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Roger Federer steht vor einer wichtigen Entscheidung. Bild: AP/AP

Warum ein Ausrüster-Wechsel zu Uniqlo für Federer teuer und schmerzhaft werden könnte

Roger Federer steht offenbar vor einem Sponsoring-Deal mit dem japanischen Ausrüster Uniqlo, der ihm in den nächsten zehn Jahren 300 Millionen Franken einbringen soll. Der Haken: Uniqlo stellt bisher keine Tennisschuhe her. Das könnte zum Problem werden, wie Beispiele aus der Tenniswelt zeigen.

11.06.18, 14:26 11.06.18, 15:38

simon häring / aargauer Zeitung



300 Millionen Franken soll Roger Federer ein neuer Sponsoren-Deal mit dem japanischen Ausrüster Uniqlo über die nächsten zehn Jahre verteilt einbringen. Doch bis dahin sind noch einige Hürden zu meistern. Obwohl der 2008 abgeschlossene Zehnjahresvertrag mit Nike bereits im März ausgelaufen ist, gestaltet sich die Entflechtung aller Interessen wohl schwierig. Im Zentrum steht die Frage, was aus dem RF-Logo wird, an dem Nike die Rechte halten soll. Sehr wahrscheinlich ist, dass diese Eventualität vertraglich geregelt ist. Wenn nicht, könnte es für Roger Federer schnell teuer werden.

Die beiden Probleme auf einem Bild: Das RF-Logo (links) und der Schuh von Roger Federer. Bild: EPA/EPA

Federer an der Pressekonferenz zu den Gerüchten

«Es stimmt, mein Vertrag mit Nike ist im März ausgelaufen. Das ist unglücklich, aber Teil des Geschäfts. Es gibt auch die Möglichkeit, sich neu zu orientieren. Nike zu verlassen, sind aber nur Gerüchte.»

Auch aus sportlicher Sicht birgt der mögliche Deal, zu dem sich weder Federer noch sein Manager Tony Godsick bisher geäussert haben, Tücken. Uniqlo stellt bis heute keine Tennisschuhe her, wichtige Erfahrungswerte fehlen also. Neben dem Schlägerwechsel gilt der Wechsel des Schuhwerks als radikalster Einschnitt, den ein Tennis-Profi vornehmen kann. Jeder Fuss ist anders, und reagiert anders auf wechselnde Unterlagen. Nicht selten dauert es Monate, bis die perfekte Abstimmung gefunden ist. Zeit, die der Baselbieter, der im August bereits 37 wird, nicht hat.

Achillessehnenriss nach Schuhwechsel

Wie einschneidend der Schuhwechsel sein kann, zeigen Beispiele aus der Vergangenheit. Pete Sampras liess sich einst von Sergio Tacchini zu Nike locken und zog sich prompt eine schwere Verletzung an der Achillessehne zu. Erst danach wurde der Schuh individuell auf die Bedürfnisse des Amerikaners angepasst. Der 14-fache Grand-Slam-Sieger spielte danach bis zum Ende seiner Karriere nur noch in einem Modell, das jeweils nur moderat angepasst wurde: dem Oscillate.

Pete Sampras kam der Schuchwechsel teuer zu stehen. Bild: AP

Anders als Uniqlo verfügt Nike über eine lange und erfolgreiche Geschichte als Hersteller von Tennisschuhen. Entsprechend gross ist das Wissensreservoir. Das dürfte auch Rafael Nadal die Karriere gerettet haben. In der frühen Phase seiner Karriere litt er immer wieder unter diversen Verletzungen an beiden Füssen. Erst 2006 diagnostizierte ein Madrider Spezialist eine angeborene Fehlstellung des Kahnbeins, was chronische Schmerzen in der Fusswurzel verursachte.

Das Martyrium hatte damit aber noch kein Ende. Über Monate suchten die Entwickler bei Nike nach Lösungen, im Mittelpunkt: Dämpfung, härte der Sohle, Schnürung – jedes Detail musste abgestimmt werden. Denn die ersten Massnahmen wirkten sich negativ aus: Nadal kämpfte wegen der anderen Belastung plötzlich mit muskulären Beschwerden in den Beinen, im Rücken und mit Schmerzen an den Knie. Erst eine neue Sohle löste das Rätsel und rettete Nadal wohl seine Karriere.

Auch Hingis mit Fussproblemen

Doch um Beispiele zu finden, wie wichtig das Schuhwerk im Tennis ist, muss Federer gar nicht so weit suchen. Martina Hingis beendete 2001 ihre Karriere im Alter von 20 Jahren erstmals, weil sie mit Fussbeschwerden zu kämpfen hatte. «Der Arzt bestätigt, dass die Verletzung chronisch ist und von den Schuhen herrührt», sagte die Schweizerin und verklagte den italienischen Hersteller Tacchini auf 40 Millionen Dollar Schadenersatz, allerdings ohne Erfolg. Den Schaden hatte sie trotzdem.

Martina Hingis musste ihre Karriere zwischenzeitlich wegen Fussproblemen beenden. Bild: EPA/KEYSTONE

Novak Djokovic, der von 2012 bis im 2017 bei Uniqlo unter Vertrag stand, löste das Problem so: Er spielte einfach weiterhin in Adidas-Schuhen, ehe er Anfang Jahr zu Asics wechselte. Federer soll dem Vernehmen nach bereits in Wimbledon in Uniqlo-Material spielen. Beim ersten Training in Stuttgart trug er trotz vertragslosem Zustand noch seine Nike-Ausrüstung. Und die Amerikaner können ihm schlecht verbieten, auch künftig ihre Schuhe zu tragen. Fraglich ist, was Uniqlo davon hielte.

Übrigens: Die Expertise der Nike-Experten ist nicht nur im Spitzensport gefragt, sondern auch bei Mick Jagger, dem Frontmann der Rolling Stones. Der inzwischen 74-jährige Altrocker vertraut auf zahlreiche Spezialanfertigungen aus der Küche des US-Giganten. Was er auf der Bühne trägt, die Leather Nike Air Essentials III., sind speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Sie sind ohne Profil und begünstigen das Rutschen. Das hingegen gilt es für Roger Federer natürlich zu verhindern.

Mick Jagger in Nike-Schuhen. Bild: EPA/EPA

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Video: watson/Angelina Graf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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35
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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • B-Arche 11.06.2018 23:14
    Highlight Für mich ist "Uniqlo" ein weiteres Beispiel dafür wie Marketingfuzzis keinerlei Wert darauf legten wie der Brand in den wichtigen Märkten und Sprachen wirkt.
    Ich will eigentlich keine Klamotten vom Uni-Klo. Unisex-Toilette? Toilette der Universität?

    Nissan Pajero war nicht umsonst ein Fail in Spanien und Mittel- und Südamerika.
    2 1 Melden
  • Lusch 11.06.2018 20:45
    Highlight Das ist doch einfach Krank!

    Wir versuchen seit Wochen 2500€ zusammen zu kratzen, gehen betteln und reden und reden, damit einem Krebskranken Jungen in Rumänien die letzte Therapieserie bezahlt werden kann, damit er überlebt. Wir werden das Geld nicht rechtzeitig zusammen kriegen, weil es den Menschen einfach egal ist was mit dem kleinen Jungen passiert.

    Aber hier 300 Millionen einem Sportler hinterher werfen der jetzt schon im Geld schwimmt, das findet man OK!

    Was für eine traurige Welt!
    11 10 Melden
  • Peter von der Flue 11.06.2018 19:18
    Highlight Sorry wenn interessiert das? Ein Sportmultimilionär kriegt kurz vor dem Karriereende neue Finken und kriegt dafür 300Mio. Schön und übrigens meine Katze reisst gerade einen Vogel
    9 3 Melden
  • Wasmeinschdenndu? 11.06.2018 18:52
    Highlight Ist heute 1. April? Als hätte Federer 300mio so dringend nötig und als wäre Nike nicht bereit einen anständigen Preis zu bezahlen für eines ihrer absoluten Top-Aushängeschildern😂😂
    7 3 Melden
  • Sheldon 11.06.2018 17:53
    Highlight Federer wird auch in Schuhen von Uniqlo (was für ein Name!) über Wasser laufen können.
    3 1 Melden
  • Joe Smith 11.06.2018 17:21
    Highlight Ob Roger Federer das weiss? Herr Häring sollte ihn unbedingt noch rechtzeitig warnen.
    1 1 Melden
  • pontifex_maximus 11.06.2018 17:01
    Highlight So ein Hafechääs. Nike wird Federer nie ziehen lassen. Reine Massnahme um den Preis hochzuschreiben. Nike wird bezahlten und Ende der Geschichte. Wäre ja, wie wenn sie Jordan ziehen lassen würden...
    22 2 Melden
  • Pana 11.06.2018 16:53
    Highlight Einen 10 Jahres Vertrag? In 10 Jahren ist er etwa so alt wie Boris Becker. Was für eine Marke trägt der dieser Tage?

    Ne im ernst, finde ich absolut unsinnig die Sache. RF hat keine Geldsorgen, will er jetzt ernsthaft für die nächsten 10 Jahre an einen Werbedeal gebunden sein? Es gibt auch ein Leben nach dem Tennis. Ok, das gab es auch bei Becker. Und ich verstehe gerade seine Motivation. :D
    15 16 Melden
    • headless 11.06.2018 19:38
      Highlight Lebron james hat einen werbedeal mit nike auf lebzeiten. Wie das vertraglich genau aussieht, weiss ich jedoch nicht. Ich denke jedoch auch, dass das angebliche japanische angebot dem management von roger sicher in den verhandlungen mit nike in die karten spielt.
      Die story jetzt hochzukochen finde ich aber übertrieben und nichts als reine spekulation
      3 0 Melden
    • wasps 11.06.2018 19:51
      Highlight Federer ist nicht Becker, ein Mercedes ist ja auch kein VW Käfer.
      1 3 Melden
  • Eron 11.06.2018 16:52
    Highlight Richtig cool wäre, wenn sich Federer gegen einen Sponsorvertrag entscheiden würde und nur noch Sachen trägt und ausprobiert, die ihm selbst zusagen. So würde man dem Quasimonopol der Grossen einen Strich durch die Rechnung machen ... er bekäme ja sowieso alles Gratis ... und Geld hat er ja genug!
    24 13 Melden
    • huck 11.06.2018 21:47
      Highlight Meinst du wirklich, er bekommt das ganze Zeugs gratis, all die Shirts, Schweissbänder und Socken? Das kostet doch ein Vermögen!
      1 6 Melden
  • N. Y. P. 11.06.2018 15:56
    Highlight Roger,
    Du stehst für Werte,
    die heute selten geworden sind.
    Moral, Anstand, Freundlichkeit, Bescheidenheit..

    Dieser 300 Millionen - Deal steht Dir schlecht an. Das passt nicht zu Dir. Dein Image passt nicht zu diesem monströsen Vertrag. So ein Vertrag ist ethisch nicht mehr zu rechtfertigen.

    Der Deal ist Scheisse ! Man kann es nicht anders sagen.

    Lass es bleiben.
    42 59 Melden
    • 〰️ empty 11.06.2018 16:20
      Highlight Bescheidenheit, ist er nicht wie alle anderen Reichen in eine steuergünstige Gemeinde gezogen?
      74 8 Melden
    • lilie 11.06.2018 17:00
      Highlight @empty: "Reich" ist bei Federer schon eine geradezu sträfliche Untertreibung. Roger Federer ist superreich. Da ist es nur vernünftig, eine Gemeinde mit tiefem Steuersatz zu suchen, denn das schenkt bei ihm ganz schön ein.

      Ausserdem wäre der Steuersatz in einer anderen Gemeinde nicht lange hoch, wenn er dort hinziehen würde. ;)

      Bescheidenheit besteht auch darin, sich nicht als etwas anderes auszugeben als das, was man ist. Sonst kann das auch ganz schnell anbiedernd wirken.
      14 18 Melden
    • Menoo 11.06.2018 17:03
      Highlight @N. Y. P.
      Vielleicht stehe ich auf dem Schlauch, aber wo ist hier der Zusammenhang mit der Ethik? Respektive der Unterschied zu einem 100 Mio. Nike-Vertrag?
      25 1 Melden
    • Joe Smith 11.06.2018 17:22
      Highlight Dieser 300-Millionen-Deal passt sogar hervorragend zu Federer.
      24 2 Melden
    • N. Y. P. 11.06.2018 18:34
      Highlight @Menoo

      Das mit dem Schlauch ist mein Spruch.
      Plagiat !

      Ethik ist doch wie Kunst. Alle Meinungen sind erlaubt.

      Nun denn, Wimbledon steht vor der Tür..
      1 2 Melden
  • Pitsch K. Matter 11.06.2018 15:56
    Highlight Roger macht das ganz schlau. Kurz vor Wimbelton wird der Druck für Nike so gross, dass doch noch genug Geld fliesst.
    69 4 Melden
    • huck 11.06.2018 21:28
      Highlight Coole Autokorrektur, wo gibt's die?
      2 4 Melden
    • ben_fliggo 11.06.2018 22:37
      Highlight *Wimbledon
      1 0 Melden
    • huck 12.06.2018 08:39
      Highlight Danke, Ben, jetzt erkenn' ich's auch.
      2 0 Melden
  • Sloping 11.06.2018 15:30
    Highlight Das einzige aus meiner Sicht reale Problem könnte das RF Logo sein. Je nachdem, wem da die Rechte daran gehören. Da Uniqlo keine Schuhe produziert, sehe ich da keinen Zielkonflikt. Der Djoker hatte damals auch weiterhin mit seinen Adidas Schuhen gespielt, als er bei den Japanern unter Vertrag war. Im Gegenteil: Roger könnte sogar neben dem lukrativen Vertragsangebot von Uniqlo auch für das Tragen der Nike Schuhe kassieren. Wegen dem Logo: Nach der sehr langen Zusammenarbeit Nike-RF von der beide enorm profitierten, sollte man denken, dass da eine einvernehmliche Lösung machbar sein sollte.
    31 3 Melden
    • Flötist 11.06.2018 16:58
      Highlight Wäre eine lustige Situation, wenn man bedenkt, dass Nike danals bloss 35 Dollar für ihr Logo bezahlt haben (war ein Wettbewerb und Nike noch nicht so bekannt)
      2 3 Melden
  • Max Dick 11.06.2018 15:26
    Highlight WENN er wirklich wechselt (eventuell geht es nur darum den Preis für Nike hochzutreiben), dann wird er sich das mit den Schuhen wohl genauestens abgeklärt haben. Experimente mit neuen Schuhen wird er sicher nie eingehen.
    32 1 Melden
  • Fruchtzwerg 11.06.2018 15:04
    Highlight Das wäre schmerzhaft? Echt jetzt? Roger macht laut Schätzungen rund $60 Mio./Jahr...
    19 11 Melden
    • Menoo 11.06.2018 23:42
      Highlight Ich habe fast die leise Vermutung, dass "schmerzhaft" hier im wahrsten Sinne des Wortes bezogen ist. Siehe Beispiele mit Verletzungen und Beschwerden aufgrund unpassender Schuhe im Artikel.

      Es geht nicht nur ums Geld ;-)
      1 0 Melden
  • PolloHermano 11.06.2018 15:00
    Highlight Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Perfektionist wie Federer auf ein solches Experiment einlassen wird, zumal er mit dem aktuellen Material ja blendend spielt. Weiter denke ich, dass auch seitens Nike ein grosses Interesse besteht, Federer weiterhin in Nike-Kleidern zu sehen. Schliesslich wird Federer auch nach einem Rücktritt noch auf Courts und im Scheinwerferlicht stehen. Da gibt es doch keinen besseren Werbeträger, als den GOAT ;-)
    108 14 Melden
    • wasps 11.06.2018 19:50
      Highlight Sehe das auch so. Er bzw. sein Management sind Profis, sie werden kaum etwas tun, dass seiner Karriere schaden wird. Wie beispielsweise die Sache mit den Schuhen... wäre schön sehr erstaunlich, wenn sie nicht daran denken würden. Mein Tipp: Lebenslänglicher Vertrag, die Frage ist nur, zu welchem Preis und zu welchen Verpflichtungen.
      0 0 Melden
  • Lauwärmer 11.06.2018 14:36
    Highlight Könnte Roger seine geliebten Nike nicht trotzdem tragen und sie einfach tapen lassen? Gibt es im Fussball ja auch.
    23 10 Melden
  • SirMike 11.06.2018 14:33
    Highlight Das wäre echt schade, RF und Nike gehören zusammen. Vieles seiner optischen Klasse ist auf das schicke Design seiner Nike-Kleidung zurückzuführen. Diesen Entscheid könnte ich nicht verstehen.
    187 42 Melden
    • Toerpe Zwerg 11.06.2018 15:20
      Highlight 300M
      21 7 Melden
    • Flötist 11.06.2018 15:27
      Highlight @SirNike Andere Marken bringen auch Eleganz hin im Design.
      21 3 Melden
    • SJ_California 11.06.2018 17:47
      Highlight Uniqlo ist auch stylisch, hat angenehme Materialien und gute Qualität
      1 0 Melden
    • Raembe 11.06.2018 20:26
      Highlight Lacoste bräuchte mal wieder einen Grossen
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