Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
23.11.2014; Lille; Tennis - Davis Cup Final - Frankreich - Schweiz; Roger Federer (SUI), Rene Stammbach Praesident Swiss Tennis und Stanislas Wawrinka (SUI) mit dem Pokal (Valeriano Di Domenico/freshfocus)

Ein Hut für den Chef: Stammbach mit Federer, Wawrinka und Trophäe.
Bild: Valeriano Di Domenico/freshfocus

Mit diesen Ideen will Swiss-Tennis-Präsident René Stammbach an die Spitze des Weltverbands kommen

René Stammbach strebt nach dem höchsten Amt in der Tenniswelt. Am Freitag will er Präsident des Internationalen Tennisverbands ITF werden. In sein Wahlprogramm gehören Pläne für eine neue Form des Davis Cup und für ein neues Turnier für die Besten der vier Grand-Slam-Turniere.

Michael Wehrle / Schweiz am Sonntag



An Ideen mangelt es René Stammbach nie. Der rührige Präsident von Swiss Tennis wirbelt an allen möglichen Fronten. Am Freitag will sich nun der 59-Jährige in Santiago de Chile zum Präsidenten des Internationalen Tennisverbandes ITF wählen lassen, als Nachfolger des Italieners Francesco Ricci Bitti, der den Verband seit 1999 führt. «Meine Chancen liegen bei 25 Prozent», sagt Stammbach.

Entscheidend sei wohl, dass er die erste Runde überstehe. Dazu brauche er 104 der 415 möglichen Stimmen. «Mein Potenzial liegt so zwischen 90 und 130 Stimmen», schätzt der Aargauer Unternehmer. Sollte er die erste Hürde genommen haben, sehe es gut aus. «Ich kann dann mit vielen Stimmen von ausgeschiedenen Konkurrenten rechen», sagt Stammbach, der den Spanier Juan Margets, den aktuellen Vizepräsidenten, als härtesten Konkurrenten bezeichnet.

Swiss Defence Minister Ueli Maurer (R) and Swiss Tennis President Rene Stammbach follow Switzerland's Stanislas Wawrinka Davis Cup quarter-final tennis match against Mikhail Kukushkin of Kazakhstan in Geneva April 6, 2014. REUTERS/Denis Balibouse (SWITZERLAND - Tags: SPORT TENNIS)

Der Funktionär und der Politiker: Verbandspräsident René Stammbach und Sportminister Ueli Maurer.
Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Wird Stammbach gewählt, will er neue Ideen einbringen. So möchte er den Davis Cup für die Männer und den Fed Cup für die Frauen nur noch alle zwei Jahre ausspielen. «Dann brauchen wir nur noch zwei Termine pro Jahr», erklärt er. Beispielsweise im Frühjahr die erste Runde, die Viertelfinals im Herbst und im Jahr darauf zu denselben Terminen Halbfinal und Final.

Davis-Cup-Trophäe auf Tour de Suisse

Die Endspiele der Männer und Frauen sollen dann an einem neutralen Ort gemeinsam ausgetragen werden. «Mit meinem Vorschlag werden zwei Wochen im Jahr frei, eine davon will ich mit einem Grand-Slam-Cup füllen», sagt Stammbach. Ähnlich wie bei den World-Tour-Finals sollen dort die besten Acht der Grand-Slam-Turniere teilnehmen. Stammbach will mit beiden Veranstaltungen rund 30 Millionen Franken generieren. Die fliessen teilweise in die Verbände, an die Spieler und verschiedene Projekte der ITF.

In der Schweiz vermarktete Stammbach den Davis-Cup, schickte die 110 Zentimeter hohe und 105 Kilogramm grosse Trophäe auf eine Tour de Suisse. «Wir besuchten mehr als 50 Stationen», sagt Nicolas Bichsel, Marketingchef von Swiss Tennis. «Die Tour war ein Erfolg, an manchen Orten haben sie den Pokal fast gefressen», erzählt Bichsel.

Der Davis Cup Pokal, am Mittwoch 15. Juli 2015, auf dem Bundesplatz in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Zwei Sujets auf einem Bild: Der Davis Cup vor dem Bundeshaus.
Bild: KEYSTONE

Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

200'000 Franken für den Nachwuchs

Weil viele Leute die Trophäe berühren wollten, die 70 Silberplatten auf denen die Finals festgehalten werden, stellte ihn Bichsel meist in einer Plexiglasbox aus. «Mit einer siebenstelligen Summe ist der Cup versichert», sagt er. In Spezialboxen werde der vierteilige Pokal transportiert, zwei Mann brauchen jeweils eine halbe Stunde zum Auf- oder Abbau. Mit 200'000 Franken spielte die Tour weniger Geld für den Nachwuchs, als Stammbach erhofft hatte. Doch ist Bichsel zufrieden. «Es kamen viele Kinder, das ist wichtig fürs Projekt Kids-Tennis.»

«Wir sind die Ersten, die den Cup vermarkteten», sagt Stammbach. Er werde in einem Handbuch seinen Kollegen diese Strategie weiter vermitteln. «Die Idee kam mir beim offiziellen Nachtessen nach dem Davis-Cup-Sieg in Lille», verriet er.

2014 in Lille: Die Schweiz gewinnt den Davis Cup

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Unvergessen

Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

20. Januar 2013: Stan Wawrinka dümpelt in der Weltrangliste am Rand der Top 20 herum, Novak Djokovic ist die Weltnummer 1 und Titelverteidiger beim Australian Open. Der Achtelfinal der beiden scheint eine klare Sache zu werden. Doch es wird ein Drama. Und was für eins ...

2013 ist Novak Djokovic im Melbourne Park seit drei Jahren das Mass aller Dinge. Er hat die letzten drei Austragungen gewonnen, ist beim Australian Open seit 18 Partien unbesiegt und scheint mit 25 Jahren nur noch besser zu werden. Der Titelverteidiger fliegt regelrecht durch die ersten Runden. In neun Sätzen gibt er seinen Aufschlag nie ab. Und jetzt wartet Stan Wawrinka. Nicht viel spricht für den Schweizer, schon gar nicht das damalige Head-to-Head von 0:11.

Stan Wawrinka dümpelt in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel