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Der Majesty Cup von Gerard Piqué: Gute oder schlechte Nachrichten für Roger Federer? bild: Keystone

10 Millionen für den «Majesty Cup»-Sieger! Piqués nächster Angriff auf Federers Laver Cup

Nach dem Davis Cup lanciert Barcelona-Fussballer Gerard Piqué den Majesty Cup. 64 Teilnehmer spielen nach den US Open um die Rekordbörse von 10 Millionen Dollar. Und zwar nach dem Prinzip: «The Winner Takes It All». Es ist der nächste Angriff auf Roger Federers Laver Cup.

simon Häring / Aargauer Zeitung



Entspannt, adrett gekleidet, das Hemd weit aufgeknüpft, das Haar akkurat zur Seite gescheitelt. Roger Federer (37) glänzt beim Laver Cup in der Rolle seines Lebens: jener als Botschafter seines Sports. Dieses Format ist eine Herzensangelegenheit. Es ist eine Liebeserklärung ans Tennis. Ein Vermächtnis. Seine Antwort auf die Frage, wie man die Ikonen der Geschichte ehrt, die Gesichter der Gegenwart und die Stars der Zukunft zusammenbringt.

Der Laver Cup soll ein Festakt sein, ein Denkmal für Rod Laver, den Australier, den Federer als Grössten der Geschichte bezeichnet. Und ja, vielleicht auch ein wenig für sich selbst. Weil er das Bedürfnis hat, dem Sport etwas zu hinterlassen, das ihn überdauert. Doch das Welttennis wird gerade neu geordnet. Ob es für den Laver Cup auch in Zukunft Platz hat, scheint zumindest fraglich.

Der Schatten über seinem Vermächtnis hat einen Namen: Kosmos-Gruppe. Deren Gesicht: Gerard Piqué. Erst im August hat der Fussballer von Barcelona den 118 Jahre alten Davis Cup reformiert. Dieser wird ab dem kommenden Jahr in einer Finalwoche entschieden. Den Verbänden und Spielern fliessen in 25 Jahren drei Milliarden Dollar zu. Zudem steht Piqué in regem Austausch mit der ATP. Geht es nach Piqué, werden im Davis Cup bald wieder Punkte für die Weltrangliste vergeben. Die Premiere geht im November 2019 über die Bühne.

Doch das bleibt wohl eine Ausnahme. Ganz oben auf Piqués Agenda steht die Ansetzung im September. Dann, wenn der Laver Cup über die Bühne geht. Zumindest so lautete der offizielle Plan. Doch an dieser Deutung bestehen erhebliche Zweifel. Der Grund ist ein anderes Format: der Majesty Cup.

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So funktioniert der Laver Cup Video: YouTube/Laver Cup

Federer spielt mit Djokovic im Doppel

Roger Federers Wunsch wird erfüllt. Beim Laver Cup in Chicago nominiert Europas Captain Björn Borg gleich für den Auftakttag Federer und Novak Djokovic für das Doppel. In der Nacht auf Samstag treffen der Schweizer und der Serbe auf Jack Sock, die Weltnummer 2 im Doppel, und den Wimbledon-Finalisten Kevin Anderson aus Südafrika.

Zuvor treffen in den ersten drei Einzeln der Bulgare Grigor Dimitrov auf Frances Tiafoe, der Brite Kyle Edmund auf Sock und der Belgier David Goffin auf den Argentinier Diego Schwartzman. (sda)

Am Freitag berichtete der «Telegraph», dieser solle künftig in der Woche nach den US Open stattfinden, direkt vor dem Laver Cup. Drahtzieher: Piqués Kosmos-Gruppe. 64 Teilnehmer spielen dabei um die grösste Börse, die es im Tennis je zu gewinnen gab: 10 Millionen Dollar. Das ist mehr als das doppelte dessen, was der Sieger eines Grand-Slam-Turniers erhält. Das radikale Prinzip: The Winner Takes It All. Heisst: Der Sieger erhält 10 Millionen Dollar, die 63 anderen Spieler gehen leer aus.

Die Idee entlarvt die wahren Absichten von Piqué. Es geht nicht darum, den Kalender zu entschlacken. Es geht darum, ihn zu filetieren und einzeln zu monetarisieren: Eine Woche Davis Cup, eine Woche Majesty Cup. In der Welt des Unternehmers Piqué ist alles dem Primat des Geldes untergeordnet.

Auch beim Laver Cup geht es nicht um wenig Geld. Die Weltbesten kassieren eine Gage in Millionenhöhe. Wer dem Team des Siegers angehört, erhält eine Prämie von 250 000 Dollar. Alimentiert wird der Laver Cup von Marken wie Mercedes, Rolex, Wilson oder Moët & Chandon. Sie alle treten auch als Sponsoren von Roger Federer auf. Die Fäden zieht dessen Manager Tony Godsick, der Teilhaber an seiner Agentur Team 8 ist.

Auf ein Wettrüsten könnte er sich zwar dank der Partner, zu denen auch der Bierbrauer Jorge Paulo Lemann, dessen Vermögen auf 25 Milliarden Dollar geschätzt wird, und Tennis Australia einlassen, doch ihm geht es beim Laver Cup in erster Linie um die Verwirklichung einer Vision. Wie alles, das er angeht, soll die Umsetzung von Nachhaltigkeit geprägt sein. Beim Majesty Cup sind diesbezüglich Zweifel nicht unangebracht.

Federer sagte während der US Open: «Für uns Tennisspieler ist es komisch, einen Fussballer in unserer Welt zu haben. Darum muss er vorsichtig sein , was er wie sagt.» Er erwarte nun spannende Wochen. «Jeder will sein Ding verteidigen. Und jeder glaubt zu wissen, was das Beste ist» Geht es um die Durchsetzung seiner Interessen, hat sein grösster Trumpf einen Namen: Roger Federer. Denn fehlt er bei der Davis-Cup-Premiere, schadet dies Piqué, der mit dem Versprechen angetreten war, den Davis Cup zu einem Wettbewerb für die Spieler zu machen.

epaselect epa06977116 FC Barcelona's defender Gerard Pique (L) and PSG's forward Neymar Jr (R) take part in a charity poker tournament held in Barcelona, Catalonia, Spain, 27 August 2018.  EPA/Alejandro Garcia

Gerard Piqué ist längst mehr als ein Fussballer. Hier nimmt er mit Neymar an einem Charity-Poker-Turnier teil. Bild: EPA/EFE

Kurzfristig die grössere Bedrohung ist indes der Majesty Cup. Weil er lukrativer ist. Dass Geld alleine zwar nicht reicht, beweist das Beispiel der indischen Städteliga IPTL, die nach drei Ausgaben in der Versenkung verschwand. Doch das Geld des Majesty Cup droht den noch jungen Laver Cup zu ersticken. Er wirft einen Schatten auf Federers Vermächtnis.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hessmex 21.09.2018 14:49
    Highlight Highlight «The Winner Takes It All»
    Da es nur eine Handvoll Spieler gibt die sich Chancen für den Sieg ausrechnen können, werden sich sicher nicht 64 für dieses Turnier anmelden!
  • N. Y. P. 21.09.2018 13:56
    Highlight Highlight Roger, jetzt wirds schwierig !

    Wenn ich in einem 64er - Feld mit 6 gewonnenen Spielen 10 Millionen gewinnen kann, ja dann ist klar wo ich spielen würde.
  • Alterssturheit 21.09.2018 13:50
    Highlight Highlight "The Winner Takes It All" - Nur noch Individualismus pur, ICH,ICH...



  • Adumdum 21.09.2018 13:26
    Highlight Highlight Wieso muss ein Profifußballer den Tennissport aufmischen? Bzw, wieso lässt man ihn? Hatte nicht das Gefühl dass Tennis ein Popularitätsproblem hat - Spitzentennis ja schon gar nicht.
    • Jol Bear 21.09.2018 14:44
      Highlight Highlight Man lässt jene "aufmischen", die das meiste Geld liefern können. Deshalb dirigieren Öl-Scheiche grosse traditionsreiche Fussballvereine, was eigentlich noch weniger passt als Pique und Tennis. Genau bei den Weltsportarten wie Fussball und Tennis hat die Globalisierung die auszupressende Zitrone um ein vielfaches vergrössert, abkassieren bis zum letzten Tropfen, "wenn ich es nicht mache, ist ein anderer da".
    • Dagobart 22.09.2018 08:38
      Highlight Highlight Leistungssport ist ein Produkt und will zwecks Profitoptimierung dem zahlenden Publikum vermeintlich noch schmackhafter gemacht werden.

      Als Fussballer hat er erkannt , dass das wahre Geld in der Vermaktung und nicht im Sport liegt.

      Siehe Federer : ca 7 mio Preisgeld und über 60 mio Werbegeld. Somit ist der Sport lediglich mittel zum Zweck. Für alle aussenstehende ;Manager , Promoter etc. Etc ist somit der Sport nur Nebensache. .....nicht nur im Tennis

«Diese Ekstase macht süchtig» – Federer holt den neunten Titel in Basel

Roger Federer (ATP 3) ist nicht ganz Hundert. An den Swiss Indoors in Basel feierte er seinen 99. Turniersieg, den 9. in Basel und den 4. hintereinander. Den Final gegen Marius Copil (ATP 93) gewann Federer nach Rückstand in beiden Sätzen in 94 Minuten 7:6 (7:5), 6:4.

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