Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Belinda Bencic of Switzerland and her fitness coach Martin Hromkovic during a training session at the All England Lawn Tennis Championships in Wimbledon, London, Wednesday, June 27, 2018. The Wimbledon Tennis Championships 2018 will be held in London from 2 July to 15 July. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Training ohne Schläger: Bencic mit ihrem Fitnesscoach Martin Hromkovic. Bild: KEYSTONE

Darum steht Belinda Bencic erstmals seit 2015 in den Wimbledon-Achtelfinals

Im Schatten von Roger Federer hat sich auch eine Schweizerin in die Achtelfinals von Wimbledon gespielt. Die 21-jährige Belinda Bencic fordert heute Nachmittag die Deutsche Angelique Kerber.

Simon Häring



Es muss in den letzten beiden Jahren viele einsame Momente in ihrem Leben gegeben haben, nachdem sie und Vater Ivan beschlossen hatten, dass er künftig nicht mehr Trainer, sondern eben nur noch Vater sein soll. Belinda Bencic wollte – und man kann das durchaus als Vorsatz bezeichnen – erwachsen werden. Früher, da hatten sie jede Minute gemeinsam verbracht, auf dem Platz, bei Junioren-Turnieren, beim Essen.

Irgendwann, das war beiden klar, musste Belinda Bencic sich abnabeln. Vor zwei Jahren, da war sie schon die Nummer 7 der Welt, und nicht wenige waren damals überzeugt, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis Bencic auch Grand-Slam-Turniere gewinnen würde. «Es ging alles sehr schnell und die Leute haben erwartet, dass es immer so weitergeht. Auch ich habe das gedacht», sagt Bencic. Doch Verletzungen und sportliche Baissen haben ihren Aufstieg gebremst. Zuflucht suchte und fand sie dort, wo dies jeder Mensch suchen würde: im Schoss der Familie.

Mutter Dana, Vater Ivan und Bruder Brian gaben ihr Halt, doch sie nahmen ihr die Entscheidungen für ihr Leben nicht ab, im Gegenteil. Vater Ivan sagte damals: «Belinda ist jetzt alt genug, sie kann auf eigenen Beinen stehen.» Das erfordert Mut und verdient grössten Respekt in einem Kosmos, in dem sich die Eltern viel zu oft einmischen. Auch als Bencic Fehler machte, liessen sie sie gewähren. Von Trainer Iain Hughes trennte sie sich nach wenigen Monaten, als sie merkte, dass die Chemie zwischen dem schweigsamen Waliser und ihr nicht stimmte, und man kann das als Schritt in ihrer Entwicklung sehen.

Sie weiss, wie sie ihre Ziele erreichen will

Bencic sagt, sie habe in der Zeit, in der sie oft verletzt war, gemerkt, dass dieses Leben zu ihr passe. «Es wäre nichts für mich, eine Lehre zu machen und ein normales Leben zu führen», sagt sie. Doch sie musste herausfinden, wie sie dieses Leben gestalten will, und zahlte dabei viel Lehrgeld. «Die letzten beiden Jahre waren sehr frustrierend», sagt sie. Ihre Unbekümmertheit mag Bencic verloren haben, dafür zeichnet sie nun eine erfrischende Reife aus.

epa06871270 Belinda Bencic of Switzerland during her third round match against Carla Suarez Navarro of Spain at the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 07 July 2018  EPA/NEIL HALL EDITORIAL USE ONLY/NO COMMERCIAL SALES

Fokussiert: Bencic bei ihrem Sieg gegen Carla Suarez Navarro. Bild: EPA

«In den letzten 24 Monaten haben viele Gleichaltrige Fortschritte gemacht, ich nicht.» Sie sei weit davon entfernt, eine komplette Spielerin zu sein. Elementar ist aber vor allem eine Erkenntnis: Bencic weiss, wie sie ihre Ziele erreichen will – gemeinsam statt einsam.Zu Beginn ihrer Abnabelung reiste sie für eine Weile alleine zu Turnieren. Nun schart sie ein grosses Team um sich: Einen Fitnesstrainer, einen Physio und mit Vladimir Platenik einen Trainer, der zu ihr passt. Der Slowake sagt: «Der Druck machte Belinda ein bisschen negativ und depressiv. Sie verlor die Freude am Spiel. Für mich ist es am wichtigsten, dass sie Spass hat.»

Nur dabei statt mittendrin

Wer sie nun trainieren sieht, kann sich das kaum vorstellen. Bencic lacht viel und strahlt eine lange verloren geglaubte Lockerheit aus. Auf einer Bank hinter dem Platz sitzen die Eltern. Und es ist, wie es sein soll: Sie sind stolz auf das, was ihre Tochter tut, auch wenn sie dabei Fehler macht. Sie sind nur dabei, statt mittendrin. Der Trainer würde das auch nicht tolerieren. «Zu viele Eltern mischen sich ein. Belinda muss lernen, selber Verantwortung zu übernehmen: im Leben und auf dem Platz.»

Erstmals seit 2015 steht Bencic in den Wimbledon-Achtelfinals, wo sie auf die Deutsche Angelique Kerber (30, WTA 10) trifft, gegen die sie drei von vier Partien gewonnen hat. Alleine das ist ein Erfolg. Doch viel wichtiger ist etwas anderes. Bencic erklärt das so: «Wichtig ist, dass ich nun einen Plan habe und einen Weg, den ich gehen will.» Mit einem Team: gemeinsam statt einsam.

Hä? 26 absurde Fotos, von denen wir gerne die Geschichte dahinter erfahren würden

«Yips» beschert Kurnikowa einen unglaublichen Negativrekord – und trotzdem gewinnt sie

Link zum Artikel

Gut gebrüllt: «Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!»

Link zum Artikel

Hingis bodigt in Melbourne erst Serena Williams und macht dann Kleinholz aus Venus

Link zum Artikel

Vier vergebene Matchbälle! Hingis' Traum schmilzt in Melbourne bei 50 Grad weg

Link zum Artikel

Wimbledon-Triumph als Weltnummer 125 – Ivanisevics Traum wird endlich wahr

Link zum Artikel

Im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachanfall

Link zum Artikel

Oh là là! Eine Flitzerin stiehlt den Wimbledon-Finalisten kurz die Show

Link zum Artikel

Weil sich Courier von Kuhglocken irritieren lässt, darf die Schweiz vom Davis Cup träumen

Link zum Artikel

Mit 16 wird Martina Hingis die jüngste Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts

Link zum Artikel

Chang treibt Lendl mit Mondbällen und «Uneufe»-Aufschlag in den Wahnsinn

Link zum Artikel

«Disgusting bitch!» – Patty Schnyder teilt mal so richtig aus

Link zum Artikel

Mit einem Return für die Ewigkeit beendet Federer die Wimbledon-Ära des grossen Sampras

Link zum Artikel

Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

Link zum Artikel

Eine krachende Vorhand rettet Federer auf dem Weg zum Karriere-Slam

Link zum Artikel

Paris verliebt sich in Nadal, das «Kind mit der donnernden Linken»

Link zum Artikel

Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

Link zum Artikel

«Who is the beeest? Better than the reeest?» – Federer rockt beim Davis Cup das Festzelt

Link zum Artikel

Nach Federers Gegensmash schmeisst Roddick frustriert sein Racket weg

Link zum Artikel

Frankreich holt sich den dramatischsten Davis-Cup-Triumph der Geschichte

Link zum Artikel

Federer nach seinem ersten Sieg gegen eine Nummer 1: «Jetzt will ich in die Top 10»

Link zum Artikel

Nach den Olympischen Spielen in Sydney entfacht die grosse Liebe zwischen Roger und Mirka

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Laaksonen verliert in Winston-Salem – und sein gehörloser Gegner schreibt Geschichte

Der Schweizer Henri Laaksonen scheitert in der 1. Runde des ATP-250-Turniers in Winston-Salem, North Carolina. Normalerweise ist das nur eine (enttäuschende) Randnotiz. Doch dieses Mal ist etwas anders.

Laaksonen hat gegen einen besonderen Gegner gespielt: den Südkoreaner Lee Duck-hee. Der 21-Jährige ist seit Geburt gehörlos, dennoch wurde er im Alter von 15 Jahren Tennisprofi. Nun hat er Historisches geschafft. Er ist der erste gehörlose Spieler, der in einem ATP-Hauptfeld ein Spiel gewonnen …

Artikel lesen
Link zum Artikel