WM-Schiedsrichter aus Somalia darf nicht in USA einreisen
Die am Donnerstag beginnende Fussball-WM findet ohne Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 statt. Omar Artan aus Somalia wird die Einreise in die USA verweigert.
Der Schiedsrichter werde nicht beim Turnier nicht im Einsatz sein können, teilte die FIFA am Dienstag mit. Die Grenzschutzbehörde CBP hatte entschieden, dass ein Reisender aus Somalia, «ein Schiedsrichter für die FIFA-WM, aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung nicht einreiseberechtigt war, und ihm wurde die Einreise verweigert», hiess es in einer Stellungnahme des Weltverbandes.
Artan wurde darin nicht namentlich genannt, ist aber der einzige WM-Schiedsrichter aus Somalia. Artan wollte den Angaben zufolge von Istanbul kommend am Samstag in Miami in die USA einreisen. Dabei sei eine weitergehende Überprüfung für notwendig erachtet worden. Jede Einreiseerlaubnis sei ein Einzelfallentscheid und Beamte der CBP seien befugt, Reisende zu befragen, zu durchsuchen und Entscheide im Einklang mit den Gesetzen der USA zu treffen.
Die FIFA teilte weiter mit: «Die FIFA ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschliesslich der Entscheide über Visaanträge.» Wie bei vorherigen Turnieren habe das Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden. Die WM-Unparteiischen trainieren gemeinsam in Miami und werden dort auf die Spiele vorbereitet. So ist ein Einsatz von Artan auch in den weiteren Gastgeberländern Mexiko und Kanada derzeit ausgeschlossen.
Artan zeigte sich gegenüber der «New York Times» «sehr, sehr enttäuscht». Er sei «einfach nur ein Schiedsrichter», der sich mit der WM-Teilnahme den grössten Traum seines Lebens erfüllen wolle. Formelle Fehler habe es keine gegeben: «Ich hatte die richtigen Papiere und alles andere. Ich hatte das richtige Visum.» Der als Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 ausgezeichnete Referee habe FIFA-Unterlagen sowie Nachweise über seine mehr als zehnjährige Karriere als Profi-Schiedsrichter vorgelegt. «Ich denke, sie haben ein Problem mit meinem Land», sagte er weiter.
Das somalische Ministerium für Jugend und Sport kritisierte den Entscheid der US-Behörden deutlich. Omar Artan sei die Einreise in die USA «ohne triftigen Grund» verweigert worden, heisst es in einer Stellungnahme. Die somalische Regierung habe umgehend Kontakt zu den US-Behörden und zur FIFA aufgenommen, bislang jedoch keine Lösung erreicht. (sda/dpa)
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