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Roger Federer returns the ball to Nick Kyrgios in their semifinal tennis match during the ATP Mercedes Cup in Stuttgart, Saturday June 16, 2018.(Marijan Murat/dpa via AP)

Roger Federer ist zurück auf dem Tennis-Thron.  Bild: AP/dpa

«Hatte andere Probleme im Kopf» – Federer ist wieder die Nummer 1 der Welt

Roger Federer steht beim Rasenturnier in Stuttgart nach einem 6:7, 6:2, 7:6-Sieg gegen Nick Kyrgios im Final und wird am Montag wieder die Nummer 1 der Welt.



Eigentlich wären nicht eindreiviertel Stunden nötig gewesen, um zum finalen Showdown zu gelangen. Die ersten beiden Duelle zwischen Federer und Kyrgios, der Nummer 24 der Welt, waren nach drei Tiebreaks in der Kurzentscheidung des dritten Satzes entschieden worden, mit je einem Sieg. Und auch in Stuttgart, auf dem schnellen Rasenplatz, waren Breaks naturgemäss Mangelware, so dass ein Tiebreak das logische Ende war.

In diesem geriet Federer 0:2 in Rückstand, im Gegensatz zum Startsatz gelang ihm aber die Wende. Der 36-jährige Basler nutzte bei 6:5 gleich den ersten Matchball mit der Rückhand zum 148. Finaleinzug. In diesem kämpft er am Sonntag um 13 Uhr gegen den nach Verletzungsproblemen auf Platz 35 zurückgefallenen Kanadier Milos Raonic um seinen 98. ATP-Titel. Zudem löst Federer am Montag Rafael Nadal wieder an der Spitze der Weltrangliste ab, muss aber nächste Woche in Halle seinen Titel verteidigen, um vorne zu bleiben.

Milos Raonic celebrates after he beats Lucas Pouille in their semifinal tennis match during the ATP Mercedes Cup in Stuttgart, Saturday June 16, 2018. (Marijan Murat/dpa via AP)

Im Final trifft Federer auf Milos Raonic. Bild: AP/dpa

«Ich freue mich natürlich über die Nummer 1», versicherte Federer. «Aber ich hatte hier andere Probleme im Kopf: Ich hatte fast drei Monate nicht gespielt, es ist Rasen, es geht schnell. Ich freue mich vor allem, dass ich so weit gekommen bin.» Federer übernahm in diesem Jahr schon zweimal – im Februar und im Mai – die Spitze des ATP-Rankings, als ältester Spieler der Geschichte.

Federer war gegen den ebenso unberechenbaren wie gefährlichen Kyrgios über weite Strecken der stärkere Spieler, konnte seine Chancen aber lange zu wenig nutzen. Kyrgios hingegen wirkte zuweilen fast schon lustlos und machte oft keinen grossen Effort, um Bälle zu erlaufen. Er war aber hellwach, wenn es in die entscheidenden Phasen ging. So spielte der 23-jährige Australier im Tiebreak des ersten Satzes gross auf, nachdem er zuvor bei Aufschlag Federers nur vier Punkte gewonnen hatte.

Überhaupt war Federer bei eigenem Aufschlag bis zum Ende unantastbar. Selber gelangen ihm im zweiten Satz die Breaks zum 2:1 und zum 5:2 dank gütiger Mithilfe des Gegners. Beide Male unterliefen Kyrgios bei Einstand zwei Doppelfehler in Folge.

Im Final wartet eine Aufgabe ähnlicher Natur auf Federer. Milos Raonic ist zwar wesentlich weniger charismatisch als Kyrgios, er verfügt aber über einen ähnlich guten Aufschlag. Federer hat 10 von 13 Partien gegen den Kanadier gewonnen, jedoch zwei der letzten drei verloren, zuletzt im Wimbledon-Halbfinal 2016. Das war jedoch noch vor seiner halbjährigen Pause wegen der Knieprobleme. Im letzten Jahr revanchierte er sich mit einem klaren Dreisatzsieg im Wimbledon-Viertelfinal. (abu/sda)

Ticker: 16.06.2018. Federer– Kyrgios

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