Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
05.07.2015; Neeltje Jans; Radsport - Tour de France 2015 - 2. Etappe - Utrecht - Neeltje Jans; 
Fabian Cancellara (SUI) (Tim De Waele/freshfocus)

Geniesst den schönen Moment: Cancellara lässt sich ins Leadertrikot einkleiden. Bild: Tim De Waele/freshfocus

Cancellara: «Ich musste zwei, drei Mal fragen, ob es wirklich zum Leadertrikot gereicht hat»

Die Deutschen sind sauer: Zwar gewinnt André Greipel die Etappe, aber Tony Martin verpasst die Gesamtführung. Denn Fabian Cancellara sprintet mit einem Kraftakt auf Rang 3 und holt sich so das Maillot Jaune, mit dem er heute nicht gerechnet hatte.



Die Entscheidung war knapp, die Freude gross – aber nicht überschwänglich, eher kontrolliert. Schliesslich ist Fabian Cancellara nicht erst seit gestern Radprofi und er fuhr nicht zum ersten Mal ins Gelbe Leadertrikot. Rang 3 in der Etappe nach Zeeland bedeutete, dass der Berner morgen zum bereits 29. Mal in seiner Karriere im Maillot Jaune an den Start gehen kann.

Cancellara wurde nur von André Greipel und Peter Sagan bezwungen, er konnte jedoch mit Mark Cavendish ein drittes Sprinter-Ass knapp hinter sich lassen. So erhielt er eine Zeitgutschrift und konnte den Gesamtführenden Rohan Dennis ablösen. «Damit habe ich heute Morgen nicht gerechnet», gab «Spartacus» zu.

Bild

Die Entscheidung: Cancellara (unten) schlägt Cavendish (ganz oben). bild: srf

«Das Glück endlich wieder auf meiner Seite»

«Ich musste im Ziel zwei, drei Mal den Pressesprecher und den Pfleger fragen, ob es reichte», verriet Cancellara im SRF. «Ich wusste nicht, ob ich Dritter oder Vierter war. Als ich nach etwas Warten mit eigenen Augen sah, dass es gereicht hat, sagte ich mir, dass das Glück endlich wieder auf meiner Seite war, das Glück, das mir in letzter Zeit etwas gefehlt hatte.»

Cancellara meinte, er hätte «vielleicht einen noch besseren Sprint machen können», doch es habe ja gereicht. So jubelt die Schweiz und Deutschland ärgert sich trotz Greipels Etappensieg. Denn hätte Cavendish im Endspurt voll durchgezogen, wäre er wohl vor Cancellara Dritter geworden und hätte so seinem Teamkollegen Tony Martin ins Leadertrikot verholfen.

Die Kritik, er habe seine Beine zu früh hängen lassen, wollte Cavendish jedoch nicht gelten lassen. «Der Radsport ist kein Video-Game», ärgerte sich der Sprinter von der Isle of Man über die Vorwürfe an seine Adresse. Unterstrichen wird seine Aussage von einer Zahl: 69,16 km/h. So schnell war Fabian Cancellara auf der Ziellinie – und er hatte damit den höchsten Speed der vier erstplatzierten Fahrer.

abspielen

Die Zusammenfassung der 2. Etappe. YouTube/letourdefrance

Die motivierende Nachricht vom Trainer

Der Berner wies in den Siegerinterviews wiederholt darauf hin, dass seine zehnte Tour-Teilnahme womöglich seine letzte sei. Entsprechend viel bedeute es ihm, noch einmal das Leadertrikot erobert zu haben. Noch am Samstag nach Rang 3 im Zeitfahren war er enttäuscht darüber, es verpasst zu haben.

Die nötige Motivation fand er dank einer WhatsApp-Nachricht wieder, die ihm sein Trainer Josu Larrazabal geschickt hatte. Cancellara machte sie noch vor dem Start zur sonntäglichen Etappe öffentlich:

Motivation gab es auch unterwegs. Als sich das Feld rund 60 Kilometer vor dem Zielstrich teilte, funkte Cancellaras Sportlicher Leiter seinem Star ins Ohr, dass er nun das erreichen könne, was er gestern noch verpasst hatte.

Cancellaras Statement nach dem Erfolg

abspielen

Die 2. Etappe aus der Sicht der Fahrer. YouTube/Team Giant-Alpecin

Wie lange bleibt Cancellara Leader?

Elf Jahre nachdem er gleich bei seinem Tour-Debüt erstmals ins Maillot Jaune schlüpfen durfte, hat Fabian Cancellara dies also erneut geschafft. Am längsten trug er es 2007 und 2012, als er jeweils sieben Tage lang Gesamtführender der Frankreich-Rundfahrt war.

Wie lange kann er Platz 1 in diesem Jahr verteidigen? Die Etappe vom Montag endet an der Mauer von Huy, an welcher jeweils der Frühlingsklassiker Flèche Wallone endet. Cancellara hat dieses Rennen noch nie bestritten, kennt die zwar kurze, aber bocksteile Steigung jedoch. «Man muss möglichst an der Spitze in die Schlusssteigung fahren. Aber für mich wird es schwierig. Es geht darum, dass ich möglichst wenig Zeit verliere», hofft Cancellara.

Geht sein Plan auf, könnte es – mit viel Wettkampfglück – den nächsten Schweizer Jubeltag geben. Denn der Thurgauer Michael Albasini wird besonders motiviert ins Rennen gehen. An der Flèche Wallone gehört er Jahr für Jahr zu den Besten, 2012 wurde er Zweiter. Albasini verfehlte einen Etappensieg an der Tour de France schon mehrfach knapp – er träumt davon, in diesem Jahr endlich einmal ein Teilstück gewinnen zu können.

Alle Schweizer, die mehr als eine Etappe bei der Tour de France gewonnen haben

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Das könnte dich auch interessieren:

«Die Schweiz ist eine Gold-Weltmacht – ein enormes Risiko»

Link zum Artikel

Turbo Jens ist alles, was du heute gesehen haben musst (wer hat den Typen eingestellt?)

Link zum Artikel

YouTuberin verwandelt Teslas Model 3 in Pick-up – und das Resultat ist grandios

Link zum Artikel

«Ab 30 kann Mann keine kurzen Hosen mehr tragen!» – watson-Chef klärt uns auf 🙄

Link zum Artikel

Diese Schweizer Fussballer haben noch keinen Vertrag für nächste Saison

Link zum Artikel

Herr Matthes, wie gross ist die Schadenfreude bei Nokia über Huaweis Trump-Schlamassel?

Link zum Artikel

Ein Streik kommt selten allein – so wollen die Frauen weitermachen

Link zum Artikel

Nach 27 Jahren kommt der Nachfolger der SMS – das musst du über RCS wissen

Link zum Artikel

Merkel beginnt bei Staatsbesuch plötzlich zu zittern – Entwarnung folgt kurz darauf

Link zum Artikel

Empörung nach Landung am Mont-Blanc

Link zum Artikel

Ohrfeige für Bundesanwalt vom Bundesstrafgericht – Lauber ist im FIFA-Fall befangen

Link zum Artikel

40 Millionen Liter Trinkwasser verschwunden? Das Rätsel von Tägerig ist gelöst

Link zum Artikel

OMG – wir haben Knoblauch unser ganzes Leben lang falsch geschält

Link zum Artikel

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

Khashoggi-Mord: Hinweise belasten Saudi-Kronprinz

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Doping-Sünder Lance Armstrong zeigt keine Reue: «Ich würde nichts anders machen»

Lance Armstrong hat sich erneut zum Thema Doping geäussert und zeigt auch sieben Jahre nach seiner lebenslangen Sperre keine Reue. Der gefallene Radstar bezeichnete seine illegalen Vergehen in einem Interview mit NBC Sports zwar als Fehler, würde aber wieder so handeln wie damals. «Wir haben das getan, was wir tun mussten, um zu gewinnen. Es war illegal, aber ich würde nichts ändern – egal ob ich dadurch einen Haufen Geld verlieren würde oder vom Helden zum Verlierer werde», sagte der …

Artikel lesen
Link zum Artikel