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Gruppenbild mit Pokal (ganz unten links): PSG feiert in Brüssel. bild: youtube

Unvergessen

PSG bändigt «Turban-Bomber» Jancker und holt seine einzige Europacup-Trophäe

8. Mai 1996: Paris Saint-Germain wird seit ein paar Jahren als DER grosse Klub Frankreichs wahrgenommen. Doch die Wahrheit ist: PSG war vor dem Einstieg katarischer Geldgeber nur zwei Mal Landesmeister und seine Erfolge waren dünn gesät.



Mitte der 90er-Jahre erlebt Paris Saint-Germain eine der besten Phasen der Klubgeschichte. Mit Spielern wie George Weah, Youri Djorkaeff, David Ginola oder dem Brasilianer Rai holen die Hauptstädter in vier Jahren vier Titel. Sie werden Meister (1994), Cupsieger (1993 und 1995) und sie gewinnen 1996 den Europacup der Cupsieger. Abgesehen vom sportlich unbedeutenden Sieg im UI-Cup 2001 ist dieser Erfolg der einzige Europacup-Triumph von PSG.

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Die Highlights des Finals 1996. Video: YouTube/ASTEVEL

Der erste Gegner auf dem Weg in den Cupsieger-Final ist Molde; die Norweger werden mit dem Gesamtskore von 6:3 geschlagen. Mit Celtic Glasgow wartet ein anderes Kaliber auf PSG, doch auch die Schotten sind chancenlos, verlieren 0:1 und 0:3.

Gegen den AC Parma verlieren die Pariser im Viertelfinal dann erstmals ein Spiel. Doch im Rückspiel biegen sie das 0:1 noch um und kommen mit dem Gesamtskore von 3:2 weiter. Nach zwei 1:0-Erfolgen gegen Deportivo La Coruña stehen die Pariser im Final.

«Turban-Bomber» Jancker

Am Abend des 8. Mai 1996 wird PSG von einem Gegner gefordert, der die Fussballwelt überrascht hat: Rapid Wien. Die Österreicher haben unter anderem Sporting Lissabon, Dynamo Moskau und Feyenoord Rotterdam eliminiert – alles Gegner mit einem höheren Renommee.

Aber Rapid hat zu jener Zeit ein herausragendes Team. Michael Konsel steht im Tor, der viel zu früh verstorbene Trifon Ivanov verteidigt gemeinsam mit Peter Schöttel. Didi Kühbauer und Peter Stöger ziehen im Mittelfeld die Fäden und vorne trifft: Der spätere Bayern-Stürmer Carsten Jancker.

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Jancker feiert, gezeichnet von der Schlacht gegen Moskau. bild: getty

Sechs Tore erzielt der bullige Angreifer aus der ehemaligen DDR im Cupsieger-Cup. Im Viertelfinal-Rückspiel gegen Dynamo Moskau erleidet der 21-jährige Jancker eine Platzwunde am Kopf und macht danach als Turbanträger noch zwei Tore. Es ist die Geburtsstunde eines grün-weissen Helden. «Geh, Carsten, renn bitte gegen die Wand, weil dann reiss' ma was!», hätten sie danach jeweils gescherzt, erzählt Mitspieler Kühbauer im Rückblick.

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Rapid Wien mit «Turban-Bomber» Jancker zieht nach einem 3:0 gegen Dynamo Moskau in den Halbfinal ein. Video: YouTube/eurocups dofootball

Abgefälschter Freistoss ins Glück

Im Final in Brüssel gelingt Jancker aber kein Tor. Dabei wäre gegen PSG viel drin gelegen, ist sich der Vize-Weltmeister von 2002 sicher: «Wir hätten damals die Chance gehabt, wenn wir so gespielt hätten wie in den Runden davor.»

Den einzigen Treffer des Abends erzielt nach einer knappen halben Stunde Bruno N'Gotty, ein Verteidiger, den sie «den schwarzen Koeman» nennen. Aus gut und gerne 40 Metern schiesst N'Gotty einen Freistoss auf neben Konsels Kasten, den Schöttel mit dem Schienbein unglücklich ins Tor ablenkt.

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Das einzige Tor im Cupsieger-Cup-Final 1996. Video: streamable

Rapids Abschied von der grossen Bühne

Beim 1:0 bleibt es bis zum Abpfiff. Goalie Bernard Lama darf als Captain die Trophäe in Empfang nehmen und als erster mit ihr feiern.

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Torschütze N'Gotty mit der Trophäe. bild: getty images europe

Auf europäischer Ebene ist der Abend bis heute für beide Klubs unerreicht. Während PSG in der Folgesaison nochmals in den Final vorstösst (den es gegen Barcelona 0:1 verliert), schafft es Rapid Wien erst nach zwei Jahrzehnten erstmals wieder über eine Europacup-Gruppenphase hinaus. Es wird ebenfalls ein Auftritt für die Geschichtsbücher: Die Hütteldorfer scheitern gegen Valencia mit dem brutalen Gesamtskore von 0:10.

APA007-19980122-(FILES) Unser Archivbild zeigt die Mannschaft von Rapid Wien. Das britische Investment-Unternehmen ENIC (English National Investment Company) hat ein Auge auf den  sterreichischen Fu ball-Markt geworfen. Das Unternehmen zeigt Interesse an einer Zusammenarbeit mit Rapid. EPA PHOTO        APA/Alois Furtner

Ein Bild, zu schön, um es im Archiv verstauben zu lassen: Die Rapid-Spieler formen den Namen ihres Klubs. Bild: APA

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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Del Curto klärt auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

19. Oktober 1996: Arno Del Curto hat in seiner Karriere schon die unglaublichsten Szenen erlebt. Doch dass er in seiner ersten Saison in Davos den Spielern gar erklären muss, dass man dem Schiedsrichter nicht mehr «Fuck you» sagen dürfe, übertrifft wohl alles.

Was Arno Del Curto schon alles mitmachen musste, kann man teilweise kaum glauben. Aber in fast 40 Jahren als Trainer läppert sich da einiges zusammen. So auch diese Anekdote:

Del Curto kam im Sommer 1996 als Cheftrainer zum HC Davos. In der neunten Runde empfängt sein Team den SC Bern. Der HCD hat mit einem Sieg die Chance, erstmals seit elf Jahren wieder die Tabellenspitze der Nationalliga A zu übernehmen.

Doch Del Curto muss seine Spieler dabei in ungewöhnlichen Dingen coachen. So auch …

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