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FILE - In this Sunday, July 22, 2012 file photo, Bradley Wiggins, winner of the 2012 Tour de France cycling race, holds the Union flag during the team parade of the the Tour de France cycling race in Paris, France. A British parliamentary committee says in a doping investigation report that Bradley Wiggins used a banned powerful corticosteroid to enhance his performance and not for medical reasons while winning the Tour de France in 2012. The report accuses Team Sky of crossing an “ethical line” after preaching zero tolerance. Team Sky criticized “the anonymous and potentially malicious claim” by members of parliament. (AP Photo/Laurent Cipriani, File)

Bradley Wiggins gewann 2012 als erster Brite die Tour de France – mit unlauteren Mitteln? Bild: AP/AP

Wiggins und Team Sky – Doping unter dem Deckmantel von medizinischen Ausnahmegenehmigungen

Der britische Radsport-Star Bradley Wiggins und sein Team Sky sollen therapeutische Mittel zur Leistungssteigerung genommen haben. Auch Leichtathletik-Boss Sebastian Coe wird belastet.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Das britische Sportministerium hat schwere Vorwürfe gegen die britische Radsport-Mannschaft Team Sky erhoben. Vor allem der frühere Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins gerät erneut in den Fokus: Laut einer Untersuchung des Department for Digital, Culture, Media and Sport hat Sky medizinische Ausnahmegenehmigungen («TUE», Therapeutic Use Exemption) missbraucht, um mit Wiggins an der Spitze die Frankreich-Rundfahrt 2012 zu gewinnen.

FILE - In this July 21, 2012 file photo, Bradley Wiggins of Britain, wearing the overall leader's yellow jersey, celebrates as he crosses the finish line of the 19th stage of the the Tour de France cycling race in Chartres, France. A British parliamentary committee says in a doping investigation report that Bradley Wiggins used a banned powerful corticosteroid to enhance his performance and not for medical reasons while winning the Tour de France in 2012. The report accuses Team Sky of crossing an “ethical line” after preaching zero tolerance. Team Sky criticized “the anonymous and potentially malicious claim” by members of parliament. (AP Photo/Laurent Rebours, File)

Die grosse Frage: War Wiggins bei seinem Tour-Sieg 2012 sauber? Bild: AP/AP

Der Bericht könnte sogar das Aus für das Team Sky bedeuten, spekulieren britische Medien. Die Mannschaft steht nicht nur wegen des Falls Wiggins, sondern auch wegen der Salbutamol-Affäre um den viermaligen Tour-de-France-Sieger Christopher Froome unter Druck.

Das Sportministerium sieht es als erwiesen an, dass Wiggins und möglicherweise auch dessen Helfer vor sechs Jahren im Team Sky unter dem Deckmantel von Ausnahmegenehmigungen leistungssteigernde Kortikoide konsumiert haben – um sich auf die Tour vorzubereiten.

Auch die ominöse Medikamentenlieferung an Wiggins im Jahr 2011 – bekannt unter dem Schlagwort «mystery package» – wird in dem Bericht als unglaubwürdig eingestuft. Anders als von Sky und Wiggins stets behauptet, dürfte das Päckchen nicht das Hustenmittel Fluimucil, sondern das Kortikoid Triamcinolon enthalten haben, hiess es. Im November hatte die britische Anti-Doping-Agentur (UKAD) die Ermittlungen gegen Wiggins eingestellt.

Kein Doping – aber die missbräuchliche Verwendung von Dopingmitteln

Der Report betont, dass es sich beim festgestellten Sachverhalt nicht um eine Verletzung des Anti-Doping-Codes der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA handele. Jedoch seien Dopingmittel innerhalb dieses Codes genutzt worden, um die Leistung der Fahrer zu steigern – «nicht nur aus medizinischer Notwendigkeit». Sky habe damit «eine ethische Grenze überschritten» – ausgerechnet die Mannschaft, die unter dem Motto des «sauberen Siegens» antritt.

Dei Reaktion von Wiggins:

Team Sky und Wiggins wiesen die Vorwürfe zurück. «Ich finde es traurig, dass Anschuldigungen erhoben werden können, bei denen Leuten Dinge vorgeworfen werden, die sie nie getan haben, die aber als Fakten angesehen werden», sagte Wiggins. Er werde sich in den nächsten Tagen detailliert äussern, um die Vorwürfe auszuräumen, ergänzte der fünfmalige Olympiasieger.

Hat IAAF-Präsident Coe gelogen?

Neben Wiggins wird ein zweiter prominenter Ex-Sportler in dem Bericht scharf kritisiert: Sebastian Coe, vierfacher Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1980 und 1984 – und inzwischen der Präsident des Leichtathletik-Weltverbands IAAF. Coe werden «irreführende» Aussagen während einer parlamentarischen Anhörung im Jahr 2015 vorgeworfen. Vor seinem Amtsantritt war Coe damals öffentlich zu seinem Wissen über den russischen Doping-Skandal befragt worden.

epa04888761 New IAAF President, Former British Olympic medalist Sebastian Coe attends IAAF press conference after winning the IAAF elections at China National Convention Centre in Beijing, China, 19 August 2015. Coe, 58, has been elected president of the ruling athletics body International Association of Athletics Federations (IAAF) on 19 August 2015, beating Ukraine's Sergey Bubka 115-92. Coe succeeds Senegal's Lamine Diack, who is stepping down after 16 years in office.  EPA/WU HONG

Auch Sebastian Coe gerät unter Beschuss. Bild: EPA/EPA

Es sei extrem unglaubwürdig, dass Coe von den Anschuldigungen nichts gewusst habe, bevor die ARD-Dokumentation «Geheimsache Doping» im Dezember 2014 ausgestrahlt wurde. Coe habe die Aufklärung des Skandals unnötig verzögert, so der Bericht.

Das Sportministerium kommt in seinem Bericht zum Schluss, dass die Anti-Doping-Agentur mit grösseren Machtbefugnissen und Ressourcen ausgestattet werden sollte. Der Gesetzgeber wird dazu aufgefordert, die Beschaffung leistungssteigernder Substanzen im Sport auch strafrechtlich zu ahnden. (pre/chh/sid/Reuters)

Die gedopten Tour-de-France-Sieger

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    Alle Leser-Kommentare
  • winglet55 05.03.2018 16:44
    Highlight Highlight Vielleicht müsste man über eine "Openklasse", bei der dopen auf Teufel komm raus, und verrecke; und eine Freedopezone nachgedacht werden. Weil probieren werden es immer welche, also lasst sie doch ihr Leben für 2 Minuten Ruhm und Scheisse, hingeben. Für die Freedopezone, braucht es einen Blutpass, der jede kleinste Abweichung zum Lebenslangen Ausschluss aus dieser Klasse führt. Mal schauen, wieviele Sponsoren nochdie Openklasse unterstützen. R.I.P. Doping.
  • Hardy18 05.03.2018 12:37
    Highlight Highlight Der Sport war noch nie ohne Skandal und wird es auch niemals ohne schaffen. Aber es schön zu lesen das die Wirtschaft auf beiden Seiten floriert 😂

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