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epa07112115 Switzerland's Henri Laaksonen in action during his first round match against Italy's Marco Cecchinato at the Swiss Indoors tennis tournament at the St. Jakobshalle in Basel, Switzerland, 22 October 2018.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Mit dem Sieg über Marco Cecchinato gelingt Henri Laaksonen in Basel ein Coup. Bild: EPA/KEYSTONE

Laaksonens Leben am Limit: «Der Juni und der Juli waren sehr hart»

Henri Laaksonen kämpft sich seit zehn Jahren durch die Mühlen der unterklassigen Turniere, reist mit dem Auto durch Europa oder fliegt um die Welt. Sein erster Sieg in Basel ist ein Segen.



Leicht hat es Henri Laaksonen ohnehin nicht. Die letzten Monate waren für die Schweizer Nummer 3 hinter Roger Federer und Stan Wawrinka aber besonders zehrend. Körperliche Probleme und finanzielle Engpässe warfen den Schaffhauser mit finnischen Wurzeln zurück, sportlich und finanziell. «Der Juni und der Juli waren sehr hart», gestand Laaksonen am Tag nach seinem Exploit in der 1. Runde gegen Marco Cecchinato.

Laaksonen bezwang den als Nummer 6 gesetzten Italiener am späten Montagabend diskussionslos in zwei Sätzen. Das 6:4, 6:2 gegen die Weltnummer 21 war nicht nur sein erster Sieg in Basel inklusive Qualifikation, sondern auch sein bisher bedeutendster. Und einer mit höchst willkommenen Nebeneffekten: Die mindestens 45 Punkte, die er in Basel holen wird, stoppen die Abwärtstendenz in der Weltrangliste, die Ende der letzten Saison einsetzte. Dazu bringt der Sieg knapp 32'000 Franken ein.

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Die Highlights vom Sieg am Montag. Video: YouTube/ATPWorldTour

Die Punkte und das Geld kann Laaksonen gut brauchen. Verläuft eine Saison harzig wie die aktuelle, wird es eng. 81 Plätze büsste der 26-Jährige in den letzten zwölf Monaten in der Weltrangliste ein, aktuell steht er auf Position 175. Um sich einen Coach leisten zu können, müsste er in die Top 100 zurückkehren.

Weder Trainer noch fester Wohnsitz

Seine Lage ist ernst. In den zehn Monaten des Jahres verzeichnete Laaksonen ein Minus im mittleren fünfstelligen Franken-Bereich. «Über eine längere Zeitspanne geht das nicht», sagt er selbst. Die Situation führte unter anderem dazu, dass er sich von seinen finnischen (Teilzeit-) Trainern trennen musste und er wieder ohne festen Wohnsitz ist. Um weiter Trainingspartner zu haben, spielt er an den Turnieren auch wieder im Doppel mit. An die Turniere in Europa reist er wieder alleine, wie gehabt mit dem Auto.

Es passt zum stillen, zurückhaltenden Naturell, dass Laaksonen erst nach dem süssen Erfolg, und erst als er direkt danach gefragt wurde, über seine Probleme in den letzten Monaten sprach. Schmerzen am ganzen Körper habe er gehabt, offenbarte der 26-Jährige. Oft musste er vor allem in den ersten sechs Monaten auch nach kurzen Einheiten an Folgetagen aufs Training verzichten.

Die Ursache für die Beschwerden kennt Laaksonen nach wie vor nicht, es könnte sich aber um eine Allergie handeln. Eine Umstellung in der Ernährung brachte zuletzt die benötigte physische Besserung. Seit er auf Fischprodukte verzichtet, geht es ihm besser. Das heisst: Es ist wieder Licht am Ende des Tunnels. Mit einem zweiten Exploit heute Abend gegen Taylor Fritz, das 20-jährige Talent aus San Diego, würde sich auch Laaksonens finanzielle Situation noch einmal signifikant verbessern. (ram/sda)

Nicht auf dem Centre Court

Henri Laaksonen ist neben Roger Federer einer von nur zwei Schweizern in Basel. Obwohl der «Maestro» heute spielfrei ist, darf Laaksonen nicht auf dem Centre Court ran. Die Organisatoren haben seine Partie gegen Taylor Fritz lediglich auf dem Nebenplatz angesetzt. Das Spiel wird frühestens um 21 Uhr beginnen. (ram)

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    Alle Leser-Kommentare
  • marcog 24.10.2018 16:37
    Highlight Highlight So ist das halt als Profisportler. Die obersten paar leben in Saus und Braus. Und dann folgt die grosse Masse welche gerade noch so knapp davon leben kann. Aber wenn man die Preisgelder erhöht, wird diese grosse masse nicht verschwinden, sie würde nur einfach nach unten verschoben und vermutlich noch grösser werden.
  • Dan Rifter 24.10.2018 16:06
    Highlight Highlight Hauptsache die ausgeschütteten Preisgelder an der Spitze weedwn immer höher und höher.

    Im Gegenzug wundert sich die Tenniswelt, dass bei den unterklassigen Turnieren immer wieder Spiele geschoben werden.

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