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France's Julian Alaphilippe wearing the overall leader's yellow jersey climbs the Galibier pass during the eighteenth stage of the Tour de France cycling race over 208 kilometers (130 miles) with start in Embrun and finish in Valloire, France, Thursday, July 25, 2019. (AP Photo/ Christophe Ena)

Am Berg musste Alaphilippe leiden, doch in der Abfahrt ist er klar der Schnellste. Bild: AP

Alaphilippes «kranke» Abfahrt mit fast 90 km/h: «Noch schneller ging nicht»



Plötzlich war Julian Alaphilippe in argen Nöten. Auf der vierteletzten Tour-Etappe attackierte am legendären Col du Galibier erst Egan Bernal den Träger des Gelben Trikots, dann trat auch Geraint Thomas in die Pedale. Mit dem Vorjahressieger an der Spitze distanzierten auch die restlichen Anwärter auf den Gesamtsieg Tour-Leader Alaphilippe. Im Wiegetritt kämpfte dieser sich auf die Pässe, sein Rückstand betrug rund 20 Sekunden.

Doch mit einer verwegenen Abfahrt fand Alaphilippe bald wieder Anschluss an die meisten Anwärter auf den Tour-Sieg. Kein Wunder, der 27-Jährige raste mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 60 km/h den Berg hinunter. Sein Topspeed betrug gar über 88 km/h.

«Das war krank, aber ich wollte das ‹Maillot Jaune› unbedingt behalten», erklärte Alaphilippe im Ziel. «Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich diese Kurven hinkriegte, ich war komplett am Limit. Noch schneller ging nicht.»

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Die waghalsige Abfahrt von Alaphilippe. Video: YouTube/Renee Way

Zumindest nicht für ihn: Auf der ersten, längeren Abfahrt den Col de Vars hinab stellte der Deutsche Nils Politt einen neuen Geschwindigkeitsrekord für diese Tour de France auf. Mit 101,5 km/h jagte er die Strasse hinab.

Aber zurück zu Alaphilippe: Am Ende vermochte von den Favoriten einzig Bernal in der ersten von drei schweren Alpen-Etappen Zeit auf den französischen Publikumsliebling gutzumachen. 32 Sekunden waren es am Ende. «Ich verliere auf ihn ein bisschen Zeit. Aber wenn man schaut, wie die Etappe lief, dann hätte es gut auch viel schlimmer sein können», kommentierte der Tour-Leader am Ende aber erleichtert. Noch immer liegt er mit 1:30 Minuten Vorsprung an der Spitze des Gesamtklassements.

Das Gesamtklassement:

Bild

bild: screenshot eurosport

Heute und morgen stehen aber noch je eine Bergankunft auf dem Programm. Dann kann Alaphilippe allfällige Schwächen nicht mehr mit Wagemut in der Abfahrt wettmachen. Die 19. Etappe von heute führt über nur 126,5 km von Saint-Jean-de-Maurienne nach Tignes. Dabei steht auch der 2770 m hohe Col de l'Iseran auf dem Programm – das Dach der diesjährigen Tour de France.

Das 20. Teilstück endet am Samstag nach ebenfalls nur 130 km in Val Thorens. Der abschliessende Anstieg hinauf zur Savoyer Skistation auf 2363 m Höhe beginnt rund 33 km vor dem Ziel in Moûtiers.

Die heutige Etappe:

Quintana mit Kletter-Rekord

Alles wartet nun auf den längst fälligen Einbruch von Alaphilippe – auch die Konkurrenz. «Ich denke schon, dass wir ihn jetzt über das Limit hinausbringen können, und er dann irgendwann einbricht», sagt der Gesamtsechste Emanuel Buchmann, der an der Tour neben Thibaut Pinot und den beiden Kolumbianers Egan Bernal und Nairo Quintana zu den besten Kletterern gehört.

So kletterte Quintana:

In den Höhen jenseits der 2000-Meter-Marke fühlen sich die Kolumbianer besonders wohl «Jeder weiss, dass ich in der Höhe lebe und dass das die Art von Pass ist, die ich gut kenne», sagte der gestrige Etappensieger Quintana. Wie stark er in dünner Luft ist zeigte er während seiner Attacke den Galibier hoch. Fränk Schlecks Rekordzeit von 2011 auf diesem Weg zum Gipfel verbesserte er um rund eine Minute auf 22:08 Minuten.

Für Aufsehen sorgte Quintana ausserdem mit einem vermeintlich blutverschmierten Trikot bei der Zieleinfahrt. Nasenbluten oder ähnliches hatte der Captain der Movistar-Equipe aber nicht. «Es war kein Blut, sondern Gel, das ich auf dem Trikot verrieben habe», erklärte der Kletter-Spezialist. (pre/sda)

epa07740132 Colombia's Nairo Quintana of Movistar team celebrates winning the 18th stage of the 106th edition of the Tour de France cycling race over 208km between Embrun and Valloire, France, 25 July 2019.  EPA/YOAN VALAT

Der seltsame Fleck auf Quintanas Trikot: Kein Blut, sondern Gel. Bild: EPA

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    Alle Leser-Kommentare
  • flamingmops666 26.07.2019 18:21
    Highlight Highlight So ein Alphaphilipp!
  • John M 26.07.2019 14:48
    Highlight Highlight Fast 90 km/h, der traut sich was.

    Bei 60 ist bei mir schluss. Traue mich nicht schneller da die Bremsen (Felgenbremse) zu lange brauchen. Als ich mal ein moderneres Bike (Carbon & Scheibenbremse) ausgeliehen hatte, kam ich deutlich schneller runter. Aber insgesamt war ich auf den graden und steigungen gleich schnell. Darum wird mein alter Göpel erst ersetzt wenn gar nichts mehr geht.
    • Maragia 26.07.2019 14:56
      Highlight Highlight Seit ich Scheibenbremsen habe, getraue ich mich auch ein wenig mehr. Aber spätestens bei so 70 ist bei mir jeweils Schluss. Alles andere ist nur noch lebensmüde (als Hobbyfahrer), meiner Meinung nach...
  • TheFab 26.07.2019 14:21
    Highlight Highlight Alaphilippe's Velo hat Scheibenbremsen. Kann es sein, dass das bei der Abfahrt hilft?
    Trotzdem Wahnsinnige Geschwindigkeiten. Wow.
    • Jamaisgamay 26.07.2019 15:06
      Highlight Highlight Haben sie gestern auf SRF kommentiert. 9 Teams fahren mit Scheiben-, 13 mit Felgenbremsen. Relevante Unterschiede gibt's offenbar nur wenn's nass ist.
    • John M 26.07.2019 17:12
      Highlight Highlight Der Unterschied ist (meiner meinung nach) signifikant. Da Scheiben viel stärker bremsen kann man bei einer Bergab Fahrt viel später bremsen und dadurch auch mehr Tempo mitnehmen. Bei gerader Strecke und trockener Fahrbahn sind sie aber nur minimal besser. Den grössten Vorteil haben sie wie erwähnt bei Nässe, da halbiert sich der Bremsweg.
    • specialized 26.07.2019 20:12
      Highlight Highlight Habe seit diesem Jahr Scheibenbremsen am Rennrad, viel schnellere und härtere Reaktion. Zudem gehen die Karbonfelgen nicht kaputt, was bei einer längeren Abfahrt passieren könnte mit Felgenbremsen.
  • Joe Smith 26.07.2019 12:07
    Highlight Highlight 90 km/h ist für einen Profi kein Thema – wenn’s geradeaus geht. Aber wie Alaphilippe um die Kurven fährt, das ist ganz grosses Kino.
  • Team Insomnia 26.07.2019 11:59
    Highlight Highlight Diese Trittfrequenz von Quintana den Berg hoch bei 19% Steigung erinnert mich doch sehr stark an Armstrong und Pantani früher. Ausserdem den Rekord von Schleck um 1 Minute(!) unterboten. Ob da alles sauber ist?
    • Bündn0r 26.07.2019 12:42
      Highlight Highlight Schleck hat nachweislich Geld an Dr. Fuentes überwiesen. Natürlich nur für Trainingspläne! Dazu wurde an der TdF 2012 ein Verschleierungsmittel nachgewiesen. Sauber war der somit wohl kaum.
      Und nun soll man noch eine ganze Minute schneller sein, ganz Legal?

      Interessant ist die aktuelle Tour trotzdem. Kämpfen wohl alle mit gleich langen bzw gleich falschen Spiessen.
    • Team Insomnia 26.07.2019 13:28
      Highlight Highlight Da verstehe einer die Biltzer🤷‍♂️?
  • mille_plateaux 26.07.2019 11:43
    Highlight Highlight Adrenalinlevel > 9000

    Der hat sich schon was dabei gedacht, als er sich für die schwereren, aber in der (nassen!) Abfahrt viel zuverlässigeren Scheibenbremsen entschieden hat. Seine Konkurrenz war durchs Band mit langsamer bremsenden Felgenbremsen unterwegs - das kostet in jeder Kurve Zeit. Da er ohnehin schon der wohl beste Abfahrer des Pelotons ist, konnte er ordentlich aufräumen.

    Hoffe schwer, dass ihm die Jagd auf Bernal in den kommenden beiden Etappen nicht zum Verhängnis wird! Da hätte er sich ruhig konservativ an die anderen hängen können und Energie konservieren.
  • Lowend 26.07.2019 11:06
    Highlight Highlight Habe gerade diesen Tweet gesehen, wo Alaphilippe Gelb an einen frierenden Jungen abgibt und wer nach einer solchen Tortur noch so einfühlsam ist, hat den Toursieg mehr als verdient!

    https://twitter.com/ikguallas/status/1154477039988162560
  • Loeffel 26.07.2019 10:40
    Highlight Highlight Beeindruckend. Man bedenke aber auch, dass wir diese waghalsige Abfahrt live mitverfolgen konnten, weil sich da ein Motoradfahrer mit einem freihändigen Kameramann (!) hinten drauf ebenfalls den Berg hinunterstürzte.
  • LarsBoom 26.07.2019 10:35
    Highlight Highlight Ich habs mal vom Simplon richtig gehen lassen und habe bei 80 aufgehört. Nur noch krank bei dieser Geschwindigkeit auf einem Velo zu sitzen. Vor allem als Hobby Fahrer.
    • blobb 26.07.2019 11:39
      Highlight Highlight Ich bremse jeweils bei 60. Ist echt ein krankes Gefühl, diese Tempos auf dem Velo.
    • ben_fliggo 26.07.2019 13:36
      Highlight Highlight Mir reicht acu
    • blobb 26.07.2019 13:47
      Highlight Highlight https://de.wikipedia.org/wiki/ACU ?
  • Elpampa 26.07.2019 10:16
    Highlight Highlight Doch, wenn er sich flach auf das Velo gelegt hätte, wäre der Luftwiederstand kleiner gewesen und er wäre noch schneller gewesen!
    • Phipsli 26.07.2019 10:29
      Highlight Highlight Sich flach auf die Tastatur zu legen soll auch helfen...
    • suchwow 26.07.2019 10:37
      Highlight Highlight @Elpampa: Probiers mal aus :) Nimmt mich Wunder, ob du die Kurve gekriegt hättest :)
    • Ritiker K. 26.07.2019 10:39
      Highlight Highlight Es ist bei der UCI / Tour de France bei Abfahrten verboten, die Füsse von den Pedalen zu nehmen.

      "Position 1.3.008 Der Fahrer muss auf seinem Rad eine Sitzposition einnehmen (Grundposition). Diese Position erfordert folgende Punkte: Füsse auf den Pedalen, Hände am Lenker und sitzen auf dem Sattel"


      Streng genommen wäre die Position Sitzend auf dem Oberrohr beim Vorderrad auch nicht ganz legal, aber das wird toleriert, das Anheben der Füsse von den Pedalen weg jedoch nicht.
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