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Sextape, Scheidungskrieg, Mordgelüste: Hulk Hogan – Absturz einer Wrestling-Legende

Im Ring gelang Hulk Hogan fast alles, ausserhalb der Wrestling-Welt zuletzt eher wenig. Der Prozess um die Veröffentlichung eines Sexvideos von dem mittlerweile 62-Jährigen ist da nur ein Beispiel.

Jens Witte



Ein Artikel von

Spiegel Online

Terrence Gene Bollea ist immer noch eine imposante Erscheinung. Gut zwei Meter gross, mächtiger Walrossbart, schwarzes Kopftuch, breite Schultern, kräftige Oberarme füllen sein Sakko aus. So tritt Bollea, besser bekannt als Hulk Hogan, vor einem Gericht in der Stadt St. Petersburg im US-Bundesstaat Florida auf.

Hulk Hogan – der Name ist immer noch ein Synonym für Wrestling. Der «Hulkster» war der grösste Star in der Welt der Schaukämpfe, die bekannteste Marke der Branche, dutzendfacher Champion in den Achtziger- und Neunzigerjahren, eine Berühmtheit. Im Ring galt Hogan als nahezu unbesiegbar. Dort konnte sich die Wrestling-Ikone darauf verlassen, dass die Kämpfe nach Drehbüchern abliefen.

Das echte Leben ist anders. Inzwischen sind nicht nur die strohblonden Haare des 62-Jährigen weiss geworden, auch sein Ruf hat im vergangenen Jahrzehnt erheblich gelitten. Das aktuelle Gerichtsverfahren ist nur ein Beispiel dafür.

100 Millionen Dollar Schadensersatz verlangt Hogan von den Betreibern der Website «Gawker» – weil sie Anfang Oktober 2012 einen rund anderthalbminütigen Ausschnitt eines offenbar heimlich gefilmten Sexvideos des Wrestlers veröffentlichten, angereichert mit einer detaillierten Beschreibung des unveröffentlichten Materials.

Oh-Oh: Das Hogan Sex-Tape

abspielen

YouTube/Al Jazeera Videos Official

Besonders pikant wird die Geschichte durch die beteiligten Personen: Bei der Frau in dem einige Jahre zuvor gedrehten Video soll es sich um die damalige Gattin von Hogans bestem Freund Bubba «The Love Sponge» Clem handeln, einem bekannten Radio-DJ. Hogan war sogar dessen Trauzeuge. Der Sex soll mit Erlaubnis des DJs stattgefunden haben.

Schmutzige Scheidung

Als das Video entstand, war Hogan noch mit seiner ersten Frau Linda zusammen. Die Ehe scheiterte 2007, die Familie mit Tochter Brooke und Sohn Nick – gemeinsam waren alle vier in der Doku-Soap «Hogan Knows Best» zu sehen – zerbrach.

Der damals 17-jährige Nick gab zu dieser Zeit Anlass zur Sorge. Er hatte sein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Baum gelenkt, ein Freund auf dem Beifahrersitz wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Hogan junior musste mehrere Monate ins Gefängnis.

Die Trennung seiner Eltern verlief schmutzig. Dass Linda Bollea nach 24 Jahren Ehe die Scheidung eingereicht hatte, erfuhr Hogan angeblich durch den Anruf von einem Reporter. Im Scheidungsverfahren bezichtigte sich das Paar dann gegenseitig der Untreue, beide sollen Affären mit deutlich jüngeren Partnern gehabt haben.

Hogan warf seiner Frau zudem Habgier vor. Deren Anwälte hatten vor dem Scheidungsverfahren einen «Krieg» angekündigt. Und tatsächlich unterzeichnete Tochter Brooke eine eidesstattliche Erklärung, derzufolge ihr Vater ihre Mutter «körperlich und verbal misshandelt» habe. Später zog sie die Anschuldigungen jedoch zurück und liess mitteilen: «Ich habe das unter beträchtlichem Druck meiner Mutter getan.»

Hogan selbst fiel nach der Trennung vor allem durch verbale Entgleisungen und bizarre Äusserungen auf: Während der Scheidung habe er Mordfantasien gehabt, sagte der Wrestler 2009 dem Magazin «Rolling Stone». Er sei wütend gewesen, dass seine Frau ein Verhältnis gehabt habe «mit einem Jungchen, das 30 Jahre jünger war als sie. Ich hätte meine Villa auch am liebsten zu einem Tatort gemacht, und wie O.J. allen die Kehle durchgeschnitten.»

FILE - in this April 3, 2005, file photo, Hulk Hogan fires up the crowd between matches during WrestleMania 21 in Los Angeles. Hogan, perhaps the biggest star in WWE's 50-year history, is set to bring the red-and-yellow back to the sports entertainment behemoth and will host the April 6, 2014, WrestleMania in New Orleans. (AP Photo/Chris Carlson, File)

Bild: Chris Carlson/AP/KEYSTONE

Die Äusserung bezog sich auf den Fall des früheren Footballspielers O.J. Simpson. Dieser war 1995 angeklagt, seine Ex-Frau Nicole Brown und deren Freund brutal ermordet zu haben, wurde jedoch freigesprochen. Die Zweifel an seiner Unschuld vermochte er aber nie vollends auszuräumen.

Aus der Hall of Fame entfernt

Auf die Simpson-Nummer folgten bei Hogan noch angebliche Suizidgedanken und das Prahlen damit, für Autos, Häuser und Urlaube «Hunderte Millionen Dollar» verprasst zu haben.

Zum Rosenkrieg à la Hogan gehörte auch der Streit um einen Toilettensitz. So soll der Wrestler zwei Jahre nach der Trennung bei einem Richter in Florida eine Liste mit Dingen abgegeben haben, die er von seiner Frau zurückforderte: Dazu zählten Kronleuchter, Badewannen und auch der «antike hölzerne Toilettensitz aus dem Gästehaus».

Der vorläufige Tiefpunkt war im vergangenen Sommer erreicht. Das Unternehmen World Wrestling Entertainment (WWE) feuerte Hogan – offenbar wegen rassistischer Äusserungen. «WWE hat den Vertrag mit Terry Bollea beendet. WWE ist offen für alle Menschen, wie man an der Vielfalt unserer Angestellten, Performer und Fans auf der ganzen Welt erkennen kann», hiess es damals in einer Stellungnahme der Firma.

Hogan soll sich abfällig über Afroamerikaner geäussert und mehrfach den Begriff «Neger» benutzt haben. Später entschuldigte er sich für seine Worte. Die WWE tilgte dennoch jeden Hinweis auf den «Hulkster» von ihrer Website, der Verkauf sämtlicher Hulk-Hogan-Fanartikel wurde eingestellt, sogar aus der Wrestling-Ruhmeshalle wurde er entfernt – ganz so, als hätte es Hulk Hogan nie gegeben.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Darude Sandstorm 09.03.2016 18:41
    Highlight Highlight Oh oh oh. Vielleicht bietet ihm Trump ja einen Job an, sollte er Präsident werden. Oder wäre Hogan dann die Steigerung nach Trump?
  • Yelina 09.03.2016 18:19
    Highlight Highlight O. J. Simpson wurde in einem späteren, zivilen Gerichtsverfahren übrigens verurteilt und musste eine beträchtliche Höhe Schadenersatz an Nicole Browns Familie zahlen. Applaus für das U.S.-Justizsystem...
  • E7#9 09.03.2016 17:58
    Highlight Highlight Er will 100 Mio. Dollar und wirft seiner Frau Habgier vor.
  • SylBattistuzzi 09.03.2016 16:55
    Highlight Highlight Der Toilettensitz ist die Heimat jeden Mannes #keepfighting
    #nomaam #albundy4ever
    • Jürg Müller 09.03.2016 17:42
      Highlight Highlight ..... mir kam auch sofort die "Ferguson" in den Sinn. USA - Toilette - Ferguson - AL! A-aaL! Love it.
    • T. aus B. 09.03.2016 22:01
      Highlight Highlight Die Ferguson gibt beim Spülen nicht so ein kümmerliches Winseln von sich wie alle anderen Toiletten, die macht 'Bam-Swoooosh'!

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