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Roger Federer, of Switzerland, celebrates after defeating Chung Hyeon, of South Korea, during the quarterfinals at the BNP Paribas Open tennis tournament Thursday, March 15, 2018, in Indian Wells, Calif. (AP Photo/Mark J. Terrill)

Roger Federer baut in Indian Wells seine Startserie in diesem Jahr auf 16 Siege aus. Bild: AP/AP

«Nur nichts verschreien!» Federer träumt vom Start-Rekord – und denkt an die Sandsaison

Roger Federer siegt und siegt. Er übertrifft die eigenen Erwartungen. Das stellt ihn aber auch vor neue Fragen. Die Schlüsselfrage für Federer im Moment: Soll er tatsächlich wieder auf die Sandplatzsaison verzichten?



16:0! Wie vor zwölf Jahren gewinnt Federer die ersten 16 Einzel der Saison. Damals setzte es in Spiel 17 im Final von Dubai gegen Rafael Nadal die erste Niederlage ab. Anschliessend startete Federer gleich den nächsten Lauf (17 Siege), der ihm Turniersiege in Indian Wells und auf Key Biscayne eintrug. Aber diesmal soll die Startserie nicht in Spiel 17 enden – deshalb sagt Federer: «Jetzt nur nichts verschreien.»

Aber Federers Errungenschaften in den ersten zweieinhalb Monaten der Saison lesen sich grossartig: Hopman Cup gewonnen, dann der 20. Grand-Slam-Titel in Melbourne, dann der Turniersieg in Rotterdam, der ihn wieder zur Nummer 1 machte, jetzt winkt in Indian Wells schon der nächste Titel.

Legenden und das «wunderbare Gefühl»

Die Tenniswelt staunt. Als Roger Federer gegen Chung Hyeon, die aktuelle Nummer 3 der Jahreswertung, einlief, wimmelte es von Prominenz, auch aus der Tennisszene. Tommy Haas, der Turnierdirektor in Indian Wells, nützte die Bühne, um seine Karriere endgültig zu beenden. Rod Laver und Pete Sampras waren da.

Was denkt sich wohl «Pistol Pete»? Sampras verlor in den letzten Jahren all seine Rekorde an Federer. Sampras gewann 2002 mit 31 Jahren das US Open und spielte nachher nie mehr. Er trat mit einem grossen Sieg ab. Vor drei Jahren wurde Federer noch vorgehalten, er würde einen glanzvollen Absprung verpassen. Jetzt fragt sich womöglich Sampras, ob späte Erfolge auch für ihn möglich gewesen wären.

Former tennis player Pete Sampras, second from left, waves during a quarterfinal between Roger Federer, of Switzerland, and Chung Hyeon, of South Korea, at the BNP Paribas Open tennis tournament, Thursday, March 15, 2018, in Indian Wells, Calif. (AP Photo/Mark J. Terrill)

Pete Sampras winkt ins Publikum, unten lächelt Rod Laver. Bild: AP/AP

«Es ist cool, Pete (Sampas) auf der Tribüne zu sehen. Und für Rod (Laver) gilt das sowieso auch», so Federer. Wenn Legenden die Aufwartung machen, sei das für die Spieler auf dem Court «ein wunderbares Gefühl».

Federers Gegner Chung mag mit Sampras nicht viel anfangen können. Als Sampras seine Karriere beendete, war der Südkoreaner sechs Jahre alt. Im Jahr, als Roger Federer erstmals mit 16 Siegen in eine Saison gestartet war (2006), wurde Chung zehn.

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Der Schlag des Tages Video: streamable

Roger Federer trifft in den Halbfinals von Samstagmittag («High Noon») nach Chung auf den nächsten Vertreter der «Next Gen(eration)» – den 21-jährigen Kroaten Borna Coric (ATP 49). Federer und Coric standen sich erst einmal gegenüber: Vor drei Jahren in Dubai gewann der Schweizer den Halbfinal gegen den damals erst 18-jährigen Aufsteiger 6:2, 6:1. Federer startet als haushoher Favorit in den Halbfinal. Die Chancen stehen gut, dass Federer mit 36 Jahren so gut wie noch nie in ein Tennisjahr startet. Aber verschreien wollen wir nichts!

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Die Highlights der Partie gegen Chung. Video: streamable

Federer liebäugelt mit Paris

Daneben beschäftigt sich Federer derzeit bereits mit der Sandplatzsaison. In Indian Wells, wo fast der ganze «Clan» mit von der Partie ist, wird emsig diskutiert. Der nicht vor Ort weilende Fitnesstrainer Pierre Paganini erhielt von Federer eine Anfrage, wie viel konditionsmässig investiert werden müsste. Die Medien fragen bei jeder Gelegenheit nach, ob es etwas Neues gibt.

Mit der Aussage, dass er gerne noch einmal in Roland-Garros gewinnen würde, hatte Federer Anfang Monat die Diskussionen selber lanciert. Bis zu diesem Moment schien alles klar. Erwartet wurde, dass Federer es gleich machen würde wie im letzten Jahr, als er nach Turniersiegen in Indian Wells und Miami die gesamte Sandsaison ausliess und Mitte Juni auf Rasen in Stuttgart auf die Tour zurückkehrte. Dass Federer im Februar in Rotterdam antrat, «nur um die Nummer 1 zu werden» (Federer), deutete ebenfalls in diese Richtung.

Mittlerweile kokettiert Federer mit den Sandturnieren, was nur der Logik entspricht. Er dominiert derzeit die Szene. Rafael Nadal und Dominic Thiem, zwei der grössten Sieganwärter auf Sand, plagen sich mit Verletzungen herum. Novak Djokovic ringt um den Anschluss. Andy Murray und Stan Wawrinka liegen noch weiter zurück. Wenn Federer auch auf Sand spielt, wird es wochenlang keine Diskussionen um die Nummer 1 mehr geben. Aber darum geht es ihm nicht mehr: «Ich bin jetzt wieder die Nummer 1. Und ich weiss, dass ich die Nummer 1 auch wieder verlieren werde. Primär geht es jetzt um Titel.»

epa01754654 Switzerland's Roger Federer celebrates with the trophy after winning the final match against Sweden's Robin Soderling in the French Open tennis tournament at Roland Garros in Paris, France, 07 June 2009.  EPA/HORACIO VILLALOBOS

2009 gewann Federer seinen einzigen French-Open-Titel. Warum nicht noch einen zweiten hinzufügen und den Grand Slam jagen? Bild: EPA

Federer liebäugelt mit den Sandturnieren, weil er Lust auf Sandplätze hat («Als Schweizer bin ich eigentlich ein Sandplatzspieler») und weil er das Gefühl nicht los wird, eine Chance zu haben, in Paris ein zweites Mal nach 2009 gewinnen zu können. Schon vor einem Jahr trainierte Federer in der Schweiz ein paar Tage auf Sand, sagte dann aber für Paris trotzdem ab.

«Heuer werde ich mich früher entscheiden», sagte er. «Klar ist, dass ich in den ersten Wochen (Monte Carlo) sicher nicht spielen werde. Diese Phase ist mit einer Reise nach Afrika und einem Trainingslager verplant. Aber unmittelbar nach Miami werde ich mich entscheiden, ob ich auf Sand spiele oder nicht. Und wenn ich spiele, werde ich mich entscheiden, wo ich spiele.» (pre/sda)

Das sind die wichtigsten Rekorde von Roger Federer

Roger Federer vs. Micky Maus: Das Dance-Off

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Frances Ryder 16.03.2018 22:11
    Highlight Highlight "Jetzt fragt sich womöglich Sampras, ob späte Erfolge auch für ihn möglich gewesen wären."

    Wohl kaum. Sampras hat Ende 02 aufgehört und ab 03 begann Federer die Tour zu dominieren. Ich bezweifle, dass da Sampras irgendetwas nachtrauert.
  • amore 16.03.2018 16:48
    Highlight Highlight Hab ich was verpasst? Dies Spiele kann ich im srf nicht schauen?
    • tschoo 17.03.2018 10:03
      Highlight Highlight Wurde glaube ich nicht übertragen, war hingegen auch um 3:00 morgens. Den Halbfinal heute ab 19 Uhr kannst du aber auf SRF schauen.
  • Sir_Saku 16.03.2018 15:21
    Highlight Highlight Und wer weiss, vielleicht liegt der Grand Slam doch noch drin?🤔
    Gar nicht vorzustellen was dann los wäre😍🎉
    • Herren 16.03.2018 16:46
      Highlight Highlight Ist mir eben auch durch den Kopf geschossen. Eigentlich fast undenkbar, aber genau betrachtet, wäre es heuer vermutlich fast einfacher als je zuvor in Federers Karriere.
      Was für ein Wahnsinn! 😃
    • Freilos 16.03.2018 18:06
      Highlight Highlight Unmöglich scheint es nicht, da sämtliche Gegner ein bisschen schwächeln oder noch nicht so weit sind. Dafür müsste aber auch bei Federer wirklich alles passen. Hoffen wir es!

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