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Am Mittwoch, 13. Juni, kehrt Roger Federer in Stuttgart aus seiner Wettkampfpause zurück. bild: zvg

Unter Beschuss: Roger Federer kontert Kritik und fordert Schutz

Der Schweizer wehrt sich gegen Kritik und äussert sich zum 300-Millionen-Deal. Nach zehn Wochen Pause ist er zurück auf der ATP-Tour und will am Mittwoch, 13. Juni, gegen Mischa Zverev einen guten Start in die Rasen-Saison folgen lassen.

Simon Häring / Nordwestschweiz



Der Duft von frisch frittiertem Fisch liegt in der Luft, der Geräuschpegel ist hoch. Roger Federer sitzt an einem Dreiertisch im Spielerrestaurant und unterhält sich animiert. Nach zehn Wochen Pause ist er hier wieder unter seinesgleichen. «Ich bin einfach froh, dass ich wieder unter den Spielern bin», sagt er später in einer kleinen Runde zu Schweizer Journalisten. Er fühlt sich wie einer von ihnen, doch wenn es um den erfolgreichsten Spieler der Geschichte geht, ist dann doch alles ein bisschen grösser, ein bisschen bedeutungsvoller. Für die Audienz des Baselbieters lassen die Organisatoren des Mercedes Cups einen Bereich des Restaurants räumen. Davon betroffen ist die Entourage von Feliciano Lopez.

Federer erzählt von den Trainings auf Rasen. Dass er jeweils Muskelkater habe. «Am Anfang jeweils am unteren Rücken, und am Hintern», sagt er mit einem Lachen.

Daraus, dass er mehr Pausen braucht als früher, macht er schon lange keinen Hehl mehr. Auch darum hat er auf die Sandsaison und damit auch auf die French Open verzichtet. Das hat ihm zum Teil beissende Kritik eingetragen. Mats Wilander sagte, Federer habe gegenüber dem Tennis eine Verantwortung, der er sich mit der Absage entziehe. Es würde Federer ja nicht schaden, in Paris einfach nur mitzuspielen, findet er.

Federer kontert die Kritik an seiner Person

Federer hat für diese Sicht der Dinge kein Verständnis. «Ich bin mit dieser Haltung nicht einverstanden. Ich habe höhere Ansprüche. Nur mitzuspielen, ist für mich nicht witzig», stellt er klar.

Verantwortung interpretiert er so: Die Zuschauer sollen den besten Federer sehen. «Sonst denken sich die Leute: Schön, ist er da, und ich werde niedergemetzelt. Das kann nicht das Ziel sein», sagt Federer. Wenn er auch auf Sand um Titel mitspielen wolle, brauche er eine gute Vorbereitung. «Es ist manchmal nicht so einfach, wie einige meinen. Ich habe aber vier Kinder. Und, sorry, ich möchte auch Zeit mit meiner Familie verbringen. Ich kann nicht all meine Träume verfolgen.»

Tennis Player Roger Federer attends a news conference during the Mercedes Cup ATP World Tour tournament in Stuttgart, Germany, Monday, June 11, 2018. (Sebastian Gollnow/dpa via AP)

Kehrt in Stuttgart gut gelaunt und optimistisch in den Tenniszirkus zurück: Roger Federer. Bild: AP/dpa

Die Kritik, die auch Guy Forget, Turnierdirektor der French Open, geteilt hatte, verletzt ihn im Stolz. Während 17 Jahren habe er jede Saison von Januar bis November bestritten. «Aber mit der Verletzung ist das «Fünferli abe». Ich merkte: Ich muss besser aufpassen, wenn ich noch länger spielen will.» Die Äusserungen von Wilander kontert er so: «Wir haben Meinungsfreiheit.»

«Kritik geht etwas zu weit»

Federer fordert mehr Verständnis für seine Situation und denkt auch an gewisse Privilegien. «Die Tour müsste mich manchmal schützen und sagen: ‹Sorry, der Roger darf etwas freier entscheiden. Wenn er länger dabei ist, ist es besser fürs Tennis.›» Er habe viel für den Sport gemacht. «Ich denke, einige Kritiker sind etwas weit gegangen.» Er glaubt aber, dass die Menschen verstehen, dass er Vorsicht walten lasse.

«Manchmal vergesse ich fast, meine Füsse zu tapen.»

Sein Körper brauche heute länger, um sich zu erholen. Aber auch für den Kopf seien Pausen elementar. «Dann merke ich, dass ich wieder frisch bin und auch Lust habe auf das ganze Drumherum», sagt er. Der Neustart sei zwar mit Unsicherheiten verbunden, doch Federer sieht darin auch einen gewissen Reiz. Wie sich das anfühle, wenn er nach langer Pause wieder Matches bestreite, wird er gefragt. «Das klingt jetzt zwar komisch, aber: amateurhaft. Manchmal vergesse ich fast, meine Füsse zu tapen. Oder das zweite Paar Socken anzuziehen, weil ich das im Training nie mache.»

Bald wieder die Nummer 1?

Sollte er in Stuttgart, wo er am Mittwoch auf den Deutschen Mischa Zverev (30, ATP 54) trifft, den Final erreichen, verdrängt er am Montag Rafael Nadal wieder von der Spitze der Weltrangliste. «Das ist alles sehr speziell, das ist ja ein Weltrekord, von dem wir hier reden», sagt er.

Für Gesprächsstoff sorgt weiterhin auch das 300-Millionen-Angebot, das Federer vom japanischen Ausrüster Uniqlo vorliegen haben soll. Der Fall ist komplex: Der bisherige Ausrüster Nike hält die Rechte am «RF»-Logo und Uniqlo stellt keine Tennisschuhe her. Zudem drängt die Zeit. Ein neuer Ausrüster möchte sich im grössten Schaufenster präsentieren, und das ist Wimbledon, das Ende Juni beginnt.

Gut möglich, dass es nur noch um Details geht, doch diese haben es in sich: Federer ist bekannt dafür, Deals an Bedingungen zu knüpfen, die seine Stiftung und Projekte berücksichtigen. «Unterzeichne ich Verträge für fünf Jahre oder zehn Jahre, was sehr interessant und lukrativ ist, muss ich mich fragen, ob ich mich als Botschafter sehe.» Eine Ablenkung sei der Fall nicht. «Es beschäftigt mich nicht grossartig. Das ist Teil des Geschäfts.» (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • wandre 13.06.2018 12:01
    Highlight Highlight "... unterhält sich animiert": ich versuche mir gerade vorzustellen, wie das genau geht...

    War eventuell "unterhält sich angeregt" oder "unterhält sich amüsiert" gemeint?
  • Butschina 13.06.2018 09:16
    Highlight Highlight Seine Gesundheit gehört RF selbst. Da hat niemand das Recht sich einzumischen. In seinem Alter macht es Sinn mehr Pausen zu machen. Das Verletzungsrisiko ist kleiner bei sorgfältiger Vorbereitungs. Ich finde es gut tritt er kürzer. Das "sich kaputt machen" stört mich generell am Leistungssport. Gesund zu sein ist ein Privileg, dass viel zu wenig Menschen schätzen.
  • Bluesofa 13.06.2018 08:55
    Highlight Highlight Man sieht ja, was passiert, wenn man keine Pausen macht! So viele Spieler sind verletzt und ein Comeback ist nicht so einfach, wie es bei Federer ausgesehen hat.
  • Zwischenton 13.06.2018 08:11
    Highlight Highlight Roger Federer hat über all die Jahre so viel gegeben, das verdient Respekt.
    Die längeren Pausen und die Zeit mit seiner Familie sind im zu gönnen.
    Ich gebe ihm recht: Qualität vor Quantität !
  • FrancoL 13.06.2018 07:36
    Highlight Highlight Die Kritiker möchte ich ganz einfach fragen: Wäre es nicht besser dass der eine oder andere Spieler eine Pause einlegen würde um den Körper zu schonen bevor er diese Pause aus gesundheitlichen Gründen einlegen muss. Es ist doch sehr erfreulich, dass RF noch dieses Feuer in sich hat und so besonnen ist diese Flamme zu hegen und zu pflegen.
  • kloeti 12.06.2018 23:54
    Highlight Highlight «Es ist manchmal nicht so einfach, wie einige meinen. Ich habe aber vier Kinder. Und, sorry, ich möchte auch Zeit mit meiner Familie verbringen. Ich kann nicht all meine Träume verfolgen.»
    Was soll man denn da als Normalsterblicher der noch nicht mal ne mikrige Million mit Werbung verdient sagen?
    • FrancoL 13.06.2018 06:49
      Highlight Highlight Das heisst lediglich dass Du keine Mio Werbegelder wert bist, aber Du kannst noch daran arbeiten.
      Ich finde die Aussage von Federer durchaus richtig und sie zeigt dass Geld nicht alles ist.
    • lilie 13.06.2018 07:04
      Highlight Highlight @kloeti: Das Gleiche? Gilt für jung und alt, für arm und reich. Zeit und Energie ist für alle begrenzt.
    • JJ17 13.06.2018 07:50
      Highlight Highlight Mit den Millionen kann er sich aber auch keine Zeit mit seinen Kindern kaufen, wenn er gleichzeitig immer Tennis spielt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kunibert der fiese 12.06.2018 23:34
    Highlight Highlight Die kritik von wilander ist einfach nur lächerlich. federer muss niemandem mehr etwas beweisen, und schulden tut er auch niemandem etwas.
  • Adumdum 12.06.2018 23:09
    Highlight Highlight Bisschen albern von Mats Wilander - aber so bleibt man halt auch im Gespräch. Wieviele Spiele hat der denn so pro Saison gemacht? und als er abgetreten ist hat er ja auch das Tennis „im Stich gelassen“ -sollte Roger dann lieber nochmal French Open spielen, sich verletzen und dann ganz abtreten? Wäre ich Federer würde ich mich noch viel mehr aufregen 😊 aber deshalb hält der wahrscheinlich schon so lange durch weil er einfach cooler ist.
  • real donald trump 12.06.2018 23:06
    Highlight Highlight Symphatisch wie eh und je, auf jede Kritik eine ehrlich rüberkommende, jedoch klar Stellung nehmende Antwort. Dieses Feingespür mit dem er seine Meinung mitteilt aber dennoch niemanden angreift würde einigen Menschen sehr helfen, hätten sie ein wenig mehr davon.
    • lilie 13.06.2018 09:01
      Highlight Highlight @real donald trump: Ich bin ganz verwirrt, solche Worte von Real Donald Trump zu lesen. 🤣🤣🤣
  • Jol Bear 12.06.2018 23:02
    Highlight Highlight Wilander hatte seine Karriere mit 32 Jahren beendet und mitte 20 letztmals Turniere gewonnen. Mit 7 Grandslam-Titeln gehört er zweifellos zu den ganz Grossen in der Tennisgeschichte. Aber um über die Turnierplanung eines 36 jährigen Oldies, der vor kurzem noch einen GS-Titel abgeräumt hat zu urteilen, ist er definitiv der falsche Mann.
  • Herr Jung 12.06.2018 22:54
    Highlight Highlight Er könnte doch bei der Wahl eines neuen Ausrüsters gewisse arbeitsrechtliche Mindeststandards berücksichtigen oder verlangen (und dafür auf die eine oder andere Million verzichten - das wäre echtes Engagement!
    • geistfrei 13.06.2018 06:59
      Highlight Highlight das wäre schön!
    • RiiseHolzchopf 13.06.2018 13:28
      Highlight Highlight Würde ich auch gut finden. Schlussendlich ist es ja auch ein wenig kontrovers, Projekte für Hilfsbedürftige auf die Beine zu stellen, gleichzeitig aber bei jemandem einen Deal zu unterstreichen, der zum Teil sehr schlechte Arbeitsbedingungen stellt und womöglich sogar mit Kinderarbeit in Verbindung gebracht werden kann. Aber ja, das sind Dinge, die einfacher gesagt als getan sind.

      Besser einen solchen Deal zu unterschreiben und mit den Einnahmen zu helfen anstatt nur das Geld einzukassieren.

Lockerer Auftaktsieg in Halle – Federer lässt Bedene keine Chance

Zwei Tage nach dem Turniersieg in Stuttgart bekundete Roger Federer in seinem Auftaktspiel in Halle keinerlei Probleme. Der Titelverteidiger des Rasenturniers in Westfalen bezwang den Slowenen Aljaz Bedene in 73 Minuten 6:3, 6:4.

Bedene, im aktuellen Ranking die Nummer 72, kassierte im ersten Satz gleich bei erster Gelegenheit das Break. Im zweiten Durchgang hielt er immerhin bis zum Stand von 4:4 mit dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger mit, welchem er schon zu Beginn des Jahres beim Australian Open …

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