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15.11.2014; London; Tennis - World Tour Finals 2014;
Stanislas Wawrinka (SUI) und Roger Federer (SUI) (Han Yan/Zuma Sports Wire/freshfocus)

Federer schlägt Wawrinka nach 4 abgewehrten Matchbällen und hat scheinbar ein schlechtes Gewissen. Bild: Zuma

Roger Federer nach dem Marathon-Match

«Ich habe lange Zeit nicht mehr daran geglaubt, das Spiel noch zu drehen»

Roger Federer gewinnt das Schweizer Duell im Halbfinal der ATP-Finals in London gegen Stan Wawrinka auf dramatische Weise 4:6, 7:5, 7:6 (8:6). Der Baselbieter ist sich jedoch bewusst, dass alles anders hätte enden können.

16.11.14, 10:05 16.11.14, 10:16

Den Liveticker zur Partie Wawrinka-Federer gibt es hier nachzulesen.

Der 33-jährige Basler holte sich in 2:48 Stunden den 15. Sieg im 17. Duell mit seinem Davis-Cup-Teamkollegen. Beim Stand von 5:4 im dritten Satz vergab Wawrinka drei Matchbälle, im Tiebreak einen weiteren. Im Final trifft Federer heute um 19 Uhr auf Novak Djokovic, der den Japaner Kei Nishikori 6:1, 3:6, 6:0 bezwang. 

Federer verwertet seinen ersten Matchball. screenshot: srf

Nach dem unglaublichen Spiel meinte Federer: «Ich denke, das war ein sehr aufregender Match, die Fans konnten es richtig fühlen. Ich habe lange Zeit nicht mehr daran geglaubt, das Spiel noch zu drehen, Stan wirkte sehr gut.»

Wawrinka mit Blitzstart

Im ersten Satz führte Wawrinka gegen Federer nach einem Blitzstart bereits 5:2, ehe er zum 5:3 zum einzigen Mal seinen Aufschlag abgeben musste. Zwei Games später machte er es dann aber besser. Im zweiten Satz verpasste Federer zunächst drei Breakchancen zum 4:2, holte sich den Satzausgleich dann zum 7:5 aber dennoch. 

Das Blatt wendete sich jedoch sogleich wieder. Wawrinka gelang auf ein wenig glückliche Art im ersten Game des Entscheidungssatzes sofort ein Servicedurchbruch. Der französische Schiedsrichter Cédric Mourier überstimmte den Linienrichter und gab einen Passierball Wawrinkas gut - obwohl er recht deutlich im Aus gelandet war. Da der Basler den Entscheid des Schiedsrichters erst zwei Punkte später bemerkte, als er sich zu seiner eigenen Überraschung einem Breakball gegenübersah, konnte er den Fehler nicht mehr via Challenge korrigieren lassen.

LONDON, ENGLAND - NOVEMBER 15:  Roger Federer of Switzerland speaks to umpire Cedric Mourier in the singles semi-final match against Stan Wawrinka of Switzerland on day seven of the Barclays ATP World Tour Finals at O2 Arena on November 15, 2014 in London, England.  (Photo by Jordan Mansfield/Getty Images)

Federer und Schiedsrichter Mourier waren nicht immer gleicher Meinung. Bild: Getty Images Europe

«Natürlich war ich beim Game zum Matchgewinn nervös»

Stanislas Wawrinka

Im letztmöglichen Augenblick, und nach Abwehr von drei Matchbällen, gelang Federer jedoch das Break zum 5:5: «Stan spielte auch im dritten Satz gut, doch da hat ihn sein Service in den wichtigen Momenten im Stich gelassen.» Wawrinka ist sich ebenso bewusst, dass er das Spiel hätte entscheiden müssen: «Natürlich war ich bei diesem Game am Ende nervös, trotzdem hätte ich den Service durchbringen müssen.»

Federer mit viel Wille

Im hochspannenden Tiebreak musste er beim Stand von 5:6 einen weiteren Matchball abwehren, ehe er selber seine erste Chance am Netz gleich beim Schopf packte. Federer gestand in der Pressekonferenz nach dem Spiel:  «Ich war frustriert, im dritten Satz hinten zu sein. Ich hatte mit Sicherheit viel Glück heute Nacht, da gibt es keine Zweifel. Aber du musst immer daran glauben, dass es vielleicht eine kleine Chance gibt, das Spiel irgendwie rumzudrehen. Heute ist genau das passiert.» 

Wawrinka zeigte sich enttäuscht ab der Niederlage, jedoch auch erfreut über seine gute Leistung: «Ich denke, es waren nur wenige Punkte, welche die Differenz ausmachten. Ich habe grossartiges Tennis gespielt und ich bin wirklich glücklich mit meinem Auftritt.»

Switzerland’s Roger Federer celebrates winning his ATP World Tour Finals semifinal tennis match against his compatriot Stan Wawrinka at the O2 Arena in London, England, Saturday, Nov. 15, 2014. (AP Photo/Tim Ireland)

Die Statistiken zum Spiel. Bild: Tim Ireland/AP/KEYSTONE



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