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Second placed Devon Kershaw, left, from Canada, winner Christoph Eigenmann from Switzerland and third Roddy Darragon from France,left to right, celebrate on the podium during the

Eigenmann feiert in München seinen grössten Triumph vor Kershaw (links) und Darragon. Bild: AP

Der allererste Etappensieger der Tour de Ski ist Schweizer – und nicht Dario Cologna

31.12.2006: Der letzte Tag des Jahres ist zugleich der erste eines neuen Langlauf-Formats. Und es ist der grösste Tag in der Karriere des Toggenburgers Christoph Eigenmann, der alle überrascht und in München triumphiert.



Der Langlaufsport sucht um die Jahrtausendwende neue Wege. Unter dem Motto «Raus aus dem Wald, hin zu den Leuten» wird der Sprint kreiert. Und in der Saison 2006/2007 findet mit der Tour de Ski erstmals ein Etappenrennen für Langläufer statt.

An Silvester beginnt diese Tour im Münchner Olympiastadion. Und deren allererster Leader wird ein Schweizer: Christoph Eigenmann. Der 27-Jährige aus Wattwil SG nimmt allen anderen schon in der Qualifikation zwei Sekunden und mehr ab. Und im Final schlägt dann Eigenmanns grosse Stunde.

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Der Final von München. Video: YouTube/LUCIO Celletti archeosport

Nebst der Topform kommt dem gelernten Elektriker auch der Kurs entgegen: Topfeben ist er. Gelaufen wird in der von Eigenmann bevorzugten Skatingtechnik, das Material passt und drei Gegner – darunter Petter Northug – nehmen sich im Final durch einen Sturz schon kurz nach dem Start gleich selber aus dem Rennen. Eigenmann läuft es von A bis Z an der Spitze und feiert einen Start-Ziel-Sieg. «Das war wohl ganz einfach mein Tag», strahlt er.

Nur dabei, weil andernorts kein Schnee liegt

Eigenmann geht als erster Etappensieger einer Tour de Ski in die Langlauf-Geschichte ein. Und er sorgt für einen der grössten Schweizer Erfolge im Rahmen des Weltcups, der 1982 eingeführt wurde. Für den bis dato einzigen Sieg war 1987 in Calgary Evi Kratzer verantwortlich. Dass Eigenmanns Sieg nur für die Tour-Wertung zählt, nicht aber für den Gesamtweltcup, verkommt zur Nebensache. Trainer Giachem Guidon betont: «Christoph hat die Weltelite in einem hochklassigen und offiziellen Wettkampf besiegt. Seine Leistung muss das Thema sein, und nicht, ob es dafür Punkte gibt.»

Swiss Christoph Eigenmann (front R) celebrates his victory over Canadian Devon Kershaw (L) and French Roddy Darragon during the second event of the Tour de Ski cross-country skiing competition at the Olympic Stadium in Munich, Germany, Sunday, 31 December 2006. After the Tour de Ski kickoff in Nove Mesto (Czech Republic) and the event in Munich the last three Tour stages will be hosted in Oberstdorf  (Germany), Asiago and Val di Fiemme (both Italy) until 7th January 2007. The athletes have to race a total of more than 60 km (women) and more than 100 km (men) in all types of competitions in both cross-country ckiing techniques to finish the Tour de Ski on top of the Alpe Cermis (1280 m).  EPA/Frank Leonhardt

Geschafft! Eigenmann schreit seine Freude hinaus. Bild: EPA

Dass der Grenzwächter überhaupt an der Tour de Ski teilnimmt, liegt auch am Wetter. Ursprünglich ist als erste Etappe ein Rennen über 4,5 km in Nove Mesto vorgesehen, der Sprinter deshalb gar nicht gemeldet. Weil in Tschechien aber zu wenig Schnee liegt, wird der Prolog abgesagt und Eigenmann flugs für München aufgeboten.

Chancenlos im Goldtrikot

Als reiner Sprinter ist der Toggenburger in der ersten Etappe nach seinem Sieg chancenlos. In der Doppelverfolgung in Oberstdorf muss er die Tour de Ski nach einer Überrundung aufgeben.

«Für mich war dieses Rennen wie eine Bergetappe an der Tour de France für Fabian Cancellara», vergleicht er es. «Ich war chancenlos. Aber das Gefühl, inmitten der Weltelite im Goldtrikot laufen zu dürfen, war schon etwas Spezielles.»

Christoph Eigenmann of Switzerland's cross country team poses during the media conference in the Whistler media center the day of the opening of the XXI Olympic Winter Games Vancouver 2010 in Whistler near Vancouver, British Columbia, Canada, pictured on Friday, February 12, 2010. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Eigenmann bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver. Eine Medaille an einem Grossanlass blieb ihm verwehrt. Bild: KEYSTONE

Die Strapazen nimmt er jedoch gerne in Kauf, schliesslich hat er sie seinem grössten Erfolg zu verdanken. «Es war für mich ein Gänsehaut-Gefühl, das mir niemand mehr wegnehmen kann», sagt er nach dem Tour-Ausscheiden. Es sei auch sehr schön gewesen, die vielen Glückwünsche der Gegner entgegennehmen zu dürfen.

Meistens ist er es, der den anderen gratulieren muss. Sein einziges Weltcup-Podest erreicht Eigenmann, der Schweizer Sprinter der ersten Stunde, einige Monate vor seinem Sieg in München, als er im chinesischen Changchun Zweiter wird. Hinzu kommen rund ein Dutzend Top-Ten-Plätze, drei Olympia- und fünf WM-Teilnahmen. 2014 beendet Christoph Eigenmann seine Karriere.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
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