Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Andy Murray, of Great Britain, celebrates after winning the fifth game of the third set in his match against Novak Djokovic, of Serbia, during the men's final at the Rogers Cup tennis tournament in Montreal on Sunday, Aug. 16, 2015. (Paul Chiasson/The Canadian Press via AP) MANDATORY CREDIT

Andy Murray liess in Montreal seine Muskeln spielen. Bild: AP/The Canadian Press

Bei Federer und Wawrinka «abgügslet»: Warum Murray nach acht vergebenen Anläufen endlich wieder Djokovic besiegte

Acht Mal in Serie hatte Andy Murray gegen Novak Djokovic verloren, bis er ihn gestern im Final von Montreal zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder schlagen konnte. Bedanken muss sich der Schotte auch ein wenig bei Roger Federer und Stan Wawrinka, denn er hat sich von ihnen inspirieren lassen.



Triumphierend streckte er die Arme nach oben, die Erleichterung stand ihm ins Gesicht geschrieben: Mit seinem fünften Matchball beendete Andy Murray im Final des Masters-1000-Turnier von Montreal den dreistündigen Abnützungskampf mit Novak Djokovic.

6:4, 4:6, 6:3 siegte der Schotte und feierte nach zuletzt acht Niederlagen in Folge den ersten Sieg gegen die serbische Weltnummer 1 seit dem Wimbledon-Final 2013. Für Murray war es der vierte Turniersieg des Jahres, der insgesamt 35. seiner Karriere und der elfte bei einem Event der 1000er Kategorie.

Aug 16, 2015; Montreal, Quebec, Canada; Novak Djokovic of Serbia (left) and Andy Murray of Great Britain with their trophies during the Rogers Cup tennis tournament final at Uniprix Stadium. Murray won 6-4,4-6 and 6-3. Mandatory Credit: Eric Bolte-USA TODAY Sports

Andy Murray besiegte Novak Djokovic dank einer taktischen Meisterleistung. Bild: X02835

Djokovic verlor im Kalenderjahr 2015 zuvor erst dreimal. Gegen Ivo Karlovic in Doha, gegen Roger Federer in Dubai und gegen Stan Wawrinka beim French Open. Murray und sein Coaching-Team scheinen sich vor dem Rencontre mit Djokovic vor allem von den beiden Schweizern einiges abgeschaut zu haben. Der Schotte siegte nämlich vor allem dank einer taktischen Meisterleistung, die sehr nach einem Mix aus Federer und Wawrinka aussah.

Murray verliess von Beginn an konsequent seine Komfortzone an der Grundlinie, spielte unglaublich offensiv und hielt die Punkte kurz. Während er sich in Duellen mit Djokovic sonst meist Ballwechsel mit weit über 10 Schlägen lieferte, blieben solche Rallyes in Montreal die Ausnahme. 

Ein bisschen Federer, ein bisschen Wawrinka

Wie sonst nur Federer suchte Murray konsequent den Weg ans Netz, wenn sich ihm die Gelegenheit bot. 20 von 31 Vorstössen (68 Prozent) schloss er erfolgreich ab. Zwar war Djokovic häufiger am Netz (27/48, 56 Prozent), doch für ihn war es mehr eine Flucht nach vorne, weil er für einmal auch in den Grundlinien-Duellen keine entscheidenden Vorteile hatte. Murray drückte den besten Grundlinien-Spieler der Welt – ähnlich wie Wawarinka im French-Open-Final – regelrecht von der Grundlinie weg. Dafür schlug er die Bälle im Final durchschnittlich mit 8 km/h härter als noch in den Runden zuvor.

Play Icon

Die Highlights der Partie. YouTube/ATP

Wurde es einmal brenzlig, konnte sich Murray auf seinen Aufschlag verlassen. Insgesamt wehrte er 11 von 14 Breakmöglichkeiten des Serben ab, fünf davon im vierten Game des dritten Satzes, das 10 Mal über Einstand ging und rund 18 Minuten dauerte. Viermal kam dort der Murrays erster Aufschlag nicht zurück, einmal punktete der Schotte mit einem Volley-Winner.

Murray machte gegen einen starken Djokovic alles richtig und hat sich so vor dem US Open zum ersten Herausforderer der Weltnummer 1 gemausert. Weil bei Federer die 1000 Punkte von seinem letztjährigen Sieg in Cincinnati bereits heute aus der Wertung fielen, ist Murray wieder die Nummer 2 der Welt.

epa04841170 Andy Murray's coaches Jonas Bjorkman (L) and Amelie Mauresmo (C) and his wife Kim Sears (R) celebrate a winner against Roger Federer of Switzerland in their semi final match during the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 10 July 2015.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA EDITORIAL USE ONLY/NO COMMERCIAL SALES

Murrays Dreamteam: Die Coaches Jonas Björkman und Amelie Mauresmo, Physio Shane Annun und Ehefrau Kim (von links). Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA/KEYSTONE

Sein Sieg widmete Murray seiner abwesenden Trainerin Amélie Mauresmo. Die Französin hatte am Sonntagmorgen in Frankreich einen Sohn geboren. Zusammen mit Jonas Björkman, der seit April zu Murrays Betreuerteam gestossen ist, hat sie massgebenden Anteil an der Rückkehr des Schotten zur alten Stärke.

Anwärter auf die Weltnummer 1?

Als Murray Mauresmo im Juni 2014 als Nachfolgerin von Ivan Lendl vorstellte, erntete er so einige hochgezogene Augenbrauen. Eine Frau als Trainerin im Herrentennis? Kann das funktionieren, fragten sich viele. Schliesslich hatte noch kein Grand-Slam-Champion zuvor einen weiblichen Coach engagiert.

Es kann, war die Antwort. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erholte er sich von der physischen und psychischen Baisse, die seine Rückenoperation im Herbst 2013 mit sich brachte. In Mauresmo fand er nach dem Rückzug Lendls die nötige Stütze. «Es fällt mir einfach leichter, mit Frauen zu sprechen und mich zu öffnen», erklärte Murray, der schon zuvor in seiner Karriere oft mit Sport-Psychologen gearbeitet hatte, offen. 

Murrays Weg nach oben seit April 2014

ATP-Race Djokovic Federer Murray (August 2015)

Bild: watson.

Seit September 2014, als er sogar aus sen Top 10 flog, geht es steil bergauf. Murray gewann in diesem Jahr erstmals in seiner Karriere ein Turnier auf dem geliebten Sand und scheiterte bei den grossen Turnieren jeweils an Djokovic und in Wimbledon an einem über sich hinauswachsenden Federer. 

Keine Frage: Mit Mauresmo für die Psyche und Björkman fürs Taktische ist Murrays Team so gut aufgestellt wie wohl noch nie. Und auch privat stimmt alles. Seine Frau Kim erwartet das erste gemeinsame Kind. Und momentan scheint es so, als könnte Murray in absehbarer Zukunft der einzige sein, der Novak Djokovic im Kampf um den Tennis-Thron in Bedrängnis bringen könnte.

Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Diese Ekstase macht süchtig» – Federer holt den neunten Titel in Basel

Roger Federer (ATP 3) ist nicht ganz Hundert. An den Swiss Indoors in Basel feierte er seinen 99. Turniersieg, den 9. in Basel und den 4. hintereinander. Den Final gegen Marius Copil (ATP 93) gewann Federer nach Rückstand in beiden Sätzen in 94 Minuten 7:6 (7:5), 6:4.

Die Siegerehrung zog sich in die Länge. Roger Federer dankte allen - in englisch, französisch und schweizerdeutsch. Er verdrückte am Ende Freudentränen und meinte, er sei der glücklichste Mensch der Welt. Federer war bewegt und bewegte die Massen. «Es ist immer sehr emotional hier», so Federer.

In seiner Dankesrede blieb Federer bei den Offiziellen hängen. Bei jenen Leuten, die hinter den Kulissen arbeiten - wie beispielsweise den Verantwortlichen fürs «Hawkeye» - das «Adlerauge», das die …

Artikel lesen
Link to Article