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Zuschauer verfolgen, dichtgedraengt am Strassenrand stehend, das Duell des Niederlaenders Steven Rooks, links, mit dem Spanier Pedro Delgado, rechts, auf der 12. Tour de France-Etappe am 14. Juli 1988, die von Morzine nach l'Alpe d'Huez fuehrt. Am Ende gewinnt Delgado die Tour 1988 vor Rooks. (KEYSTONE/EPA/Str)

Unterwegs zum Tour-Sieg 1988: Pedro Delgado (rechts) neben Steven Rooks hinauf zur Alpe d'Huez. Bild: EPA

Stell dir vor, du verpasst als Tour-Sieger des Vorjahrs den Start zum Prolog 🙈

Vor 30 Jahren wurde an der Tour de France Geschichte geschrieben. Doch nicht nur das Finish der Rundfahrt 1989 war aussergewöhnlich, sondern schon der Auftakt. Im Mittelpunkt: Titelverteidiger Pedro Delgado.



Jeder Radsport-Interessierte weiss, was sich in der letzten Etappe der Tour de France 1989 ereignet hat. In einem Zeitfahren auf die Pariser Champs-ÉlysĂ©es drehte der Amerikaner Greg LeMond den Spiess um, entriss dem gesamtfĂŒhrenden Franzosen Laurent Fignon das Maillot Jaune und gewann die Rundfahrt mit winzigen acht Sekunden Vorsprung. Es ist bis heute die knappste Differenz zwischen dem Sieger und dem Zweitplatzierten.

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Bis er 2010 mit 50 Jahren viel zu frĂŒh an Krebs starb, betonte Laurent Fignon immer wieder: «Ich bin nicht derjenige, der die Tour um acht Sekunden verloren hat. Ich bin der, der sie zwei Mal gewonnen hat.» Video: YouTube/Scott McGrory

Doch in dieser Geschichte geht es darum, was sich drei Wochen vorher ereignet hat. Pedro Delgado, der Gewinner der Tour de France 1988, hat die Ausgabe 1989 nÀmlich im Prinzip schon vor dem Start verloren. Delgado verschwitzt seinen Start zum Prolog in Luxemburg.

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Vergeblich wird am Start auf Pedro Delgado gewartet. Video: YouTube/Movistar Team

Der Spanier findet das Starthaus erst mit VerspĂ€tung. Exakt 2:40 Minuten, nachdem er hĂ€tte starten sollen, geht Delgado auf die Strecke. Da nĂŒtzt es ihm auch nichts, dass er einen starken Prolog zeigt und unterwegs nur 14 Sekunden auf den hollĂ€ndischen Tagessieger Erik Breukink verliert. Mit 2:54 Minuten RĂŒckstand ist Pedro Delgado 198. und damit Letzter der Tour.

«Ich konnte kaum ein Auge zumachen»

Schnell machen GerĂŒchte die Runde. Er habe beim «kĂ€fele» die Zeit vertrödelt, glauben die einen zu wissen, die Polizei habe ihn aufgehalten, sagen andere. Aber es war weder das eine noch das andere. «Ich wĂ€rmte mich fernab von Reportern und Fans auf», schilderte Delgado. «Dann traf ich auf (meinen Konkurrenten) Thierry Marie, fragte ihn ĂŒber die Strecke aus und stellte irgendwann fest, dass ich mich ganz schön weit vom Start entfernt hatte.»

Fast drei Minuten RĂŒckstand sind ganz schön viel, aber die Differenz ist noch aufzuholen. Doch Delgados Alptraum-Wochenende ist noch nicht vorbei. «Ich konnte in der Nacht nach dem verpatzten Prolog kaum ein Auge zumachen. Im Mannschaftszeitfahren war ich ein gebrochener Mann, stĂ€ndig mussten meine Teamkollegen auf mich warten.»

Reynolds-Banesto ist die langsamste aller 22 Equipen, verliert ĂŒber viereinhalb Minuten auf Super U um Laurent Fignon. Delgados RĂŒckstand auf den Franzosen betrĂ€gt nun schon mehr als sieben Minuten. Die Tour ist verloren.

Aufholjagd bis aufs Podest

«Dabei habe ich mich nie so gut gefĂŒhlt wie vor der Tour de France 1989», Ă€rgerte sich Delgado, «ich hĂ€tte sie mit einem Bein fahren können.» Sechs Wochen vorher hatte er die Spanien-Rundfahrt, die heute im Herbst ausgetragen wird, fĂŒr sich entschieden.

Delgado scheint tatsĂ€chlich gut in Form zu sein. Denn er zeigt in der Folge ein offensives Rennen, verbessert sich immer weiter nach vorne und steht am Ende sogar noch auf dem Podest. Nicht ganz zuoberst, aber mit 3:34 Minuten RĂŒckstand auf Sieger Greg LeMond wenigstens noch als Dritter.

In this July 23, 1989 photo, French rider Laurent Fignon, left, American rider Greg LeMond, center, and Spanish rider Pedro Delgado pose on the podium following LeMond's victory in the 76th Tour de France cycling race in Paris.  Former French two-time Tour de France winner Laurent Fignon says Friday June 12, 2009 he has cancer, is undergoing chemotherapy and does not rule out that his illness could be the result of doping during his years as a top cyclist. (AP Photo/Jose Goitia)

Drei Legenden auf dem Tour-Podium 1989: Laurent Fignon (2.), Greg LeMond (1.) und Pedro Delgado (3.). Bild: AP

Insgesamt stand Delgado bei den drei grossen Landesrundfahrten acht Mal auf dem Podest, drei Mal als Sieger (Tour de France 1988, Vuelta 1985 und 1989). Insgesamt schaffte er 18 Platzierungen in den Top 10.

Pedro Delgados verpatzter Prolog 1989 ist wohl das beste Beispiel fĂŒr eine Aussage, die man auch an diesem Wochenende in BrĂŒssel hören wird: Man kann die Tour de France nicht am ersten Tag gewinnen – aber man kann sie am ersten Tag schon verlieren.

Der Tour-Sieg 1988

Delgado ist auch bekannt, weil ihm sein Tour-Gesamtsieg 1988 trotz positiver Dopingprobe nicht aberkannt wurde. Seine Version:

«Ich nahm nach der Etappe auf die Alpe d'Huez Probenecid, es sollte die Arbeit der Nieren unterstĂŒtzen. Das Mittel konnte auch eingesetzt werden, um den Missbrauch von Steroiden zu verhindern. Aber ich wollte ja nichts verstecken, sonst hĂ€tte ich es jeden Tag verwenden mĂŒssen und man stellte es auch nur nach dieser einen Etappe fest.»

Pedro Delgado kam aber vor allem zu Gute, dass der Wirkstoff erst auf der Verbotsliste des Internationalen Olympischen Komitees stand, aber nicht auf jener des Rad-Weltverbands UCI. Einen Monat spÀter holte die UCI dies dann nach.

Der spanische Radprofi Pedro Delgado faehrt am 24. Juli1988 auf den Pariser Champs Elysees als Gesamtsieger der Tour de France eine Ehrenrunde im Gelben Trikot und mit der Fahne seines Landes. (KEYSTONE/EPA/Str)

Delgado 1988 auf der Ehrenrunde. Bild: EPA

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bau Mol Ain 06.07.2019 08:01
    Highlight Highlight Aus welchem Grund ist das nicht bei unvergessen?
  • c_meier 05.07.2019 21:55
    Highlight Highlight hat die Firma Reynolds die gleiche Schriftart wie watson? ;)
  • Joe Smith 05.07.2019 19:27
    Highlight Highlight Man sollte aber auch nicht verschweigen, warum LeMond 1989 Fignon den Sieg noch weggeschnappt hat: LeMond benutzte zum ersten Mal die damals brandneue Erfindung des Zeitfahrlenkers und trug einen aerodynamischen Helm, wÀhrend Fignon mit einem «fast normalen» Lenker und mit wehendem Haar fuhr. SpÀtere Windkanalmessungen haben gezeigt, dass dies den Unterschied machte.
  • Bio Zitronensaft 05.07.2019 19:18
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