. (ram/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • gupa 25.07.2018 09:24
    Highlight Highlight Interessante Bilder der Tennis-Arena in Gstaad. Zum Vergleich wäre noch ein Bild vom Beachvolleyball Grand Slam eine Woche vorher interessant. Woran liegts? Eintrittspreise? Zielpublikum?
    • blööschango 25.07.2018 17:32
      Highlight Highlight Bei den Frauen am Outfit.
  • Eine_win_ig 25.07.2018 08:13
    Highlight Highlight Marti wird immer lächerlicher. Hauptsache alle Anderen sind schuld nur er nicht.
    • MacB 25.07.2018 08:41
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