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epa06096905 (L-R) Team Sky rider Christopher Froome of Great Britain, AG2R La Mondiale team rider Romain Bardet of France and Cannondale Drapac Professional Cycling Team rider Rigoberto Uran of Colombia sprint towards the finish line of the 17th stage of the 104th edition of the Tour de France cycling race over 183km between La Mure and Serre Chevalier, France, 19 July 2017.  EPA/YOAN VALAT

Leader Froome, Bardet und Uran (von links) kämpfen um den Gesamtsieg. Bild: EPA/EPA

Droht Leader Froome Gefahr? Die Chancen von Bardet und Uran im Zeitfahren

In Marseille entscheidet sich heute, wer die Tour de France gewinnt. Im Zeitfahren über 22,5 Kilometer ist Leader Chris Froome zu favorisieren. Doch gewiss sein kann er sich seines vierten Gesamtsiegs noch nicht.



Die Fakten

Die Ausgangslage

1. Chris Froome (Gb)
2. Romain Bardet (Fra) +0:23
3. Rigoberto Uran (Kol) +0:29

Das Profil der Etappe

Bild

Resultat beim ersten Zeitfahren

Die Tour de France begann vor drei Wochen in Düsseldorf mit einer 14 Kilometer langen Prüfung gegen die Uhr. Von den drei Kandidaten auf den Gesamtsieg war Froome auf Rang 6 der Bestklassierte. Bardet büsste 39 Sekunden auf den Briten ein, Uran sogar 51 Sekunden.

Die drei Kandidaten für den Gesamtsieg

Chris Froome

Britain's Chris Froome, wearing the overall leader's yellow jersey, leaves the team bus prior to the start of the nineteenth stage of the Tour de France cycling race over 222.5 kilometers (138.3 miles) with start in Embrun and finish in Salon-de-Provence, France, Friday, July 21, 2017. (AP Photo/Christophe Ena)

Bild: AP/AP

Mit 22,5 Kilometern ist das Zeitfahren relativ kurz – viel Zeit, um Froome noch zu überholen, bleibt seinen Gegnern nicht. Und der Brite ist ein herausragender Zeitfahrer, der an der Tour de France schon zwei Prüfungen gegen die Uhr gewonnen und im letzten Jahr auch an der Vuelta zugeschlagen hat. «Wenn alles gut läuft, sehe ich für mich gute Chancen, aber es ist noch eng», sagte Froome. Es scheint indes, dass den 32-Jährigen nur ein Sturz oder ein Defekt am dritten Gesamtsieg in Folge hindern kann.

Romain Bardet

epa06089307 AG2R La Mondiale team rider Romain Bardet of France in action during the 14th stage of the 104th edition of the Tour de France cycling race over 181,5km between Blagnac and Rodez, France, 15 July 2017.  EPA/ROBERT GHEMENT

Bild: EPA/EPA

Auf dem Papier der schwächste Zeitfahrer des Trios. Aber vor zwei Jahren fuhr Bardet an der Tour de Romandie auf einem dem heutigen Profil ähnlichen Parcours auf Rang 7 und nahm Froome dabei zehn Sekunden ab. Mit den Beinen kann der Franzose wohl nicht mithalten – aber vielleicht verleiht ihm die Möglichkeit Flügel, als erster Einheimischer seit 1985 die Tour de France zu gewinnen. Der 26-jährige Bardet kündigte an, «mit Herz und Leidenschaft» zu kämpfen: «Es ist noch nicht entschieden.»

Rigoberto Uran

Colombia's Rigoberto Uran, center, speeds downhill during the twelfth stage of the Tour de France cycling race over 214.5 kilometers (133.3 miles) with start in Pau and finish in Peyragudes, France, Thursday, July 13, 2017. (AP Photo/Peter Dejong)

Bild: AP/AP

Der Kolumbianer hat am Giro d'Italia auch schon ein hügeliges Zeitfahren gewonnen, dazu hat er weitere Top-Resultate in dieser Disziplin vorzuweisen. Allerdings liegen diese Ergebnisse schon etwas zurück, in den vergangenen zweieinhalb Jahren war Uran im Kampf gegen die Uhr nie mehr vorne dabei. In den letzten Tagen in den Bergen wirkte er ausserdem eine Spur schwächer als seine Kontrahenten Froome und Bardet. «Das Zeitfahren kommt nach 20 anstrengenden Etappen, mal schauen, wie es geht», wollte sich Uran nicht an Spekulationen beteiligen.

Wer gewinnt die Tour de France 2017?

Das ungeschriebene Gesetz

Wenn nach dem Zeitfahren nur eine, zwei oder drei Sekunden den Leader vom Zweitplatzierten trennen: Wird der Verfolger dann auf der Schlussetappe auf den Champs-Elysées in Paris attackieren und versuchen, sich doch noch den Gesamtsieg zu schnappen? Nein, wird er nicht. Es gibt das ungeschriebene Gesetz, dass am letzten Tag einer dreiwöchigen Rundfahrt der Leader nicht mehr angegriffen wird.

Daran halten sich die Fahrer – ansonsten haben sie es für den Rest ihrer Karriere schwer, sich im Peloton zu bewegen. Denn wer gegen die Regel, die nirgends festgehalten ist, verstösst, wird von den Berufskollegen geächtet und dem wird das Leben auf zwei Rädern schwer gemacht. Weil bei jedem Rennen neue Allianzen geschmiedet werden müssen, könnte sich das nur ein Fahrer leisten, der nach der Tour de France seine Karriere umgehend beenden würde.

Schweizer Tagessieger?

Im Zeitfahren der 1. Etappe in Düsseldorf musste sich Stefan Küng noch mit Rang 2 begnügen, die verpasste Chance auf das Maillot Jaune ärgerte den Thurgauer sehr. Geschlagen wurde er von Geraint Thomas, der die Tour wegen eines Sturzes aufgeben musste.

Radsport: UCI WorldTour - Tour de France, Duesseldorf (14,00 km), 1. Etappe (Einzelzeitfahren) am 01.07.2017 in Duesseldorf (Nordrhein-Westfalen). Der Schweizer Stefan Kueng vom BMC Racing Team jubelt nach der Etappe im Weissen Trikot des besten Jungprofis. (KEYSTONE/DPA/Bernd Thissen)

Bester Jungprofi: Stefan Küng erhielt für Rang 2 im Auftakt-Zeitfahren das weisse Trikot. Bild: dpa

Küng machte einen guten Eindruck, versuchte, so viel Kraft wie möglich für das Zeitfahren zu sparen. Der Ostschweizer wird alles daran setzen, bei seiner Tour-Première auch gleich eine Etappe zu gewinnen. Sein schärfster Rivale dürfte Tony Martin sein. Der mehrfache Zeitfahr-Weltmeister aus Deutschland wollte zum Auftakt in der Heimat unbedingt ins Leadertrikot fahren und wurde bloss Vierter. Auch den Weissrussen Vasil Kiryienka muss man auf dem Zettel haben – wie auch Froome, der neben dem Gesamt- noch so gerne auch einen Etappensieg feiern möchte. Und vielleicht setzt Primoz Roglic noch einen drauf, der slowenische Sieger einer schweren Bergetappe in dieser Woche gilt eigentlich als Zeitfahr-Spezialist.

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Video: watson

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