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Roger Federer of Switzerland receives medical attention during a break in his men's semifinal singles match against Milos Raonic of Canada on day twelve of the Wimbledon Tennis Championships in London, Friday, July 8, 2016. (Adam Davy/Pool Photo via AP)

Auch wenn er oft mit Schmerzen spielt: Federer nimmt selten ein Medical Timeout. Bild: AP/PA POOL

Federer widerspricht Nadal: «Ich spielte oft mit Schmerzen und würde es wieder tun»

Wegen Problemen mit den Knien musste Rafael Nadal auf den Halbfinal gegen Roger Federer in Indian Wells verzichten. Er fühle sich gegenüber seinen Konkurrenten benachteiligt, weil er öfter mit Schmerzen spiele als sie. Roger Federer widerspricht dieser Darstellung.

simon häring / ch media



Linke Schulter, rechte Schulter, Blinddarm, beide Handgelenke, beide Knie, Rücken, Bauch, Hüfte, Oberschenkel – die Verletzungsgeschichte von Rafael Nadal ist ein Streifzug durch die Anatomie. Vom Scheitel bis zur Sohle, nach zwei Jahrzehnten auf der Tennis-Tour ist kein Körperteil des Spaniers unversehrt.

«Manchmal bin ich traurig, weil ich gegenüber allen meinen Gegnern einen Nachteil habe.»

Rafael Nadal

Am Freitag musste er zum fünften Mal in seiner Karriere vor einem Spiel die Segel streichen: der Halbfinal von Indian Wells gegen Roger Federer.

Es klang verbittert, als er sein Aus erklärte. «Es ist schwer, zu akzeptieren, was ich alles durchmachen muss. Manchmal bin ich traurig, weil ich gegenüber allen meinen Gegnern einen Nachteil habe», sagte Nadal. Er spielt seit 2005 mit Schmerzmitteln und stand wegen einer angeborenen Fehlstellung des Fusses mit 19 Jahren bereits vor dem Karriereende. Zwar bekam Nadal diese Probleme mit Einlagen in den Griff, diese lösten aber Knieprobleme aus.

«Ich spielte oft mit Schmerzen und würde es wieder tun»

Roger Federer wird im August 38 Jahre alt. Bis im Jahr 2016, als er sich beim Einlassen eines Bades für seine Kinder den Meniskus riss und später ein halbes Jahr aussetzte, blieb er von Verletzungen weitestgehend verschont. Allerdings bereitete ihm der Rücken immer wieder Probleme. Dennoch widerspricht er der Darstellung Nadals nach dem gegen Dominic Thiem verlorenen Final in Indian Wells auf Frage eines Schweizer Journalisten vehement.

epa07446168 Roger Federer of Switzerland in action against Dominic Thiem of Austria during the Men's Final at the BNP Paribas Open tennis tournament at the Indian Wells Tennis Garden in Indian Wells, California, USA, 17 March 2019.  EPA/RAY ACEVEDO

Im Final gegen Dominic Thiem brachte alles strecken nichts. Bild: EPA/EPA

«Ich spielte oft mit Schmerzen und würde es wieder tun. Ich möchte nicht so tun, als hätte ich nie mit Schmerzen gespielt. Wir (Nadal, d.Red.) sind definitiv zwei der Spieler, die am meisten mit Schmerzen gespielt haben.» Was sie unterscheide, sei die Herangehensweise. Es bringe nichts, darüber zu sprechen. «Im Gegenteil: Es hilft dem Gegner.» In Australien sagte er auf die Frage der «Aargauer Zeitung»: «Mein Vorteil ist es, dass ich meinen Körper gut spüre.»

Roger Federer bestreitet in der kommenden Woche das Masters-Turnier in Miami. «Mein Körper fühlt sich sehr gut an, obwohl ich in den letzten drei Wochen praktisch täglich gespielt habe.»

epa07443207 Rafael Nadal of Spain reacts to questions after announcing his withdrawal from his semifinal match against Roger Federer of Switzerland during the BNP Paribas Open tennis tournament at the Indian Wells Tennis Garden in Indian Wells, California, USA, 16 March 2019. The men's and women's final will be played, 17 March 2019.  EPA/JOHN G. MABANGLO

Rafael Nadal muss erstmal pausieren. Bild: EPA/EPA

Rafael Nadal hingegen musste seinen Verzicht erklären und reiste in seine Heimat nach Mallorca, wo er sich erst weiteren Abklärungen unterziehen und dann auf Sand trainieren wird. Nadal möchte ab Mitte April beim Masters-Turnier in Monte Carlo zurückkehren.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Peter Panther 19.03.2019 09:09
    Highlight Highlight Warum wählt dann Herr Nadal nicht einen Beruf, dem sein Körper gewachsen ist?
  • Füdlifingerfritz 18.03.2019 15:55
    Highlight Highlight Allen anderen gegenüber einen Nachteil... so ein Quark. Nadal hat sich für diese, ganz eigene Spielweise freiwillig entschieden. Und er und seine medizinsiche Abteilung sind klug genug zu wissen, dass das Risiko von Verletzungen so entsprechend höher ist. Nadal nimmt das in Kauf, dann soll er auch nicht jammern, wenn der Körper auf diese Art des Tennisspielens reagiert.
  • Hans Jürg 18.03.2019 15:29
    Highlight Highlight Gut, als Nicht-Tennisspieler kann ich das wohl nicht nachvollziehen.

    Aber wieso tut sich Nadal das denn noch an? Geld hat er hoffentlich genug verdient in den 20 Jahren, dass er nicht mehr aufs Geld verdienen angewiesen ist.

    Macht Tennis spielen wirklich so extrem viel Spass, dass man sogar unter höllischen Schmerzen spielen will? Oder ist er so stark vom Ehrgeiz getrieben, dass er umsverrecken nicht aufhören kann?

    • Leo L. 18.03.2019 16:01
      Highlight Highlight Rafa ist Rafa und hat seine eigene Logik die man wohl nur mit wenigen anderen Sportlern vergleichen kann. Ich denke, er wird nicht aufgeben zu kämpfen, bis es wirklich nicht mehr geht. Es geht im Spitzensport nicht nur mit reiner Vernunft.
  • Leo L. 18.03.2019 13:28
    Highlight Highlight Sorry, bei allem Respekt, aber Roger kann sich kaum solche Schmerzen vorstellen wie sie Nadal seit Jahren hat. Er spielt mit einer chronischen Sehnenetzündung im Knie, etc. Eine doch recht fragwürdige Aussage. Nadal's Frust verstehe ich voll und ganz, vorallem kurz nach der bitteren Absage in der Pressekonferenz.
    • das Otzelot 18.03.2019 16:10
      Highlight Highlight Na ja, als Spanier hat ja Nadal wohl ab und an noch einen Termin bei Fuentes...
      Der wird sicher das eine oder andere schmerzlindernde Mittelchen zur Hand haben.
  • Therealmonti 18.03.2019 13:14
    Highlight Highlight Mir tut mein Körper schon weh, wenn ich Nadal bei seinem Krafttennis zuschaue.
  • Beat-Galli 18.03.2019 11:32
    Highlight Highlight Nadal redet von Nachteil, aber er kompensiert die etwas kleinere Spielinteligentz gegenüber Federer und Co mit Kraft.
    Aber Kräfte hinterlassen Spuren.
    Er beansprucht sein Körper über das, was sein Körper verträgt.
    Wie die Knie bei den Skifahrer, welche mit der Technik nicht mithalten konnten.

Roger Federers 18 Jahre dauernde Reise vom ersten zum 100. Turniersieg

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