Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Jamaica's Usain Bolt, center, runs to setting a new Men's 100m World Record during the World Athletics Championships in Berlin on Sunday, Aug. 16, 2009.  (AP Photo/Gero Breloer)

Usain Bolt degradiert die Konkurrenz über 100 Meter zu Statisten. Bild: AP

Unvergessen

Zuerst Chicken Nuggets, dann der Fabelweltrekord – Usain Bolt brilliert in Berlin

16. August 2009: Das vermeintliche Duell mit Herausforderer Tyson Gay über 100 Meter verkommt bei der Leichtathletik-WM in Berlin zu einer One-Man-Show. Usain Bolt läuft allen davon und in 9,58 Sekunden einen neuen Fabelweltrekord.



Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking staunt die ganze Welt. Der Jamaikaner Usain Bolt läuft trotz offenem Schuhbändel und einer fast demonstrativen Lässigkeit über 100 Meter einen neuen Weltrekord. Schon nach 80 Metern bricht er seinen Lauf ab und joggt über die Ziellinie. Trotzdem: 9,69 Sekunden. Unglaublich.

Jamaica's Usain Bolt celebrates setting a new 100m World Record after the final of the Men's 100m during the World Athletics Championships in Berlin on Sunday, Aug. 16, 2009. (AP Photo/David J. Phillip)

Bogenschütze Bolt. Bild: AP

Damit ist Bolt nochmals drei Hundertstel schneller als bei seiner bisherigen Bestmarke, die er erst im Mai in New York aufgestellt hat. Aber nicht nur Bolt, sondern alle wissen: Es geht noch schneller. Doch wie viel schneller kann ein Mensch noch sein? Diese Frage beschäftigt die ganze Sportwelt. Bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin liefert der «Lightning Bolt» die Antwort gleich selbst.

Bolt ist sich seiner Sache sehr sicher

Schon im Vorfeld der WM ist der Hype um den 100-Meter-Wettkampf der Männer riesig. Das Rennen wird zum grossen Duell zwischen Weltrekordler Bolt und Tyson Gay hochstilisiert. Der Amerikaner hat im Juli in Rom mit 9,77 Sekunden auch eine Kampfansage an den Jamaikaner geschickt. Wird er Bolt tatsächlich schlagen können?

Die klare Antwort lautet «Nein». Der 100-Meter-Final von Berlin wird nur zum Duell Bolt gegen die Uhr. Schon in den Vorläufen deutet der 1,96 Meter grosse Modellathlet an, dass er zur genau richtigen Zeit in Topform ist. Spielend setzt er sich in 10,20 und 10,03 Sekunden in den Vorläufen sowie 9,89 im Halbfinal gegen die Konkurrenz durch.

epa01826182 Usain Bolt of Jamaica gives high 5 to the mascot

Abklatschen mit Maskottchen Berlino. Bild: EPA

Dann am Sonntagabend der mit Spannung erwartete Höhepunkt: Wie schon vor Jahresfrist in Peking gibt sich Bolt vor dem 100-Meter-Final betont lässig, auf seine Mätzchen mit der Kamera kann er einfach nicht verzichten. Trotzdem ist der damals fast 23-jährige Supersprinter bis in die Fingerspitzen motiviert. Auch die äusseren Bedingungen stimmen: 20 Grad und leichter Rückenwind (0,9 m/s).

Bild

Bolt spielt vor dem Final mit der Kamera. Bild: screenshot youtube

Der Blick auf die Uhr

Das Rennen wird dann auch zur One-Man-Show. Nach gewohnt mässigem Start – er hat nur die sechstschnellste Reaktionszeit – setzt sich Bolt nach gut 20 Metern an die Spitze und lässt die Konkurrenz unaufhaltbar hinter sich. Im Gegensatz zum Final von Peking zieht er diesmal voll durch, sein Höchsttempo beträgt unglaubliche 44,72 km/h.

Beim Zieleinlauf nach exakt 41 Schritten schaut Bolt frech nach links auf die Uhr und sieht schier Unglaubliches: 9,58 Sekunden. Ein Fabelweltrekord! Gleich um 11 Hundertstel ist er schneller als 2008 in Peking.

abspielen

Usain Bolts fantastischer Rekordlauf in Berlin. Video: YouTube/Francesco Di Spirito

Bolt jubelt, Bolt tänzelt, zeigt seine berühmte Bogenschützenpose, bevor er sich mit einer Jamaika-Flagge auf die Ehrenrunde macht. «Heute hat alles geklappt», gibt er nach seinem Triumph zu Protokoll. «Mein Trainer wird in meinem Lauf nichts finden, mit dem er unzufrieden ist.» Und das, obwohl er sich vor dem Rennen noch eine Portion Chicken Nuggets gegönnt hat.

epa01825953 Jamaican Usain Bolt (front) and US Michael Rodgers compete in the 100m heat semi final at the 12th IAAF World Championships in Athletics, Berlin, Germany, 16 August 2009.  EPA/JENS BUETTNER

Bolts Blick auf die Uhr. Bild: EPA

Picture provided by Seiko on Sunday, Aug 16, 2009 shows the finish line photo of the Men's 100m final during the World Athletics Championships in Berlin. At the bottom the time code is seen from right to left. Usain Bolt, right,  won the final setting a new 100m World Record.  (AP Photo/Seiko) ** Editorial use only **

Ein Zielfoto braucht es bei Usain Bolt nicht. Bild: AP Seiko

Bolt: «Ich kann 9,40 laufen»

Bolt pulverisiert wenige Tage später auch über 200 Meter (19,19 Sekunden) den Weltrekord und wird mit der 4x100-Meter-Staffel Weltmeister. Und wieder stellt sich nach den zweiten Bolt-Festspielen die Frage, wie viel schneller ein Mensch noch laufen kann. «Ich kann 9,40 laufen», ist sich der Weltrekordhalter damals sicher. «Ich denke, da wird es aufhören. Aber man weiss nie, alles ist möglich. Wir werden einfach weiter um die Wette laufen.»

Jamaica's Usain Bolt poses beside the indicating board after setting a new Men's 100m World Record in the Men's final at the World Athletics Championships in Berlin on Sunday, Aug. 16, 2009.  (AP Photo/Gero Breloer)

Geht's noch schneller? Bild: AP

Doch seinen Fabelweltrekord von Berlin hat Bolt bislang nicht mehr übertreffen können. Mit einem Rückenwind von 1,5 m/s läuft er bei den Olympischen Spielen 2012 in London mit 9,63 Sekunden nochmals nahe an seine Bestmarke. 2013 in Moskau wird er in 9,77 Sekunden zum zweiten Mal Weltmeister, nachdem er bei der WM 2011 in Daegu wegen eines Fehlstarts disqualifiziert wurde.

Auch 2015 in Peking wird er über 100 Meter, 200 Meter und mit der Staffel Weltmeister. 2017 in London – seinem letzten Grossanlass – reichte es über 100 Meter nur zu Bronze. Das grosse Drama folgt dann in der Staffel. Im letzten Rennen seiner Karriere verletzt sich Bolt und geht zu Boden. Nur mit der Hilfe seiner Teamkollegen schafft er es noch über die Ziellinie.

Unvergessen

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei. 

Schweizer Medaillengewinner an den European Championships

Das ist das Wundermittel Keton, das schlank und stark machen soll

Link zum Artikel

Riesige Doping-Razzia: 234 Verdächtige in 33 Ländern festgenommen – auch in der Schweiz

Link zum Artikel

Die magische Show des Floyd Landis, die ein einziger, grosser Schwindel ist

Link zum Artikel

Hefti erhält nach 5 Jahren endlich Gold: «Putin sagt ja immer noch, sie seien im Recht»

Link zum Artikel

«Operation Aderlass» bringt prominenten Verdächtigen hervor: Ex-Sprint-Ass Petacchi

Link zum Artikel

«Doping ist wie beim Hütchenspiel. Du weisst, dass es Betrug ist. Aber du spielst mit»

Link zum Artikel

In flagranti erwischt – Video zeigt österreichischen Langläufer beim Blut-Doping

Link zum Artikel

Einfach erklärt: So funktioniert Eigenblut-Doping – und so viel bringt es

Link zum Artikel

«Wir werden für blöd verkauft» – Doping-Experten glauben nicht an Einzeltäter-Theorie

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel

Biden, Warren oder Sanders? Das Rennen der Demokraten wird zum Dreikampf

Link zum Artikel

Jack Ma tritt als Alibabas Vorsitzender offiziell zurück, aber ...

Link zum Artikel

Das sind die 50 besten Spieler in «FIFA 20» – Piemonte Calcio zweimal in den Top 15

Link zum Artikel

12 neue Serien, auf die du dich im Herbst freuen kannst

Link zum Artikel

In China sind gerade 100 Millionen Schweine gestorben – das musst du wissen

Link zum Artikel

Hat Bill Gates ein schmutziges Geheimnis?

Link zum Artikel

In Jerusalem verschwinden hunderte Katzen auf mysteriöse Weise – was ist bloss los?

Link zum Artikel

«... dann laufen sie hier 3 Tage besoffen mit geklauten Stadion-Dingen rum»

Link zum Artikel

Mit 16 der jüngste Torschütze in Barças Klub-Geschichte – 8 Fakten zu Ansu Fati

Link zum Artikel

Boris Johnson verliert wegen eines Überläufers die Mehrheit und ist jetzt in argen Nöten

Link zum Artikel

Ausschreitungen bei Demo in Zürich

Link zum Artikel

Xherdan Shaqiris Alleingang ist ein fatales Zeichen

Link zum Artikel

Auch Android und Windows von massivem Hackerangriff betroffen – was wir bislang wissen

Link zum Artikel

«Diese Wahlen widerlegen eine oft genannte These über die AfD»

Link zum Artikel

Wawrinka über Djokovic: «Dass er den Platz so verlassen muss, ist natürlich nicht schön»

Link zum Artikel

«Soll ich die offene Beziehung mit dem 10 Jahre Älteren beenden?»

Link zum Artikel

Messi darf Barça ablösefrei verlassen +++ Pa Modou wieder beim FC Zürich

Link zum Artikel

Kim Tschopp zeigt den grossen Unterschied zwischen Realität und Instagram

Link zum Artikel

Wie viel Schweizer Parteien auf Facebook ausgeben – und warum wir das wissen

Link zum Artikel

Der Roadie, der mich Backstage liebte (und mir biz Haare ausriss)

Link zum Artikel

Für Huawei kommts knüppeldick – neue Handys müssen auf Google-Apps verzichten, sagt Google

Link zum Artikel

Die Hockey-WM lehnt den «Eisenbahn-Deal» ab – und das ist schlicht lächerlich

Link zum Artikel

Netflix bringt 10 Filme in die Kinos – und die hören sich grossartig an

Link zum Artikel

Verrückt, aber wahr – Stuckis Sieg, der keiner war

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Assaidi erzielt das frechste Tor des Jahres – dumm nur, dass es Abseits war

11. September 2011: Oussama Assaidi ist gegen Groningen auf dem Weg zum 3:0 für Heerenveen. Doch da pfeift der Schiedsrichter Offside. Der Marokkaner schenkt uns immerhin noch einen Zirkustrick.

Jeder Fussballer weiss es: Ist die Pfeife des Schiedsrichters ertönt, darf ich nicht mehr weiterspielen. Es droht eine Gelbe Karte. Aber manchmal, da siehst du dich als Fussballer schon vor den eigenen Fans jubeln und kannst nicht anders, als die Aktion noch abzuschliessen.

Oussama Assaidi kennt diese Situation. Gegen Groningen hat der Linksaussen in der 62. Minute für Heerenveen auf 2:0 erhöht. Jetzt wird der Stürmer steil geschickt. Der Marokkaner ersprintet sich den Ball, steht alleine vor …

Artikel lesen
Link zum Artikel